{"id":6994,"date":"2012-08-20T00:55:47","date_gmt":"2012-08-19T22:55:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6994"},"modified":"2019-10-05T14:48:35","modified_gmt":"2019-10-05T12:48:35","slug":"vedeltes-gekritzel-eine-polemik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/20\/vedeltes-gekritzel-eine-polemik\/","title":{"rendered":"Veredeltes Gekritzel, eine Polemik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Cover3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-6995\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Cover3.jpg\" alt=\"\" width=\"156\" height=\"235\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Cover3.jpg 278w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Cover3-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 156px) 100vw, 156px\" \/><\/a><em>Was ist nur bei Durs Gr\u00fcnbein schief gegangen?<\/em> <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/literatur\/article108673446\/Meister-der-Plauderpoeme.html\">fragt<\/a> Fritz J. Raddatz in der WELT: <em>Er wird ausgerufen zu einer \u00bbder markantesten Stimmen deutscher Dichtung unserer Zeit\u00ab. Vollmundiger PR-Unsinn. Wie schon seit langem und an diversen Publikationen zu beobachten: Gr\u00fcnbein gelingen gelegentlich recht beachtliche Gedichte \u2013 ein stringentes poetisches Werk gelingt ihm nicht. Das zeigt der neue Gedichtband auf geradezu erschreckende Weise. Es sind Verse ohne R\u00e4tsel, ohne Geheimnis, ohne Ersch\u00fctterung f\u00fcr den Leser. Plauderpoeme mal schnoddrig, mal pseudotiefsinnig, mal bildungstouristisch. Sie sind so rasch \u203aabgreifbar\u2039 \u2013 will sagen: begreifbar \u2013 wie Fernsehnachrichten. Auch zuchtlos. Gro\u00dfe Lyrik aber umschlie\u00dft gleich einer Frucht ihren Kern einen fast sakralen Innenraum, ein Unber\u00fchrbares, Unaufl\u00f6sliches<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr Durs Gr\u00fcnbein gilt, trifft auch zu auf Nora Gomringer, sie ist die Allert-Wybranietz der Postmoderne, die sich gern als <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xmNf_EDsCO8\">Slammerin<\/a> tarnt; Gomringer schreibt Befindlichkeitslyrik, die sich um den eigenen Bauchnabel kr\u00e4uselt. Dies Dame produziert unendliche Langeweile, gelehrsame Selbstverliebtheit und melancholische Gesinnungslyrik. Es fehlt der Tochter von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eugen_Gomringer\">Eugen Gomringer<\/a> insbesondere an \u00dcberraschungsmomenten, an individuellem Ausdruck, es ist kaum mehr als veredeltes Gekritzel. Darin gleicht sie dem, was sich auch sonst im Netz tummelt. In ihren Facebook-Beitr\u00e4gen stellt sich eine junge Lyrikgeneration als Neurotiker, Leidende dar, die ihr Heil im Narzissmus suchen. Die \u00fcberbordende Sprachgewalt\u00a0\u2013 beispielsweise eines Thomas Kling\u00a0\u2013 ist fachsprachlichem Jargon gewichen, das Pathos wird in den Modus der analytischen Beschreibung transferiert. Diese Generation prahlt pfauenhaft mit ihrer handwerklichen Meisterschaft, sie produziert eine Lyrik, die sich als bessere Coffee-table-Lekt\u00fcre eignet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist nur bei Durs Gr\u00fcnbein schief gegangen? fragt Fritz J. Raddatz in der WELT: Er wird ausgerufen zu einer \u00bbder markantesten Stimmen deutscher Dichtung unserer Zeit\u00ab. Vollmundiger PR-Unsinn. 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