{"id":70847,"date":"2024-03-09T00:01:08","date_gmt":"2024-03-08T23:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70847"},"modified":"2023-12-18T17:39:03","modified_gmt":"2023-12-18T16:39:03","slug":"dirty-old-man","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/03\/09\/dirty-old-man\/","title":{"rendered":"Der Dirty Old Man der US-Literatur"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere Erinnerung an die \u201e<span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/09\/11\/dirty-speech\/\">Dirty Speech<\/a><\/span>\u201c-Bewegung in der BRD, die 1969 mit der Rolf Dieter Brinkmanns \u201eAcid\u201c zu verorten ist. Es war eine Anthologie amerikanischer Beatliteratur, gesammelt und damit den Versuch er\u00f6ffnend, auch in der deutschen Dichtung die b\u00fcrgerliche Moral zu br\u00fcskieren, lyrische Formen zu banalisieren, den Alltag zum Thema zu machen und Sex, Brutalit\u00e4t, Perversion als Sujets zu akzeptieren. Hier spricht das Original, der Dirty Old Man:<em><br \/><\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Alles<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>l\u00e4uft prima<br \/>die Flasche geleert<br \/>und weg damit \u2013<br \/>die Gedichte brodeln in meinem<br \/>Sch\u00e4del<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>aber<br \/>auf halber Strecke zwischen 60 und<br \/>70<br \/>\u00fcberlegt man manchmal,<br \/>bevor man die zweite Flasche aufmacht<br \/>Es wird nicht gerade ein Temperenzler aus ihm,<br \/>aber nach 50 Jahren<br \/>Saufmarathon<br \/>fragt man sich schon,<br \/>ob man<br \/>nach der n\u00e4chsten Flasche<br \/>vielleicht lallend<br \/>in einem Pflegeheim landet<br \/>oder einsam zuhause<br \/>an einem<br \/>Herzinfarkt verreckt<br \/>und einem die Katzen das Fleisch abnagen,<br \/>w\u00e4hrend der Morgennebel<br \/>durch die kaputte<br \/>Fensterscheibe dringt.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So desillusioniert beschreibt sich Charles Bukowski im Gedicht <em>Alt und versoffen<\/em>. Vor 30 Jahren hat der Dirty Old Man der US-Literatur seinen letzte Drink gekippt. Was wie eine Zur\u00fccknahme des Literarischen aussieht, ist in Wirklichkeit eine kalkulierte und sehr effektvolle Entschlackung. Bukowski ist ein anarchischer, formal undomestizierter Autor aus Kalk\u00fcl. Es hatte zu diesem Stil gefunden, als Karl Ove Knausg\u00e5rd noch in den Windeln lag.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Nat\u00fcrlich ist mein Zeug nicht sorgf\u00e4ltig gearbeitet, sondern schnell hingehauen. Darum geht\u2019s doch grade. Ich notiere mir, was ich brauche. Lyrische Tricks und Formkram fand ich schon immer sterbenslangweilig.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinrich Karl Bukowski, sp\u00e4ter Charles, wurde am 16. August 1920 als einziges Kind der Eheleute Katharina Fett aus Andernach und Henry Heinrich Bukowski geboren. Der Vater ist ein deutschst\u00e4mmiger Amerikaner aus Pasadena. 1923 kam Bukowski im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Los Angeles. Nachdem sein Vater seinen Wehrdienst abgeleistet hatte, fand er jedoch nur eine Arbeit als Milchlieferant. Die Familie lebte aus diesem Grund zeitweise in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen. Regelm\u00e4\u00dfig betrog der Vater au\u00dferdem Bukowskis Mutter mit anderen Frauen, betrank sich und misshandelte seinen eigenen Sohn k\u00f6rperlich. In die Pubert\u00e4t gekommen, litt Bukowski zudem an starker Akne und hatte am ganzen K\u00f6rper Pusteln, weshalb er ein ganzes Jahr nicht die Schule besuchen konnte (dargestellt in <em>Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend<\/em>).