{"id":7029,"date":"2012-08-26T04:49:27","date_gmt":"2012-08-26T02:49:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=7029"},"modified":"2022-02-27T14:59:35","modified_gmt":"2022-02-27T13:59:35","slug":"buchobjekte-und-malerei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/26\/buchobjekte-und-malerei\/","title":{"rendered":"Buchobjekte und Malerei \u2022 Revisited"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7031\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-9\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-9.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"200\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/uwealbert.com\/\">Uwe Albert<\/a> ist ein Spieler. Er tut zwar so, als sei er ein Sportler. Rennt mit dem Boot auf dem Strom rum, um die Enten auf dem Wasser zu beobachten und die Schnepfen am Ufer. Aber er ist ein Spieler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst die Selbstvergessenheit beim Spiel f\u00fchrt unweigerlich zu einem Lernergebnis. Das f\u00fchrt zu Botschaften aus der Erheiterung oder denselben aus \u00c4ngsten. Beides sehen sie hier. Albert stellt seine \u00c4ngste an die Wand und versteckt seine Erheiterung hinter der Borke. Er ist ein \u00f6ffentlich Ge\u00e4ngsteter und ein heimlich Erheiterter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kunstwissenschaftliche Einordnung interessiert mich hier wenig. Hier gibt es Spannenderes zu entdecken. Alberts Fantasie beispielsweise, die sich nicht aus dem Nichts erhebt. Albert sagt, er arbeitet nach einem Seherlebnis. Er nimmt bewusst, unbewusst etwas wahr und dann entstehen bei ihm Bilder. Sehr poetische Bilder in B\u00fcchern wie dem \u201eEismond\u201c beispielsweise. Ich gestehe ihm gar etwas Anderes noch zu: Das Wissen um altes, magisches Denken. Er gibt den Dingen eine Bedeutung, die sie nur ansatzweise in sich haben, die er aber erkennt und konkretisiert, verst\u00e4rkt und sie so zu etwas Eigenem werden l\u00e4sst. Alberts Fantasie arbeitet au\u00dferhalb des Zeitgeistes und lenkt so den Fokus auf die Verwundbarkeit dessen, was lebendig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Albert lebt gef\u00e4hrlich. Er wohnt in einem ausgeh\u00f6hlerten St\u00fcck eines Baumstammes, in dessen W\u00e4nde er Regale f\u00fcr eine kleine Bibliothek schnitzte, und besieht sich die Welt aus einem Astloch. Sie ist seltsam, sagt er. Die Welt meint er. Hierinnen ist es rund und behaglich, sagte er.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich lebe in diesem Baumst\u00fcck, weil ich hier meine Tr\u00e4ume bewahren kann, sagte er. Die Menschen sprechen von einem \u00dcberlebenskampf, wenn sie \u00fcber ihre Erfahrungen reden. Der scheint mir so real, wie der real existierende Sozialismus. Meine Erfahrung ist: Nicht der Tr\u00e4umer, vielmehr, wer nicht zu tr\u00e4umen vermag, lebt in einer Scheinwelt. Das war die zweiundvierzigste These. Wieso \u00fcberspringst du so viele Thesen, fragte ich ihn. Weil sie nicht real sind, antwortete er. Ich habe sie nur aufgeschrieben. Das hat sie geadelt. Aber deshalb sind sie noch lange keine Realit\u00e4tsbeschreibungen. Die Thesen sind Trugbilder, die einem die Welt ein wenig besser erkl\u00e4ren wollen. Doch weil sie Trugbilder sind, ver\u00e4ndern sie sich st\u00e4ndig. Wie die Welt. Du kannst nichts festhalten. H\u00e4ltst du etwas fest, kannst du zuschauen, wie es dir zwischen den Fingern wegaltert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann nicht st\u00e4ndig umziehen. Das sind zu viele Bilder. Es sind \u00fcberhaupt viel zu viele Bilder in der Welt. Viele von ihnen sind heimatlos. Ich fange sie ein und gebe ihnen in meinen Arbeiten ein Zuhause.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-101023\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Uwe-Albert-e1645969932670.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch bitte den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11279\">Essay<\/a> von Holger Benkel \u00fcber die Arbeit von Uwe Albert. Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen Sie bitte auch den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend zu &#8218;Alphabetikon&#8216; lesen Sie bitte das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uwe Albert ist ein Spieler. Er tut zwar so, als sei er ein Sportler. Rennt mit dem Boot auf dem Strom rum, um die Enten auf dem Wasser zu beobachten und die Schnepfen am Ufer. 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