{"id":70083,"date":"2024-12-10T00:01:23","date_gmt":"2024-12-09T23:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70083"},"modified":"2024-10-13T12:28:58","modified_gmt":"2024-10-13T10:28:58","slug":"eine-mediale-spurensuche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/12\/10\/eine-mediale-spurensuche\/","title":{"rendered":"Eine mediale Spurensuche zwischen 1989 und 2024"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Was sind eigentlich die literarischen Kriterien f\u00fcr das Urteil, da\u00df etwas &#8217;neu&#8216; sei? Doch wohl, da\u00df man es vorher nicht gekannt zu haben vermeint&#8230; Wirklich ist ja dieser Neuigkeitsfetischismus auch eine Ein\u00fcbung ins Vergessen, wobei die Geschichte dauernd mit einer Tinte geschrieben wird, die, kaum dass sie trocknet, verschwindet.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Reinhard Lettau<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_98419\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98419\" class=\"wp-image-98419\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/TopCover.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"151\" \/><p id=\"caption-attachment-98419\" class=\"wp-caption-text\">Cover: Georg von der Gathen<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach all dem was im Annus Mirabilis zur Verf\u00fcgung stand, hat KUNO die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/01\/01\/stunde_null\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Stunde Null<\/span><\/a><\/em> im Jahr 1989 angesetzt. Der Urknall des modernen Romans liegt etwas weiter zur\u00fcck, f\u00fcr die Redaktion ist er: <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19812\"><span style=\"color: #ff0000;\">The Life and Opinions of Tristram Shandy<\/span><\/a>. <\/em>Eine Hochkulturarroganz, wie sie im Zeitalter der Aufkl\u00e4rung geboren wurde, gibt es nicht mehr. B\u00fccher sind kl\u00fcger als ihre Verfasser. Mindestens aber 200 Jahre, dann zersetzt sich das Papier. Mit Drucksachen das Unsagbare zeigen allein <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/04\/11\/kunstlerbucher\/\">K\u00fcnstlerb\u00fccher<\/a><\/span>. In 1999 richteten wir den Spot auf eine Zeit, als der der Claim f\u00fcr <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/01\/label-oder-available\/\"><em>Klangb\u00fccher<\/em><\/a><\/span> noch nicht abgesteckt war. <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schrieb Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Gr\u00fcndungstexte<\/span><\/a> der <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO). In 2009 ging das <em>Projekt<\/em> Labor in die <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/01\/01\/publizieren-ist-eine-form-des-denkens\/\">Edition Das Labor<\/a><\/span> \u00fcber<\/span>. Im 30. Jahr erkl\u00e4rten wir, warum <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">das Projekt Labor sich <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/01\/traue-kuno-auch-ueber-30\/\">nie<\/a><\/span> zu einem <em>Generationenprojekt<\/em> verkl\u00e4rte. Das sicherte einen Nachschlag;-)<br \/><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Das Online-Archiv KUNO denkt im 35. Jahrgang abschlie\u00dfend \u00fcber die rhetorische Bedeutung von Ausdruck, Intonation und Gestaltung in der Kultur nach, wohlwissend, da\u00df wir uns auf den Schultern von Giganten befinden.<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_101412\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-101412\" class=\"wp-image-101412 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1997\/09\/VOStomps.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"205\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1997\/09\/VOStomps.jpg 224w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1997\/09\/VOStomps-160x146.