{"id":71668,"date":"2010-08-04T00:01:34","date_gmt":"2010-08-03T22:01:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71668"},"modified":"2021-10-25T13:12:13","modified_gmt":"2021-10-25T11:12:13","slug":"hemmungslose-hemmung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/08\/04\/hemmungslose-hemmung\/","title":{"rendered":"Hemmungslose Hemmung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 17\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend unten die mehr oder minder begabten &#8211; meist eher minder &#8211; Musiker proben und vor allem die unglaublich versehentlich schiefen, nicht zu verwechseln mit gewollt schiefen der K\u00f6nner, T\u00f6ne sich den Weg durch meterdicke Mauern bahnen, die unrhythmischen Paukenschl\u00e4ge, die nicht einmal auf einem Schlachtfeld von einem halbzerschossenen Trommler so danebengingen, sitzt er hier, hier oben vor seinem Rechner, versucht die Gedanken zu sammeln, die Worte eimerweise zu scheffeln und wei\u00df doch, dass alles immer vergebliche Liebesm\u00fch sein wird. Die W\u00f6rter kommen nicht wie gewollt, k\u00f6nnen auch nicht eingedampft werden, bleiben ungepflegte Worthaufen, deren sonst sich selbst erzeugende Strukturen nicht erkannt werden, die sonst oftmals so verz\u00fcckten und verz\u00fcckenden kleinen Entdeckungen und Notwendigkeiten und Verwicklungen der Sprache scheinen einen Strom dar- zustellen, den er nicht wie sonst erreichen kann. Er wei\u00df wohl, dass es gehen k\u00f6nnte, aber diese schr\u00e4ge versuchsweise Musik. Kann nicht loskommen hiervon, kann nicht seinen eigenen Rhythmus dagegensetzen, das sonst Welt strukturierende Alles. Dann f\u00e4ngt auch noch jemand einige Meter tiefer unertr\u00e4gliches Geplapper an und bemerkt gar nicht, dass das Gegen\u00fcber nur mit hmm und jaja antwortet. Selbst das in den Himmel Blicken hilft hier nicht weiter, die ziehenden Wolken und Kumulationen am gedachten Horizont, im Wissen um die vergehende Zeit, die Zeitnot und die Unaussprechbarkeit von inneren Erlebenszust\u00e4nden bleibt er, was er seit Tagen ist, ein armseliger und manchmal verzweifelter gedachter Dichter mit Schreibhemmung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 1994 ver\u00f6ffentlich Herr Nipp auf KUNO <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1994\/02\/04\/geschichten-schreiben-oder-andere-texte\/\">unerh\u00f6rte Geschichten<\/a> mit dem Titel <strong>Das Mittelma\u00df der Welt. <\/strong>In 2011 ist es soweit, sein erstes Buch mit dem Titel <strong>Die Angst perfekter\u00a0<\/strong><b>Schwiegers\u00f6hne <\/b>erscheint in der Edition Das Labor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-018-665x1024-e1549272345570.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-44215 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-018-665x1024-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"195\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haimo_Hieronymus\">Haimo Hieronymus<\/a> ist ein Poet, wenn er Holzschnitte erstellt, und ein realistischer Tr\u00e4umer, wenn er mit Herrn Nipp kurze Texte verfa\u00dft. Wie ein Dichter schreibt er nicht, dazu ist er zu n\u00fcchtern und zu lapidar; die Fiktion ist nicht seine Sache, es entstehen auch keine imagin\u00e4ren Welten. Die Wirklichkeit und die Erinnerung sind ihm r\u00e4tselhaft genug. Herr Nipp betreibt das einfache, das wahre Abschreiben der Welt, er bewegt sich damit zwischen Ereignis und Reflexion und n\u00e4hert sich einer Topografie der Melancholie. \u2013 Ein Sammlerst\u00fcck ist die Vorzugsausgabe von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12766\"><em>Die Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne<\/em><\/a>. Hieronymus hat das Cover einer limitierten Auflage mit einem Holzschnitt versehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; W\u00e4hrend unten die mehr oder minder begabten &#8211; meist eher minder &#8211; Musiker proben und vor allem die unglaublich versehentlich schiefen, nicht zu verwechseln mit gewollt schiefen der K\u00f6nner, T\u00f6ne sich den Weg durch meterdicke Mauern bahnen, die unrhythmischen&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/08\/04\/hemmungslose-hemmung\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":161,"featured_media":44215,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1334],"class_list":["post-71668","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-herr-nipp"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71668","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/161"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71668"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71668\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}