{"id":70715,"date":"2016-07-20T00:01:51","date_gmt":"2016-07-19T22:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70715"},"modified":"2022-02-28T18:31:41","modified_gmt":"2022-02-28T17:31:41","slug":"generation_slam","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/07\/20\/generation_slam\/","title":{"rendered":"Generation_Slam"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der erste Poetry Slam fand am 20. Juli 1986 in Chicago statt. Danach hat sich diese Vortragsform pandemisch verbreitet. Jutta Ludwig hat das Thema f\u00fcrs <em>Hinterland<\/em> heruntergebrochen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEin Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem Dichterinnen und Dichter ihre selbstverfassten Texte vortragen. Alle Genres sind erlaubt, Requisiten dagegen nicht. Es gibt ein Zeitlimit. Das Publikum, also ihr, bestimmt Siegerin oder Sieger des Abends.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> In dieser Weise hat am 20. Mai 2016 die Veranstaltung \u201eSlam it! &#8211; Poetry Slam gegen Diskriminierung\u201c im Rahmen der Kulturtage\u00a0 \u201eSommergelee\u201c in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen<\/em> stattgefunden. Die eben zitierte \u201eBr\u00fchw\u00fcrfeldefinition\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> reicht selbstverst\u00e4ndlich nicht aus, um Poetry Slam im Allgemeinen und auch den tats\u00e4chlich stattgefundenen zu definieren und im Hinblick auf seine Funktion als Kulturvermittlung im \u00f6ffentlichen Raum zu bestimmen. In der vorliegenden Arbeit soll das Veranstaltungsformat Poetry Slam unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert werden, um aufzuzeigen, inwiefern Poetry Slam zur Kulturvermittlung im \u00f6ffentlichen Raum beitr\u00e4gt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wesentliche Elemente des Poetry Slam sind im oben angef\u00fchrten Zitat genannt: Agonalit\u00e4t, Personalunion von Autor und Performer, Zeitlimit, keine Requisiten, jedes Genre ist erlaubt. Lino Wirag, Autor und Kulturwissenschaftler, f\u00fchrt noch weitere Parameter auf: die r\u00e4umliche Begrenzung, die Singularit\u00e4t, die Transienz, die Oralit\u00e4t, die \u00c4sthetisierung, die Regularit\u00e4t, die Kollektivit\u00e4t, ein(e) Moderator(in), Plebiszit\u00e4t, Demokratisierungsgestus, Elektivit\u00e4t, Aleatorik, Kontingenz sowie die Verschmelzung von Literarizit\u00e4t und Performativit\u00e4t.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Format ist das Ergebnis der T\u00e4tigkeit formatieren und setzt voraus, dass es vorher etwas gab, was formlos oder anders gesagt nicht geordnet war und die Anordnung all dieser Elemente ergibt das Format Poetry Slam. Der Germanist J\u00f6rg Dieter unterscheidet zwischen inneren\u00a0 (strukturellen) und \u00e4u\u00dferen (technischen) Formaten. Gehen diese beiden Formate eine Verbindung ein, entsteht ein kommunikatives Format.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Auf den Slam \u00fcbertragen, w\u00fcrden dem \u00e4u\u00dferen (technischen) Format die Elemente des Spiels und Wettbewerbs und dem inneren (strukturellen) Format die Oralit\u00e4t und Authentizit\u00e4t entsprechen, die das durch seine Performativit\u00e4t kommunikative Format Poetry Slam ergeben. Sowohl dem \u00e4u\u00dferen als auch dem inneren Format sind noch\u00a0 weitere Eigenschaften zuzuordnen, so geh\u00f6rt zum \u00e4u\u00dferen Format, dass die Veranstaltung eine \u00f6ffentliche in zweifacher Hinsicht sein muss, da der Wettbewerb sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer braucht. Zum inneren Format geh\u00f6rt, dass es nicht nur einen einzigen nicht wiederholbaren und wiederholten\u00a0 Poetry Slam gibt, sondern dass er regelm\u00e4\u00dfig veranstaltet wird, wenn auch mit leichten Variationen. So gab es beim Slam in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen<\/em> einen Beitrag von dem Youtuber Jerrie, der nicht in die Bewertung eingegangen ist, sondern der Event sollte durch\u00a0 die Popularit\u00e4t und Professionalit\u00e4t des Bloggers aufgewertet werden. Poetry Slam ist ein gut eingef\u00fchrtes Veranstaltungsformat, so sind auf der <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.myslam.net \/de\/pages\/what-is-poetry-slam\">Internetseite<\/a><\/span> <a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> f\u00fcr Oktober 2016 alleine 61 Termine aufgef\u00fchrt. Lino Wirag spricht von einer \u201ekulturellen Normalisierung\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> von Poetry Slam bedingt durch \u201egeographische Verbreitung [\u2026],\u00a0 Konstanz\u00a0 des Auftretens \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum,\u00a0 Institutionalisierung\/Organisiertheit (j\u00e4hrliche deutsch-sprachige Meisterschaften im Poetry Slam existieren seit 1997), schiere Gr\u00f6\u00dfe [\u2026], mediale\u00a0 Berichterstattung [\u2026.], Viralit\u00e4t [\u2026],p\u00e4dagogische Verankerung und letztlich auch theoretische Reflexion [&#8230;].<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a0 So wie von einer &#8218;kulturellen Normalisierung&#8216; von Poetry Slam gesprochen werden kann, k\u00f6nnen auch &#8218;kulturelle Funktionen&#8216; von Poetry Slam benannt werden, von denen die p\u00e4dagogische und die subversive bzw. gesellschaftskritische an dieser Stelle hervorgehoben werden sollen. Beide Funktionen treffen auf den in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen<\/em> stattgefunden Poetry Slam zu. Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen des Gymnasium Laurentianum in Arnsberg und des St.-Ursula-Gymnasium in Neheim haben in Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Zentrum Berlin den Poetry Slam ausgerichtet, dreizehn Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen haben ihre selbstgeschriebenen Texte pr\u00e4sentiert. Der p\u00e4da-gogisch-didaktische Nutzen ist evident: \u201eIm Mittelpunkt steht stets das Anliegen, die Sprach-, Ausdrucks-, Vortrags-, Medien-, Wettbewerbs- und nat\u00fcrlich auch literarische Kompetenz von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu f\u00f6rdern.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Der Schriftsteller Boris Preckwitz, der 1997 als erster deutscher Dichter an einem National Poetry Slam in den USA teilnahm und Gewinner des Literaturwettbewerbs <em>open mike <\/em>im Jahr 1998, wird sp\u00e4ter zu einem der gr\u00f6\u00dften Kritiker des Poetry Slams\u00a0 \u2013 insbesondere weil er p\u00e4dagogisch-didaktisch vereinnahmt wurde: \u201eDer Jugendliche muss im Schul-Slam erfahren, dass es keinen Bereich des Lebens gibt, auf den nicht schon der Staat seine Institutionen aufsetzt. In Ankn\u00fcpfung an Habermas lie\u00dfe sich dieser Prozess als die Kolonialisierung einer (sub-)kulturellen Lebenswelt durch das Bildungssystem beschreiben. Oder zugespitzter, im Sinne Foucaults: das \u00fcberwachende Schulsystem erg\u00e4nzt den Deutschunterricht um eine neue Disziplinartechnik. Erste Anzeichen gibt es, dass der Slam von politischen Akteuren als Vehikel f\u00fcr Gender- und Integrationsprojekte vereinnahmt wird. Wo Bildungsministerien Slam-Projekte unterst\u00fctzen und Gr\u00fcne den Slam als Jugendkultur gef\u00f6rdert wissen m\u00f6chten, bringt sich der vormundschaftliche Staat in Stellung. Die Kunst dankt ab.