{"id":70887,"date":"2023-10-04T00:01:46","date_gmt":"2023-10-03T22:01:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70887"},"modified":"2022-02-25T21:32:14","modified_gmt":"2022-02-25T20:32:14","slug":"die-kultivierung-des-romantischen-araberbildes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/10\/04\/die-kultivierung-des-romantischen-araberbildes\/","title":{"rendered":"Die Kultivierung des \u201eromantischen\u201c Araberbildes"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Thema des Essays ist &#8218;Die Kultivierung des \u201eromantischen\u201c Araberbildes am Beispiel von &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; stellt die historische Pers\u00f6nlichkeit T. E. Lawrence, der sp\u00e4ter unter dem Namen &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; zur Legende wurde und die Araber in den Mittelpunkt. Es geht um die Araber des Nahen Ostens, also die der heutigen L\u00e4nder Syrien, Libanon, Irak, Jordanien und Saudi-Arabien.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Das Leben der historischen Person T. E. Lawrence wird an dieser Stelle kurz skizziert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Edward Lawrence wurde am 18. August 1888 in Tremadoc, Wales geboren. Zusammen mit seinen nicht miteinander verheirateten Eltern und seinen Geschwistern wuchs er in Oxford auf. An der dortigen Universit\u00e4t schrieb T. E. Lawrence sich 1907 f\u00fcr Geschichte ein und bereiste 1909 Syrien und Pal\u00e4stina, um die Architektur von Kreuzfahrerburgen zu erforschen. Nach dem Abschluss des Studiums mit Auszeichnung bet\u00e4tigte sich T. E. Lawrence von 1911 bis 1914 als Arch\u00e4ologe in Karkemisch (Syrien). Diese Jahre sollte er sp\u00e4ter als die gl\u00fccklichsten seines Lebens bezeichnen. Nach Ausbruch des Krieges arbeitete T. E. Lawrence als Zivilist in der Geographischen Abteilung des Generalstabs in London und ab Dezember 1914 in Kairo f\u00fcr eine Abteilung des britischen Kriegsministeriums, die f\u00fcr die Erstellung von Landkarten des Vorderen Orients zust\u00e4ndig war. Au\u00dferdem war er beim milit\u00e4rischen Nachrichtendienst des Hauptquartiers t\u00e4tig, schrieb Berichte, kodierte und dekodierte Telegramme, zeichnete Karten, usw. 1916 begann der Arabische Aufstand, in dem T. E. Lawrence aufgrund seiner Sprach- und Landeskenntnisse als Verbindungsoffizier eingesetzt wurde. Eben diese T\u00e4tigkeit machte ihn als &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; zur Legende. 1919 nahm er an der Versailler Friedenskonferenz teil und war an den Beratungen \u00fcber die Neuordnung des Nahen Ostens beteiligt. Sp\u00e4ter war er schriftstellerisch t\u00e4tig und schrieb unter anderem seinen auf Erinnerungen an den Arabischen Aufstand basierten Roman <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>. 1922 trat er unter einem Pseudonym in die britische Armee ein, wo er mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod am 19. Mai 1935, verursacht durch einen Motorradunfall, verblieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Name &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; klingt wie eine Auszeichnung und ein Adelstitel. Auch heute noch wird dieser klangvolle Name mit dem Unabh\u00e4ngigkeitskampf der Araber gegen die T\u00fcrken w\u00e4hrend des I. Weltkrieges in Zusammenhang gebracht, angef\u00fchrt von einem britischen Offizier, der v\u00f6llig selbstlos mit den Beduinen in den Kampf zieht. Sofort tauchen Bilder auf: von der W\u00fcste, der Sonne, von einem strahlenden Helden in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern und von freiheitsliebenden Beduinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Essay soll der Fragestellung nachgegangen werden, wie dieses Narrativ entstanden ist, wie es ein \u201eromantisches\u201c Bild des Arabers evoziert hat und inwiefern die historische Person T. E. Lawrence und auch die (Helden-)Figur des Lawrence von Arabien dazu beigetragen haben. Um diese Frage zu er\u00f6rtern, soll die Orientalismus-These von Edward Said zun\u00e4chst allgemein skizziert werden, um dann den Bezug zu T. E. Lawrence herzustellen, auf den Edward Said im Zusammenhang von Imperialismus und Kolonialismus in seinem Buch &#8218;Orientalismus&#8216; explizit eingeht. Die These Saids dient als wissenschaftliche Perspektive, um &#8218;orientalistisches&#8216; Denken bei T. E. Lawrence, wie es sich in den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> darstellt, wie es entstanden ist und wie es nachwirkt, zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im n\u00e4chsten Kapitel wird zun\u00e4chst der Aufstand der Araber skizziert, um die notwendige Hintergrundfolie zu entwickeln, die es erm\u00f6glicht, folgenden Aspekt zu bearbeiten: Es soll die Entstehung des politischen Diskurses zur Rechtfertigung des Krieges in Arabien zur Zeit des I. Weltkrieges dargestellt werden, um aufzuzeigen inwiefern T. E. Lawrence in diesen verstrickt war. Die Frage, ob der Diskurs zur Romantisierung des Araberbildes beigetragen hat, ist dabei zentral.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das darauffolgende Kapitel stellt die Rezeption der (Kunst-)Figur des &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; und das bekannte Filmepos in den Vordergrund. Es soll zun\u00e4chst die Entstehung der (Helden-)Figur &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; durch die Vortragsreihe des amerikanischen Journalisten Lowell Thomas aufgezeigt werden. Nachgegangen wird dabei der Frage, inwieweit T. E. Lawrence diese Entwicklung noch selbst bestimmt und somit zu einem \u201eromantischen\u201c Araberbild beigetragen hat. Der Film jedoch ist nach den Lebzeiten von T. E. Lawrence gedreht worden und der irische Schauspieler Peter O&#8217;Toole<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>verk\u00f6rpert bis heute f\u00fcr viele Menschen den Helden &#8218;Lawrence von Arabien&#8216;. Die Fragestellung nach der Romantisierung des Araberbildes wird nun auf das Filmepos bezogen und fortgef\u00fchrt. Besonderes Augenmerk gilt der Verschr\u00e4nkung des einmal entwickelten Bildes des Helden \u201eLawrence von Arabien\u201c und dem damit einhergehenden Bild des \u201eromantischen\u201c Arabers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fazit werden die verschiedenen Diskursstr\u00e4nge dann zu der These verkn\u00fcpft, dass sowohl das &#8218;romantische&#8216; Araberbild, wie auch das Bild des Helden &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; an sich orientalistisch sind, da sich beide Bilder gegenseitig bedingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">E. Lawrence und der Orientalismus<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nasir lag auf dem R\u00fccken und betrachtete durch mein Fernglas die Sterne; er nannte der Reihe nach alle bekannten Sternbilder und lie\u00df jedesmal einen \u00fcberraschten Ruf h\u00f6ren, wenn er ein neues Lichtp\u00fcnktchen entdeckt hatte, das dem unbewaffneten Auge nicht sichtbar war. Auda kam auf Fernrohre zu sprechen &#8211; auf die ganz gro\u00dfen &#8211; und wie der Mensch seit dem ersten Versuch vor dreihundert Jahren so weit fortgeschritten war, da\u00df er jetzt Rohre baute, so hoch wie ein Zelt, durch die er Tausende von unbekannten Sternen entdecken konnte. \u201eUnd die Sterne was sind sie?\u201c Und darauf sprachen wir von Sonnen und immer neuen Sonnenwelten dahinter, von Zeiten und R\u00e4umen jenseits der menschlichen Vorstellung. \u201eUnd was soll uns dieses Wissen n\u00fctzen?\u201c fragte Mohammed. \u201eWir werden immer weiter forschen und immer mehr erkennen. Und kluge M\u00e4nner werden kommen und neue Fernrohre bauen, an Gr\u00f6\u00dfe und Wirksamkeit die jetzigen um so vieles \u00fcbertreffend, wie unsere das Fernrohr Galileis; und trotzdem werden immer noch Hunderte von Astronomen kommen und Tausende von neuen, ungekannten Sternen entdecken und sie aufzeichnen und jedem seinen Namen geben. Und wenn wir dann alles entdeckt haben, dann wird es keine Nacht mehr geben am Himmel.\u201c \u201eWarum wollt ihr Westl\u00e4nder immer alles wissen?\u201c sagte Auda. \u201eWir k\u00f6nnen hinter unsern wenigen Sternen Gott sehen, der nicht hinter euren Millionen ist. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Zitat aus den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> l\u00e4sst R\u00fcckschl\u00fcsse darauf zu, wie der Ich-Erz\u00e4hler, T. E. Lawrence, Araber darstellt, wobei anzumerken ist, dass es sich um arabische Beduinen handelt.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Ins Auge f\u00e4llt die dargestellte technische \u00dcberlegenheit des Westens und die Skepsis der Beduinen gegen\u00fcber der Technik. Der Ich-Erz\u00e4hler geh\u00f6rt zwar zur Gruppe und steht doch \u00fcber ihr, weil er der \u00dcberlegene ist, der den Unwissenden erkl\u00e4rt, wie Wissen generiert wird und sich technischer Fortschritt entwickelt. Gleichzeitig wirkt die Szene nicht nur sehr romantisch, sondern l\u00e4sst auch offen, wer der wirklich Weise ist. Ist es derjenige mit dem Wissen um die Technik oder derjenige mit dem Wissen um Gott? Nach Edward Said d\u00fcrfte dieses Zitat aufgrund seiner Darstellung eines Orientalen, der sich wie ein kleines Kind \u00fcber jedes neu entdeckte Lichtp\u00fcnktchen freut, eine von vielen orientalistischen Darstellungen sein \u2013 nicht nur in den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>, sondern in der gesamten modernen Literatur seit der \u00e4gyptischen Expedition Napoleons.