<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Lyrik geht auf die Stra\u00dfe, in die Puffs, in den Himmel, den Picknickkorb, die Whiskeyflasche<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Schule studierte Bukowski zun\u00e4chst Journalismus am Los Angeles City College und versuchte sich bereits in jungen Jahren zun\u00e4chst erfolglos als Schriftsteller. Alkohol hatte fr\u00fch in seinem Leben Bedeutung. Viele Jahre lang lebte er wenig sesshaft, hatte zahlreiche Jobs, sa\u00df f\u00fcr kurze Zeit wegen Trunkenheit im Gef\u00e4ngnis und sogar in der Psychiatrie. Stationen dieser Wanderjahre waren unter anderem New Orleans, Miami Beach, New York City, Atlanta, Chicago und Philadelphia. 1943 wurde er gemustert und als physisch sowie mental untauglich f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst eingestuft, weshalb ihm ein Einsatz an den Fronten des Zweiten Weltkrieges erspart blieb.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201cWorship Kerouac and Bukowski. God forbid you pick up anything by Jane Austen.\u201d (Paris Geller)<br \/><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201cHey, I&#8217;ve read Jane Austen,\u201d Jess Mariano responds:<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201cAnd I think she would have liked Bukowski.\u201d<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Amy Sherman-Palladino (Gilmore Girls)<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1947 kehrte Bukowski nach Los Angeles zur\u00fcck und lernte die zehn Jahre \u00e4ltere Jane Cooney Baker (1910\u20131962) kennen, mit der er bis Anfang der 1950er-Jahre zusammenlebte. 1952 arbeitete er f\u00fcr etwa drei Jahre beim United States Postal Service als Briefzusteller. 1954 wurde er wegen einer Magenblutung, die beinahe t\u00f6dlich verlaufen w\u00e4re, in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach seiner Entlassung begann er erstmals, Gedichte zu schreiben. Ende 1955 heiratete er Barbara Frye, von der er sich 1958 wieder scheiden lie\u00df. Frye, die aus einer verm\u00f6genden texanischen Familie stammte, war selbst Schriftstellerin und zugleich Herausgeberin eines kleinen, alternativen Literaturmagazins namens <em>Harlequin<\/em>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Lyrik interessiert mich eigentlich nicht. Ich wei\u00df nicht, was mich interessiert. Vielleicht Unverschnarchtheit. Echte Lyrik ist tote Lyrik, egal wie h\u00fcbsch sie daherkommt.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 1958 war Bukowski wieder bei der Post angestellt, diesmal im Innendienst. Er arbeitete elf Jahre als Briefsortierer. Seine Erlebnisse als Angestellter des United States Postal Service verarbeitete Bukowski in seinem 1971 erschienenen ersten Roman <em>Der Mann mit der Ledertasche<\/em> (<em>Post Office<\/em>). Mit dem Schreiben versuchte er sein ruiniertes Leben zu verarbeiten, sein Werk besteht zum Gro\u00dfteil aus Alltagsbew\u00e4ltigungen und Selbstbeobachtungen. Wenn er sich nach dem dummmachenden Tagel\u00f6hner- und sp\u00e4ter Post-Job am Abend an die Schreibmaschine setzte, mit einem Sixpack oder einer Flasche Wein, schrieb er sich den Rotz, den Jammer und die Dem\u00fctigungen von der zerfressenen Seele. Im Januar 1962 starb Bukowskis fr\u00fchere Lebensgef\u00e4hrtin Jane Cooney Baker, laut Bukowski infolge ihres \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Alkoholkonsums.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Ich bleibe dabei \u2013 und ihr kennt mich gut genug um das jetzt nicht in die falsche Kehle zu kriegen \u2013: Personenkult ist Schei\u00dfe.