{"id":69482,"date":"2004-10-20T00:01:51","date_gmt":"2004-10-19T22:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=69482"},"modified":"2021-03-26T15:18:56","modified_gmt":"2021-03-26T14:18:56","slug":"il-faut-etre-absolument-moderne","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/10\/20\/il-faut-etre-absolument-moderne\/","title":{"rendered":"IL FAUT \u00caTRE ABSOLUMENT MODERNE!"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\">Am 20. Oktober 2004 w\u00e4re Arthur Rimbaud, der Rebell der franz\u00f6sischen Literatur, 150 Jahre alt geworden. Was bleibt?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man sich \u00fcber Arthur Rimbaud informiert, hat man fast den Eindruck, als ob es sich bei ihm um den franz\u00f6sischen Nationaldichter per se handelt. Dabei hat Arthur Rimbaud, der mit 37 Jahren an Knochenkrebs starb und dessen gesammeltes Werk in ein schmales B\u00e4ndchen von Gallimard pa\u00dft, quantitativ kaum etwas vorzuweisen: ein paar fr\u00fche Gedichte, die <em>&#8222;Saison en Enfer&#8220;,<\/em> den Gedichtzyklus <em>&#8222;Illuminations&#8220;<\/em> und einige Briefe. Das war\u2019s. Geschrieben hat er all dies im Alter zwischen sechzehn und einundzwanzig Jahren. Danach wollte er von der Literaturszene in Paris nichts mehr wissen und verbrachte den Rest seines Lebens vorwiegend auf Reisen. Globetrotter, Verweigerer, Rebell, Flegel, &#8222;enfant de col\u00e8re&#8220;. Er war ein Trotzkopf vom Lande, der sich 1871 in der Pariser Commune herumtrieb, bei saturierten Dichterzirkeln Rabatz machte, mit dem zehn Jahre \u00e4lteren, bereits etablierten Dichter Paul Verlaine ein skandalumwittertes Boh\u00e8me-Leben in Paris und London f\u00fchrte und dann in der Versenkung verschwand. Verlaine reiste ihm hinterher, ver\u00f6ffentlichte seine letzten Gedichte in <em>&#8222;Illuminations&#8220;<\/em> und machte ihn dadurch \u00fcber den Tellerrand hinaus ber\u00fchmt in der Szene des Symbolismus und der D\u00e9cadence \u2013 w\u00e4re Verlaine nicht gewesen, w\u00e4re Rimbauds Name wohl bald wieder von der Bildfl\u00e4che verschwunden. So aber wurde er pl\u00f6tzlich zur Symbolfigur f\u00fcr s\u00e4mtliche linksanarchistische Str\u00f6mungen des 20. Jahrhunderts: Dada, Beat, Punk, und Thomas Collmer, der Hamburger Philosoph und Dialektiker, stellt ihn mit Hegel, Marcuse, Lacan, Derrida in eine Reihe im Sinne einer progressiven Negativit\u00e4t, einer vernunftorientierten Anti-Globalisierungs-Autopoiesis. Und das, obwohl Rimbauds Leben und Werk durchaus R\u00e4tsel aufgeben. Das letzte, was man von ihm h\u00f6rte, war, da\u00df er in Afrika als Waffenh\u00e4ndler jobbte. Und seine fr\u00fchen Gedichte kommen einem in manchen Zeilen vor wie die &#8222;Neuer Mensch&#8220;-Ges\u00e4nge vieler Expressionisten. Wie kann man einen ehemaligen Waffenh\u00e4ndler mit Antikriegs-Bewegungen kurzschlie\u00dfen? Wo lag das unmi\u00dfverst\u00e4ndlich &#8222;Wache&#8220; von Rimbaud, auf das Richard H\u00fclsenbeck in seinem Pamphlet &#8222;EN AVANT DADA!&#8220; 1920 hinwies und das er den zahlreichen Kriegsgegnern unter den K\u00fcnstlern der Weimarer Republik als leuchtendes Beispiel vorhielt?