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>\u00a0 Nichtsdestotrotz weist das Motto des Poetry Slams vom 20.Mai &#8218;Gegen Diskriminierung&#8216; auf seine gesellschaftskritische Funktion hin. Damit ist der Slam keine reine Spa\u00dfveranstaltung mehr, sondern soll zur politisch-gesellschaftlichen Meinungsbildung beitragen. F\u00fcr die Autorinnen Vera Nikolai, Adriana Orjuela und Nikola Schrenk er\u00f6ffnet sich durch Poetry Slam \u201eeine bestimmte Art von Diskussionsraum\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>, in dem auf der einen Seite \u201eBedeutung performativ und interaktiv erzeugt wird [&#8230;]\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> und auf der anderen Seite \u201eist die M\u00f6glichkeit einer kritischen Rezeption in Form von Bewertungen durch die Jury und der aktiven Partizipation des Publikums gegeben.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>\u00a0 Sowohl die p\u00e4dagogische als auch die subversive Funktion des Formats Poetry Slam passen zu Lehr- und Bildungsauftrag der Gymnasien wie zu dem Selbstverst\u00e4ndnis des St.-Ursula-Gymnasiums eine \u201eSchule ohne Rassismus \u2013 Schule mit Courage\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> zu sein und schlie\u00dfen sich eben nicht aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Spiel und Wettbewerbscharakter<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Voraussetzung f\u00fcr jedes Spiel ist zeitweilige Annahme wenn nicht einer Illusion (obwohl dieses Wort nichts anderes besagt, als Eintritt ins Spiel: <em>in-lusio<\/em>), so doch zumindest eines geschlossenen, konventionellen und in gewisser Hinsicht fiktiven Universums.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>\u00a0 Ist Poetry Slam denn ein Spiel? Folgt man der Definition von Roger Caillois, nach der Spielen\u00a0 eine abgetrennte, ungewisse, unproduktive, geregelte und fiktive Bet\u00e4tigung<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> ist, so l\u00e4sst sich Poetry Slam als Spiel charakterisieren. Die Bet\u00e4tigung ist abgetrennt, weil es eine r\u00e4umliche und zeitliche Begrenzung gibt: der Slam findet in einem \u00f6ffentlichen Raum statt und hat eine zeitliche Begrenzung. Der beispielhafte Slam vom 20. Mai wurde in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen<\/em> ausgerichtet und hatte dreizehn Teilnehmer, denen h\u00f6chstens zehn Minuten f\u00fcr ihre Performance zur Verf\u00fcgung standen. Die Bet\u00e4tigung war insofern ungewiss, als der Gewinner des Wettstreits nicht vorhersagbar war. Die Bet\u00e4tigung war unproduktiv, weil w\u00e4hrend der Dauer des Events nichts hergestellt wurde. Sie war geregelt, weil sie den Regularien des Poetry Slams unterworfen war: in einem Wettbewerb haben die Teilnehmer ihre selbstverfassten Texte vorgetragen, die vom Publikum bzw. der Jury bewertet wurden, ein Moderatorenteam hat die Veranstaltung gelenkt, alle\u00a0 Genres waren erlaubt, Requisiten hingegen nicht, es gab ein Zeitlimit. Die Bet\u00e4tigung hatte einen fiktiven Anteil, weil sich alle Teilnehmer dar\u00fcber bewusst waren, dass sie an einem &#8218;Spiel&#8216; teilnehmen bzw. dass der Slam nicht Teil ihres normalen Lebens ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Roger Callois unterscheidet vier Grundkategorien von Spielen, den &#8218;Ag\u00f4n&#8216;, den Wettkampf, &#8218;Alea&#8216;, den Zufall, &#8218;Mimicry&#8216;, die Maskerade und &#8218;Ilinx&#8216;, den Rausch. Unbestreitbar hat der Poetry Slam \u2013 auch der in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen <\/em>&#8211; Merkmale des Wettkampfes. Schon der Begriff weist auf einen &#8218;Kampf&#8216; hin, das englische slam bedeutet zuschlagen, herunterputzen oder miesmachen. Dreizehn Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind am 20. Mai gegeneinander angetreten und haben sich Publikum und Jury gestellt mit dem Ziel an dem Abend den besten Text am besten zu pr\u00e4sentieren: \u201eDer Wettk\u00e4mpfer ist lediglich auf seine eigenen Kr\u00e4fte angewiesen, muss das Beste aus sich herausholen und ist verpflichtet, sich seiner F\u00e4higkeiten auf loyale Weise zu bedienen.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>\u00a0 Weitere Elemente charakterisieren den Wettkampf, die auch schon zur Formatbestimmung genannt wurden, so beispielsweise die Elektivtit\u00e4t: die Jury, bestehend aus sieben Personen, wurde vom Moderatorenteam aus den Personen ausgew\u00e4hlt, die sich per Handzeichen gemeldet hatten. Die Teilnehmer der Jury wurden von den umsitzenden Zuschauern beratend bei der Bewertung unterst\u00fctzt und das Publikum selber konnte durch viel oder wenig Applaus und Zurufe seine Meinung kundtun, was dem Element der Plebiszit\u00e4t entspricht. Auch ist es auf jeden Fall demokratisch den Gewinner per Abstimmung durch Punktevergabe zu w\u00e4hlen. Selten ist ein &#8218;Spiel&#8216; einer einzigen Grundkategorie, wie sie von Caillois bestimmt wurden, zuzuordnen, sondern hat auch Anteile der anderen Grundkategorien. So ist es auch beim Poetry Slam im Allgemeinen und auch bei dem in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen. <\/em>In der Frage, wer darf wann seinen Text pr\u00e4sentieren, hat das Los entschieden: \u201e Das Bestreben, gleiche Anfangschancen zu erhalten geh\u00f6rt so offenkundig zum eigentlichen Prinzip der Rivalit\u00e4t, da\u00df man sich sogar bem\u00fcht, diese Gleichheit unter verschiedenen klassifizierten Spielern durch ein <em>handicap <\/em>wiederherzustellen, das hei\u00dft, proportional zur relativen St\u00e4rke der Teilnehmer innerhalb der vorher bestehenden Gleichheit der Chancen eine zweite Ungleichheit einzur\u00e4umen\u201c.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Das Los entspricht aber der Grundkategorie &#8218;Alea&#8216;, dem Zufall und hat nichts mit pers\u00f6nlicher Leistung zu tun. Einen Poetry Slam mit seiner Pr\u00e4sentation zu er\u00f6ffnen ist eine recht schwierige Ausgangsposition, da weder Publikum noch Jury wei\u00df, wie der Beitrag im Verh\u00e4ltnis zu den Folgenden zu bewerten ist. Aber der Dichterwettstreit hat nicht nur Anteile an &#8218;Ag\u00f4n&#8216; und &#8218;Alea&#8216;, sondern wird auch durch &#8218;Mimicry&#8216; determiniert: \u201e Hier besteht das Spiel nicht darin, eine T\u00e4tigkeit zu entfalten oder einem imagin\u00e4ren Milieu ein Schicksal \u00fcber sich ergehen zu lassen, sondern darin, selber zu einer illusion\u00e4ren Figur zu werden und sich dementsprechend zu verhalten\u201c. <a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Die &#8218;Mimicry&#8216; besteht darin, dass der Dichter mit seinem Text einen B\u00fchnenauftritt hat, man k\u00f6nnte auch sagen der Autor inszeniert seinen Text.