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1962 brachte die Literaturzeitschrift <em>The Outsider<\/em> eine Sonderausgabe \u00fcber Bukowski und verlieh ihm den Titel \u201eOutsider of the Year\u201c. Die Verleger der Zeitschrift, Louise und John Webb, brachten 1963 auch Bukowskis ersten gro\u00dfen Gedichtband heraus (<em>It Catches My Heart in Its Hand<\/em>). In der Zeit als Briefsortierer fing Bukowski zudem an, w\u00f6chentliche Kolumnen f\u00fcr die Alternativzeitung <em>Open City<\/em> in Los Angeles zu schreiben. Ein Teil der Kurzgeschichten erschien sp\u00e4ter in Buchform (<em>Notes of a Dirty Old Man<\/em>). Bukowski beschreibt die Welt der Individuen am Rand der Gesellschaft und entfaltet sie in unz\u00e4hligen Variationen. Jede Story ist ein Blick in den Mikrokosmos abseitiger, menschlicher Existenz. Es geht um die Abgr\u00fcnde des menschlichen Charakters, um staatliche Kontrolle und Repression, um oberfl\u00e4chlichen Sex (<em>Keine Quickies<\/em>), um miese Jobs und fortw\u00e4hrend um verkorkste Beziehungen. Obwohl es dauernd um Sex geht, hat es in Bukowskis Welt wenig Emotionen, kaum Empathie und selbstverst\u00e4ndlich keine Schamgrenzen. Ein desillusionierte Au\u00dfenseiter schreibt gegen das \u00f6de Leben in der Gosse an, das sich in ungezieferbefallenen Absteigen zwischen Prostituierten, Dauersuff und Pferdewetten abspielt. Bukowski wird zu einem Chronisten des gescheiterten American Dream.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Meine Gedichte sind nicht das Ergebnis sorgf\u00e4ltiger Planung sondern entstehen blind, jedes Wort ist ein Zufallsfund und folgt einem eher flie\u00dfenden Konzept, von dem ich mir mehr Lebendigkeit verspreche.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann Bukowski vieles vorwerfen, aber seine schriftstellerische Integrit\u00e4t hat er wie nur wenige zu verteidigen gewusst. Er befindet sich zeitlich und geografisch irgendwo zwischen Beat Generation und Gonzo-Journalismus, ist diesen Stilen aber nicht zuzurechnen. Er war vielmehr ein \u201eeigenwilliges Unikum, das sich weder einordnen noch kategorisieren l\u00e4sst.\u201c \u00a0Mit seinem \u201eCredo der absoluten, literarisch unverstellten Wahrhaftigkeit von Empfinden und Darstellung\u201c muss man ihn als modernen, ironischen Naturalisten sehen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Als Schriftsteller fotografiere ich \u2013 mit Worten \u2013, was ich sehe. Wenn ich also \u00fcber \u201aSadismus\u2018 schreibe, dann nur, weil er existiert.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1970 gab Bukowski die Arbeit bei der Post auf und versuchte, ausschlie\u00dflich von seiner T\u00e4tigkeit als Schriftsteller zu leben. Er wird zum Begr\u00fcnder des \u201eDirty Realism\u201c, der in unappetitlicher, aber pr\u00e4ziser Direktheit das aussichtslose, inhaltsleere Leben der gesellschaftlich Ausgegrenzten nachzeichnete und die weniger schmeichelhafte Seite des American Dream-Mythos enth\u00fcllte. Erm\u00f6glicht wurde ihm dies unter anderem durch eine regelm\u00e4\u00dfige Zuwendung seines damaligen Verlegers John Martin von <em>Black Sparrow Press<\/em>. Er wurde zu vielen seiner Geschichten und Gedichte in dieser Zeit inspiriert durch die Bewohner East Hollywoods, wo er lebte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Ich habe jedenfalls nicht vor, mich auf die goldenen Schei\u00dfh\u00e4user der Kultur zu abonnieren. Schau dich um: ich lebe nach wie vor im Dreck, in den Slums, auf der Skid Row von Hollywood. Aber das ist etwas, womit ich umzugehen verstehe, deshalb bin ich gar nicht scharf darauf, da\u00df sich das \u00e4ndert.