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es lag vor allem an Rimbauds Appellen f\u00fcr das Leben selbst. Er war kein Lamentierer, er war ein Tatmensch. \u00d6ffnet eure Sinne! Entregelt euch, das hei\u00dft la\u00dft euch nicht von stumpfsinnigen Regeln und Konventionen verbl\u00f6den! Der Mensch ist doch kein eindimensionales Schaf in der Herde! Bringt eure Gr\u00fctze zum Gl\u00fchen! Durchschaut die Gesellschaft, indem ihr sie durchlebt!<br \/>Es steht mir fern, Rimbaud als etwas &#8222;darstellen&#8220; zu wollen, und ich will auch nicht seine Widerspr\u00fcche weginterpretieren; aber eines weist ganz deutlich nach vorn: seine Visionen, denen er vor allen Dingen in <em>&#8222;Une Saison en Enfer&#8220;<\/em> (1873) sowie in seinen ber\u00fchmten <em>&#8222;Lettres du Voyant&#8220;<\/em> (1871) Ausdruck verlieh. Hier kommt vor allem eins zum Vorschein \u2013 eine \u00e4u\u00dferst dynamische Fortschrittskritik, ein entschlossenes Aufbegehren gegen marode Gesellschaftsstrukturen. Rimbaud war vielleicht der erste Punk, wie Ploog sagt \u2013 dies betrifft vor allem seinen kompromi\u00dflosen Modernit\u00e4tsbegriff. Sein Ausruf <em>&#8222;Il faut \u00eatre absolument moderne!&#8220;<\/em> <em>(Saison en Enfer)<\/em> ist \u00fcberall da aktuell, wo eine verdummende Fortschrittsh\u00f6rigkeit jede geistige Regung erstickt und kann ohne weiteres mit Hegels Forderung nach einem Ausbruch aus der &#8222;schlechten Unendlichkeit&#8220; oder mit Kants Satz, Aufkl\u00e4rung sei die <em>&#8222;Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit&#8220;,<\/em> erkl\u00e4rt werden, und von hier zu Marcuse ist es nicht weit. Man kann Rimbaud mi\u00dfverstehen, dies hat zum Beispiel Michel Houellebecq gemacht, als er seinen rechtspopulistischen Klon-Roman Elementarteilchen (1998) glaubte mit Anspielungen auf Rimbaud-Gedichte aufpeppen zu k\u00f6nnen. Aber so wie Collmer schreibt: <em>&#8222;Die Art, wie Marcuse und Dutschke (in Bezug auf Gewalt, die Autorin) in der BRD von konservativen Kr\u00e4ften zu Wegbereitern der RAF stilisiert wurden und auch weiterhin werden, ist symptomatisch und best\u00e4tigt nur die diagnostizierte mediengest\u00fctzte Repressivit\u00e4t des Systems&#8220;<\/em> \u2013 so kann man auch ad\u00e4quat sagen: die Art, wie Rimbaud manchmal als Genosse der kriegsjubelnden Expressionisten und Futuristen stilisiert wird, ist genauso falsch. Jemand, der die Gesellschaft durch eine ehrliche Kultur menschlicher machen wollte, auch wenn er letztendlich teilweise resignierte, und der sich vehement f\u00fcr das Leben aussprach, der kann nicht f\u00fcr den Krieg sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jean Nicholas Arthur Rimbaud, wurde 1854 geboren und starb 1891. Bis zum Alter von f\u00fcnfzehn Jahren ist er ein talentierter Mustersch\u00fcler, der f\u00fcr seine Aufs\u00e4tze Preise einheimst und der Stolz der Mutter ist. Aber etwas brodelt schon da in dem jungen Arthur Rimbaud, der mit einem Bruder, zwei Schwestern und ohne Vater in der k\u00f6niglichen Isolation der Ardennen aufw\u00e4chst. Der tr\u00e4ge Lauf der Dinge und der ewig-gleiche Reigen sinnloser Konventionen sind ihm ein Dorn im Auge. Das Kommunions- und ein Schulfoto zeigen einen zwar adrett frisierten, aber trotzig und finster in die Kamera blickenden Jungen. Dann, im Fr\u00fchling 1870, bringt ihn sein junger Lehrer Georges Izambard mit revolution\u00e4rer Literatur in Ber\u00fchrung: Georg B\u00fcchner, Charles Baudelaire, Victor Hugo. Und