{"id":7156,"date":"2022-07-02T00:01:00","date_gmt":"2022-07-01T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=7156"},"modified":"2022-02-20T15:27:11","modified_gmt":"2022-02-20T14:27:11","slug":"risse-moertel-eine-wand-ein-bild","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/07\/02\/risse-moertel-eine-wand-ein-bild\/","title":{"rendered":"Risse. M\u00f6rtel. Eine Wand. Ein Bild."},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Risse. M\u00f6rtel. Eine Wand. Ein Bild. Wimpern. Augen. Davor, ein Blick. Ein weiterer&#8230; \u2028Einblick: ganz genau dort weiter oder besser doch noch einmal zur\u00fcckspulen und unter die Zeitlupe nehmen, jene Einzelbildschaltung, pr\u00e4zise das, dann allerdings l\u00e4ngst, Vergangene zum wiederholten Male um Schamhaaresbreite abtasten, in der verz\u00f6gerten Vergr\u00f6sserung, den schweisstriefenden Porenkratern, jener kollektief bewussten Atemlosigkeit, dem kleinen Tod!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedoch an genau dieser besagten Stelle: der eingefrorene Blick, zentriert im Fadenkreuz der, selbstverst\u00e4ndlich subjektiven und teuflisch tosenden, Wahrnehmung. Zuerst, messerscharfe Kanten, welche die allzu neugierigen Fingerkuppen zur\u00fcckhalten. Die H\u00e4nde zum Verweilen in die Hosentaschen n\u00f6tigen, demzufolge die Brennsch\u00e4rfe der Betrachtung erh\u00f6hen, sie in das Material eindringen lassen, jene pulsierenden Farbporen-Schichten-Sch\u00e4chte, Kan\u00e4le und Nebenwege. Auch interessierte Blicke l\u00fcgen manchmal, heucheln Sachverstand und lassen den gespeicherten Moder von Theorie-Staub-Schichten vor die Linse rieseln&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausschliesslich grundierte Begr\u00fcndungen greifen taumelnd tiefer, verhaspeln sich im Ton, schlingern schlierend ab und finden sich auf dem dunkelsten Fleck des blubbernden Blutrot, auf diesem linken Seitenfl\u00fcgel des durch Stahlverstrebungen zusammenmontierten Tryptichons. Im packenden Widerspruch zur unvermindert starken Neigung sich auf die ausfransenden R\u00e4nder zuzubewegen, ins Orangerost hin\u00fcberzuwedeln oder sich im Extremfall auf das angedeutete Mausgrau zu retten. Allzu tr\u00fcgerisch gl\u00fcht der blassrosa Himmel und jene im rostbraun verschwindende Gestalt. Auch sie scheint nur noch der, mit Hammer und Sichel, eingemeisselte Umriss einer geschichtlichen Figur zu sein, welche bereits in eine verkl\u00e4rte Ferne des bewussten Horizonts ger\u00fcckt und dort den allgemeinen Stillstand dokumentiert, eingereiht in ein illusteres Wachsfigurenkabinett der Homunculi und Doppelg\u00e4nger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es scheint nur so, als tarne sich hier ein M\u00f6bel als Bild, als bilde dieser Paravent etwas ab, stelle sich vor oder gar dar, nicht nur Farben verliefen sich auf dieser Fl\u00e4che, Licht bricht sich unweigerlich auf den Pigmenten und gibt damit dem Ganzen eine Aura von unwiderstehlich saugender Suggestivit\u00e4t in diesem stimmungsschwankenden \u00dcbergang zwischen Ahnen und Wissen, nachweisen und aufsp\u00fcren, der st\u00e4mmigen Statik der W\u00f6rter, abseits einer rational dominierenden Intelligenz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Cyberspasz, a real virtuality<\/strong>, Novellen von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2012.<\/p>\n<div id=\"attachment_44223\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44223\" class=\"wp-image-44223 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz-194x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz-194x300.jpeg 194w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz.jpeg 657w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-44223\" class=\"wp-caption-text\">Covermonatge: Jesko Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO \u00fcbernimmt Artikel von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/10\/05\/turbokapitalistischer-realismus\/\">Kultura-extra<\/a>, aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/08\/09\/alles-klappt-in-ihrem-leben-doch-nichts-gluckt\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/01\/ein-buch-ist-eine-stadt-2\/\">fixpoetry<\/a>. Betty Davis sieht darin eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/12\/26\/eine-ebenso-poetische-wie-praezise-geschichtsprosa\/\">pr\u00e4zise Geschichtsprosa<\/a>. Margaretha Schnarhelt erkennt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/09\/30\/cyberzomb\/\">hybride Prosa<\/a>. Enrik Lauer deutet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/09\/01\/der-cyberspace-als-wille-und-vorstellung\/\">Schopenhauer<\/a> im Internet. In einem Essay betreibt KUNO <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/16\/dystopische-zukunftsforschung\/\">dystopische Zukunftsforschung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Risse. M\u00f6rtel. Eine Wand. Ein Bild. Wimpern. Augen. Davor, ein Blick. 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