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><p id=\"caption-attachment-101412\" class=\"wp-caption-text\">Portr\u00e4t V.O. Stomps \u00a9 Minipressen-Archiv<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1799 lebten die beiden Br\u00fcder Schlegel, August Wilhelms Ehefrau Caroline sowie Dorothea Veit f\u00fcr ein halbes Jahr zu viert zusammen \u2013 im Hinterhaus des Hauses <em>An der Leutra 5<\/em> in Jena. Diese <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/12\/10\/die-keimzelle-des-nonkonformismus\/\">Romantiker-WG<\/a><\/span> bildete die Keimzelle <span class=\"screen-reader-text\">des Nonkonformismus<\/span>. Die Autoren brachen mit vielen Konventionen: Sie mischten sie in ihre Romane Gedichte und Balladen, kleine M\u00e4rchen etc. Dem entspricht Friedrich Schlegels Konzept einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/03\/10\/das-116-athenaeums-fragment\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">progressiven Universalpoesie<\/span><\/a>, die nicht nur unterschiedlichste Gattungen und Wissensgebiete miteinander verbindet, sondern auch \u00fcber sich selbst nachdenkt und ihre eigene Kritik enth\u00e4lt. \u2192 Wir machen einen Zeitsprung in ein Land, in dem es gelang mehr Demokratie zu wagen. Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Nonkonformistische Literatur<\/span><\/a><span style=\"color: #ff0000;\">,<\/span> lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von einem Klassiker des Andersseins: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">V.O.<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Stomps<\/span><\/a>. Der nonkonformistische Geist der <em>Rabenpresse<\/em> wurde von <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/09\/24\/supkultur\/\">Josef \u201eBiby\u201c Wintjes<\/a><\/span> in die BRD transferiert. Noch als Angestellter in der EDV-Abteilung der Firma Krupp gr\u00fcndete er 1969 in Bottrop das <i>Nonkonformistische Literarische Informationszentrum<\/i>, das er bis zu seinem Lebensende f\u00fchrte. Das<i> Info <\/i>funktionierte als Versand- und Vertriebsstelle f\u00fcr Zeitschriften und B\u00fccher aus der <em>Nonkonformistischen Literatur.<\/em> Und die Szene jenseits von Frankfurt-Bockenheim w\u00e4re nicht denkbar ohne den Urvater des bundesdeutschen Beat <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Hadayatullah H\u00fcbsch.<\/span><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Parallel dazu entwickelte sich in der BRD etwas, was sich selbstironisch als <em>Trash<\/em> bezeichnete.<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_98404\" style=\"width: 221px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98404\" class=\"wp-image-98404 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Jaguar-e1645955306365.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98404\" class=\"wp-caption-text\">Cover des ersten Gossenhefts, 1989. Photo: Anka Roth<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Triviale und Popul\u00e4re zu Kunst zu machen, ist eine Pr\u00e4misse des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Trash<\/em><\/span><\/a>. Die Motive stammen aus Alltagskultur, Konsumwelt und aus den Medien. Die Kennung von der \u201e\u00c4sthetik des H\u00e4sslichen\u201c als charakteristischem Merkmal stimmt als Bewertung ebensowenig, wie die Formel \u201eedle Einfalt und stille Gr\u00f6\u00dfe\u201c. Diesem <em>Abfallprodukt<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt <em>Trash<\/em> als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Au\u00dfenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Die Gossenheftreihe des Krash-Verlags pr\u00e4sentiert eine \u00c4sthetik der Nichtpriviligierten und zeigt die Kehrseite einer Kultur, ihr Anderes, Verleugnetes, Verbotenes und Begehrtes. Diese Literatur besch\u00e4ftigt sich mit dem Anderen in dieser Doppeldeutung und holt etwas in die Kultur zur\u00fcck, was den Ausgrenzungen zum Opfer gefallen ist. Mit dieser Reihe galt es die Senkgrube der Trivialit\u00e4t durchschreiten. Sie nimmt sich dessen an, was eine gegebene Kultur von dem abgrenzt, was sie als Gegenkultur oder Unkultur betrachtet. Diese Literatur macht beobachtbar, was die Normalit\u00e4ts- und die Alterit\u00e4tsannahmen einer Gesellschaft sind, sie zeigt uns, was in unserer Gesellschaft und Kultur m\u00f6glich, kaum m\u00f6glich und unm\u00f6glich ist. Dabei bilden Ordnung und Gegenordnung ein sich bedingendes Gef\u00fcge. Diese Heftromane werden geradezu zum Gradmesser f\u00fcr die in der geltenden Kultur herrschenden Beschr\u00e4nkungen und halten uns den Spiegel vor, sie zeigen unsere eigenen verdr\u00e4ngten Gel\u00fcste und eine Schmud\u00addelvariante unserer Welt des neoliberalen, rasenden Still\u00adstands. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Perlen<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">des Trash<\/span><\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Daneben sei Heiner Links <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a><\/span> zum Band Trash-Piloten eindr\u00fccklich empfohlen. Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\"><span style=\"color: #ff0000;\">Proust zu Pulp<\/span><\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Das Spiel mit dem Paradoxen ist eine Art geistiges Perpetuum mobile.<\/em><\/span><em><br \/><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-104662 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/LaurieAnderson_BigScience.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/LaurieAnderson_BigScience.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/LaurieAnderson_BigScience-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/LaurieAnderson_BigScience-160x160.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Dass moderne Literatur nicht nur im begrenzten Format eines Buches seinen Platz hat, belegen der Multimediak\u00fcnstler <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12763\"><span style=\"color: #ff0000;\">Peter<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Meilchen<\/span><\/a>, der Sprechsteller <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/schwebebahn.htm\">A.J. <span style=\"color: #ff0000;\">Weigoni<\/span><\/a> oder die visuelle Poetin <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?tag=angelika-janz\"><span style=\"color: #ff0000;\">Angelika<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Janz<\/span><\/a> und die Multimedia-Artistin <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/10\/06\/sprache-ein-virus-aus-dem-weltall\/\">Laurie Anderson<\/a><\/span> nachdr\u00fccklich. Alle vorgenannten Artisten arbeiten sowohl mehrperspektivisch, als auch interdisziplin\u00e4r. Ein Ansatz, der bei den germanistischen Fliegenschissdeutern keine gro\u00dfe Beachtung findet, weil die Rezeption von Literatur im Gegensatz zu der von bildender Kunst gr\u00f6\u00dftenteils im 19. Jahrhundert steckengeblieben ist. Die Literaturtheorie sollte daher im 21. Jahrhundert zu einer dienenden Rolle zur\u00fcckfinden und endlich ihre Unterw\u00fcrfigkeit ablegen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unverst\u00e4ndlich f\u00fcr KUNO bleibt, warum die <em>Fragmenttexte von <\/em>Angelika Janz nicht die Beachtung gefunden hat, die ihnen eigentlich zustehen, daher vertiefend ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\"><span style=\"color: #ff0000;\">Portr\u00e4t<\/span> <\/a>\u00fcber ihre interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit, sowie einen <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a><\/span> \u00fcber ihre Arbeit. Irritierend, warum die bildungsb\u00fcrgerliche Kurzprosa (mit gleichsam eingebauter Kommentarspaltenfunktion) von Ulrich Bergmann, etwa <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=40312\"><em>Splitter, nicht einmal Fragmente <\/em><\/a><\/span>keine geb\u00fchrende \u00fcberregionale Beachtung gefunden haben. Gleichfalls mehr Bedeutung steht seit langem Holger Benkel zu, er beweist als Lyriker in seinem Band <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29369\"><em>Seelenland<\/em><\/a><\/span> ein Gesp\u00fcr f\u00fcr das Unvertraute im Vertrauten, das Unheimliche des Allt\u00e4glichen, das Scheinhafte des Realen. Was seinen <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21478\">Rezensionsessays<\/a><\/span> die \u00dcberzeugungskraft verleiht, ist die philosophische Anstrengung, denen er sein Material unterwirft, seine Texte zeigen, was der Fokus auf eine Fragestellung sichtbar machen kann, wie diese Konzentration aufdeckt, was dem Schreibenden selbst verborgen blieb, wohl wissend, da\u00df die F\u00fclle der Literatur, der Kunst und des Lebens eben darin liegen, nie alles wissen zu k\u00f6nnen. By the way, wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a><\/span>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Der Traum des Kritikers ist es, eine Kunst durch ihre Technik zu definieren.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Roland Barthes<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_98026\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98026\" class=\"wp-image-98026 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Twitteratur_Cover-e1645592190612.