die Lunte z\u00fcndet, der Kokon rei\u00dft auf, die K\u00e4seglocke wird zerdeppert, und Madame Rimbaud erkennt ihren einst so braven Jungen nicht wieder. Arthur Rimbaud revoltiert, er f\u00fchlt sich <em>&#8222;zugekorkt von den Verh\u00e4ltnissen&#8220;,<\/em> er will nur eins: raus! Rimbaud, der &#8222;angry young man&#8220;, erkennt intuitiv den Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur, Literatur und Politik. Schei\u00df auf das, was sich hier &#8222;Kultur&#8220; schimpft, eine Politik des Sch\u00f6nschw\u00e4tzens, des Keine-Ahnung-Habens, des Ghettodenkens ist das, keine Kultur! Schwachsinnige Liebesromane, weltfremde Sonette \u00fcber Bl\u00fcmchen und Bienchen, Zeitungsartikler, die pronapoleonische Phrasen absondern, nur damit sie ihren Job behalten \u2013 soll das alles sein? Und dann schaut euch diese Schwadroneure doch mal an! Wie k\u00f6nnen sie sich ein Urteil erlauben \u00fcber Rausch, Drogen, Hunger, Zigeuner, Bismarck, Knast, richtige und falsche Verse, gute und b\u00f6se Menschen, wenn sie nichts davon kennen, sondern nur Zeug nachplappern, das sie woanders gelesen haben? Eine Kultur, die derlei Strau\u00dfen- und Drei-Affen-Politik als Kultur verkauft, ist selbst schuld, wenn ihre B\u00fcrger zu feigen und saturierten Spie\u00dfern mutieren. Shakespeare kannte das Leben, das er beschrieb. B\u00fcchner wurde f\u00fcr sein &#8222;Friede den H\u00fctten! Krieg den Pal\u00e4sten!&#8220;-Flugblatt steckbrieflich gesucht. Das war ein Revolution\u00e4r! Sein <em>&#8222;Woyzeck&#8220;<\/em> ist immer noch eins der radikalsten Dramen aller Zeiten. Und Charles Baudelaire, einer der &#8222;po\u00e8tes maudits&#8220;, ist f\u00fcr Rimbaud &#8222;un vrai dieu&#8220;.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Krieg, deutsch-franz\u00f6sischer unter Bismarck, und Anfang 1871 besetzen die deutschen Truppen auch Charleville. Ausnahmezustand, die Schule macht dicht. Mit Izambard und dessen Freunden bleibt Rimbaud aber weiter in Kontakt. Er will nach Paris, wo die Revolution tobt, wo sich die Commune strukturiert und niedergeschlagen wird und wo auch einige der revolution\u00e4ren Dichter sitzen, von denen er geh\u00f6rt hat. Paul Verlaine etwa und Theodor de Banville. Er rei\u00dft aus, setzt sich in einen Zug \u2013 aber weil er keine Fahrkarte hat, wird er in Paris festgenommen und eingeknastet. Izambard kommt, holt ihn raus und liefert ihn wieder in Charleville ab. Rimbaud rei\u00dft erneut aus, diesmal l\u00e4\u00dft er sich nicht erwischen. In Paris strolcht er eine zeitlang ziellos und ohne Geld zwischen den von den Nebenwirkungen des Kriegs \u2013 Hunger, Krankheiten \u2013 erb\u00e4rmlich ausgezehrten Menschen herum, bevor er wieder zum &#8222;Krokodil&#8220;, der Mutter, nach Charleville zur\u00fcckkehrt. Diese Erfahrung des Kriegs macht ihm deutlich, wie fehlgeleitet die herk\u00f6mmliche Macht und Gewaltpolitik ist und wie \u00fcberf\u00e4llig eine Revolution, die genau dieses Denken abschafft.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und hat ein Dichter, wenn er seine Berufung ernst nimmt, nicht genau das zu leisten? Ist es nicht gerade sein Job, die Gesellschaft zu dechiffrieren? Darum geht es in Rimbauds <em>&#8222;Lettres du Voyant&#8220;.