\u00a0 Auf der anderen Seite beschr\u00e4nken die Regularien des Poetry Slams die &#8218;Mimicry&#8216; insofern, als der Autor und Performer\u00a0 keine\u00a0 Requisiten nutzen darf, um allen Teilnehmern diesbez\u00fcglich die gleiche Ausgangssituation zu garantieren und die Authentizit\u00e4t des Auftritts weitestgehend gewahrt zu wissen. F\u00fcr Lino Wirag ist Poetry Slam \u201eeine Form von Sprechtheater\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> und betont \u201e[\u2026] die (d\u00fcnne) Linie zwischen Authentizit\u00e4t und Inszeniertheit\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> und die Frage, ob der Autor und Performer eines Textes zu einer &#8218;illusion\u00e4ren Figur&#8216; wird, ist eben genau die nach Inszenierung und Authentizit\u00e4t.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Authentizit\u00e4t und Oralit\u00e4t<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Authentizit\u00e4t in Bezug auf einen Poetry Slam zu beschreiben, bedarf es einer Kl\u00e4rung des Begriffs sowie einer Kl\u00e4rung, worauf sich der Begriff des Authentischen bezieht. Im Folgenden soll\u00a0\u00a0 Authentizit\u00e4t sowohl im Hinblick auf die Performance des Slammers als auch auf den Text betrachtet werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Authentizit\u00e4t leitet sich sowohl aus dem altgriechischen\u00a0 \u03b1\u1f50\u03b8\u03b5\u03bd\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc\u03c2 (authentik\u00f3s) ab und bedeutet &#8218;echt&#8216; als auch aus dem sp\u00e4tlateinischen, was sich mit &#8218;verb\u00fcrgt&#8216;, &#8218;zuverl\u00e4ssig&#8216; \u00fcbersetzen l\u00e4sst.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bezieht man den Terminus auf die Darstellung gibt es verschiedene Ans\u00e4tze, die man verfolgen kann. F\u00fcr den Filmphilologen und Kulturwissenschaftler Manfred Hattendorf generiert sich Authentizit\u00e4t durch die wechselseitige Beziehung zwischen &#8218;ordnender Instanz&#8216;, die ein mediales Produkt anbietet und dem Rezipienten, der es annimmt und mit dem Zustandekommen eines Vertrages vergleicht: \u201eOb das Kommunizierte in diesem nun eingegangenen vertraglichen\u00a0 Verh\u00e4ltnis\u00a0 die\u00a0 Erwartungen\u00a0 (im\u00a0 Sinne\u00a0 einer\u00a0 vor\u00a0 dem\u00a0 Hintergrund\u00a0 des\u00a0 Zustandekommens\u00a0 des\u00a0 Vertrages\u00a0 f\u00fcr\u00a0 den\u00a0 Rezipienten\u00a0 glaubw\u00fcrdigen\u00a0 Weise) erf\u00fcllt,\u00a0 h\u00e4ngt\u00a0 wiederum\u00a0 von\u00a0 je\u00a0 spezifischen,\u00a0 weil\u00a0 kontextabh\u00e4ngigen,\u00a0 Authentizit\u00e4tsstrategien\u00a0 des\u00a0 medialen\u00a0 Produkts ab. Ist dies aber der Fall, so wird es als authentisch wahrgenommen.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Auch der Philosoph Kristof Rouvel bringt den Begriff der Glaubw\u00fcrdigkeit mit dem der Authentizit\u00e4t in Verbindung. Authentizit\u00e4t ist f\u00fcr Rouvel, wenn Handlung als Darstellung glaubw\u00fcrdig ist, w\u00e4hrend die Intention eines Handelnden wahrhaftig oder unwahrhaftig sein kann. Der Darstellende muss \u201enur\u201c den Eindruck erwecken, dass\u00a0 die Handlung eine wahrhaftige ist, seine Darstellung muss also glaubw\u00fcrdig sein: \u201eDas Ma\u00df der Glaubw\u00fcrdigkeit ist f\u00fcr den Adressaten einer Darstellung also die unterstellte Wahrhaftigkeit bzw. Unwahrhaftigkeit; f\u00fcr den Darstellenden selbst ist es stets nur die Wahrheit, deren Eindruck er erwecken mu\u00df, unabh\u00e4ngig davon, ob er wahrhaftig ist oder nicht.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Glaubw\u00fcrdigkeit bzw. Authentizit\u00e4t kann also inszeniert werden. Mit dem Terminus der Glaubw\u00fcrdigkeit hat Hendrik Wilke beim Poetry Slam im Rahmen des Sommergelees insofern gespielt, als dass er das Publikum hat glauben lassen, er halte wirklich \u2013 wahrhaftig \u2013 eine AfD-Rede, seine Intention sei eine wahrhaftige. Erst zum Schluss seines Monologs hat er sein \u201edoppeltes\u201c Spiel aufgel\u00f6st und seine wahre Absicht gezeigt: dem Publikum vorzuf\u00fchren, wie leicht Stammtischparolen verfangen. Die Performance best\u00e4tigt also die These, dass nur der Eindruck entstehen muss, dass die Darstellung glaubw\u00fcrdig sein muss, unabh\u00e4ngig davon, ob seine Absicht eine wahrhaftige ist. Nach Erving Goffman<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> wird der Rolle, die jemand spielt, vom Rezipienten ein Selbst zugeschrieben, welches aber Produkt und nicht Ursache einer erfolgreichen Szene ist. Franziska Holzheimer\u00a0 entwickelt den Gedanken in Bezug auf Poetry Slam weiter und \u201egeht vielmehr davon aus, dass in einer Slam-Performance &#8218;Selbst&#8216; durch und als Darstellung produziert wird \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob jenes &#8218;Selbst&#8216; nun wahrhaftig ist oder auf ein ihm pr\u00e4existentes &#8218;Selbst&#8216; verweist.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Hendrik Wilke hat Gestus und Duktus\u00a0 von AfD-Politikern so \u00fcberzeugend dargestellt, dass die Zuschauer versucht waren zu glauben, dass es sein Selbst ist. Und mit diesen &#8218;Authentizit\u00e4tsstrategien&#8216; hat er dem Publikum gezeigt, wie leicht man auf eine &#8218;Rolle&#8216; hereinfallen kann. F\u00fcr den Philosophen und Germanisten Christian Strub geht es um das Verh\u00e4ltnis von Dargestelltem zu Nicht-Dargestelltem und ist Authentizit\u00e4t \u201edas Dargestellte durch die Darstellung als nicht Dargestelltes\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> zu pr\u00e4sentieren. Die Darstellung soll also so &#8218;echt&#8216; wirken, dass der Rezipient den Eindruck von Nicht \u2013 Darstellung gewinnt. Franziska Holzheimer nimmt den Begriff der &#8218;Sprezzatura&#8216; (M\u00fchelosigkeit) von Castiglione auf: \u201e Mit Goffman und Castiglione k\u00f6nnte Slam Poetry als die Kunst der Produktion von &#8218;Sprezzatura&#8216; durch artifizielle Anwendung der allt\u00e4glichen Mittel der Darstellung von &#8218;Selbst&#8216; formuliert werden.\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Die Thesen von Strub und Holzheimer kann man auch auf Theaterschauspieler beziehen, was ist also das Besondere in Bezug auf den Poetry Slam? Der signifikante Unterschied zum Theater ist, dass\u00a0 der Autor und der Performer ein- und dieselbe Person ist: \u201eDa das Publikum wei\u00df, dass jeder Akteur bei einem Poetry Slam seinen Text selbst geschrieben hat, wird der Slampoet von den Zuschauern nicht wie bei einem Theaterschauspieler als ausf\u00fchrendes Instrument bzw. verk\u00f6rperlichter \u00dcbermittler zwischen Text und Zuschauer angesehen, sondern als die Verk\u00f6rperung seines Textes. [&#8230;]Das lyrische Ich und der Slammer verschmelzen f\u00fcr den Zuschauer zu einer Person.