<\/span> <\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der Erfindung des bewegten Bilds tragen die Menschen \u2013 so scheint es \u2013 eine eigent\u00fcmliche Kamera im Kopf, in die sich manche Bilder tief und deutlich ein\u00e4tzen. \u00dcber ganz bestimmte \u201eMomente, die das Leben beherrschen\u201c, schreibt Hartmuth Malorny in seinen ersten Roman <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/08\/09\/die-schwarze-ledertasche\/\">Die schwarze Ledertasche<\/a><\/em>. Er schrieb damit die Coverversion des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Trash<\/a>-Klassikers <em>Der Mann mit der Ledertasche<\/em> (Originaltitel: <em>Post Office<\/em>) von Charles Bukowski, der 1971 erschienen ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Viele meiner Leser wollen, dass<br \/>ich st\u00e4ndig \u00fcber Bettgeschichten<br \/>mit irgendwelchen verr\u00fcckten Schlampen<br \/>oder Nutten schreibe \u2013<br \/>oder dass ich im Krankenhaus oder im Knast lande<br \/>oder dass ich verhungere<br \/>oder mir die Ged\u00e4rme<br \/>aus dem Leib kotze.<br \/>Ich finde auch, dass Selbstzufriedenheit<br \/>keine unsterbliche Literatur hervorbringt,<br \/>Wiederholung aber auch nicht.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang der 1970er-Jahre hatte Bukowski eine Aff\u00e4re mit der Bildhauerin Linda King. Die Beziehung zog sich \u00fcber mehrere Jahre hin, wobei es zu mehrfachen Trennungen mit anschlie\u00dfender Vers\u00f6hnung kam. Die zum Teil schmerzhaften Erfahrungen dieser Beziehung verarbeitete Bukowski in mehreren Kapiteln seines Romans <em>Das Liebesleben der Hy\u00e4ne<\/em> (<em>Women<\/em>). Mitte 1977 lernte Bukowski den aus Deutschland eingewanderten Fotografen Michael Montfort kennen, der auf der Suche nach Fotos f\u00fcr das kulturpolitische Magazin <em>Rogner\u2019s Magazin<\/em> bei ihm vorstellig wurde. Montfort hatte als Begr\u00fc\u00dfungsgeschenk einen Karton Wein dabei und nach ein paar Gl\u00e4sern lie\u00df sich Bukowski bereitwillig fotografieren. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu Bukowskis Tod anhalten sollte und im Laufe derer mehrere Fotob\u00e4nde \u00fcber Bukowski entstanden. Das tausende Bukowski-Fotos umfassende Archiv von Montfort wurde von Montforts Tochter 2014 der Huntington Library vermacht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowskis Gedichte und Prosa sind dicht verwoben mit seinem Leben. Wie portr\u00e4tiert man eine solche Pers\u00f6nlichkeit?<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der junge Fotograf Abe Frajndlich stellte sich 1985 dieser Herausforderung. So viel sei verraten: In einem Anlauf war diese Aufgabe nicht zu bew\u00e4ltigen. The Shooting pr\u00e4sentiert die fotografische Ann\u00e4herung an eine Legende. Dieses Gesicht! schreibt Glenn Esterly in seinem im Band enthaltenen Essay The Pock-marked Poetry of Charles Bukowski. In Bukowskis Look konzentriert sich alles, was an dem Jahrhundertautor so faszinierend ist. Dies zeigen eindrucksvoll die gro\u00dfteils bislang unpublizierten Fotografien von Abe Frajndlich. In Farbe und in Schwarz\/Wei\u00df portr\u00e4tierte er Bukowski und fand dessen Vertrauen, so dass er schlie\u00dflich sogar zur Hochzeit von Bukowski und Linda Lee Beighle eingeladen wurde. Die Publikation erz\u00e4hlt die Geschichte dieser Zusammentreffen, reproduziert die Portr\u00e4t-Serien und gipfelt in den Aufnahmen der Hochzeit.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 30 Jahren verstarb Bukowski im Alter von 73 Jahren in seiner Wahlheimat San Pedro an Leuk\u00e4mie. Er wurde im Green Hills Memorial Park in Rancho Palos Verdes bestattet. Sein Grabstein tr\u00e4gt unter dem Spitznamen \u201eHank\u201c die Inschrift \u201eDON\u2019T TRY\u201c, was laut Linda King sowohl im Sinne von \u201eVersuche erst gar nicht, besser als ich zu sein\u201c wie auch als \u201eWenn du schreibst, versuche es nicht, sondern lass es flie\u00dfen\u201c verstanden werden kann.