<\/em> Wer ein <em>wahrer<\/em> Dichter sein will, darf sich niemals mit einem schmalen Horizont zufriedengeben. Ein Dichter mu\u00df mit allen Wassern gewaschen sein! Um gegen die \u00dcbel dieser Welt anschreiben zu k\u00f6nnen, gilt es, die \u00dcbel erst einmal kennenzulernen und zwar am eigenen Leib, auch, um dann einige Schein-\u00dcbel und Vorurteile als von der herrschenden b\u00fcrgerlichen Elite erfunden und breitgetreten zu enttarnen. Auf diese Weise ist ein literarischer Revolution\u00e4r dann wirklich auch ein politischer Revolution\u00e4r:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die erste Aufgabe des Menschen, der Dichter werden will, ist die volle Kenntnis seiner selbst, er taucht nach seiner Seele, gewinnt Einsicht in sie, erprobt sie, lernt sie kennen. Sobald er sie begriffen hat, mu\u00df er sie weiterbilden\u00a0\u2026 \u2013 Ich sage, man mu\u00df <strong>Seher<\/strong> sein, sich <strong>sehend<\/strong> machen. Der Dichter macht sich sehend durch eine lange, gewaltige und bewu\u00dfte <strong>Ent-Regelung ALLER Sinne<\/strong>. Alle Arten von Liebe, Leiden, Wahnsinn: er sucht sich selbst, er ersch\u00f6pft alle Giftwirkungen in sich, um nur die Quintessenz zu bewahren. Uns\u00e4gliche Folter, wo er volles Vertrauen, alle \u00fcbermenschliche Kraft braucht, wo er unter allen der gro\u00dfe Kranke, der gro\u00dfe Gesetzesbrecher, der gro\u00dfe Ge\u00e4chtete sein wird \u2013 und der h\u00f6chste Wissende! \u2013 Denn er kommt an beim Unbekannten! Weil er seine sch\u00f6ne reiche Seele weitergebildet hat, weiter als irgendjemand sonst!\u00a0\u2026 Da im \u00dcbrigen jedes Wort eine Ein-Sicht ist, wird die Zeit einer universellen Sprache kommen! Diese Sprache reicht unmittelbar von Seele zu Seele, fa\u00dft alles zusammen: D\u00fcfte, Kl\u00e4nge, Farben. Der Dichter w\u00fcrde das Feld des Unbekannten bestimmen\u00a0\u2026; das Ma\u00dflose, von allen angeeignet, w\u00fcrde zum Ma\u00df; so w\u00e4re der Dichter wahrhaftig ein <em>Vervielf\u00e4ltiger der Ver\u00e4nderung!\u00a0<\/em>\u2026 Die nie endende Kunst h\u00e4tte eine Aufgabe, und die Dichter w\u00e4ren Glieder der Gemeinschaft. Die Poesie wird nicht mehr das Tun rhythmisieren, sie wird i<em>hm voraus sein!<\/em> Diese Dichter werden kommen!&#8220;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann diese Zeilen verstehen oder auch nicht, aber entscheidend ist, da\u00df der in ihnen ausgedr\u00fcckte Appell zur De-Entfremdung in nahezu jedem linksalternativen St\u00fcck Kulturkritik auftaucht, z.B. in dem Essay &#8222;SPRACHE IST EIN VIRUS&#8220; von J\u00fcrgen Ploog. Daran ist zu erkennen, wie aktuell und dringend Rimbauds Appelle immer noch und nach wie vor sind, vor allem jetzt, in der &#8222;modernen&#8220; (??) Flachwelt der Medienkommunikation, wo Leute, die wirklich etwas zu sagen haben, in Nischen gepfercht werden, w\u00e4hrend vorne wie immer die Labertaschen und Gro\u00dfschw\u00e4tzer rumstehen, die nur in ihrem eigenen Dreck rotieren. Zu beachten sei, da\u00df Rimbaud mit seinem &#8222;die Ma\u00dflosigkeit wird zum Ma\u00df&#8220; nicht von unserem aktuellen Zustand des &#8222;Alles ist m\u00f6glich&#8220; spricht \u2013 wer das assoziiert, der hat den wichtigen Hinweis auf die Seelenbildung \u00fcberlesen. Rimbaud will keine enthemmten Neurotiker, wie er sie sp\u00e4ter zuhauf kennenlernte \u2013 er will Leute, die das Leben als konkretes Handlungsfeld auffassen, die Erfahrungen machen und die dann aus diesen Erfahrungen zu lernen bereit sind. Diese Vision ist zutiefst humanistisch. WENN DIE LITERATUR NICHT RADIKAL NACH VORNE AUS DER SCHEISSE HERAUSF\u00dcHRT, WOZU SOLL SIE DANN \u00dcBERHAUPT GUT SEIN? <em>Exit Only.