{"id":70367,"date":"2020-12-17T00:01:50","date_gmt":"2020-12-16T23:01:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70367"},"modified":"2021-04-02T10:54:00","modified_gmt":"2021-04-02T08:54:00","slug":"kunst-ist-das-herz-der-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/12\/17\/kunst-ist-das-herz-der-demokratie\/","title":{"rendered":"Kunst ist das Herz der Demokratie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wer die Freiheit der Kunst nicht bewahrt und nutzt, versagt. Versagen wir, versagt unsere Gesellschaft. Versagt sie, hat sie \u2013 haben wir \u2013 keine Zukunft mehr. Darum ist die Freiheit von Kunst und Kultur eine wesentliche Bedingung der M\u00f6glichkeit f\u00fcr die <em>\u201eZukunftsf\u00e4higkeit unserer Gesellschaft\u201c<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Gerhart Baum<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Mahnung A.L. Kennedys. Die F\u00f6rderung von Kunst und Kultur ist keine Frage des Geldes, sondern eine der Haltung &#8211; sie geh\u00f6rt zur ethisch-moralischen Daseinsvorsorge der B\u00fcrger.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo die Kunst, und mit ihr die Kultur, der Monetarisierung, dem Diktat der \u00d6konomisierung g\u00e4nzlich unterworfen ist, ist sie unfrei. Unfreiheit ist aber die h\u00f6chste Form des Mangels an Freiheit. Wo es nun an Freiheit mangelt, kann Kultur nicht sein. Und wo es an Kultur mangelt, mangelt es, so Alison Louise Kennedy in ihrer Rede anl\u00e4sslich der Verleihung des Heinrich-Heine-Preises, gemeinhin auch an Menschlichkeit:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>\u201eZwischen dem Mangel an Kultur und dem Mangel an Menschlichkeit besteht eine Verbindung.&#8220;<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Insofern ist die F\u00f6rderung von Kunst und Kultur \u2013 und bei dieser F\u00f6rderung geht es nicht ums Geld, es geht allein um eine Haltung \u2013 nichts weniger als ethisch-moralische Daseinsvorsorge f\u00fcr die B\u00fcrger: Da, wo Kunst und Kultur nicht gef\u00f6rdert wird, wird sie get\u00f6tet. Und was, wenn sie get\u00f6tet wird?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>&#8222;Zuerst wird die Kunst ermordet, dann der Mensch. Immer. Immer.&#8220;<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese mahnenden Worte der Heine-Preistr\u00e4gerin Alison Louise Kennedy sollte sich der kommunal Hauptverantwortliche, der auf der gleichen Veranstaltung, von ihren Worten offenbar g\u00e4nzlich unbeeindruckt, einer m\u00fcndigen B\u00fcrgergesellschaft das Wort redete, in einer ruhigen Minute noch einmal ganz genau durch den Kopf gehen lassen, bevor er weiterhin von <em>&#8222;niedrigschwelligen Angeboten&#8220;<\/em> schwadroniert, die Kunst und Kultur zu machen haben, um auch zuk\u00fcnftig in den Genuss finanzieller F\u00f6rderung von seinen Gnaden zu kommen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn auf solch eine Haltung, solche Handlungen und Einstellungen waren die Worte von A. L. Kennedy gem\u00fcnzt. Eine Haltung, die dem Einzelnen vielleicht gar nicht recht bewusst sein mag. Und damit auch nicht die m\u00f6glichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Doch auch wenn die Konsequenzen unbeabsichtigt sind, sind sie vorhersehbar.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Insofern kann sich auch der, der in lauterer Absicht handelt, nicht seiner Verantwortung entziehen: Als gewendeter Mephisto ist er so Teil der Kraft, die stets das Gute will \u2013 aber dann das B\u00f6se schafft.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} -->\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wor\u00fcber reden wir, wenn wir \u00fcber Kunst reden?<\/strong> von Stefan Oehm, K\u00f6nigshausen und Neumann, 2019<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":56960,\"width\":225,\"height\":342} --><\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-56960\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Oehm_Coer.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"342\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Oehm_Coer.jpg 450w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Oehm_Coer-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Oehm_Coer-260x395.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Oehm_Coer-160x243.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO w\u00fcrdigte das Buch von Stefan Oehm mit einem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/09\/15\/nachdenken-ueber-kunst\/\">Rezensionsessay<\/a>. Eine Leseprobe aus <em>Wor\u00fcber reden wir, wenn wir \u00fcber Kunst reden?<\/em> finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/05\/01\/worueber-reden-wir-wenn-wir-ueber-kunst-reden-teil-1\/\">hier<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch Stefan Oehms Essay zu Mischa Kuballs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50277\">Lichtinstallation<\/a> <strong><em>res\u00b7o\u00b7nant<\/em><\/strong>. Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a>. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Wer die Freiheit der Kunst nicht bewahrt und nutzt, versagt. Versagen wir, versagt unsere Gesellschaft. Versagt sie, hat sie \u2013 haben wir \u2013 keine Zukunft mehr. 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