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>\u00a0 Und jeder Akteur wei\u00df, dass er seinen selbstgeschriebenen Text einem Publikum pr\u00e4sentiert, das ihn \u2013 den Akteur \u2013 als Verk\u00f6rperung seines Textes wahrnimmt und bewertet. Man kann also davon ausgehen, dass dieses Bewusstsein und das Bestreben m\u00f6glichst gut in dem Wettbewerb Poetry Slam abzuschneiden, Einfluss auf die Textproduktion hat. So jedenfalls sieht Franziska Holzheimer das: \u201eEs ist daher m\u00f6glich, die Authentizit\u00e4tseffekte und -strategien der Slam Poetry als Konsequenzen des dem Wettbewerb zu Grunde liegenden Regelwerks und auch als Folgen von Erfolgsstreben im Wettbewerb selbst zu begr\u00fcnden.\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Vera Nikolai, Adriana Orjuela und Nikola Schrenk f\u00fchren den Gedanken weiter aus: \u201eEine Kommunikationshandlung kann also erst erfolgreich sein, wenn die Rollenverteilung (Sprecher\/H\u00f6rer) von allen Kommunikationspartnern akzeptiert wird. F\u00fcr den Slammer bedeutet dies, dass er um seine Sprecherrolle in der Partnerkonstellation einnehmen zu k\u00f6nnen, seine Kompetenz nachweisen muss. Dieser Legitimationsprozess ist bereits Teil des Produktionsprozesses und hat insofern gro\u00dfen Einfluss auf Auswahl und Zusammenstellung der Textkomponenten auf allen Textebenen (thematische, sprachliche, pragmatische), als dieser f\u00fcr den Slammer darin besteht, durch seinen Diskurs ein bestimmtes, zum Kommunikationsrahmen passendes &#8218;Image&#8216; von sich zu vermitteln.\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> W\u00e4hrend Franziska Holzheimer wenig auf sprachliche Mittel eingeht und letztlich doch meist wieder die Performance der Slammer beschreibt, benennt das Autorenteam Nikolai\/Orjuela\/Schrenk konkrete sprachliche und thematische Merkmale von Texten. Dazu geh\u00f6ren auf der sprachlichen Ebene Subjektivit\u00e4t\/Expressivit\u00e4t, deiktische Verankerung, Variationen im Diasystem und das Verh\u00e4ltnis zum Publikum und auf der thematischen Ebene Autobiographisches, autoproklamierte Distanzierung von Normen und das Nachdenken \u00fcber die eigene Stellung in der Welt.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Xenia Hillebrand hat bei dem Poetry Slam am 20. Mai mit ihrem Text den 2. Platz belegt, der alle genannten Merkmale beinhaltet. Die Autorin erz\u00e4hlt von den Beobachtungen, die sie w\u00e4hrend einer Bahnfahrt macht. Die Bahnfahrt ist autobiografisch und ihre Ausdrucksweise subjektiv und expressiv: \u201eOder das M\u00e4dchen da. Kurze, rot gef\u00e4rbte Haare und ein paar Zentimeter ihres Ohrl\u00e4ppchens mussten f\u00fcr nen&#8216; Tunnel passen; klar, eine von diesen Lesben, die M\u00e4nner hassen. Wie ungebetene G\u00e4ste schleichen sich die Gedanken in meinem Kopf [&#8230;]<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> Die h\u00e4ufige Verwendung von \u201eich\u201c, \u201edu\u201c und \u201ewir\u201c entspricht der deiktischen Verankerung: Xenia Hillebrand spricht zuerst von sich und ihren Beobachtungen, um sich dann an das Publikum zu wenden: \u201e[\u2026] und ich wei\u00df schon sie sind falsch bevor ich sie richtig gedacht habe. Aber wieso m\u00fcssen wir immer richtende Gedanken mit uns tragen?\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Dadurch und durch die h\u00e4ufige Verwendung von Alltags- und Jugendsprache wird das Verh\u00e4ltnis zum Publikum bestimmt: Die Autorin appelliert an die Zuh\u00f6rer Vorurteile und Denkmuster zu \u00fcberpr\u00fcfen: \u201eWir richten \u00fcber Menschen, die wir nicht kennen, wegen Dingen die wir nicht wissen.\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a>\u00a0 Sprachliche und thematische Merkmale des Textes von Xenia Hillebrand passen zu der Performance einer Sch\u00fclerin, so dass man dem Beitrag Authentizit\u00e4t bescheinigen kann. Man kann sich dem Begriff aber auch von einer ganz anderen Seite her n\u00e4hern, indem man ihn aus der Zeit des Sturm und Drang herleitet: \u201eDoch kann der Geniekult mit den Vorstellungen von Originalit\u00e4t, Nat\u00fcrlichkeit, Spontanit\u00e4t und Individualit\u00e4t als Poetik einer emphatischen Authentizit\u00e4t <em>avant la lettre <\/em>umschrieben werden.\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Auch diese Eigenschaften treffen auf den Text von Xenia Hillebrand zu: er ist original, weil er selbstgeschrieben ist. Durch die Jugend- und Alltagssprache ist er nat\u00fcrlich und spontan und zeugt somit von Individualit\u00e4t, die auch inhaltlich durch die pers\u00f6nliche Stellungnahme evoziert wird. Im Poetry Slam geht es sowohl\u00a0 bei der\u00a0 Darstellung als auch in dem Text also um die Evozierung und Inszenierung\u00a0 eines individuellem Selbst, welches somit authentisch ist: \u201e[&#8230;], denn der erfolgreiche Selbst-darstellungsprozess im Slam besteht in der \u00fcberzeugenden Inszenierung der eigenen Individualit\u00e4t.\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Xenia Hillebrand hat ihren Text \u2013 wie jeder Slam-Teilnehmer \u2013\u00a0 zun\u00e4chst schriftlich fixiert und dann m\u00fcndlich vorgetragen. In dem Zusammenhang spricht\u00a0 Franziska Holzheimer von &#8218;oraler Literatur&#8216;: \u201eDenn &#8218;orale Literatur&#8216; scheint die ad\u00e4quate Bezeichnung f\u00fcr jene St\u00fccke zu sein, die in sekund\u00e4r oralen Kulturen entstanden sind und auf sekund\u00e4r orale Kulturen reagieren, indem sie von literalisiert denkenden Menschen und mit Hilfe von Schrift von der Performance separiert, jedoch gezielt f\u00fcr die orale Performance komponiert wurden \u2013 sprich jene Performance-Poesie, die sich gegenw\u00e4rtig ihren Platz im literarischen Feld sucht: Slam Poetry und Spoken Word Poetry\u201c<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a>. Betrachtet man den Beitrag Xenia Hillebrands im Hinblick auf die Oralit\u00e4t f\u00e4llt auf, dass er eine gewisse L\u00e4nge nicht \u00fcberschreitet. In ausgedruckter Form sind es anderthalb Seiten, ihn laut zu lesen dauert nicht l\u00e4nger als f\u00fcnf Minuten. Der Text ist durch kurze Abs\u00e4tze strukturiert, in denen oft Reime vorkommen: \u201epassen&#8230;hassen, zw\u00e4ngen&#8230;anstrengen, denkt&#8230;kennt\u201c<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Die Autorin nutzt Sprichw\u00f6rter, die alle kennen und das Stilmittel der Anapher: \u201eUnd ja, ich sage wir&#8230;,Nat\u00fcrlich fragen wir uns&#8230;\u201c<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Stark ausgepr\u00e4gt ist die deiktische Verankerung. Immer wieder spricht Xenia Hillebrand von \u201eich\u201c, \u201edu\u201c und \u201ewir\u201c, spricht von sich, um sich dann wieder an das Publikum zu wenden. All diese sprachlichen Merkmale dienen der besseren Rezeption des Textes, die durch Singularit\u00e4t und Transienz gepr\u00e4gt ist: der Zuschauer h\u00f6rt den Beitrag nur einmal, somit ist der Eindruck ein fl\u00fcchtiger. Aber gerade das macht den Beitrag so besonders, die Zuschauer konnten ihn einmalig am 20. Mai 2016 in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen<\/em> h\u00f6ren und selbst wenn er in einer Anthologie abgedruckt und somit reproduziert w\u00fcrde, w\u00fcrde der Charakter der Authentizit\u00e4t und Oralit\u00e4t fehlen, was der Performance eine &#8218;Aura&#8216; nach Walter Benjamin verleiht.