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98026\" class=\"wp-caption-text\">Das Hungertuch von Haimo Hieronymus in der Martinskirche, Linz am Rhein<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2006 verschickte Jack Dorsey den erste \u201eTweet\u201c mit dem Inhalt \u201ejust setting up my twttr.\u201c. Dies klang \u00e4hnlich wie das erste Telefonat von Alexander Graham Bell: \u201eWatson, come here. I need you.\u201c Technische Neuerungen sind immer auch eine Chance f\u00fcr scheinbar \u00fcberholte literarische Formen. Bisher bilden die kleinen Formen in jeder Systematik der Literaturwissenschaft neben Epik, Lyrik und Dramatik mit unterschiedlichen Bezeichnungen eine Randgruppe: Epigramm, Sprichwort, Prosagedicht, K\u00fcrzestgeschichte und selbstverst\u00e4ndlich der Aphorismus. Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist der althergebrachte Aphorismus in Form des Mikroblogging eine auflebende Form. <em>Twitteratur<\/em> ist eine Poesie, die man von den japanischen Haiku kennt, sie scheint auf besondere Weise verf\u00fcgbar und dienstbar zu sein. Bestand die Modernit\u00e4t dieser Mikrogramme bisher in ihrer Operativit\u00e4t, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Popmoderne. Was alle Autoren auf KUNO verbindet, ist die Arbeit an der Sprache. Sprache als Material. Eine Sprache, die nicht als Vehikel f\u00fcr den Transport von Plots und Weltanschauungen vernutzt wird. Eine Sprache, die sich marktkonformen Konventionen entzieht. Eine Sprache, die Grenzen erforscht, erweitert, strapaziert. Weiterf\u00fchrend ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/06\/twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>,<\/span> \u2013 vor der \u00dcbernahme von Twitter durch einen durchgeknallten Milliad\u00e4r \u2013 ein Essay, sowie eine Reflexion \u00fcber ein nicht ganz uneigenn\u00fctziges <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/08\/13\/ein-rettungsprojekt-fuer-twittergedichte\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Rettungsprojekt f\u00fcr Twittergedichte<\/span><\/a> von Clemens J. Setz und dem Suhrkamp Verlag, bei dem sich die Frage stellt: &#8222;Ist das noch Suhrkamp-Kultur&#8220;? -\u201eWie der legend\u00e4re Verlag von Brecht und Hesse von einem Hamburger Baumarkt-Million\u00e4r gerettet wurde\u201c, beschreibt Ijoma Mangold die Verlags\u00fcbernahme von Suhrkamp in der Wochenzeitschrift &#8222;Die Zeit&#8220;.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Ein Buch muss keinen Nutzen haben. In der Zeit des Digitalen erlebt die Frage nach der Materialit\u00e4t von Literatur eine neue Bl\u00fcte.<\/span><\/em><\/p>\r\n<div id=\"attachment_98578\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98578\" class=\"wp-image-98578 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wortspielhalle_Cover-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98578\" class=\"wp-caption-text\">Cover: Fr\u00fchlingel von Peter Meilchen<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kaum eine andere Galerie in Deutschland hat \u2018Der Bogen\u2019 in Arnsberg immer Wert auf die handwerkliche Erarbeitung von K\u00fcnstlerb\u00fcchern gelegt. Diese Aura der Einmaligkeit reicht von den Materialb\u00fcchern des <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35389\">J\u00fcrgen Diehl<\/a><\/span>, \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25405\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Schland<\/span><\/em><\/a>-Box von Peter Meilchen, den K\u00fcnstlerb\u00fcchern von Stephanie Neuhaus, bis hin zu Haimo Hieronymus und A.J. Weigonis Erkundungen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Linie zwischen Schrift und Zeichnung, der Verstetigung von Schrift, Pinsel und der Drucktechnik. Die Tradition der librophilen B\u00fccher setzt sich mit einer Katalogreihe fort. Die quadratische Form der Kataloge hat sich als praktische Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Abbildungen erwiesen. Dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21932\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Alphabetikon<\/span><\/em><\/a> Katalog von Haimo Hieronymus folgte\u00a0 das von Karl Hosse angeregte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27438\"><span style=\"color: #ff0000;\">Gezeitengespr\u00e4ch<\/span><\/a> und die von Stephanie Neuhaus initiierte\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31389\"><span style=\"color: #ff0000;\">Super Speed Art Exhibiton