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>Der von Edward Said gepr\u00e4gte Begriff des Orientalismus ist inhalts- und facettenreich und muss zun\u00e4chst betrachtet werden, bevor er im Folgenden auf das Leben und Werk des T. E. Lawrence bezogen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Said ist Orientalismus eine Konstruktion, die den Orient nicht einfach als eine gegebene Entit\u00e4t und Realit\u00e4t versteht, vielmehr wird der Orient durch einen Diskurs<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> innerhalb verschiedener Interessensph\u00e4ren wie beispielsweise Literatur und Wissenschaft erst erschaffen und durch diesen st\u00e4ndigen Re-Produktionsprozess repr\u00e4sentiert sowie begreif- und beherrschbar gemacht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich behaupte n\u00e4mlich, dass man den Orientalismus als Diskurs auffassen muss, um wirklich nachvollziehen zu k\u00f6nnen, mit welcher enorm systematischen Disziplin es der europ\u00e4ischen Kultur in nachaufkl\u00e4rerischer Zeit gelang, den Orient gesellschaftlich, ideologisch, wissenschaftlich und k\u00fcnstlerisch zu vereinnahmen \u2013 ja, sogar erst zu schaffen. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Orientalismus stellt sich so zwischen den westlichen Betrachter und den Orient als eine Art Bewusstsein der westlichen Welt \u00fcber das \u201eWesen des Orients\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>, das sich vor allem in der wissenschaftlichen und literarischen Textproduktion niederschl\u00e4gt, die den Orient nicht zeigt wie er ist, sondern wie der Westen ihn konstituiert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb betone ich in meiner Analyse des orientalistischen Textes die keineswegs unsichtbaren Belege f\u00fcr die Darstellung <em>als Darstellung<\/em> und nicht als naturgetreues Abbild des Orients. Solche Belege finden sich in den sogenannten wissenschaftlichen (historischen, philologischen oder politischen) Texten ebenso ausgepr\u00e4gt wie in den erkl\u00e4rterma\u00dfen k\u00fcnstlerischen (das hei\u00dft offen fiktiven).<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um sich dem Orientalismus mit einem anderen Begriff zu n\u00e4hern, kann man dieses Bewusstsein auch als eine unausgesprochene Verabredung der westlichen Gesellschaft dar\u00fcber verstehen, was der Orient ist. Said kn\u00fcpft gedanklich an Antonio Gramsci an, der diese sogenannte Verabredung mit dem Begriffspaar &#8218;kulturelle Hegemonie&#8216;<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> belegt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei geh\u00f6rt die Kultur selbstverst\u00e4ndlich der Zivilgesellschaft an, in der Ideen, Institutionen und Menschen laut Gramsci nicht durch Zwang, sondern durch Konsens wirken. So k\u00f6nnen sich in allen nichttotalit\u00e4ren Gesellschaften gewisse Kulturformen und Ideen gegen\u00fcber anderen durchsetzen, was Gramsci als Hegemonie bezeichnet und womit er einen f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Kulturgeschehens im industrialisierten Westen unverzichtbaren Begriff gepr\u00e4gt hat. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie in dem Zitat deutlich wird, hat der Begriff &#8218;Hegemonie&#8216; bei Gramsci eine Machtkomponente, die durch Konsens \u2013 oder eben die Verabredung \u2013 erzeugt wird. Die Repr\u00e4sentationen des Orients werden deshalb so wirkm\u00e4chtig, weil sie durch die Hegemonie ununterscheidbar von dem realen Orient werden und der Westen nutzt und erzeugt diese Wirkm\u00e4chtigkeit, um Macht und Einfluss in Arabien zu gewinnen und zu etablieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entstehung und Aufrechterhaltung des Orientalismus erkl\u00e4rt Said als historisches Ph\u00e4nomen mit einer langen Tradition. Der Westen nimmt dabei f\u00fcr sich in Anspruch, den Orient besser zu verstehen und zu kennen als der Orientale selbst, was dem Westen die Deutungshoheit \u00fcber den Orient verleiht. Umgekehrt braucht der Westen die &#8218;kulturelle Hegemonie&#8216;, um sich immer wieder seine Souver\u00e4nit\u00e4t zu attestieren und seine Machtposition zu rechtfertigen. Der Orient wird so zum unverzichtbaren Gegen\u00fcber des Okzidents:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Strategie des Orientalismus fu\u00dft durchg\u00e4ngig auf einer so flexibel angelegten Position der \u00dcberlegenheit, dass sie es dem Westler erlaubt, in allen m\u00f6glichen Beziehungen zum Orient stets die Oberhand zu behalten.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das System Orientalismus funktioniert auf verschiedenen Ebenen. So unterscheidet Said den latenten und manifesten Orientalismus. Der latente Orientalismus ist als Einstellung gegen\u00fcber dem Orient aufzufassen, die sich unumst\u00f6\u00dflich und meist unbewusst &#8211; eben weil die Bilder und Repr\u00e4sentationen so verinnerlicht sind &#8211; des Orients bem\u00e4chtigt. Der manifeste Orientalismus steht sowohl f\u00fcr den akademischen Diskurs und seinen \u00c4u\u00dferungen \u00fcber den Orient als auch f\u00fcr konkrete Handlungen in Bezug auf den Orient. Said stellt diesbez\u00fcglich fest:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch niemals kam es zu einer frappanteren Verschmelzung des latenten Orientalismus mit der manifesten Realit\u00e4t bei der Zerst\u00fcckelung der asiatischen T\u00fcrkei durch die Briten und Franzosen infolge des Ersten Weltkriegs. Dort lag der \u00a0\u00a0 Kranke Mann am Bosporus auf dem Operationstisch, in seiner ganzen Schw\u00e4che, seinen Eigenschaften und seiner topographischen Silhouette offengelegt. Bei dem f\u00e4lligen Eingriff spielte der Orientalist mit seinem Fachwissen eine unsch\u00e4tzbar wichtige Rolle [\u2026] Und es war auch kein Zufall, dass man Orientexperten wie Gertrude Bell, T. E. Lawrence und St. John Philby zugleich als Vertreter des Empire, Freunde des Orients und Botschafter politischer Alternativen vor Ort stationierte.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Said zieht auf der einen Seite die Verbindung zwischen Orientalismus und Kolonialismus<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> und stellt damit die handfeste und reale Machtkomponente von Orientalismus heraus. Auf der anderen Seite attestiert er den genannten Personen und damit auch T. E. Lawrence eine orientalistische Haltung. Said entkoppelte Leben und wissenschaftliches Arbeiten nicht und gestand Wissenschaftlern und sich selbst zu, einer sogenannten <em>worldliness <\/em>verhaftet zu sein und zu akzeptieren, dass Aussagen unter bestimmten sozialen, kulturellen und politischen Bedingungen getroffen werden.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>Demgegen\u00fcber sieht er T. E. Lawrence (und mit ihm viele andere Autoren) unentrinnbar im diskursiven Netz des Orientalismus gefangen. Said meint genau diese Unentrinnbarkeit, als er sich auf einen Brief des Jahres 1918 von T. E. Lawrence an V. W. Richards bezieht.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Er schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence hatte die Klarheit der Araber beeindruckt \u2013 sowohl auf das \u00c4u\u00dfere als auch auf die Lebensphilosophie (oder -einstellung) bezogen. In beiden F\u00e4llen verl\u00e4sst er sich ganz auf die Fremdperspektive, so als ob nur der Beobachter, hier also der Wei\u00dfe, jene ihrer selbst nicht bewusste primitive Schlichtheit des Arabers erkennen k\u00f6nne.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Beduinenbild des T. E. Lawrence war zwar durch pers\u00f6nliche Erfahrung<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> gepr\u00e4gt, aber eben auch stark aus einer Tradition heraus, so dass er gar keine andere als die Fremdperspektive einnehmen konnte. Nicht nur Said verweist auf Orientreisende wie beispielsweise Richard Burton<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>und Charles Montagu Doughty<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>, auch Kathryn Tidrick diagnostiziert in ihrer Analyse eine lang andauernde \u201eenglish romance with arabia\u201c und widmet den Beiden jeweils ein Kapitel.