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Genretheoretische\u00a0 Betrachtung der Texte des Poetry Slams<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Franziska Holzheimer stellt nicht nur die These auf, dass Authentiziti\u00e4tsstrategien im Text aus der Wettbewerbssituation und dem Streben nach Erfolg in dem Wettbewerb entstehen, sondern entwickelt den Gedanken weiter: \u201eDer Sprung vom Ver-anstaltungsformat zum Genre ist da vollzogen, wo sich der formatbedingte Kontext auf die Struktur der Performances und Manuskripte in dem Ma\u00dfe auswirkt, als dass er auch in anderen Kontexten permanent bestehen bleibt. [&#8230;] Die Definition lautet dann: Als Slam Poetry k\u00f6nnen all jene St\u00fccke gelten, die Authentizit\u00e4tsstrategien als Folge wett-bewerbsorientierten Schreibens und Darbietens aufweisen.\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Franziska Holzheimer nutzt den Begriff Slam Poetry also f\u00fcr die Texte, die f\u00fcr Poetry Slams geschrieben und dort pr\u00e4sentiert werden. Um aber zu kl\u00e4ren, ob Slam Poetry ein Genre ist, muss\u00a0 Genre definiert sein: Ein Genre ist ein \u201eEnsemble von formal-\u00e4sthetischen Merkmalen und inhaltlich-thematischen Varianten\u201c.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a> Ein Genre muss nach dem Literaturwissenschaftler Harald Fricke etabliert sein und auf einen festen Erwartungshorizont treffen.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> Bezieht man diese Definitionen auf den Text von Xenia Hillebrand, l\u00e4sst sich feststellen, dass er bestimmte formal-\u00e4sthetische Merkmale hat, die bei Slam Poetry \u2013 Texten h\u00e4ufig auftauchen, wie die K\u00fcrze, kurze Abschnitte, Jugend- und Alltagssprache und Reime. Inhaltlich-thematisch besch\u00e4ftigen sich Slam-Texte h\u00e4ufig mit gesellschaftskritischen Themen und haben meistens einen autodiegetischen Erz\u00e4hler. So auch der Text von Xenia Hillebrand. Betrachtet man den Text unter dem Aspekt, dass sich Slam Poetry als Genre etabliert hat, so dass er auf einen festen Erwartungshorizont trifft, so muss dies verneint werden. Der Text ist ohne Performance nicht als Slam Poetry erkennbar und k\u00f6nnte beispielsweise als Essay in einer Zeitschrift erscheinen. Diese Feststellung trifft nicht nur auf den Text von Xenia Hillebrand zu, sondern auf alle Slam-Texte. Der Text \u201eOne day\u201c von Julia Engelmann k\u00f6nnte beispielsweise ein Song-Text sein.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> Poetry Slam wird oft mit Lyrik in Verbindung gebracht, generell sind viele Genre auf der Slam-B\u00fchne denkbar: eine Anekdote, ein Brief, ein Monolog, ein M\u00e4rchen oder beispielsweise eine Kurzgeschichte: \u201eDer Spoken Word Dichtung ist nicht pauschal eine neuartige, literaturinh\u00e4rente Innovationskraft zu attestieren [\u2026]. \u00dcbrig bleiben die Merkmale Oralit\u00e4t und Performance, der Live-Charakter, Poetry auf der B\u00fchne oder gar als Teil eines Slams, gepr\u00e4gt von einem interaktiven [sic!] Zusammenwirken des Autors, der Autorin, des Veranstaltungsraumes, der Moderation und des Publikums. Das konstituiert somit kein origin\u00e4res <em>Text-<\/em>Genre, sondern ein zeitgen\u00f6ssisches <em>Veranstaltung<\/em>s- und <em>Auftritts<\/em>-Genre.\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> Das Veranstaltungsformat Poetry Slam zeichnet sich ja gerade durch seine Kontingenz aus, die eben auch darin besteht, dass literarische Vorschriften f\u00fcr den Slammer abgelehnt werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Poetry Slam als Teil von Kulturvermittlung im \u00f6ffentlichen Raum<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In erster Linie ist ein neues Format entstanden. Durch die Ordnung von Elementen, die es vorher schon gab, aber in dieser Weise noch nicht angeordnet waren, hat sich das Veranstaltungsformat Poetry Slam entwickelt und etabliert. Das kommunikative durch\u00a0 die Verbindung von \u00e4u\u00dferem und innerem Format Poetry Slam \u00fcbernimmt Funktionen von Kulturvermittlung im \u00f6ffentlichen Raum. Die durch Oralit\u00e4t und Authentizit\u00e4t bedingte Performanz von Literatur evoziert gesellschaftliche\u00a0 Identit\u00e4t und Bedeutung, die in einer stark medial gepr\u00e4gten Lebenswirklichkeit kulturelle und soziale Relevanz hat. Poetry Slam zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er einmalig und live stattfindet. Am Beispiel des Poetry Slams in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen <\/em>ist die gesellschaftskritische und p\u00e4dagogisch-didaktische Funktion von Poetry Slam bereits hervorgehoben worden. Was Poetry Slam aber in Bezug auf Kulturvermittlung im \u00f6ffentlichen Raum so\u00a0 bemerkenswert macht, ist, dass er eine \u00f6ffentliche Mitmach-Veranstaltung auf zwei Ebenen ist: Publikum und Jury werden miteinbezogen und zwar insofern, dass die Jury aus den Zuschauern ausgew\u00e4hlt wird. Damit wird jeder Anwesende f\u00fcr kompetent erkl\u00e4rt, den Auftritt \u2013 und damit Literatur und Performance \u2013\u00a0 beurteilen zu k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite animiert das Format Poetry Slam Kultur und Literatur nicht nur zu konsumieren, sondern selbst zu produzieren und in der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Dies gilt nat\u00fcrlich in besonderer Weise f\u00fcr den Poetry Slam in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen, <\/em>weil Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen Texte geschrieben und pr\u00e4sentiert haben, die dies sonst nicht getan h\u00e4tten. Es wird aber auch bei vielen anderen Poetry Slams aufgerufen sich zu beteiligen &#8211; abgesehen von professionellen Slams und Stars in der &#8218;Slammerszene&#8216;. Damit erh\u00e4lt der Event Poetry Slam eine Authentizit\u00e4t, die andere \u00f6ffentliche Kulturveranstaltungen nicht haben, weil man dort nur rezipiert und kulturelle Leistungen pr\u00e4sentiert werden, die man selbst nicht erbringen k\u00f6nnte. Zudem der Spiel- und Wettbewerbscharakter von Poetry Slam\u00a0 ein breites Publikum anspricht, welches die Veranstaltung auch wegen des Eventcharakters aufsucht und nicht nur wegen des kulturellen und literarischen Angebotes.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle w\u00fcrde es sich anbieten folgende Aspekte genauer zu betrachten: Anhand welcher Kriterien f\u00e4llt das Publikum und die Jury ihr Urteil \u00fcber die Performance innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne\u00a0 oder in welchem Sinne ist eine Slam-Performance ein Kunstwerk im Sinne Walter Benjamins. Auch die Frage inwieweit ein Slam-Vortrag ein Sprechakt im Sinne John Austins ist, w\u00e4re ein spannender Ansatz, den man weiter verfolgen k\u00f6nnte, aber all diese \u00dcberlegungen w\u00fcrden den Rahmen sprengen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"large\"} -->\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":65501,\"width\":287,\"height\":413,\"sizeSlug\":\"large\"} -->\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\">\r\n<div id=\"attachment_65501\" style=\"width: 297px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-image-65501\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><p id=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-caption-text\">Josef &#8222;Biby Wintjes. Portr\u00e4t: Bruno Runzheimer<\/p><\/div>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n<!