<\/em> Progression hei\u00dft nichts weniger, als da\u00df man das, was man einmal als dumm, unmenschlich, verlogen erkannt hat, hinter sich l\u00e4\u00dft und nicht weiter perpetuiert. Rimbaud hat gesp\u00fcrt, da\u00df eine wirklich kompromi\u00dflos mit \u00fcberkommenen Schablonen brechende Literatur nicht mehr l\u00e4nger begleitender, aber im Grunde \u00fcberfl\u00fcssiger Wurmfortsatz einer regressiven Scheuklappenkultur w\u00e4re, sondern diese Scheuklappenkultur von Grund auf ausmisten w\u00fcrde. Und als er sah, da\u00df sich auf dieses radikale Wagnis, diese ungeheuerliche Mission niemand au\u00dfer ihm, nicht einmal Izambard und Verlaine, so richtig einlassen wollten, da sagte er: Na sch\u00f6n, dann halt nicht! Wenn ihr keine <em>&#8222;absolument moderne&#8220;<\/em> Literatur haben wollt, dann lassen wir das Projekt sein. Eure Wurmfortsatzliteratur braucht niemand. Ich auch nicht. Adios! \u2013 Sprach es und verschwand und stopfte seine zusammengekn\u00fcllten Gedichte ins Klavier. Das <em>&#8222;Ende der Utopie&#8220;,<\/em> von dem Marcuse 1967 sprach, war noch nicht gekommen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Verlaine, einer der wenigen zeitgen\u00f6ssischen Dichter, denen Rimbaud f\u00fcr die Gegenwart das Pr\u00e4dikat &#8222;Seher&#8220; verleiht, l\u00e4dt den jungen Rebellen im September 1871 nach Paris ein, das Geld f\u00fcr die Zugfahrt schickt er gleich mit. Rimbaud zieht bei Verlaine und seiner Frau im Montmartre ein und wird von Verlaine in den Dichterzirkeln der Parnassiens eingef\u00fchrt. Doch bald kommt die kalte Dusche: diese Dichter, von denen er sich so viel poetische Revolution erhofft hatte, ruhen sich auf ihren Versen aus wie die Schulmeister von Charleville auf ihrem Kathederwissen, und Verlaine betreibt keine &#8222;bewu\u00dfte Entregelung aller Sinne&#8220;, nein, er ist ein klassischer Alkoholiker, der sich in seiner B\u00fcrgerlichkeit verschanzt und sich zufuselt, um zu vergessen, was f\u00fcr eine j\u00e4mmerliche Existenz er f\u00fchrt. Verlaine ist zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt, und wenn Rimbaud nicht gewesen w\u00e4re, w\u00e4re er wohl noch in seinen fr\u00fchen 30ern depressiv am Fusel eingegangen. Rimbaud aber wittert in ihm die &#8222;\u00e2me eternelle&#8220;, den Werwolf, dessen Entdeckerqualit\u00e4ten nur brachliegen, und macht Verlaine zu seinem H\u00f6llengef\u00e4hrten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Verlaine ist bald auch der einzige in Paris, der noch zu Rimbaud h\u00e4lt; bei den Dichterzirkeln der &#8222;Villains Bonhommes&#8220; hat Rimbaud schnell verschissen, nachdem er bei einer Lesung laut &#8222;Merde!