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Lawrence ist in einer Zeit aufgewachsen und ausgebildet worden, in der das britische Weltreich auf dem Zenit seiner Macht war. W\u00e4hrend seiner Studienzeit in Oxford lernt er den Direktor des Ashmolean Museums, David George Hogarth, kennen. D.G. Hogarth, ein anerkannter Arch\u00e4ologe, hatte Reisen im Orient und Osmanischen Reich unternommen und einen Reisebericht mit dem vielsagenden Titel \u201eThe penetration of Arabia\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Hogarth, der Lawrence protegiert und sp\u00e4ter zum Leiter des Arabischen B\u00fcros<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> in Kairo ernannt wird und den Said offen einen Orientalisten nennt<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a>, r\u00e4t dem jungen Lawrence sich bez\u00fcglich einer Forschungsreise an C. M. Doughty<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> zu wenden. Lawrence war also bei Ausbruch des I. Weltkrieges nicht nur mit der g\u00e4ngigen Lehrmeinung seiner Zeit und ihrer Diktion bestens vertraut, sondern war als Akademiker und Orientkenner Teil der Schicht, die Kathryn Tidrick folgenderma\u00dfen beschreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">The <em>Round Table<\/em> group&#8217;s exalted notion of an empire held together less by force than by the British genius for understanding and subtly controlling native races (while \u00a0working unobtrusively in their best interests) had an inevitable appeal for those who \u00a0saw themselves as following in the footsteps of Doughty and Burton. [\u2026] Though neither of them was in a real sense a member of the group, both Gertrude Bell and T. E. Lawrence contributed to T<em>he Round table<\/em>.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pers\u00f6nliche Erfahrungen mit der einheimischen Bev\u00f6lkerung Pal\u00e4stinas und Syriens sammelte Lawrence schon vor dem Krieg, sowohl w\u00e4hrend seiner Forschungsreise 1909 als auch in der Zeit seiner T\u00e4tigkeit als Arch\u00e4ologe unter der Leitung von D. G. Hogarth in Karkemisch. W\u00e4hrend dieser Zeit trug Lawrence zeitweise arabische Kleidung \u2013 wie sp\u00e4ter im Krieg \u2013 und ihn verband eine enge Freundschaft mit einem jungen Syrer namens Dahoum, \u00fcber die Jeremy Wilson folgenderma\u00dfen urteilt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence brachte Dahoum zwar ein v\u00e4terliches Interesse entgegen, aber ihre Beziehhung entsprach der zwischen Lehrer und Sch\u00fcler beziehungsweise zwischen Meister und vertrautem Assistenten. Eben die geistige Einstellung, die Lawrence die Schlichtheit eines jungen Arabers respektieren lie\u00df, bewirkte zugleich, da\u00df er Dahoum niemals als Gleichgestellten w\u00fcrde behandeln k\u00f6nnen.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert ist, dass Lawrence sich \u00fcberhaupt auf Teile der arabischen Kultur \u2013 die Kleidung \u2013 und ihre Menschen einlie\u00df. Das Urteil, das Wilson f\u00e4llt, spricht daher eher f\u00fcr dessen eigene orientalistische Sichtweise, die es nicht zulassen kann, dass Lawrence sich auf Augenh\u00f6he mit einem Orientalen abgibt. In den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> schreibt Lawrence manchmal mit Humor \u00fcber die vermeintlichen Eigenschaften der Orientalen<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>, tats\u00e4chlich aber auch mit v\u00f6lliger Herablassung: \u201eSie waren ein geistig engbegrenztes Volk, dessen unentwickelte Verstandeskr\u00e4fte in sorglosem Gleichmut brachlagen.\u201c <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a>, aber ebenso oft romantisierend:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sonne war in prachtvollem Abendgl\u00fchen untergegangen; und nach dem Fest lagerte die ganze Gesellschaft drau\u00dfen um den Kaffeeherd unter dem glitzerndenden Sternenhimmel, w\u00e4hrend Auda und andere Geschichten erz\u00e4hlten. [\u2026] Alles grunzte vor Vergn\u00fcgen, jede Unterhaltung h\u00f6rte auf, und man streckte sich bequem auf dem Boden zurecht, das Kinn in die Hand gest\u00fctzt, um sich keine der Pointen der Geschichte, die man wohl an die zwanzigmal geh\u00f6rt hatte, entgehen zu lassen.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Darstellung ist meist nicht vordergr\u00fcndig abwertend, spiegelt aber immer das Bewusstsein der \u00dcberlegenheit. Sein Buch <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit <\/em>z\u00e4hlt heute zur Weltliteratur und die Kurzfassung <em>Aufstand in der W\u00fcste <\/em>war sowohl in England als auch in den USA ein Bestseller. Seine literarische Darstellung der Beduinen &#8211; untrennbar verbunden mit der Selbstinszenierung als Befreier des arabischen Volkes &#8211; hat das Bild der arabischen Nomaden bis heute wesentlich gepr\u00e4gt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">These are the pronouncements of someone writing within a conscious tradition, though the most readers of <em>Seven Pillars of Wisdom<\/em> are probably unaware of the fact. For a large part of the educated public the third chapter of <em>Seven Pillars of Wisdom<\/em>, fashioned by Lawrence with such rhetorical brillance, is the only source of \u00a0\u00a0 informed opinion on the character of the Arabs.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">E. Lawrence und der Aufstand der Araber<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher stand T. E. Lawrence, seine orientalistische Gesinnung gegen\u00fcber den Arabern und seine Darstellung derselben im Fokus der Betrachtung, nun soll der Blick auf den gr\u00f6\u00dferen Rahmen gerichtet werden, in dem Lawrence t\u00e4tig war: den Arabischen Aufstand.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon vor dem I. Weltkrieg war das ehemals m\u00e4chtige Osmanische Reich deutlich geschw\u00e4cht und hatte vor allem in Europa massive Gebietsverluste hinnehmen m\u00fcssen. Frankreich und England auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite konkurrierten um Einfluss im niedergehenden Osmanischen Reich, welches seinerseits enge Beziehungen zum Deutschen Reich pflegte. Innenpolitisch f\u00fchrte diese Entwicklung zu einer st\u00e4rkeren Fokussierung auf die arabischen Provinzen und zu einem Modernisierungsschub, der dem Machterhalt dienen sollte. Vielen Beduinen und damit auch dem Scherifen von Mekka, Husayn, waren Modernisierungsma\u00dfnahmen wie der Bau<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> und weitere Ausbau der Hedschasbahn von Medina nach Mekka ein Dorn im Auge:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem viele Beduinen waren dagegen, weil sie wirtschaftliche Einbu\u00dfen bef\u00fcrchteten \u2013 sei es, weil sie dann nicht mehr wie bisher Reit- und Laststiere an die Pilger vermieten konnten, sei es, weil ihnen dadurch die M\u00f6glichkeit genommen wurde, die Pilgerkarawanen gegebenenfalls zu \u00fcberfallen und auszupl\u00fcndern.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem f\u00fcrchtete Husayn um seine Unabh\u00e4ngigkeit (er teilte sich die Macht mit einem von Konstantinopel eingesetztem Statthalter), sollte die Hedschasbahn doch \u201eeine straffere Zentralregierung der ziemlich selbstst\u00e4ndigen Hedschasprovinz vom Bosporus aus erm\u00f6glichen [&#8230;]\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a>Auf die Initiative von Scherif Husayn kam es bereits 1912 zu einem ersten Kontakt zwischen dessen Sohn Abdallah und Lord Kitchener<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a>. Als die Lage sich 1914 zuspitzte und England bef\u00fcrchtete, dass das Osmanische Reich seine bisherige Neutralit\u00e4t ablegen w\u00fcrde, nahm Lord Kitchener im September Kontakt zum Scherifen von Mekka auf und garantierte den Arabern volle Unterst\u00fctzung bei Angriffen von au\u00dfen<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a>. Das Osmanische Reich, welches immer weiter unter Druck geriet und einen starken europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten suchte, unterzeichnete im August 1914 ein Geheimabkommen mit Berlin und trat im Oktober 1914 an der Seite der Mittelmeerm\u00e4chte in den I. Weltkrieg ein. Nachdem England im Nahen Osten in die Defensive geriet<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a>, setzte es auf die Unterst\u00fctzung des Scherifen und ging auf seinen Wunsch nach einem arabischen Reich unter seiner Herrschaft ein. Die Strategie dahinter war \u201e[&#8230;] das Osmanische Reich als B\u00fcndnispartner Deutschlands in diesem Krieg zu schlagen und anschlie\u00dfend aufzuteilen.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> In der Folge wurden in dem als McMahon-Korrespondenz<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> bekannten Briefwechsel und in dem sogenannten Sykes-Picot-Abkommen<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> die zuk\u00fcnftigen Grenzziehungen und Einflussgebiete in Absprache mit Frankreich festgelegt. Am 05. Juni 1916 begann auf Veranlassung Husayns die Arabische Revolte<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a>. Weil die Briten aber \u00fcber den Fortgang des Aufstandes im Unklaren waren, trat T. E. Lawrence am 21. Oktober im Auftrag des britischen Nahost-Beauftragten Ronald Storrs seine Reise zu Faisal<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> mit der Aufgabe an: \u201eein umfassendes Bild der Lage zu geben, und zwar im milit\u00e4rischen wie politischen Bereich.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> Fortan war Lawrence als Verbindungsoffizier im Arabischen Aufstand t\u00e4tig, lebte mit den Beduinen, war mehr oder weniger erfolgreich an der Sprengung von Bahngleisen sowie an der Eroberung von Wedsch, Akaba und letztendlich Damaskus beteiligt. Entschieden wurde der Krieg aber nicht von den aufst\u00e4ndischen Beduinen, sondern in dem von General Allenby<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> gef\u00fchrten symmetrischen Krieg in Arabien. Der I. Weltkrieg ver\u00e4nderte die Landkarte des Nahen Ostens vollst\u00e4ndig. Das Osmanische Reich wurde aus Arabien verdr\u00e4ngt und Engl\u00e4nder und Franzosen teilten die eroberten Gebiete untereinander auf, die zu Mandaten erkl\u00e4rt wurden.