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>\u00a0Literatur<\/u><\/strong><\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li>Austin, John L.: <em>Zur Theorie der Sprechakte (How to do things with words<\/em>). Deutsche Bearbeitung von Eike von Savigny. Stuttgart: Reclam 1994.<\/li>\r\n<li>Benjamin, Walter:\u201c Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c, deutsche Fassung 1939; in: derselbe: <em>Gesammelte Schriften<\/em>, Band I. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972.<\/li>\r\n<li>Callois, Roger: <em>Spiele und die Menschen. Maske und Rausch<\/em>. Aus dem Franz\u00f6sischen von Sigrid von Massenbach. Frankfurt a.M.: Ullstein 1982. [Neuausgabe Berlin 2016]<\/li>\r\n<li>Dieter, J\u00f6rg: <em>Webliteralit\u00e4t. Lesen und Schreiben im World Wide Web.<\/em> [Diss.] Frankfurt a. M.: Book on Demand 2007.<\/li>\r\n<li>Goffman, Erving: <em>Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag<\/em>. M\u00fcnchen: Piper 1969.<\/li>\r\n<li>Hillebrand, Xenia: Text o.A., vorgetragen am 20.Mai 2016 beim Poetry Slam in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen, <\/em>zur Verf\u00fcgung gestellt von Yola Brauer und Leonie K\u00e4mper vom Organisationsteam, siehe Anhang.<\/li>\r\n<li>Holzheimer, Franziska: <em>Strategien des Authentischen: Herausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur sekund\u00e4rer Oralit\u00e4t am Beispiel von Slam Poetry. <\/em>Paderborn: Lektora 2014.<\/li>\r\n<li>Masomi, Sulaiman: <em>Poetry Slam \u2013 eine orale Kultur zwischen Tradition und Moderne<\/em>. Paderborn: Lektora 2012.<\/li>\r\n<li>N\u00e4ser, Thorsten: <em>Authentizit\u00e4t 2.0 \u2013 Kulturanthropologische \u00dcberlegungen zur Such nach &#8218;Echtheit&#8216; im Videoportal YouTube.<\/em><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.soz.uni-frankfurt.de\/K.G\/B2_2008_Naeser.pdf\">http:\/\/www.soz.uni-frankfurt.de\/K.G\/B2_2008_Naeser.pdf<\/a>, letzter Abruf: 27. 08. 2016<\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li>Nikolai,Vera\/Orjuela, Adriana\/Schrenk, Nikola: \u201eDrei Dimensionen der Slam Poetry. Performance, Ethos und Widerstand\u201c In: <em>Kodikas, Code &#8211; Ars semeiotica<\/em> 32 2009, 1-2.<\/li>\r\n<li>Preckwitz, Boris: <em>Die Kunst dankt ab.<\/em><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/poetry-slams-mehr-und-mehr-eine-farce-1.1518545-2\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/poetry-slams-mehr-und-mehr-eine-farce-1.1518545-2<\/a>, letzter Abruf 17.09.2016<\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li>Rouvel, Kristof: \u201eZur Unterscheidung der Begriffe Glaubw\u00fcrdigkeit, Wahrhaftigkeit und Authentizit\u00e4t\u201c. In: Jan Berg [u.a.] (Hg.): <em>Authentizit\u00e4t als Darstellung.<\/em> Hildesheim: Hildesheim Universit\u00e4tsverlag 1997.<\/li>\r\n<li>Stahl, Enno: \u201eTrash, Social Beat und Poetry Slam. Eine Begriffsverwirrung\u201c. In: Heinz Ludwig Arnold, J\u00f6rgen Sch\u00e4fer (Hg.): <em>Edition Text + Kritik. Sonderband X\/03. Pop-Literatur.<\/em> M\u00fcnchen: Boomberg 2003.<\/li>\r\n<li>Strub, Christian: \u201eTrockene Rede \u00fcber m\u00f6gliche Ordnungen der Authentizit\u00e4t. Erster Versuch.\u201c In: Jan Berg [u.a.] (Hg.): <em>Authentizit\u00e4t als Darstellung<\/em>. Hildesheim: Hildesheim Universit\u00e4tsverlag 1997.<\/li>\r\n<li>Weixler, Antonius: \u201eAuthentisches Erz\u00e4hlen \u2013 authentisches Erz\u00e4hlen.\u201c In: Weixler, Antonius (Hg.): <em>Authentisches Erz\u00e4hlen. Produktion, Narration, Rezeption<\/em>. Berlin\/Boston: de Gruyter 2012.<\/li>\r\n<li>Wirag, Lino: \u201eDie Geburt des Poetry Slams aus dem Geist des Theaters\u201c. In: <em>KulturPoetik <\/em>2 (2014), S. 269-281.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong><u>Links<\/u><\/strong><\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li><a href=\"http:\/\/anti-uni.com\/eines-tages-baby-werden-wir-alt-sein\/\">http:\/\/anti-uni.com\/eines-tages-baby-werden-wir-alt-sein\/<\/a> , letzter Abruf: 23.09.216<\/li>\r\n<li><a href=\"http:\/\/www.myslam.net\/de\/poetry-slam-calendar\/2016\/Oktober\">http:\/\/www.myslam.net\/de\/poetry-slam-calendar\/2016\/Oktober<\/a>, letzter Abruf: 16.09. 2016<\/li>\r\n<li><a href=\"http:\/\/www.st-ursula.de\/\">http:\/\/www.st-ursula.de<\/a>, letzter Abruf: 18.09. 2016<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anhang<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Hillebrand, Xenia, Text o.A., vorgetragen am 20. Mai 2016 beim Poetry Slam in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen, <\/em>zur Verf\u00fcgung gestellt von Yola Brauer und Leonie K\u00e4mper aus dem Organisationsteam.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich steige in die Bahn. Die Fahrt ist nicht lang, vielleicht 3-4 Minuten \u2013 doch lang genug um sich ein paar Gedanken zu machen. Das Abteil ist nur sp\u00e4rlich besetzt, aber es sind genug Menschen da, \u00fcber die ich nachdenken k\u00f6nnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Beispiel die zwei Typen da vorne. Gebr\u00e4unte Haut, dunkles Haar und ein drei-Tage-Bart; wie der eine schon die ganze Zeit starrt. Na hoffentlich m\u00fcssen die um so&#8217;ne Zeit nicht mit mir raus; das sind doch eh welche von diesen Asylanten und jeder sagt, die sind nur auf&#8217;s eine aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder das M\u00e4dchen da. Kurz gef\u00e4rbte Haare und ein paar Zentimeter ihres Ohrl\u00e4ppchens mussten f\u00fcr &#8217;nen Tunnel passen; klar, eine von diesen Lesben, die M\u00e4nner hassen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ungebetene G\u00e4ste schleichen sich die Gedanken in meinen Kopf und ich weiss schon sie sind falsch, bevor ich sie richtig gedacht habe.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wieso m\u00fcssen wir immer richtende Gedanken mit uns tragen? Wieso glauben wir, dass wir mit einem Blick wissen, was wir f\u00fcr einen Menschen vor uns haben?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ja, ich sage wir, weil du mir nicht sagen kannst, du w\u00fcrdest bei dem alten Mann, der mit seiner Wodka- flasche in der Ecke sitzt, nicht denken, dass er selbst Schuld hat, wenn in seinem Leben nichts l\u00e4uft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ja, ich sage wir, weil du mir nicht sagen kannst, dass du dir bei der dicken Frau, die aus dem Fastfood \u2013 Laden kommt, nicht denkst, dass ja klar ist, woher ihre Figur kommt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das ist doch auch logisch oder nicht? Ich mein&#8216;, es ist doch toll alle Menschen in Schubladen zu zw\u00e4ngen, ohne ansatzweise seine grauen Zellen anzustrengen. Super, immer klar vor Augen zu haben, was f\u00fcr ein Mensch vor einem steht, ohne zu fragen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ich kann&#8217;s kaum mehr \u00fcbel nehmen. Schlie\u00dflich steht an jeder Ecke jemand, der meint er w\u00fcsste besser \u00fcber mich, dich und die Welt Bescheid.