{"id":71522,"date":"1996-04-04T00:01:41","date_gmt":"1996-04-03T22:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71522"},"modified":"2020-11-25T10:31:48","modified_gmt":"2020-11-25T09:31:48","slug":"der-tisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1996\/04\/04\/der-tisch\/","title":{"rendered":"Der Tisch"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Drau\u00dfen auf der \u00fcberdachten Terrasse steht ein Tisch, ein alter Tisch, aus einer Zeit, als Herr Nipp noch nicht da war. Also sehr alt. Der Tisch hatte fr\u00fcher bei seiner Gro\u00dfmutter gestanden. Es war der K\u00fcchentisch. Nach deren Tod hatte sein Vater ihn \u00fcbernommen, klar, der hatte ihn schlie\u00dflich auch gebaut. Der Tisch ist sehr schlicht, gefertigt aus dem Holz der Ulme. Fr\u00fcher hie\u00df der Baum meistens R\u00fcster in dieser Gegend. Sehr sch\u00f6nes Holz mit regelm\u00e4\u00dfigen Strukturen. Wer an diesem Tisch sitzt, wird schnell feststellen, dass irgendetwas nicht stimmt. Seine Mutter wollte ihn auf der Terrasse haben und dort standen die alten Sessel, das alte Sofa. Der Tisch war zu hoch. Da konnte es nur die alte Radikalkur geben. Beine ein St\u00fcck ab und von den Querstreben musste auch was weg, sonst h\u00e4tten die Beine der darum Sitzenden wohl nicht drunter gepasst. Da hatte seine Mutter keine Probleme mit. Nie gehabt, ganz pragmatisch. Schlie\u00dflich war das nicht der erste Tisch gewesen, den der Vater zu k\u00fcrzen hatte. Mit der Hands\u00e4ge nat\u00fcrlich. Der alten Schreiners\u00e4ge, ohne Motor, nicht schnell, aber sehr pr\u00e4zise; und ab ist schlie\u00dflich ab, fertig.<br \/>Jetzt ist der Tisch eben zu klein und Herr Nipp wird sich \u00fcber kurz oder lang etwas einfallen lassen m\u00fcssen, wie die Beine zu verl\u00e4ngern sind. Jeden Tag schaut er seit geraumer Zeit schon auf verschiedenen Tauschplattformen im Netz, ob irgendjemand Ulmenholz zu verschenken hat. So leicht wird das nicht. R\u00fcster ist dieser \u00a0Tage selten geworden. Sp\u00e4testens seit der Ulmenkrankheit bekommt man nichts nach.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Aber wer wei\u00df, vielleicht besorgt er sich auch einfach ein paar alte Sessel und ein Sofa, die sind wahrscheinlich leichter zu bekommen, dann passt es schon.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} -->\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-71748\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg 217w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild-160x169.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die <em>unerh\u00f6rten Geschichten<\/em> von Herrn Nipp sind glossierende Anmerkungen die sich schnoddrig mit dem Zeitgeist auseinandersetzen. Oft wird in diesen Kolportagen ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. Wir lesen sowohl \u00fcberraschendes und unerwartetes, potentiell ungew\u00f6hnliches, das Geschehen verweist auf einen sich real ereigneten (oder wenigstens m\u00f6glichen) Ursprung des Erz\u00e4hlten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Drau\u00dfen auf der \u00fcberdachten Terrasse steht ein Tisch, ein alter Tisch, aus einer Zeit, als Herr Nipp noch nicht da war. Also sehr alt. Der Tisch hatte fr\u00fcher bei seiner Gro\u00dfmutter gestanden. Es war der K\u00fcchentisch. 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