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Um diesen Krieg und die anschlie\u00dfende Etablierung der Macht zu rechtfertigen, brauchte man ein gutes Narrativ, welches bewusst konstruiert wurde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">This new discourse was constructed by the British government through a largely overlooked, but far-reaching, propaganda campaign designed to generate support for the war effort and Britain&#8217;s imperial move into the Near East.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Narrativ war von drei Motiven bestimmt, die unmittelbar miteinander verzahnt waren: das arabische Volk kann nur an seine ehemals ruhmreiche Vergangenheit ankn\u00fcpfen, wenn es \u2013 mit Hilfe der Briten (und Franzosen) &#8211; vom t\u00fcrkischen Despotismus befreit wird und so zur nationalen Selbstbestimmung findet. Despotismus, R\u00fcckst\u00e4ndigkeit sowie die glorifizierte Vergangenheit sind orientalistische Konzepte, die Said ausdr\u00fccklich benennt<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> und Asli Cirakman , Professorin an der Middle East Technology University in Ankara, auf die Darstellung der T\u00fcrken bezieht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">This depiction of despotism in Turkey established such an insurmountable structure that it simultaneously presented two different portraits-that of the Turks as stagnant and backward, and that of the European identity as very different and superior. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Osmanische Reich wurde in England von vielen Menschen mit dem Orient gleichgesetzt<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> und die Verankerung eines bereits vorhandenen negativen T\u00fcrkenbildes im kollektiven Bewusstsein war deshalb in zweierlei Hinsicht n\u00fctzlich. Es trennte das Stereotyp des Arabers, das fortan positiv besetzt war, von dem des T\u00fcrken und rechtfertigte ein Vorgehen gegen das Osmanische Reich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">To this end, Lloyd George instructed the new head of the Department of Information, John Buchan, in February 1917 to initate a propaganda campaign in Britain and across Allied and neutral Countries under the banner &#8218;The Turk Must Go&#8216;. This propaganda was to convey two principal messages: the immutable barbarism of the Turk and the illegitimate and destructive nature of his empire. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das vorgegebene (oder vorgegauktelte) Ziel der nationalen Selbstbestimmung war ein Zugest\u00e4ndnis an den amerikanischen Pr\u00e4sidenten Wilson, der eben dieses Recht auf Friedensverhandlungen nach dem Krieg zugrunde legte, und letztendlich Beweggrund daf\u00fcr, dass man von einer offenen Annexion der Gebiete absah:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">The British empire, or more accurately Great Britain, was repackaged as the foremost agent of national self-determination. Although this narrative drew on longstanding ideas of imperial trusteeship, it constituted a new defintion of Britain&#8217;s mission in the world, [&#8230;]<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie tief Lawrence in den politischen Diskurs verstrickt ist, zeigt sich in den in den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit,<\/em> denn alle genannten Motive tauchen dort auf: die T\u00fcrkenfeindlichkeit, die Darstellung der Araber als einstmals gro\u00dfen Volkes &#8211; welches durch die Befreiung wieder gro\u00df werden kann &#8211; und ebenso der Gedanke des Nationalismus. Allerdings l\u00e4sst das folgende Zitat erkennen, dass Lawrence genau wusste, dass der arabische Begriff von Nation ein anderer war als der britische:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die semitische Idee des Nationalismus hie\u00df: Unabh\u00e4ngigkeit der Clans und D\u00f6rfer, und ihr Ideal der nationalen Einheit war nur der vor\u00fcbergehende Zusammenschluss gegen den Eindringling. Aufbauende Politik, staatliche Organisation, ein umfassendes Reich waren nicht so sehr au\u00dferhalb ihrer Sicht, als hassenswert an sich.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence Rolle in dem Aufstand ist indes umstritten. Er selbst stilisiert sich in den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> zum Kopf der Revolte, der \u2013 um ein Beispiel zu nennen &#8211; die Idee zur Eroberung Akabas entwickelte.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> Dies best\u00e4tigt Jeremy Wilson in seiner Lawrence-Biographie<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a>, w\u00e4hrend Konrad Morsey darauf hin- weist, dass die Aktenlage auf keinen Plan Akaba zu erobern schlie\u00dfen l\u00e4sst, sondern \u201e[&#8230;], da\u00df den Arabern, [\u2026], die restlichen Posten an der Stra\u00dfe nach Akaba mehr oder weniger widerstandslos in die H\u00e4nde fielen und Akaba selbst schlie\u00dflich verlassen vorfanden.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a>Thorau stellt denn auch fest, dass Lawrence Rolle \u2013 gerade vor dem Hintergrund, dass der eigentliche Krieg von regul\u00e4ren Truppen gef\u00fchrt wurde \u2013 eher unbedeutend war.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> Morsey zieht einen anderen Schluss: \u201eDiese zeitgen\u00f6ssischen Quellen beweisen, da\u00df Lawrence im arabischen Aufstand, ganz unabh\u00e4ngig von der Bedeutung, die man der Revolte ansonsten beimessen mag, eine Ausnahmeerscheinung gewesen ist.\u201c <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> Im \u00f6ffentlichen Bewusstsein jedoch ist der Aufstand bis heute als Unabh\u00e4ngigkeitskampf eines von den T\u00fcrken unterjochten Volkes, die sich ohne Hilfe einer fremden Nation nicht h\u00e4tten befreien k\u00f6nnen, verankert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence von Arabien in der filmischen Rezeption<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher wurde aufgezeigt, dass T. E. Lawrence selbst dazu beigetragen hat ein romantisches Bild der Beduinen zu konstituieren und wie bewusst von der britischen Regierung zur Zeit des I. Weltkrieges ein Narrativ zur Rechtfertigung des Krieges in Arabien komponiert wurde. Nun soll in den Blick genommen werden, wie aus der Erz\u00e4hlung ein Mythos wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lowell Thomas, ein amerikanischer Journalist, der Lawrence 1918 in Akaba kennengelernt und Film- und Fotoaufnahmen von ihm gemacht hatte, wollte nach dem Krieg Profit aus dem Material schlagen und konzipierte eine Vortragsreihe, die zun\u00e4chst in den USA aufgef\u00fchrt, in London ein Riesenerfolg<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a> wurde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es waren indes nicht allein die Art der Auff\u00fchrung und das Genre, die begeisterten, sondern auch die Protagonisten \u2013 die wilden, b\u00e4rtigen Beduinen, verschleierte Araberinnen und der siegreiche General Allenby, der Jerusalem erobert hatte. Vor allem aber hatte es dem Publikum ein junger englischer Offizier angetan, der sich wie ein braver \u00a0Robin Hood zum Verteidiger der von den b\u00f6sen T\u00fcrken unterdr\u00fcckten Araber auschwang.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas nimmt die Narration auf und formt sie so um, dass sie durch Licht, Technik und Kost\u00fcme zur Unterhaltung wird und erschafft aus der historischen Figur T. E. Lawrence die &#8218;mythische&#8216; Heldenfigur Lawrence von Arabien: \u201eDer Mythos bedarf einerseits eines Objektes, eines Themas, andererseits der Bereitschaft einer Soziet\u00e4t, mit diesem Objekt in projektiver Weise umzugehen.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a> Die Soziet\u00e4t ist in diesem Fall das Publikum, das sich nach dem Krieg gerne in die exotische Welt des Orients entf\u00fchren l\u00e4sst. Der mythische Held Lawrence braucht aber nicht nur das Publikum \u2013 er braucht auch die \u201ewilden, b\u00e4rtigen Beduinen\u201c, die es lohnt zu befreien. Lawrence selber steht der Show ambivalent gegen\u00fcber. Einerseits besucht er sie heimlich, um sich im Anschluss \u00fcber Lowell Thomas zu entr\u00fcsten und sich angewidert zu zeigen ob der Darstellung seiner Person.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> Andererseits unterst\u00fctzt er Thomas und tr\u00e4gt auf diese Weise zur Mystifizierung seiner Person und der Geschichte des Arabischen Aufstandes bei:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Zusammenhang geh\u00f6rt auch, da\u00df Lawrence sich von Thomas&#8216; Kameraman Chase immer wieder photographieren lie\u00df. Er posierte dabei in verschiedenen Gew\u00e4ndern und mit unterschiedlichen Accessoires, um auf den Aufnahmen einen m\u00f6glichst authentischen-arabischen Eindruck zu vermitteln. [\u2026] Indem Lawrence so bereitwillig in die Rolle eines \u201eF\u00fcrsten von Mekka\u201c schl\u00fcpfte, muss er das sehr wohl im Wissen um die zu erwartende Faszination auf die \u00d6ffentlichkeit getan haben. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vermutlich w\u00e4re die Show von Lowell Thomas heute nahezu vergessen und auch das Buch <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> nur noch einem kleinen interessierten Kreis von Lesern bekannt, w\u00e4re die Geschichte des Arabischen Aufstandes mit T. E. Lawrence als zentraler Figur nicht von David Lean<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> verfilmt worden. 1962 erschien das gro\u00dfe Leinwandepos <em>Lawrence von Arabien<\/em> in den Kinos. Der Film wurde vielfach ausgezeichnet \u2013 u. a. mit sieben Oscars und vier Golden Globes &#8211; und wird heute noch als Meilenstein der Kinogeschichte gesehen: auf der aktuellen Liste des Amerikanischen Filminstituts ist er auf Platz eins der zehn besten Leinwandepen.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a> An dieser Stelle sei nur eine Filmkritik beispeilhaft zitiert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist das Epos schlechthin. Ein Werk der Superlative. Eine meisterliche Leistung seinesgleichen. Die gro\u00dfspurige Rede ist vom abenteuerlichen W\u00fcstenklassiker \u201eLawrence von Arabien\u201c. Ein mit Huldigungen \u00fcberh\u00e4ufter Meilenstein seines Genres. <a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Film arbeitet mit Pathos und gro\u00dfen Bildern, die von der W\u00fcste und den Beduinen dominiert werden, und gibt vor ein historisches Ereignis auf der Grundlage der <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> zu erz\u00e4hlen. Die Frage, ob <em>Lawrence von Arabien<\/em> ein historischer Spielfilm ist, beantwortet der Historiker Hans Henning Hain folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein historischer Spielfilm definiert sich vor allem dadurch, dass seine Handlung in der Vergangenheit spielt, also vorgibt, vergangenes Geschehen als fiktionale Darstellung wiederzugeben, und gerade dadurch Geschichtsbilder produziert. [\u2026] Nicht die faktische Richtigkeit in den Details bestimmt dar\u00fcber, ob ein Film ein historischer Spielfilm ist, sondern ob er Geschichtsbilder produziert, best\u00e4tigt oder ver\u00e4ndert. Lawrence of Arabia ist zweifellos ein historischer Spielfilm, [&#8230;].<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Film nimmt die bisherige Narration auf und bedient sich aller bisher genannten Motive: das arabische Volk kann nur an seine ehemals ruhmreiche Vergangenheit ankn\u00fcpfen, wenn es \u2013 mit Hilfe der Briten (und Franzosen) &#8211; vom t\u00fcrkischen Despotismus befreit wird und so zur nationalen Selbstbestimmung findet (s.o.), erweitert um die zentrale Rolle des Helden &#8218;Lawrence von Arabien&#8216;.\u201eDer Film lebt u. a. von der Spannung: wilde Beduinen \u2013 zivilisierte Europ\u00e4er. Die Funktion dieser Konstruktion f\u00fcr die Selbstversicherung des westlich-europ\u00e4ischen Autostereotyps liegt auf der Hand.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a> Die Dichotomie Beduinen vs. Europ\u00e4er entspricht der von Orient und Okzident, wie sie von Said diagnostiziert wurde (s.o.). Immer wieder wird dies im Film thematisiert und besonders hervorgehoben wie beispielsweise in der Szene am Mastura-Brunnen, als Lawrence meint den stolzen Scherifen Ali belehren zu m\u00fcssen<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a>. Lean geht aber noch dar\u00fcber hinaus und stellt Lawrence als den &#8218;besseren&#8216; Beduinen dar:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel eindringlicher als das Buch beschreibt Lean in \u201eLawrence von Arabien\u201c, wie sich der Protagonist den Beduinen \u00fcberlegen zeigt. Selbst die z\u00f6gern, die schreckliche Nefud [W\u00fcste in Arabien; Anm. J. L.] zu durchqueren. Doch das Beispiel des \u201eInglis\u201c rei\u00dft sie mit. Und dann \u00fcberh\u00f6ht Lean das Ganze: Nachdem man diesen \u201eGlutofen der Sonne\u201c durchlitten hat, reitet Lawrence zur\u00fcck, um einen vom Kamel gest\u00fcrzten Gef\u00e4hrten zu retten.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Faisal die gro\u00dfe Vergangenheit seines Volkes bei seinem ersten Gespr\u00e4ch mit Lawrence beschw\u00f6rt<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a>, impliziert das auch, dass das Volk jetzt klein ist (weil es von den T\u00fcrken unterjocht wird) und dass es wieder gro\u00df werden m\u00f6chte. Dies kann es aber nur mit Unterst\u00fctzung der Engl\u00e4nder werden. Am Ende des Films jedoch, als die Araber Damaskus vor den Engl\u00e4ndern eingenommen haben<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a>, ergibt sich die Chance wieder gro\u00df zu werden. Das Filmende ist jedoch ein anderes. Dargestellt wird, dass die Beduinen nicht in der Lage sind die Verwaltung der Stadt zu \u00fcbernehmen. Damaskus versinkt im Chaos<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a> und so \u201ebekommt das Beduinen-Stereotyp eine politische Dimension, indem es angereichert wird mit dem Stereotyp der staats- und modernisierungsunf\u00e4higen Barbaren.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das Motiv der Ahnungslosigkeit und Skepsis gegen\u00fcber moderner Technik taucht mehrfach auf und imaginiert die Dichotomie von Beduinen und Europ\u00e4ern: Faisal sitzt stolz auf seinem Pferd und ruft sein Volk mit gez\u00fccktem Schwert auf zu k\u00e4mpfen, als sein Lager von Flugzeugen angegriffen wird<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a>, Auda<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a> hat Angst, von dem Journalisten Bentley<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a> fotografiert zu werden<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a> und freut sich \u00fcber eine gro\u00dfe Uhr, die er beim Pl\u00fcndern eines Zuges erbeutet hat.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a> Diese Haltung gegen\u00fcber Technik wirkt nicht nur r\u00fcckst\u00e4ndig und naiv &#8211; eines der orientalistischen Konzepte Saids \u2013 sondern erzeugt auch einen romantischen Effekt. Die R\u00fcckst\u00e4ndigkeit repr\u00e4sentiert gleichzeitig die Urspr\u00fcnglichkeit der Beduinen, die beim westlichen Zuschauer Bilder eines einfacheren, gl\u00fccklicheren Lebens als das in der modernen Welt erzeugt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Romantisierung au\u00dfereurop\u00e4ischer, &#8218;primitiver&#8216; Kulturen und Lebensformen, wie sie in den Beduinenbeschreibungen zum Ausdruck kommt, folgt zweifellos dem Muster des immer schon zur europ\u00e4ischen Zivilisationskritik geh\u00f6renden Topos des &#8218;edlen Wilden&#8216;.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle bietet sich ein Vergleich zu Karl May an, der genau mit diesem Topos arbeitet: \u201eEs geh\u00f6rt zu den bereits analysierten Spezifika deutschen Orientalisierens, dass Wild-West- und W\u00fcstenabenteuer miteinander korrespondierten.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a> Auch Karl May arbeitet mit dem &#8218;edlen Wilden&#8216; (Winnetou) und dem &#8218;besseren&#8216; Indigenen (Old Shatterhand): gerade Auda bietet ein gutes Bild des &#8218;edlen Wilden&#8216;, w\u00e4hrend man bei Faisal fast von einer &#8218;Selbstorientalisierung&#8216; sprechen kann, denn er wird als geschickter Taktiker gezeigt, der mit allen &#8218;westlichen&#8216; Winkelz\u00fcgen der Politik vertraut ist.<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a> Trotz aller g\u00e4ngigen Orientalismen und Stereotype hat der Film kritische Bez\u00fcge und stellt den Imperialismus gerade an den Stellen in Frage, wo der britische Verrat an den Arabern, denen man eine Nation versprochen hatte, thematisiert wird. Auch die Darstellung von Lawrence als zutiefst gespaltener Figur, der zwischen den Kulturen zerrieben wird, bricht das Narrativ:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie romantische Konstruktion einer heroischen beduinischen M\u00e4nnlichkeit lie\u00df die W\u00fcstenabenteurer zunehmend auf Distanz zum Bestreben ihrer europ\u00e4sichen Heimatl\u00e4nder treten, die letzten scheinbar archaischen Welten zu unterwerfen und damit zu zerst\u00f6ren \u2013 eine Position, die sich als &#8218;romantischer Antikolonialismus&#8216; charakterisieren l\u00e4sst und mit ethischer Kritik an kolonialen Herrschaftsverh\u00e4ltnissen nur bedingt einherging.