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bukowski. The Shooting<\/strong> von Abe Frajndlich. 96 Seiten, 20 x 25 cm, Hard Cover. Hirmer Verlag, M\u00fcnchen 2020<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2030\/08\/Buk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-70850 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2030\/08\/Buk.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"327\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2030\/08\/Buk.jpg 406w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2030\/08\/Buk-300x242.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2030\/08\/Buk-260x209.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2030\/08\/Buk-160x129.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Charles Bukowskis Gedichte und Prosa sind dicht verwoben mit seinem Leben. Wie portr\u00e4tiert man eine solche Pers\u00f6nlichkeit? Der junge Fotograf Abe Frajndlich stellte sich 1985 dieser Herausforderung. So viel sei verraten: In einem Anlauf war diese Aufgabe nicht zu bew\u00e4ltigen. The Shooting pr\u00e4sentiert die fotografische Ann\u00e4herung an eine Legende. Dieses Gesicht! schreibt Glenn Esterly in seinem im Band enthaltenen Essay The Pock-marked Poetry of Charles Bukowski. In Bukowskis Look konzentriert sich alles, was an dem Jahrhundertautor so faszinierend ist. Dies zeigen eindrucksvoll die gro\u00dfteils bislang unpublizierten Fotografien von Abe Frajndlich. In Farbe und in Schwarz\/Wei\u00df portr\u00e4tierte er Bukowski und fand dessen Vertrauen, so dass er schlie\u00dflich sogar zur Hochzeit von Bukowski und Linda Lee Beighle eingeladen wurde.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski w\u00fcrdigte KUNO den Dirty Old Man mit einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a>.<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":69143,\"width\":258,\"height\":374,\"sizeSlug\":\"large\"} -->\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":66468,\"width\":160,\"height\":240,\"sizeSlug\":\"large\"} \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/figure>\r\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine weitere Erinnerung an die \u201eDirty Speech\u201c-Bewegung in der BRD, die 1969 mit der Rolf Dieter Brinkmanns \u201eAcid\u201c zu verorten ist. Es war eine Anthologie amerikanischer Beatliteratur, gesammelt und damit den Versuch er\u00f6ffnend, auch in der deutschen Dichtung die b\u00fcrgerliche&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/03\/09\/dirty-old-man\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":101441,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3677,3679,1118,3676,2621,900,2635,573,3678,1999,2608,1838,2633,241],"class_list":["post-70847","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-abe-frajndlich","tag-amy-sherman-palladino","tag-barbara-ester","tag-barbara-frye","tag-boris-kerenski","tag-charles-bukowski","tag-hartmuth-malorny","tag-kersten-flenter","tag-linda-king","tag-michael-schoenauer","tag-ni-gudix","tag-robsie-richter","tag-roland-adelmann","tag-rolf-dieter-brinkmann"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70847"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70847\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":105132,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70847\/revisions\/105132"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101441"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}