{"id":69334,"date":"1998-08-19T00:01:00","date_gmt":"1998-08-18T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=69334"},"modified":"2024-07-17T13:57:17","modified_gmt":"2024-07-17T11:57:17","slug":"wo-aktion-lit-zusammen-laufen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/08\/19\/wo-aktion-lit-zusammen-laufen\/","title":{"rendered":"Wo Aktion &#038; Lit. zusammen laufen"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der im Dezember 1988 bezeichnenderweise in der Ultimate Akademie geger\u00fcndete KRASH-Verlag hat sich noch nie lediglich auf die Herausgabe konventioneller B\u00fccher beschr\u00e4nkt. Das B\u00fcchermachen ist Teil eines mehrmedialen Kunstschaffens der von uns gebildeten Kerngruppe KRASH sowie befreundeter K\u00fcnstler\/innen aller Sparten, was sowohl \u00f6ffentliche Aktionen umfa\u00dft und insbesondere die Disziplinen Literatur, Video, Performance, Bildende Kunst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon 1985 hatten wir mit der Herausgabe der Lit. &amp; Kunstzeitschrift &#8222;ZeilenSprung&#8220; (weitgehend unbekannten) Autoren und K\u00fcnstlern eine Spielwiese f\u00fcr die interdisziplin\u00e4re Vermischung der Sparten installiert. Diese fand in den zum Erscheinen der einzelnen Ausgaben veranstalteten Pr\u00e4sentationen ihre analoge Fortsetzung in aktionistischen Live-Umsetzungen. Neben dem f\u00fcr zahlreiche Autoren fremden mixed-media-Prinzip bot &#8222;ZeilenSprung&#8220; prinzipiell ein Forum f\u00fcr all das, was in der traditionellen Lit.landschaft aus marktwirtschaftlichen Erw\u00e4gungen keinen Platz hatte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Kriterien fanden mit der Gr\u00fcndung des KRASH-Verlags ihre genuine Fortsetzung; die enge Zusammenarbeit mit dem K\u00f6lner Kunst-Underground wurde noch mehr forciert. Nach und nach wurde die Zusammenarbeit mit vielen Mitgliedern der Ultimate Akademie und den K\u00fcnstlern des ultinets und mit diversen Schriftsteller-Generationen und -Szenen intensiviert. Bei der Verlagsgr\u00fcndung ersetzten zun\u00e4chst Csaba Manfai und Erich Wilker die aus der Kerngruppe des &#8222;Zeilensprung&#8220; ausgeschiedenen J\u00f6rn Loges (Video, B\u00fchne), Monika Regelin, Anke Stahl und Khalid al-Maaly (heute al-kamel-verlag). Zeitweise eng begleitetet vom D\u00fcsseldorfer Autor A.J. Weigoni, mit dem wir die fast schon legend\u00e4re <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/08\/11\/gossenhefte\/\">Gossenheft-Reihe<\/a> im KRASH-Verlag begr\u00fcndeten, wechselten die mit KRASH kooperierenden Literaten und K\u00fcnstler jeweils projektbedingt. Heute noch z\u00e4hlen auf Autorenseite die Berliner Autoren J\u00f6rn Luther und Frank Willmann dazu. Kooperationen mit weiteren, der Independent-Szene zugeh\u00f6rigen Verlagen bestehen mit Basisdruck\/Berlin, PIPS\/Bonn, Das fr\u00f6hliche Wohnzimmer\/Wien etc.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schon erw\u00e4hnte Gossenheft-Reihe ist auf literarischer Seite neben der Plakatzeitschrift f\u00fcr Visuelle Literatur, FLYER, sicherlich das Verlags-Aush\u00e4ngeschild. Eingebunden in die Chiffren von Pulp (Fiction) &amp; Pop pr\u00e4sentiert Deutschlands erste Garde von Jungliteraten seit 1989 experimentelle &amp; heftige Lit. im Schundheftformat. Neben der Bedienung klassischer Schund-Genres wie Arzt-, Liebes-, Heimat-, Kriminalroman und einigen Themen-Compilations (Sex, Gewalt von Rechts) bildeten gerade im letzten Jahr Quasi-Dokumentationen lieterarischer Koop-Techniken den vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt der Reihe: Der triefend triviale &#8222;Roman der Sechs&#8220; wurde \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren gemeinschaftlich von 5 KRASH-Autoren geschrieben. Schneller waren 4 Autoren aus K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf, die an nur 2 Tagen und in 2 N\u00e4chten mit Unterst\u00fctzung des KRASH.-Netzwerkes ( das sich per Fax einschaltete) in 2 Galerien in den 2 St\u00e4dten den Live-Roman &#8222;48 Stunden&#8220; zu Papier brachten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den Visuellen (Multiple-)Editionen, die in vorliegender Dokumentation an anderen Stellen im Chronik-Teil ausf\u00fchrlich behandelt werden, wollen wir aus der Vielzahl der KRASH-Aktionen 2 hervorheben, die stellvertretend f\u00fcr die Live-Aktivit\u00e4ten der letzten 12 Jahre stehen, tEXtile tEXte, die erste literarische Modenschau der Welt, basierend auf gleichnamiger Ausstellung von Aring, Ibsch, Pokoyski, Stahl und nat\u00fcrlich &#8222;Dichter in den Ring &#8211; Die Deutsche Literaturmeisterschaft&#8220;, 1993 wohl der erste gro\u00dfe und in seiner, dem Sport entliehenen, dramaturgischen Geschlossenheit konsequenteste Slam auf deutschem Boden, der 1995, ebenfalls im K\u00f6lner Rhenania, seine Fortsetzung fand und auch 1997 ausgelobt werden wird.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-large-font-size\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"238\" class=\"wp-image-19128\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100-300x238.jpg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100-300x238.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100.jpg 570w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>100 Jahre KRASH-Verlag <\/strong>Texte &amp; andere Beitr\u00e4ge von: Roland Bergre, Daniele Buetti, Karen Duve, Horse Cock Kids, Hadayatullah H\u00fcbsch, Anja Ibsch, Ilse Kilic, R. J. Kirsch, Reinita Kosmos, Marcus Krips, Stan Lafleur, John Lotter, J\u00f6rn Luther, J\u00fcrgen M. Paasch, Bert Papenfu\u00df, Detlef Opitz, Parzival, Rolf Persch, Dietmar Pokoyski, Claudia P\u00fctz, Beate Ronig, Matthias Schamp, Klaus Sinowatz, Enno Stahl, A. J. Weigoni, Fritz Widhalm, Erich Wilker, Frank Willmann, Harald &#8218;Sack&#8216; Ziegler<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><br \/><strong>Au\u00dferdem Bilder und Materialien <\/strong>von und mit: Rainer Aring, Yola Berbesz, Ingeborg Broska, Nini Flick, Ankha Haucke, Ruth J\u00e4ger, KritzKratz, Claudia K\u00fchn, Die Kunstpiraten, Pietro Pellini, Ro.Ka.Wi., Svenja Schlichting, Hans-J\u00f6rg Tauchert, Endre Tot, Jo Zimmermann u.v.m. <br \/>mit einem Vorwort von Karl Riha<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Dem Begriff <em>Trash<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. Daher sei sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\">Deutscher Trash<\/a> ebenso endr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der im Dezember 1988 bezeichnenderweise in der Ultimate Akademie geger\u00fcndete KRASH-Verlag hat sich noch nie lediglich auf die Herausgabe konventioneller B\u00fccher beschr\u00e4nkt. 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