\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1962 gedreht, spiegelt der Film einerseits die beginnende Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus wider, aber auf der anderen Seite ist er noch so im kolonialen Diskurs verhaftet, dass er ohne orientalistische Bilder und Stereotype nicht auskommt. Die Sympathie des Zuschauers ist letztendlich bei den Beduinen und bei der zerrissenen Heldenfigur des Lawrence von Arabien und ohne diese Sympathie wird weder der Mythos noch das Beduinenbild validiert und transportiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Fazit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachtet man das Narrativ des Arabischen Aufstandes aus der Vogelperspektive, so sieht man, dass es sich wie ein Schneeball unaufhaltsam entwickelt hat und immer &#8218;gr\u00f6\u00dfer&#8216; geworden ist. T. E. Lawrence selber ist durch den kulturellen und politischen Diskurs seiner Zeit gepr\u00e4gt und transportiert diese Pr\u00e4gung durch sein Buch <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>. Die britische Regierung komponiert aus orientalistischen Bildern und dem politischen Diskurs der Zeit eine Geschichte, die den Krieg in Arabien rechtfertigt. Der Film &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; romantisiert den Helden des Films, eben Lawrence, die Beduinen und damit schlussendlich auch den Krieg. Geblieben sind die anfangs beschriebenen Bilder von der W\u00fcste, der Sonne, von einem strahlenden Helden in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern und von freiheitsliebenden Beduinen. Dieses Narrativ funktioniert, weil es n\u00fctzlich ist: es n\u00fctzt allen, die es konstruieren, aber auch allen, die daran glauben. Das &#8218;Empire&#8216; kann sein Einflussgebiet vergr\u00f6\u00dfern, T. E. Lawrence kann sich zum Helden stilisieren und an einem erfolgreichen Film l\u00e4sst sich nicht nur gut verdienen, auch die Akteure des Films tragen einen pers\u00f6nlichen Erfolg davon. Und der Zuschauer f\u00fchlt sich als Teil der Welt, der den freiheitsliebenden Beduinen &#8218;geholfen&#8216; hat. Risse in der Geschichte, wie die des gebrochenen Helden, der unter dem Verrat leidet, scheinen die Attraktivit\u00e4t der Erz\u00e4hlung noch zu erh\u00f6hen. Das System ist in sich geschlossen, weil jeder Akteur, jeder Teil sich gegenseitig bedingt und st\u00fctzt. So braucht beispielsweise der Held die Beduinen und die Beduinen den Helden, aber auch Held und Zuschauer bedingen sich gegenseitig. Insofern wird nicht nur die Orientalismus-These von Said durch das Narrativ best\u00e4tigt, sondern auch die Macht der &#8218;kulturellen Hegemonie&#8216; nach Gramsci wird evident.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Aspekte dieses umfangreichen und interessanten Themas lie\u00dfen sich noch untersuchen. Anbieten w\u00fcrde es sich den Blick intensiver auf T. E. Lawrence zu richten und seine innere Zerrissenheit oder seine Rolle in dem Arabischen Aufstand noch st\u00e4rker zu analysieren. Spannend w\u00e4re es auch die Beduinen in den Fokus zu nehmen und zu untersuchen wie der Arabische Aufstand sich aus ihrer Perspektive darstellt und wie das Leben der Beduinen jenseits aller romantischen Verkl\u00e4rung aussieht. Auch dem Begriff des &#8218;Romantischen&#8216; h\u00e4tte man sich nach J\u00fcrgen Osterhammel n\u00e4hern k\u00f6nnen, der &#8218;romantische Missverst\u00e4ndnisse&#8216; \u201enicht erst im situativen Handlungsvollzug, sondern bereits in den Tiefenkodierungen der einzelnen Kulturen\u201c<a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a> sieht. Diese Ans\u00e4tze weiter zu verfolgen, w\u00fcrde den Rahmen des Essays allerdings sprengen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/10\/Lawrence.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-70890 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/10\/Lawrence-233x300.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/10\/Lawrence-233x300.jpg 233w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/10\/Lawrence-260x335.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/10\/Lawrence-160x206.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/10\/Lawrence.jpg 522w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Obwohl die englische Originalversion schon 1989 wieder vervollst\u00e4ndigt und restauriert auf den Markt kam, konnte die deutsche Version des Films in voller L\u00e4nge erst im Jahr 2001 als DVD erworben werden, allerdings waren die neu eingef\u00fcgten Szenen nur mit deutschen Untertiteln\u00a0versehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Literaturverzeichnis<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong> Quellen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Garnett, David (Hg.): <em>The Letters of T. E. Lawrence of Arabia<\/em> (1938), Nachdruck London: Spring Books 1964.<\/li>\n<li>Lawrence, Thomas Edward : <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>. Berlin : Ullstein 2019.<\/li>\n<li>Lawrence von Arabien. Regie: David Lean. Drehbuch: Robert Bold \/ Michael Wilson. GB: Columbia Pictures 1962. DVD (Award Winner Collection) 2008. 16:9 Widescreen. DVD 1: TC 0:00:01- 2.13.46\/DVD 2 TC 0:00:01- 1.25.01.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Literatur<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Bates, Thomas R.: Gramsci and the Theory of Hegemony. In: <em>Journal of the History of Ideas,<\/em> 36, No. 2, Apr. &#8211; Jun. 1975, pp. 351-366.<\/li>\n<li>Cirakman, A.: From Tyranny to Despotism: The Enlightenment&#8217;s Unenlightened Image of the Turks<em>. <\/em>In: <em>International Journal of Middle East Studies<\/em>, Vol. 33, No. 1 (Feb., 2001), pp. 49-68.<\/li>\n<li>Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos.Begleitband zur Sonderausstellung \u201eLawrence von Arabien\u201c. In: Dies. (Hg.): <em>Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch, <\/em>Heft 78. Nieders\u00e4chsisches Landesmuseum, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenbourg. Mainz am Rhein : Verlag Philipp von Zabern 2011.<\/li>\n<li>Hain, H.H.: Lawrence of Arabia \u2013 ein Mythos auf Zelluloid und die Geschichte. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos. Begleitband zur Sonderausstellung \u201eLawrence von Arabien\u201c. In: Dies. (Hg.): <em>Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch, <\/em>Heft 78. Nieders\u00e4chsisches Landesmuseum, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenbourg. Mainz am Rhein : Verlag Philipp von Zabern 2011.<\/li>\n<li>Hoffmann, D.: Die Genese des Mythos Lawrence von Arabien. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos. Begleitband zur Sonderausstellung \u201eLawrence von Arabien\u201c. In: Dies. (Hg.): <em>Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch, <\/em>Heft 78. Nieders\u00e4chsisches Landesmuseum, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenbourg. Mainz am Rhein : Verlag Philipp von Zabern 2011.<\/li>\n<li>Hogarth, D. G. <em>The penetration of Arabia, A Record of the Development of Western Knowledge Concerning the Arabian Peninsula. <\/em>Cambrige: Cambridge University Press 2011.<\/li>\n<li>Kramer, Thomas: <em>Der Orient-Komplex. Das Nahost-Bild in Geschichte und Gegenwart.<\/em>Ostfildern :Thorbecke 2009.<\/li>\n<li>Morsey, Konrad: T.E. Lawrence und der arabische Aufstand 1916\/18. In: <em>Studien zur Milit\u00e4rgeschichte, Milit\u00e4rwissenschaft und Konfliktsforschung<\/em>, Bd. 7. Osnabr\u00fcck : Biblio Verlag 1976.<\/li>\n<li>Osterhammel, J\u00fcrgen: Edward W. Said und die \u201eOrientalismus\u201c-Debatte. Ein R\u00fcckblick. In: <em>asien afrika lateinamerika<\/em> 25 (1997a), S. 597-607.<\/li>\n<li>Osterhammel, J\u00fcrgen: Wissen als Macht: Deutungen interkulturellen Nichtverstehens bei Tzvetan Todorov und Edward Said. In: Eva-Maria Auch\/Stig F\u00f6rster (Hg.): \u201e<em>Barbaren\u201c und \u201ewei\u00dfe Teufel\u201c: Kulturkonflikte und Imperialismus in Asien vom 18. bis zum 20.<\/em> <em>Jahrhundert<\/em>, Paderborn (1997b), S. 145-170.<\/li>\n<li>Renton, James: Changing Languages of Empire and Orient: Britain and the Invention of the Middle East, 1917-1918. In: <em>The Historical Journal,<\/em> 50, No. 3 (Sep. 2007), pp. 645-667.<\/li>\n<li>Said, Edward: <em>Orientalismus<\/em>. 6. Aufl., Frankfurt a. M.: Fischer 2019.<\/li>\n<li>Tidrick, Kathryn.: <em>Heart Beguiling Araby, The English romance with Arabia<\/em>. London\/New York : TTP 2010.<\/li>\n<li>Thorau, Peter: <em>Lawrence von Arabien. Ein Mann und seine Zeit<\/em>. M\u00fcnchen : C.H. Beck 2010.<\/li>\n<li>Thoreau, P.: Nur Nadelstiche in der W\u00fcste? T. E. Lawrence und die Arabische Revolte in: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos. Begleitband zur Sonderausstellung \u201eLawrence von Arabien\u201c. In: Dies. (Hg.): <em>Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch, <\/em>Heft 78. Nieders\u00e4chsisches Landesmuseum, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenbourg. Mainz am Rhein : Verlag Philipp von Zabern 2011.<\/li>\n<li>Wiedemann, Felix: M\u00e4nnlichkeitskult und romantischer Antikolonialismus im europ\u00e4ischen Beduinenbild des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert.In: <em>Ariadne: Forum f\u00fcr Frauen- und Geschlechtergeschichte<\/em> 2009, Nr. 56, 62-67. (<a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.25595\/1388\">http:\/\/dx.doi.org\/10.25595\/1388<\/a>, letzter Abruf: 11.10.2020).<\/li>\n<li>Wilson, Jeremy: <em>Lawrence von Arabien<\/em>. M\u00fcnchen: List 1999.<\/li>\n<li>Ziad, Elmarsafy: Edward W. Said: Worldliness and Performance. In Soci\u00e9t\u00e9s &amp; Repr\u00e9sentations, 2014\/1 (No 37), p. 53-67. (<a href=\"https:\/\/www.cairn.info\/journal-societes-et-representations-2014-1-page-53.htm\">https:\/\/www.cairn.info\/journal-societes-et-representations-2014-1-page-53.htm<\/a>, letzter Abruf: 09.10.2020).