Tour<\/span><\/a>. Hier erschien auch die mit dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22035\"><span style=\"color: #ff0000;\">lime_lab<\/span><\/a> ausgezeichnete <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19038\"><span style=\"color: #ff0000;\">Wortspielhalle<\/span><\/a> von Sophie Reyer und A.J. Weigoni. Die \u201eQueen of the Biomacht\u201c ist die un\u00fcbertroffene Meisterin der literarischen Verst\u00f6rung, ihre B\u00fccher sind komplex komponierte, in glasklarer Sprache gef\u00fchrte Gegenwartsanalysen, die aktuelle Fragen zu Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe und sozialer Klasse aufgreifen und bis in die feinsten Ver\u00e4stelungen des Zwischenmenschlichen hinein verfolgen. Vertiefend zur Lekt\u00fcre empfohlen sei auch\u00a0das Kollegengespr\u00e4ch\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19055\">:2= Verweisungszeichen zur Twitteratur<\/a><\/span>\u00a0von Reyer und Weigoni zum Projekt\u00a0<em>Wortspielhalle<\/em>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eMedienkombination\u201c nennt die Deutsche Nationalbibliothek ein Werk, das sich nicht auf den ersten Blick zuordnen l\u00e4\u00dft.<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_101488\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-101488\" class=\"wp-image-101488 size-large\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/630_Cover-500x233.jpeg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"233\" \/><p id=\"caption-attachment-101488\" class=\"wp-caption-text\">630, Collage von Klaus Krumscheid und Peter Meilchen<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df moderne Literatur nicht nur im begrenzten Format eines Buches seinen Platz hat, belegen der Multimediak\u00fcnstler <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12763\"><span style=\"color: #ff0000;\">Peter<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Meilchen<\/span><\/a><span style=\"color: #ff0000;\">,<\/span> der Sprechsteller <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/schwebebahn.htm\"><span style=\"color: #ff0000;\">A.J. Weigoni<\/span><\/a> oder der Komponist Tom T\u00e4ger nachdr\u00fccklich. Meilchen wirft einen illusionslosen Blick auf das, was bleibt, er verspricht dem Betrachter eine Wirklichkeit, die jene Bildwirklichkeiten nicht mehr ben\u00f6tigt, in welche der Betrachter seit der Renaissance gleichsam durch ein Fenster hineinsieht. Einer der Vorteile von Kunst gegen\u00fcber der Wirklichkeit ist die Hemmungslosigkeit, mit der man sie ansehen darf. Alle beteiligten Artisten arbeiten sowohl mehrperspektivisch als auch interdisziplin\u00e4r. Es ist ein Spiel. Und die Mitspieler Peter Meilchen, Tom T\u00e4ger und A.J. Weigoni erweiterten es zum multimedialen Projekt <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=46549\"><i>630<\/i><\/a><\/span>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Stehen wir in 2024 vor dem Ende der \u00e4sthetischen Weltaneignung?<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 1989 hat KUNO versuchte das Kaleidoskop eines Epochenbruchs aufzuzeigen und deutete die Ber\u00fchrungspunkte zwischen den Zeitl\u00e4ufen. Beim R\u00fcckblick auf den Fall des \u201eeisernen Vorhangs\u201c erweist sich die neoliberale Freiheit als Seifenblase. Seit in den 1990er Jahren die Political Correctness\u2018 nach Deutschland kam, hat es sich um die Meinungsfreiheit und damit auch um die Kunstfreiheit stetig verschlechtert. Die verfassungsrechtlich verb\u00fcrgte Freiheit steht unter moralischen und politischen Vorbehalt. Die Meinungsf\u00fchrer beanspruchen vor dem Hintergrund ihrer Weltanschauungen und ihrer politischen Ziele welche Fragestellungen, Themen und Argumente verwerflich sind. Jeder gro\u00dfe Begriff hat ausfransende R\u00e4nder. Die Zauberformel <em>wokeness<\/em> dient zur politischen Neutralisierung wie moralischen Befestigung eigener sozialer Privilegien, ihre emanzipative Sto\u00dfrichtung ist damit ins Gegenteil pervertiert. In einer wirklich globalisierten Gesellschaft sollte man den Einzelnen gegen den Staat verteidigen, somit eine demokratische Gesellschaft immer vom Individuum aus denken. Digitale R\u00e4ume entgrenzen die Debatten, die Grundregel von KUNO lautet: Im Zweifel das Gegenteil. Es war eine nonkonformistische Haltung, die reflexartig bestehende Konventionen in Frage zu stellen. Gewohntes in Frage