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich fragen wir uns, ob alle Ausl\u00e4nder gef\u00e4hrlich sind, weil alle sagen wir d\u00fcrfen abends nicht mehr raus, sobald ein Asylantenheim im Viertel \u00f6ffnet. Und falls einer aus der Reihe tanzt sagen sie einfach \u201eAusnahmen best\u00e4tigen die Regel\u201c.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wusstest du, dass die ausschlaggebenden Ideen zum Computer in deutschen und franz\u00f6sischen Hirnen lagen? Dass sogar deutsche M\u00e4nner vergewaltigen k\u00f6nnen, weil sie einen Penis haben?! \u201eKennst du einen \u2013 kennst du alle\u201c funktioniert eigentlich nie.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In was f\u00fcr Schubladen steckst Du wohl drin? Bist du Nazi weil du Deutscher bist? Oder bist du eigentlich T\u00fcrke, weil du gerne D\u00f6ner isst? Ist Lesen dein Hobby, weil du Brille tr\u00e4gst? Und bist du eingebildet, weil du Wert auf dein \u00c4u\u00dferes legst? Das gef\u00e4llt dir sicher auch nicht, wenn jeder so \u00fcber dich denkt, obwohl er nicht viel mehr als dein \u00c4u\u00dferes kennt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt mag man meinen, dass denken erst mal niemanden verletzt. Du magst meinen, dass niemand weiss, was du denkst und was niemand weiss, macht auch niemanden hei\u00df. Und das mag auch erst mal stimmen, aber es passiert viel zu schnell, dass Vorurteile \u00dcberhand gewinnen und pl\u00f6tzlich unser ganzes Handeln bestimmen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn du einen extra gro\u00dfen Bogen um den Mann, der auf dem Bordstein sitzt, drehst \u2013 weil er bestimmt nach Geld bettelt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn du das dicke M\u00e4dchen als letztes in dein Team w\u00e4hlst und dabei nur genervt die Augen verdrehst, weil sie bestimmt total schlecht in Sport ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir richten \u00fcber Menschen, die wir nicht kennen, wegen Dingen, die wir nicht wissen. Aber wie Bob Marley schon sagte \u201eWho are YOU to judge?\u201c Denken wird zu Handeln und Handeln kann sehr wohl verletzen! Und somit erreichen wir am Ende durch unser Schubladendenken, das ganze Dr\u00fccken und Zw\u00e4ngen, nicht viel mehr, als dass wir uns gegenseitig immer weiter auseinander dr\u00e4ngen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann h\u00e4lt die Bahn.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stehe auf. Gehe vorbei an dem M\u00e4dchen mit den kurzen Haaren, sehe wie sie sich nach vorne lehnt und ihre Lippen auf die eines Jungen gegen\u00fcber von ihr legt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch bevor ich die T\u00fcr erreiche, werde ich an der Schulter zur\u00fcck gehalten. Einer der zwei Typen mit der dunklen Haut dr\u00fcckt mir l\u00e4chelnd mein Handy in die Hand, was wohl noch auf meinem Sitzplatz lag. Ich stammle \u201eDanke\u201c und stolpere aus der Bahn.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Text von Xenia Hillebrand wurde unkorrigiert \u00fcbernommen.<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Text von Hendrik Wilke stand leider nicht zur Verf\u00fcgung.<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Internetseiten, auf denen es Artikel zu dem Poetry Slam am 20. Mai 2016 in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen<\/em> gibt:<\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li><a href=\"http:\/\/www.st-ursula.de\/?termin=8869\">http:\/\/www.st-ursula.de\/?termin=8869<\/a>, letzter Abruf: 23.09.2016<\/li>\r\n<li><a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/neheim-huesten\/poetry-slam-gegen-diskriminierung-aimp-id11855891.html\">http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/neheim-huesten\/poetry-slam-gegen-diskriminierung-aimp-id11855891.html<\/a>, letzter Abruf: 23.09.2016<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Wirag, Lino: \u201eDie Geburt des Poetry Slams aus dem Geist des Theaters\u201c. In: <em>KulturPoetik <\/em>14.2 (2014), S. 270<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Ebd., S. 270<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Ebd., S. 270f.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>Vgl. Dieter, J\u00f6rg: <em>Webliteralit\u00e4t. Lesen und Schreiben im World Wide Web.<\/em> [Diss.] Frankfurt a. M.: Book on Demand 2007, S. 10<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a><a href=\"http:\/\/www.myslam.net\/de\/poetry-slam-calendar\/2016\/Oktober\">http:\/\/www.myslam.net\/de\/poetry-slam-calendar\/2016\/Oktober<\/a>, letzter Abruf: 16.09.2016<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Vgl. Wirag, Lino: \u201eDie Geburt des Poetry Slams aus dem Geist des Theaters.\u201c In: <em>KulturPoetik <\/em>14.2 (2014), S. 273<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>Vgl.: Wirag, Lino:\u201eDie Geburt des Poetry Slams aus dem Geist des Theaters\u201c. In: <em>KulturPoetik <\/em>14.2 (2014), S. 273f.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>Ebd., S. 277<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>Preckwitz, Boris: <em>Die Kunst dankt ab.<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/poetry-slams-mehr-und-mehr-eine-farce-1.1518545-2\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/poetry-slams-mehr-und-mehr-eine-farce-1.1518545-2<\/a>, letzter Abruf 17.09.2016<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>Nikolai, Vera\/Orjuela, Adriana\/Schrenk, Nikola: \u201eDrei Dimensionen der Slam PoetryPerformance, Ethos und Widerstand\u201c In: <em>Kodikas, Code &#8211; Ars semeiotica<\/em> 32 2009, 1-2, S. 148<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>Ebd., S. 148<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>Ebd., S. 148<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>Vgl. <a href=\"http:\/\/www.st-ursula.de\/\">http:\/\/www.st-ursula.de<\/a>, letzter Abruf: 18.09.2016<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>Caillois, Roger: <em>Spiele und die Menschen. Maske und Rausch<\/em>. Aus dem Franz\u00f6sischen von Sigrid von Massenbach. Frankfurt a.M.: Ullstein 1982. [Neuausgabe Berlin 2016], S. 27<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>Ebd., S. 16<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>Callois, Roger: <em>S<\/em><em>piele und die Menschen. Maske und Rausch<\/em>. Aus dem Franz\u00f6sischen von Sigrid von Massenbach. Frankfurt a.M.: Ullstein 1982. [Neuausgabe Berlin 2016], S. 22<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>Callois, Roger: <em>S<\/em><em>piele und die Menschen. Maske und Rausch<\/em>. Aus dem Franz\u00f6sischen von Sigrid von Massenbach. Frankfurt a.M.: Ullstein 1982. [Neuausgabe Berlin 2016], S. 22<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>Ebd., S. 27f.