<\/li>\n<\/ul>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Internetseiten<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.listchallenges.com\/american-film-institute-top-10-epic-movies\">https:\/\/www.listchallenges.com\/american-film-institute-top-10-epic-movies<\/a>, abgerufen am 10.10.2020<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/4749\/kritik.html\">http:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/4749\/kritik.html<\/a>, abgerufen am 11.10.2020<a name=\"_Toc35617618\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Peter O&#8216; Toole (1932-2013), war ein irischer Schauspieler, der in \u00fcber neunzig Fernseh- und Filmproduktionen zu sehen war. Lawrence von Arabien war die Rolle seines Lebens. Er wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, u. a. bekam er acht Oskarnominierungen, vier Golden Globes, ein Emmy und 2003 den Ehrenoskar f\u00fcr sein Lebenswerk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Lawrence, T. E., <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>, S. 333f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> T. E. Lawrence k\u00e4mpfte im Wesentlichen mit Beduinen, sesshafte Araber werden in den <em>Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em> nur am Rande erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Napoleon nahm auf seinen \u00c4gyptenfeldzug eine gro\u00dfe Gruppe unterschiedlichster Wissenschaftler mit \u2013 die &#8218;Commission des sciences et des arts&#8216;, die das Land wissenschaftlich erforschen sollten. Die Ergebnisse wurden schriftlich in der &#8218;Description de l&#8217;\u00c9gypte&#8216; festgehalten. Dies war der Beginn der modernen \u00c4gyptologie und nach E. Said der Beginn des modernen Orientalismus: Vgl. Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 33, 56, 407.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Said nutzt den Diskursbegriff in Anlehnung an Foucault und seine Diskurstheorie. In einem Punkt unterscheidet sich Said allerdings, im Gegensatz zu Foucault bezieht Said individuelle Autoren in seine Analyse ein: Vgl. Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 34: \u201eDoch im Unterschied zu Michel Foucault, dessen Werk ich sehr viel verdanke, glaube ich an den pr\u00e4genden Einfluss einzelner Schriftsteller auf den ansonsten anonymen kollektiven Fundes von Texten, die eine Diskursformation wie jene des Orientalismus begr\u00fcnden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 11f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Said kritisiert den Begriffskomplex &#8218;Wesen des Orients&#8216;. Vgl. Osterhammel, J.: Edward Said und die Orientalismus-Debatte, S. 600: \u201eDer orientalistische Diskurs beruht [\u2026] auf der Vorstellung, es gebe ein zeitloses \u201eWesen\u201c des Orients, das ihn von Europa unterscheide. [\u2026] Dieses verdinglichende Substanzdenken, oft auch als \u201eEssentialismus\u201c bezeichnet, schlie\u00dfe, so Said, von vorneherein die Wahrnehmung m\u00f6glicher \u00c4hnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen den Zivilisationen aus.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 32. Said geht in seinem Werk &#8218;Orientalismus&#8216; auf unz\u00e4hlige Autoren ein, wie beispielsweise Richard Burton, Karl Marx, Edward William Lane, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schlegel, William Shakespeare und viele mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Antonio Gramsci (1891-1937), f\u00fchrender marxistischer Theoretiker Italiens, begr\u00fcndete die Theorie der &#8218;kulturelle Hegemonie&#8216;. Vgl. Bates, Thomas R.: Gamsci and the theory of hegmony. p. 351: \u201eThe basic premise of the theory of hegemony is one with which few would disagree: that man is not ruled by force alone, but also by ideas.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S.15f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd., S.16.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 255f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Ebd., S. 262.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl.: Ziad, E.: Edward W. Said: Worldliness and Performance, pp. 53-67.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Garnett, D.: (Hg.), <em>The Letters of T. E. Lawrence of Arabia (1938)<\/em>, S. 244.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 263.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> F\u00fcr Said tr\u00e4gt die pers\u00f6nliche Erfahrung nicht dazu bei, dass die Genannten ihre Verstrickung im diskursiven Netz des Orientalismus erkennen, eher im Gegenteil. Vgl. Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 256: \u201eSie alle (Gertrude Bell, T. E. Lawrence und St. John Philby Anm.J.L.) setzten den Orient mit ihren direkten, eigent\u00fcmlichen Erlebnissen gleich, [\u2026].\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Richard Burton (1821-1890) reiste als muslimischer Pilger nach Mekka und Medina. Seine Erlebnisse fasste er in dem Reisebericht \u201ePersonal narrative of a pilgrimage to El Medinah and Meccah \u201e (London 1855) zusammen. Said geht vielfach auf Burton ein: Vgl.: Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, passim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Charles Montagu Doughty (1843-1926), Schriftsteller und Forschungsreisender, bereiste1876 und 1878 Mittel- und Nordarabien. Seine Forschungsergebnisse hielt er in dem zweib\u00e4ndigen Werk \u201eTravels in Arabia Deserta\u201c (Cambridge 1888) fest. Said geht mehrfach auf Doughty ein: Vgl.: Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S.120, passim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Tidrick, K.: <em>Heart Beguiling Araby, The English romance with Arabia<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Hogarth, D. G. <em>The penetration of Arabia, A Record of the Development of Western Knowledge Concerning the Arabian Peninsula.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Das arabische B\u00fcro war von 1916 -1920 eine Unterabteilung des Kairoer Geheimdienstes und zust\u00e4ndig f\u00fcr die Sammlung und Verbreitung von Propaganda und geheimdienstlichen Nachrichten \u00fcber den Nahen Osten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 255.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Doughty r\u00e4t Lawrence von der Reise zu der Jahreszeit wegen der zu gro\u00dfen Hitze ab, aber Lawrence l\u00e4sst sich nicht davon abbringen. Zur Vorbereitung auf die Reise, auf der er Kreuzfahrerburgen besichtigte, arbeitete er sich durch Doughtys Reisebericht \u201eTravels in Arabia\u201c. Vgl. Thoureau, P.: <em>Lawrence von Arabien, ein Mann und seine Zeit<\/em>, S.29f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Tidrick, K.: <em>Heart Beguiling Araby. The Englisch romance with Arabia<\/em>, S. 164.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Wilson, J.: <em>Lawrence von Arabien, Die Biographie<\/em>, S. 120.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Vgl. Lawrence, T. E.: <em>Die sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>, S. 306 ff: \u201eWir waren in der Tat dieses Wadi Sirhan \u00fcberdr\u00fcssig, [\u2026], wo wir uns Medizinen verschaffen und die Krankheit nachdr\u00fccklich bek\u00e4mpfen k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Ebd., S. 13.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Ebd., S. 328.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Tidrick, K.: <em>Heart beguiling Araby. The english romance with Arabia.,<\/em> S. 174.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> P. Thorau weist darauf hin, dass es eher ein Aufstand der Beduinen war als der Araber, weil diese ma\u00dfgeblich beteiligt waren. Vgl.: Thoreau, P.: Nur Nadelstiche in der W\u00fcste? T. E. Lawrence und die Arabische Revolte in: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S.177f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Die Bahn von Damaskus nach Medina \u00fcber eine Strecke von 1300 Kilometern ist 1908 fertiggestellt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Thoreau, P.: Nur Nadelstiche in der W\u00fcste? T. E. Lawrence und die Arabische Revolte in: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S.175<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Morsey, K.: <em>T. E. Lawrence und der arabische Aufstand<\/em>, S. 55.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Lord Kitchener (1850-1916) war britischer Feldmarschall und Politiker. Vor dem 1. Weltkrieg war er Hochkommissar f\u00fcr \u00c4gypten. Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde er Kriegsminister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. Morsey, K.: <em>T. E. Lawrence und der arabische Aufstand<\/em>, S. 56f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> England verlor die Schlacht um die Dardanellen und der Vormarsch im Nahen Osten wurde durch die Niederlage bei Kut al&#8216; Amara gestoppt. Vgl.: Thoreau, P.: <em>Lawrence von Arabien, Ein Mann und seine Zeit,<\/em> S. 74.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Thoreau, P.: <em>Lawrence von Arabien, Ein Mann und seine Zeit<\/em>, S. 127.