stellen, die Grenze zwischen Au\u00dfen und Innen aufzuheben, die Fassade, die den Literaturbetrieb aufrecht erh\u00e4lt, wird darauf hin \u00fcberpr\u00fcft, was sich dahinter verbirgt. Wahrscheinlich geh\u00f6rt es zu den gr\u00f6\u00dften Missverst\u00e4ndnissen \u00fcber die zeitgen\u00f6ssische Kunst, dass sie gesellschaftliche Relevanz besitzt. Es liegt in der Logik des Sichtbarmachens von Minderheiten, dass wir seit 1989 auf die Nonkonformisten in den Fokus r\u00fccken. Kritisches Denken erfordert in einer demokratischen Gesellschaft die Hinterfragung verfestigter Ansichten, selbstkritische \u00dcberpr\u00fcfung des eigenen Denkens und nicht zuletzt die Bereitschaft, eigenen \u00dcberzeugungen zuwiderlaufende Sichtweisen anzuh\u00f6ren und zu pr\u00fcfen. Jede Herausgabe<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>I belong to the Blank gereration <br \/>I can take it or leave it each time<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Richard Hell<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_98394\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98394\" class=\"wp-image-98394 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Biby_Wintjes-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98394\" class=\"wp-caption-text\">Josef \u201eBiby Wintjes. Portr\u00e4t: Bruno Runzheimer<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Herausgeber ist von seiner Zeit und deren Vorlieben gepr\u00e4gt; daher weiss er hat, was er dem zeitgeist engegenzustellen hat KUNO hat sich seit 1989 abseits der Beobachtungsroutinen und Beschreibungsgewohnheiten bewegt. Es war das Generations-Projekt einer anderen deutschen Literaturgeschichte. Dieses Online-Magazin erhebt \u00fcber die Jahre des \u201eBerichtzeitraumes\u201c (zwischen 1989 \u2013 2024) nicht den Anspruch fundierter Repr\u00e4sentativit\u00e4t, es wird weder Reputationsmanagement betrieben, noch findet sich ein konsistenter Gegenkanon, wohl aber ist \u00fcber all die Jahre der Anspruch erkennen, zumindest punktuell den Blick auf den Reichtum literarischer Welten jenseits des Opportunen, Normierten und Konventionellen zu lenken. Identit\u00e4tspolitik und Cancel Culture sind Exklusivmechanismen. Diese Dokumente stehen daf\u00fcr, dass geredet wird, ohne zu handeln. Selbstkritik ist ein Freifahrtschein, so weiter zu machen wie bisher. Die Redaktion verteilt keine Noten f\u00fcr historische Einsichten, in Ermangelung eines Schlagworts nennen wir es im Andenken an <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/11\/das-analoge-internet-wird-eingestellt\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u201eBiby\u201c Wintjes<\/span><\/a>: \u201eNonkonformistische Literatur\u201c. Die <em>Kulturnotizen<\/em> haben \u00fcber 35 Jahre versucht unpr\u00e4tenti\u00f6s und so offen, anspruchsvoll und doch bescheiden, so akribisch und doch kritisch und ideenreich zu bleiben. Es geh\u00f6rte zum poetischen Programm, alle Konventionen konsequent zu unterwandern. Die Redaktion hat immer versucht, dem Klang der Wortneusch\u00f6pfungen zu folgen, wir haben jedoch auch kurz vor Toresschluss keine letztg\u00fcltige Antwort.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Als Nonkonformismus werden pers\u00f6nliche Haltungen, individuelle Handlungen oder k\u00fcnstlerische Positionen bezeichnet, die nicht in \u00dcbereinstimmung mit den allgemein anerkannten Ansichten, der g\u00fcltigen Etikette oder dem kulturellen Mainstream stehen.<\/span><\/em><\/p>\r\n<div id=\"attachment_99471\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-99471\" class=\"wp-image-99471 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/12\/Meilchen1-200x300-1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/12\/Meilchen1-200x300-1.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/12\/Meilchen1-200x300-1-160x240.