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>Wirag, Lino: \u201eDie Geburt des Poetry Slams aus dem Geist des Theaters.\u201c In: <em>KulturPoetik <\/em>14.2 (2014), S. 281<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>Ebd., S. 281<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>N\u00e4ser, Thorsten: <em>Authentizit\u00e4t 2.0 \u2013 Kulturanthropologische \u00dcberlegungen zur Such nach &#8218;Echtheit&#8216; im Videoportal YouTube.<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.soz.uni-frankfurt.de\/K.G\/B2_2008_Naeser.pdf\">http:\/\/www.soz.uni-frankfurt.de\/K.G\/B2_2008_Naeser.pdf<\/a>, letzter Abruf: 27.08.2016<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>Rouvel, Kristof: \u201eZur Unterscheidung der Begriffe Glaubw\u00fcrdigkeit, Wahrhaftigkeit und Authentizit\u00e4t\u201c. In: Jan Berg\u00a0\u00a0 [u.a.] (Hg.): <em>Authentizit\u00e4t als Darstellung.<\/em> Hildesheim: Hildesheim Universit\u00e4tsverlag 1997, S. 218<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>Vgl. Goffman, Erving: <em>Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag<\/em>. M\u00fcnchen: Piper 1969, S. 70<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>Holzheimer, Franziska: <em>Strategien des Authentischen. Herausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur sekund\u00e4rer Oralit\u00e4t am Beispiel von Slam Poetry.<\/em> Paderborn: Lektora 2014, S. 33f.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>Strub, Christian: \u201eTrockene Rede \u00fcber m\u00f6gliche Ordnungen der Authentizit\u00e4t. Erster Versuch.\u201c In: Jan Berg [u.a.] (Hg.): <em>Authentizit\u00e4t als Darstellung<\/em>. Hildesheim: Hildesheim Universit\u00e4tsverlag 1997, S. 9<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>Holzheimer, Franziska: <em>Strategien des Authentischen. Herausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur sekund\u00e4rer Oralit\u00e4t am Beispiel von Slam Poetry.<\/em> Paderborn: Lektora 2014, S. 33f.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a>Masomi, Sulaiman: <em>Poetry Slam \u2013 eine orale Kultur zwischen Tradition und Moderne<\/em>. Paderborn: Lektora 2012, S. 59<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>Holzheimer,\u00a0 Franziska: <em>Strategien des Authentischen. Herausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur sekund\u00e4rer Oralit\u00e4t am Beispiel von Slam Poetry<\/em>. Paderborn: Lektora 2014, S. 42<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>Nikolai, Vera\/Orjuela, Adriana\/Schrenk, Nikola: \u201eDrei Dimensionen der Slam PoetryPerformance, Ethos und Widerstand\u201c In: <em>Kodikas, Code &#8211; Ars semeiotica<\/em> 32 2009, 1-2, S. 146<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>Ebd., S. 144 ff.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>Hillebrand, Xenia: Text o.A., vorgetragen am 20.Mai 2016 beim Poetry Slam in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen,<\/em> zur Verf\u00fcgung gestellt von Yola Brauer\u00a0 und Leonie K\u00e4mper vom Organisationsteam, siehe Anhang.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>Ebd.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a>Ebd.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a>Weixler, Antonius: \u201eAuthentisches Erz\u00e4hlen \u2013 authentisches Erz\u00e4hlen.\u201c In: Weixler, Antonius (Hg.):\u00a0 <em>Authentisches Erz\u00e4hlen. Produktion, Narration, Rezeption.<\/em> Berlin\/Boston: de Gruyter 2012, S. 5<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Nikolai,Vera\/Orjuela, Adriana\/Schrenk, Nikola: \u201eDrei Dimensionen der Slam Poetry. Performance, Ethos und Widerstand\u201c In: <em>Kodikas, Code &#8211; Ars semeiotica<\/em> 32 2009, 1-2, S. 144<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Holzheimer, Franziska: <em>Strategien des Authentischen. Herausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur sekund\u00e4rer Oralit\u00e4t amBeispiel von Slam Poetry.<\/em> Paderborn: Lektora 2014, S. 58<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Hillebrand,\u00a0 Xenia: Text o.A., vorgetragen am 20.Mai 2016 beim Poetry Slam in der <em>Werkstattgalerie Der Bogen, <\/em>zur Verf\u00fcgung gestellt von Yola Brauer und Leonie K\u00e4mper vom Organisationsteam, siehe Anhang.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a>Ebd.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a>Vgl.: Benjamin, Walter:\u201c Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c, deutsche Fassung 1939; in: derselbe: <em>Gesammelte Schriften<\/em>, Band I. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972, S. 471-508<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a>Holzheimer, Franziska: <em>Strategien des Authentischen. Herausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur sekund\u00e4rer Oralit\u00e4t amBeispiel von Slam Poetry. Paderborn: <\/em>Lektora 2014, S. 15<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a><em>Filmwissenschaftliche Genreanalyse<\/em>. Hg. von Kuhn, Markus\/Scheidgen, Irina\/Valeska, Nicola. Berlin\/Boston: De Gruyter 2013, S. 2<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a>Vgl. Fricke, Harald: <em>Norm und Abweichung. Eine Philosophie der Literatur<\/em>. M\u00fcnchen: Beck 1981, S. 133<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a>Vgl.: <a href=\"http:\/\/anti-uni.com\/eines-tages-baby-werden-wir-alt-sein\/\">http:\/\/anti-uni.com\/eines-tages-baby-werden-wir-alt-sein\/<\/a> , letzter Abruf: 23.09.216<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a>Stahl, Enno: \u201eTrash, Social Beat und Poetry Slam. Eine Begriffsverwirrung.\u201c In: Heinz Ludwig Arnold, J\u00f6rgen Sch\u00e4fer (Hg.): <em>Edition Text + Kritik. Sonderband X\/03. Pop-Literatur.<\/em> M\u00fcnchen: Boomberg 2003, S. 262<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Poetry Slam fand am 20. Juli 1986 in Chicago statt. Danach hat sich diese Vortragsform pandemisch verbreitet. Jutta Ludwig hat das Thema f\u00fcrs Hinterland heruntergebrochen. \u00a0 \u201eEin Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem Dichterinnen und Dichter&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/07\/20\/generation_slam\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":211,"featured_media":98312,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2686],"class_list":["post-70715","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-jutta-ludwig"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70715","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/211"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70715"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70715\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101301,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70715\/revisions\/101301"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98312"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}