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Die Husayn-McMahon\u2013Korrespondenz war ein Briefwechsel zwischen dem Hochkommissar f\u00fcr \u00c4gypten und Scherif Husayn, der f\u00fcr die Zeit nach dem Krieg einen unabh\u00e4ngigen arabischen Staat forderte und das Einverst\u00e4ndnis zur Gr\u00fcndung eines Kalifats. Der Briefwechsel war wegen McMahons unklaren Aussagen bez\u00fcglich der territorialen Aufteilung umstritten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Das Sykes-Picot-Abkommen, geschlossen am 16. Mai 1916, war ein geheimes Abkommen zwischen England und Frankreich \u00fcber die Aufteilung der Gebiete des Nahen Ostens nach dem I. Weltkrieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Vgl. Morsey, K.: <em>T. E. Lawrence und der arabische Aufstand<\/em>, S. 84: \u201eAls die Truppen nun Anfang Juni 1916 in Medina eintrafen, glaubte Hussein irrt\u00fcmerlicherweise, die T\u00fcrken h\u00e4tten von seiner Kontaktaufnahme zu Engl\u00e4ndern Kenntnis erhalten und das Truppenaufgebot sei gegen ihn gerichtet.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Faisal (1883-1933), Sohn Husayns, des Scherifen von Mekka, war milit\u00e4rischer Anf\u00fchrer des Arabischen Aufstandes. Nach dem Krieg wurde er zun\u00e4chst K\u00f6nig von Syrien (1920) und sp\u00e4ter K\u00f6nig des Irak (1921-1933).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Morsey, K.: <em>T. E. Lawrence und der arabische Aufstand<\/em>, S. 118.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Edmund Allenby (1861-1936), britischer Feldmarschall, war im I. Weltkrieg Kommandeur der alliierten Truppen auf dem Sinai und in Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Mit dem Vertrag von S\u00e8vres vom 10. August 1920 erhielt Gro\u00dfbritannien das Mandat \u00fcber den Irak, Jordanien und Pal\u00e4stina, Frankreich \u00fcber Syrien und den Libanon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Renton, J.: Changing Languages of Empire and the Orient: Britain and the Invention of the Middle East, 1917-1918, S. 646.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Vgl.Said, E.: <em>Orientalismus<\/em>, S. 235, 236f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Cirakman, A.: From Tyranny to Despotism: The Enlightenment&#8217;s Unenlightened Image of the Turks, S. 17.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Vgl. Renton, J.: Changing Languages of Empire and the Orient: Britain and the Invention of the Middle East, 1917-1918, S. 648.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Ebd., S. 648.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Vgl. Renton, J.: Changing Languages of Empire and the Orient: Britain and the Invention of the Middle East, 1917-1918, S. 653.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> T. E. Lawrence: <em>Die Sieben S\u00e4ulen der Weisheit<\/em>, S. 94.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Vgl. Ebd.: S. 260f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Wilson, J.: <em>Lawrence von Arabien, Die Biographie<\/em>, S. 286.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Morsey, K.: <em>T. E. Lawrence und der arabische Aufstand<\/em>, S. 186.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Vgl.: Thoureau, P.: <em>Lawrence von Arabien, ein Mann und seine Zeit<\/em>, S. 135.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Morsey, K.: <em>T. E. Lawrence und der arabische Aufstand<\/em>, S. 272.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Vgl. Wilson, J.: <em>Lawrence von Arabien, eine Biographie<\/em>, S. 475: \u201eNach \u00fcber vier Monaten in London ging Thomas mit seiner Vortragsreihe auf Tournee durch die Provinzen und sp\u00e4ter durch das ganze britische Reich. In den darauffolgenden Jahren lauschten \u00fcber vier Millionen Menschen seiner epischen Schilderung von Lawrence&#8216; Abenteuern in Arabien.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Thoreau, P.: <em>Lawrence von Arabien, Ein Mann und seine Zeit<\/em>, S. 179.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Hoffmann, D.: Die Genese des Mythos Lawrence von Arabien. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S. 39.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Vgl. Wilson, J.: <em>Lawrence von Arabien, Eine Biographie<\/em>, S. 472ff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Thoreau, P.: <em>Lawrence von Arabien, Ein Mann und seine Zeit<\/em>, S. 179.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> David Lean (1908-1991), britischer Filmregisseur, der u.a. durch seine Filme <em>Die Br\u00fccke am Kwai<\/em> (1957) und <em>Doktor Schiwago<\/em> (1965) bekannt geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.listchallenges.com\/american-film-institute-top-10-epic-movies\">https:\/\/www.listchallenges.com\/american-film-institute-top-10-epic-movies<\/a>, abgerufen am 10.10.2020.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/4749\/kritik.html\">http:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/4749\/kritik.html<\/a>, abgerufen am 11.10.2020.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Hain, H.H.: Lawrence of Arabia \u2013 ein Mythos auf Zelluloid und die Geschichte. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S. 284.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Hain, H.H.: Lawrence of Arabia \u2013 ein Mythos auf Zelluloid und die Geschichte. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S. 289.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Lawrence von Arabien, DVD 1,TC 0:32:15- 0.32.31.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Kramer, T.: <em>Der Orient-Komplex, Das Nahost-Bild in Geschichte und Gegenwart<\/em>, S. 193.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Lawrence von Arabien, DVD 1,TC 0:48:58- 0.49.32.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Die Engl\u00e4nder haben den Beduinen bewusst den Vortritt gelassen. Vgl. Thorau, P., <em>Lawrence von Arabien. Ein Mann und seine Zeit<\/em>, S. 153: \u201eIndem Allenby den Anh\u00e4ngern des Scherifen gestatte, vor den regul\u00e4ren Truppen die Stadt zu betreten, zeigte er sich f\u00fcr die Leistungen der Beduinen im gemeinsamen Kampf gegen die Osmanen erkenntlich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Lawrence von Arabien, DVD 2,TC 1:04:37- 1.10.27.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Hain, H.H.: Lawrence of Arabia \u2013 ein Mythos auf Zelluloid und die Geschichte. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S. 290.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Lawrence von Arabien, DVD 1,TC 0:37:45- 0.37.54.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Auda abu Tayi (1874-1924) war Anf\u00fchrer des Beduinenstammes der Howeitat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> Vgl. Hain, H.H.: Lawrence of Arabia \u2013 ein Mythos auf Zelluloid und die Geschichte. In: Fansa, Mamoum \/ Hoffmann, Detlef (Hg.): Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos, S. 287: \u201eBentley steht im Film f\u00fcr den amerikanischen Journalisten Lowell Thomas, dessen Rolle f\u00fcr die Mythisierung Lawrence&#8216; in den 1920er-Jahren kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzen ist, der aber hier zur Unkenntlichkeit verzerrt ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Lawrence von Arabien. Regie: David Lean. Drehbuch: Robert Bold \/ Michael Wilson. GB: Columbia Pictures 1962. DVD (Award Winner Collection) 2008. 16:9 Widescreen. DVD 2, TC 0:15:00- 0:15:26.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Lawrence von Arabien, DVD 2, TC 0:19:37- 0:19:58.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Wiedemann, F.: M\u00e4nnlichkeitskult und romantischer Antikolonialismus im europ\u00e4ischen Beduinenbild des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert, S. 64.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Kramer, T.: <em>Der Orient-Komplex, Das Nahost-Bild in Geschichte und Gegenwart<\/em>, S. 193.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Vgl: Lawrence von Arabien, DVD 2,TC 1:19:00- 1.25.01: So sagt Faisal am Ende, als es darum geht Verhandlungen um die Nachkriegsregelungen aufzunehmen, zu General Allenby: \u201e Wir sind doch beide erleichtert, da\u00df wir ihn [Lawrence, Anm. J.L.] los sind, nicht wahr?\u201c und zeigt damit eine H\u00e4rte und Skrupellosigkeit, die \u00fcber die der westlichen Protagonisten hinausgeht. So antwortet Allenby: \u201eIch dachte, ich w\u00e4re ein harter Mensch, Sir.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Wiedemann, F.: M\u00e4nnlichkeitskult und romantischer Antikolonialismus im europ\u00e4ischen Beduinenbild des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert, S. 62.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"\/\/93459D83-082F-4744-A7AF-C5335209163F#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Osterhammel, J.: Wissen als Macht: Deutungen interkulturellen Nichtverstehens bei Tzvetan Todorov und Edward Said, S. 148.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Das Thema des Essays ist &#8218;Die Kultivierung des \u201eromantischen\u201c Araberbildes am Beispiel von &#8218;Lawrence von Arabien&#8216; stellt die historische Pers\u00f6nlichkeit T. E. 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