&#8220; br\u00fcllt. Die prominenten Po\u00e8tes Parnassiens k\u00f6nnen mit dem radikalen Blondschopf, dessen Haare nun nicht mehr adrett frisiert sind, sondern st\u00f6rrisch zu Berge stehen, nichts anfangen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und bei Verlaines h\u00e4ngt der Haussegen schief, da sich Paul lieber mit Rimbaud zu Sauf- und Hasch- und Opiumorgien in der Stadt herumtreibt, statt sich um seine Frau und sein Neugeborenes zu k\u00fcmmern. Verlaine und Rimbaud, das H\u00f6llengespann. Im Herbst 1872 \u2013 nachdem Verlaine, dessen latente Aggressivit\u00e4t und Gewaltt\u00e4tigkeit im Suff immer wieder durchbricht, versucht hatte, seine Frau zu erw\u00fcrgen \u2013 brennen er und Rimbaud zusammen nach London durch. <em>&#8222;Lesen und Trinken. Trinken und Lesen. Dazwischen Essen und Schlafen als bittere Notwendigkeit und Laufen als s\u00fc\u00dfer Luxus&#8220; (zit. nach Henning Boetius: ICH ist ein anderer \u2013 Das Leben des Arthur Rimbaud,<\/em> Frankfurt 1995, S. 170).<br \/>Sie leben haupts\u00e4chlich von dem Geld, das ihnen die &#8222;Blindschleiche&#8220;, Verlaines Mutter, schickt. Verlaines Frau Mathilde f\u00fcrchtet nat\u00fcrlich, da\u00df die beiden in London Schwulit\u00e4ten treiben, und droht wieder die Scheidung an. Nach weiterem Hin und Her kommt es im Sommer 1873 in Br\u00fcssel zum Eklat: Verlaine, stinkbesoffen, fuchtelt mit einer Pistole herum und schie\u00dft Rimbaud im Beisein der Blindschleiche in die Hand. Daraufhin wird er verhaftet und f\u00e4hrt erstmal f\u00fcr zwei Jahre in den Knast, wo zwei Wunder geschehen: er wird trocken und katholisch.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Arthur Rimbaud sind hiermit die Lehrjahre beendet, und die ersten Fr\u00fcchte des Sich-Sehend-Machens, des <em>&#8222;arriver \u00e0 l\u2019inconnu par le d\u00e9r\u00e8glement des TOUS les sens&#8220;<\/em> sind reif: Rimbaud f\u00fchlt sich jetzt, nach einigen seelenbildenden Abenteuern, f\u00e4hig f\u00fcr wahre Poesie. Er verschanzt sich im Bauernhof der Mutter in Roche auf dem Dachboden und schreibt <em>&#8222;Une Saison en Enfer&#8220;,<\/em> die <em>Zeit in der H\u00f6lle,<\/em> das einzige Buch, um dessen Druck er sich selbst bem\u00fcht. Im konventionellen Literaturwissenschaftsjargon kann man nat\u00fcrlich sagen: Er habe darin versucht, seine Beziehung zu Verlaine aufzuarbeiten. Aber es ist mehr, viel mehr! Die <em>&#8222;Saison en Enfer&#8220;,<\/em> das ist ein Juwel in experimenteller Prosa voller Wahrheiten. Wenn mir der Literaturbetrieb mal wieder zu hohl, zu aufgeblasen, zu sehr dominiert vorkommt von Weichsp\u00fclrevoluzzern, Biom\u00fcllneurotikern und visionslosen Phrasendreschern, dann schlage ich meine <em>&#8222;Saison en Enfer&#8220;<\/em> auf. Und ich wei\u00df wieder, wo ich stehe. Die <em>&#8222;Alchimie du verbe&#8220;<\/em> zum Beispiel. Und <em>&#8222;faim, soif, cris, danse, danse, danse, danse! En marche!&#8220;<\/em> Es gibt eine Anekdote, wonach Rimbauds Mutter das Manuskript zur Hand nahm und den Kopf sch\u00fcttelte und sagte: &#8222;Aber Junge, was soll das denn bedeuten?&#8220; Und Rimbaud sagte: &#8222;Nichts weniger als das, was da steht.&#8220; Genauso ist es. Progression der dekonditionierten Sprache. Thomas Collmer hat in seinem Buch &#8222;POE ODER DER HORROR DER SPRACHE&#8220; (MaroVerlag, Augsburg 1999) einige wesentliche Interpretationen dazu geliefert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann beginnen die Wanderjahre. Rimbaud l\u00e4uft. Quer durch Europa. Zu Fu\u00df. Er hatte keine spezielle Ausr\u00fcstung, er hatte nicht mal Geld. Er lief mit Schn\u00fcrstiefeln an den F\u00fc\u00dfen, einem ramponierten Zylinder, seinem &#8222;Merlinhut&#8220;, auf dem Kopf, der Pfeife im Mund und einem Stock in der Hand durch Deutschland, durch Belgien, \u00fcber die Alpen nach Italien. Die Sprachen lernte er beim Laufen. Reisen, Vorw\u00e4rtsschreiten, nirgends l\u00e4nger als unbedingt n\u00f6tig verweilen, das Bilden des Geistes kann nicht exzessiv genug sein! Er schlo\u00df sich einer Zirkustruppe an und vagabundierte in Skandinavien herum. Helsing\u00f6r, Norwegen. Schottland. Wien, Gibraltar, Rotterdam, Neapel, Suez, Aden. Dann Harar. Wenn er irgendwo eine Anstellung annahm, so nur aus existentieller Not. Hunger, Ersch\u00f6pfung und Geldknappheit begleiteten ihn sein ganzes Leben lang. Bei den Zirkusleuten arbeitete er als Ticketabrei\u00dfer, in Zypern als Palastbauaufseher, in Afrika als Kameltreiber, sp\u00e4ter als Waffenh\u00e4ndler. Da\u00df er sich diesen Job nicht ausgesucht hat, da\u00df er nicht etwa, wie manche Alternative deuten, zum Establishment \u00fcbergelaufen ist, zeigen seine Briefe nach Charleville: <em>&#8222;Meine Arbeit ist absurd und unmenschlich\u00a0\u2026 Ich hoffe sehr, da\u00df dieses Leben hier aufh\u00f6rt, bevor ich noch v\u00f6llig verbl\u00f6de\u00a0\u2026 Man mu\u00df es ganz sch\u00f6n n\u00f6tig haben, sein Brot zu verdienen, um sich in solchen H\u00d6LLEN anstellen zu lassen! So wird man in wenigen Jahren zu einem 100%-Deppen!&#8220;<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Literaten in Paris registrieren nur sein Verstummen und fangen langsam an, ihn zum &#8222;fr\u00fch vollendeten Genie&#8220; hochzustilisieren. Manche tun so, als ob er bereits tot w\u00e4re; manche deuten sein Verstummen als R\u00fcckzieher, als Flucht oder doch als ein Eingest\u00e4ndnis des Schei terns. Einerseits stimmt das, wenn man die <em>&#8222;Saison en Enfer&#8220;<\/em> mit ihren Appellen an das Schweigen <em>(&#8222;Tais-toi!\u00a0\u2026 Je voudrais me taire.\u00a0\u2026 Je ne sais plus parler!&#8220;)<\/em> so liest, da\u00df er nun doch das Gef\u00fchl hat, mit Sprache ist nichts zu ver\u00e4ndern. Aber andererseits ist die &#8222;Ent-Regelung ALLER Sinne&#8220; doch eben ein lebenslanges Projekt, das durch das Schweigen nicht abgebrochen, sondern weitergef\u00fchrt und vertieft wird. Schweigen ist eine Fortsetzung des Schreibens mit anderen Mitteln, &#8222;j\u2019\u00e9crivais des silences&#8220;. Wenn man das Gef\u00fchl hat, da\u00df es noch zu sehen, zu h\u00f6ren, zu laufen gilt, dann sollte man das tun und nicht schw\u00e4tzen. Handeln statt Labern. Das Vorsto\u00dfen zum Unbekannten, das &#8222;poss\u00e9der la v\u00e9rit\u00e9 dans une \u00e2me et un corps&#8220; (so lautet der letzter Satz der <em>&#8222;Saison en Enfer&#8220;)<\/em>: Das ist das rimbaldeske Zen. <em>&#8222;\u00c9coutez! J\u2019ai tous les talents!&#8220;<\/em> ruft Rimb, und das hei\u00dft: Schreiben ist doch nur EINS davon, ist nur EIN Exze\u00df, EINE Seite des gro\u00dfen Ent-Regelungs-Projekts. Nach der <em>&#8222;Alchimie du verbe&#8220;<\/em> ist die Buchstaberei f\u00fcr ihn gegessen wie eine Droge, deren Wirkung man ausgekostet hat und die jetzt nicht mehr funktioniert. Sicher, er war auch und vor allem entt\u00e4uscht von der Literatur, und er merkte, da\u00df sie eben immer noch Lichtjahre davon entfernt war, die Gesellschaft aus ihrer Eindimensionalit\u00e4t herauszuf\u00fchren, aber