{"id":71788,"date":"1998-12-04T00:01:15","date_gmt":"1998-12-03T23:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71788"},"modified":"2020-11-25T08:20:00","modified_gmt":"2020-11-25T07:20:00","slug":"kurze-wuerze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/12\/04\/kurze-wuerze\/","title":{"rendered":"Kurze W\u00fcrze"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 48\">\n<div style=\"text-align: justify\" title=\"Page 48\"><\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 48\">\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>In den Regalen aufgestapelt finden sich konsumtempelkilometerweise abermillionste T\u00fcten mit Chipsen und anderen Abendsnacks. In den mittleren Reihen immer die etwas teuren, f\u00fcr alles andere muss man sich schon etwas b\u00fccken. Oben die Lagerware zum Nachf\u00fcllen. Es scheint weiterhin abgemacht zu sein, dass die Billigprodukte durch ihre Aufmachung immer auch genauso wir- ken, zuviel oder zuwenig Dekor. Das Passende, in die Zeit passen- de wird nur von den gro\u00dfen Marken erreicht. \u00dcbrigens ist das auch bei anderen Produkten nicht anders und hat nat\u00fcrlich ein St\u00fcck weit System. Allzumal dort, wo sowohl das teure wie das billige Produkt von einer Produktionsstra\u00dfe kommt, nur irgendwann aus- einander l\u00e4uft und verschieden einget\u00fctet wird. Da kann es dann schon einmal passieren, dass die Chips einer Kartoffel in drei verschiedene Preisgruppen aufgeteilt werden. Vereinfacht gespro- chen kann man es so denken. Nat\u00fcrlich nicht, wird jetzt jeder Produzent sagen. Die Preise sind schon von der grunds\u00e4tzlichen Qualit\u00e4t der Produkte her berechtigt. Dass es in der Wirtschaft in mehr als nur der Chipsindustrie immer wieder zu Mischkalkula- tionen kommt, muss nicht erw\u00e4hnt werden. Das ist ein Gemeinplatz.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify\">Herr Nipp stand nun ganz unbedarft vor einem dieser Regale, sein Freund (der ihm das Auto geliehen hatte) hatte darum gebeten, wenn er schon einkaufen gehe, dann doch bitte bitte eine T\u00fcte Chips mitzubringen. Er schritt nach kurzer Besinnung das Regal ab, wie ein stolzer Soldat, der das Ford Knox zu bewachen hat. \u00dcberlegte, welche Sorte wohl am besten schmecken w\u00fcrde. Las die Aufschriften, die alle so verf\u00fchrerisch klangen: ungarisch, orientalisch, mit Sauercreme und Schnittlauch, gesalzen, gesalzen und gepfeffert. Besah sich die Bilder, die Dekore, die Aufmachung, Qualit\u00e4t des Verpackungsmaterials. Das Wort auf einer der T\u00fcten\u00a0<span style=\"letter-spacing: 0.05em\">ihn grunds\u00e4tzlich neugierig.<\/span><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 49\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify\">Auf der Fahrt zu seinem Freund \u00fcberkam ihn der absolute Chiphunger, er \u00f6ffnete die T\u00fcte, griff eine Hand voll und stopfte sie unbedacht in den Mund. Nur zwei Sekunden sp\u00e4ter h\u00e4tte er schreien k\u00f6nnen, handelte es sich doch um Wasabichips.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-71748\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg 217w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild-160x169.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die <em>unerh\u00f6rten Geschichten<\/em> von Herrn Nipp sind glossierende Anmerkungen die sich schnoddrig mit dem Zeitgeist auseinandersetzen. Oft wird in diesen Kolportagen ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. Wir lesen sowohl \u00fcberraschendes und unerwartetes, potentiell ungew\u00f6hnliches, das Geschehen verweist auf einen sich real ereigneten (oder wenigstens m\u00f6glichen) Ursprung des Erz\u00e4hlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Regalen aufgestapelt finden sich konsumtempelkilometerweise abermillionste T\u00fcten mit Chipsen und anderen Abendsnacks. In den mittleren Reihen immer die etwas teuren, f\u00fcr alles andere muss man sich schon etwas b\u00fccken. Oben die Lagerware zum Nachf\u00fcllen. 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