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-99471\" class=\"wp-caption-text\">Peter Meilchen bei der Lekt\u00fcre in seinem Atelier. Photo: Dieter Meth<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO beobachtet seit 1989 den Niedergang der Geistesarbeit, den Status des \u00f6ffentlichen Nachdenkens \u00fcber Kunst und Kultur, das immer st\u00e4rker ins Zwielicht der gesellschaftlichen Nutzlosigkeit ger\u00fcckt wird. Es ist ein trauriges Schauspiel, dass sich liberale \u00dcberflussgesellschaften davon verabschiedet haben, auf das ernsthafte \u00f6ffentliche Nachdenken \u00fcber Kunst und Kultur zu verzichten. Wenn die Zerst\u00f6rung der Medien, wo geistreich und mit intellektuellem Anspruch \u00fcber B\u00fccher, Musik, Kunst, Serien, Film, Theater geschrieben wird, in diesem Tempo weitergeht, wird Kulturjournalismus in wenigen Jahren wieder ein reines Privileg einer Elite von Amateuren sein. Mit jedem kulturjournalistischen Medium, das kaputt gemacht wird, verschwindet auch eine soziale Infrastruktur des Austauschs. Die Zeit der gro\u00dfen Theorien <em>isch over<\/em>. Eine Vielzahl von kleinen Theorien bezieht sich auf viele Ausschnitte der Realit\u00e4t. Gleichzeitig findet sich das Erbe der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung von seiner eigenen wissenschaftlich-technischen, \u00f6konomischen, politischen und gesellschaftlichen Konsequenz so bedroht wie nie zuvor. Nur die Aufkl\u00e4rung selbst kann mit ihren Kr\u00e4ften der Vernunft das Unheil abwenden, dessen Ursache sie selbst ist. Literatur dient nun nicht in erster Linie der Auskunftspflicht. Selbstentbl\u00f6\u00dfung ist im Zeitalter der sogenannten \u201esozialen Medien\u201c kein poetisches Mittel mehr. Es ging KUNO darum, dem Bildungsb\u00fcrgertum die alleinige Definitionshoheit \u00fcber die Literatur entrei\u00dfen. Die Redaktion schaffte Zug\u00e4nge zur <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistischen Literatur<\/a><\/span>, indem sie Achtung vor wissbegierigen Menschen hatte. Die Redaktion blickt gleichfalls auf den Beginn der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/09\/11\/dirty-speech\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Dirty Speech<\/span><\/a>-Bewegung in der BRD, er ist 1969 mit der Rolf Dieter Brinkmanns \u201eAcid\u201c zu verorten. Es war eine Anthologie amerikanischer Beatliteratur, gesammelt und damit den Versuch er\u00f6ffnet, auch in der deutschen Dichtung die b\u00fcrgerliche Moral zu br\u00fcskieren, lyrische Formen zu banalisieren, den Alltag zum Thema zu machen und Sex, Brutalit\u00e4t, Perversion als Sujets zu akzeptieren. Gleichfalls versuchte die Redaktion die Artisten durch die Erfahrung des Werks zu erschlie\u00dfen. Die Nonkonformistische Kunst verfolgt nicht den Anspruch, bewu\u00dftseinsbildend zu wirken und der Melancholie eine politische Dimension zu verleihen, sie soll Lesern das Gef\u00fchl vermitteln, mit ihrem privaten Leid nicht ganz so allein und unverstanden zu sein, wie es sich h\u00e4ufig anf\u00fchlt. Sie legte den Finger auf die Eitergesch\u00fcre der Wohlstandsgesellschaft. Es geht weiterhin darum, einen Stein einen Berg raufzurollen, Albert Camus hat empfohlen, sich Sisyphos als gl\u00fccklichen Menschen vorzustellen. Wir m\u00fcssen die Bedingungen eines gegl\u00fcckten Lebens trotz Absurdit\u00e4t akzeptieren.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192\u00a0<\/p>\r\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph \/-->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":45651,\"sizeSlug\":\"large\"} --><\/h1>\r\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/h1>\r\n<div id=\"attachment_98176\" style=\"width: 143px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98176\" class=\"wp-image-98176 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Logo.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"133\" \/><p id=\"caption-attachment-98176\" class=\"wp-caption-text\">Labor-Logo. Entwurf: Peter Meilchen<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a><\/span>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Die Edition befand sich in der Situation des Baron von M\u00fcnchhausen und musste sich mit samt Pferd am eigenn Schopf aus dem Sumpf ziehen. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/chronik\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">hier<\/span><\/a>. Vertiefend zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\"><span style=\"color: #ff0000;\">Essay<\/span><\/a> sowie einen <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a><\/span> von J.C. Albers. Weiterf\u00fchrend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\"><span style=\"color: #ff0000;\">Kollegengespr\u00e4ch<\/span><\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sind eigentlich die literarischen Kriterien f\u00fcr das Urteil, da\u00df etwas &#8217;neu&#8216; sei? 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