das hei\u00dft nicht, da\u00df er von seiner Vision zur\u00fccktrat. Wenn der 30j\u00e4hrige Rimbaud sich von den Visionen, die er als 17j\u00e4hriger hatte, h\u00e4tte distanzieren wollen, dann h\u00e4tte er genausogut in Paris bleiben und als &#8222;gel\u00e4uterter&#8220; visionsloser, aber ber\u00fchmter Ex-Communarde leben, vielleicht sogar recht behaglich als Herausgeber seiner eigenen gesammelten Werke alt werden k\u00f6nnen im Stil vom alten Goethe. Jetzt bin ich zynisch. Aber so sehen R\u00fcckzieher aus: Kleinlaut zur\u00fcck zum Un-Seherischen und Konstruktion eines Bruchs in der Biographie.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Rimbauds Biographie aber gibt es keinen Bruch. Es gibt nur Abschnitte, Wegverbindungen, vielleicht mal kurz eine Unebenheit oder einen T\u00fcmpel, den es zu durchwaten gilt. Aber es geht immer vorw\u00e4rts, genau wie auch Rimbaud selbst in seinen M\u00e4rschen stets ausschritt. Seine \u00dcbersetzer Therre und Schmidt weigern sich sogar, \u00fcberhaupt von irgendeiner Jahreszahl des Verstummens zu sprechen. Er schrieb ja Briefe und Reisenotizen, und wo ist da eine Grenze zu ziehen zu &#8222;literarischem&#8220; Schaffen? Rimbaud wollte eine neue Sprache schaffen, die alle Sinne umfa\u00dft und auch die betriebseigenen kleinkarierten Gattungsgrenzen \u00fcberwindet. In Afrika widmet er sich au\u00dferdem der Musik und der Fotographie (von ihm stammen einige der ersten Fotos der Landschaft Nordafrikas), und zeichnen tut er nach wie vor. Nach der Alchimie des Wortes folgt die des Bildes und der T\u00f6ne. Sein Leben war nie einfach, und oft leidet er auch darunter, da\u00df er eine so rast- und ruhelose Natur ist, da\u00df er kein Ziel hat, kein Geld, keine Stellung; seine Briefe aus Afrika bezeugen dies.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1891 meldet sich sein Bein. La jambe de l\u2019universe. Schmerzhafte Krampfadern und ein Knietumor sind die Folge von exzessivem Laufen. Rimbaud schreibt seiner Mutter, damit sie ihm St\u00fctzstr\u00fcmpfe schicken m\u00f6ge, wird dann aber doch von Harar nach Marseille transportiert, wo er am 10. November nach der Amputation stirbt. Verlaine, der wieder dem Fusel verfallen war, \u00fcberlebte ihn um f\u00fcnf Jahre, das Krokodil starb erst 1907. Im selben Jahr wird in Charleville eine Rimbaudb\u00fcste enth\u00fcllt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was bleibt? &#8222;Die N\u00e4chsten-Liebe, das ist der gesuchte Schl\u00fcssel. Der Engelsgesang der Vernunft quillt vom Erl\u00f6ser-Boot. Ich setze mich auf die oberste Sprosse der Engelsleiter des Gesunden Menschen-Verstands&#8220; (Saison en Enfer).<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-large-font-size\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"239\" height=\"179\" class=\"wp-image-69418\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix.jpg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix.jpg 239w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix-160x120.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix. Lesen Sie auch den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 20. Oktober 2004 w\u00e4re Arthur Rimbaud, der Rebell der franz\u00f6sischen Literatur, 150 Jahre alt geworden. Was bleibt? 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