{"id":69282,"date":"2018-02-25T00:01:42","date_gmt":"2018-02-24T23:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=69282"},"modified":"2022-02-28T19:10:39","modified_gmt":"2022-02-28T18:10:39","slug":"rodneys-underground-press-rup","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/02\/25\/rodneys-underground-press-rup\/","title":{"rendered":"Rodneys Underground Press, RUP"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt sie noch, die alternativen Kleinverlage, die sich bewusst gegen den Internet-Giganten Amazon stellen, denn alternativ ist ja eine Wahl zwischen den M\u00f6glichkeiten, und alternativlos nur das Unwort des Jahres 2010. Seit die VG-Wort ihre Aussch\u00fcttungen neu regeln musste, traf es besonders die Kleinverlage. <a href=\"http:\/\/www.undergroundpress.de\/\">RUP<\/a> hingegen existiert seit 25 Jahren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Roland Adelmann begann 1987 als Mitherausgeber der Zeitschrift \u201eProdukt\u201c. Es folgten das Fanzine \u201eBuletten-Tango\u201c sowie die Anthologien \u201eDowntown Deutschland\u201c und \u201eAsphalt Beat\u201c. Es waren Zeiten der klammen Kassen \u2013 arbeitslos und Spa\u00df dabei \u2013 und seine eigene literarische Laufbahn begann mit einer Kurzgeschichte im legend\u00e4ren \u201eGasolin 23\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1992 wurde RUP geboren. Da war es haupts\u00e4chlich ein Vertrieb. Einerseits verkaufte AdelmannBananenkisten voller antiquarischer B\u00fccher, andrerseits im Copyshop zusammengetackerte Hefte des Social-Beat. Ein Staat war damit nicht zu machen. Als man Social-Beat zu Grabe trug, konzentrierte er sich auf den Verlag.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile umfasst sein Programm Namen wie Richter, Borgerding, Flenter, Jan Off, Pfeiffer, Lahr und B\u00f6ke, allesamt lebende Autoren der toten SB-Szene. Dar\u00fcber hinaus bedient Adelmann einen Stil, den er selber beherrscht: Underground, also subkommerzielle Ver\u00f6ffentlichungen. Das bedeutet gleichwohl: \u201eWir arbeiten nicht mit Amazon zusammen, wir produzieren auch keine E-Books. Literatur ist kein Ding, das als App heruntergeladen werden sollte.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">RUP folgt einem individuellen Weg, ohne ISBN, ohne Amazon, und obwohl die kommerzielle Werbung darunter leidet, flie\u00dfen die dadurch generierten Gelder an den Autor. W\u00e4hrend der Maro-Verlag sein Fr\u00fchjahrsprogramm 2017 abblasen musste, weil VG-Wort eine vierstellige Summe r\u00fcckforderte, brachte Roland Adelmann gleich sechs Titel raus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Untergrund setzt eine Eigenschaft voraus, n\u00e4mlich die Unabh\u00e4ngigkeit. RUP umgeht den Aderlass des Buchhandels und bedient wie anno dazumal. Hierzu geh\u00f6ren Chapbooks, diese minimale Art der Lekt\u00fcre. RUP druckt subjektiv. Und was RUP druckt, ist Underground. Folglich erscheint auch der Autor Roland Adelmann im Programm. 2014 publizierte er (nach 16 Jahren) seinen Deb\u00fctroman \u201eBier im Fr\u00fchst\u00fcck, Tschernobyl im Arsch\u201c, k\u00fcrzlich das 44-Seiten-Heft \u201eWerken in De Pinte\u201c: \u201eGr\u00f6\u00dftenteils kurze, direkte, kryptische, bekloppte Poems, die dem Wahnsinn entspringen.\u201c Im besten Fall gelingt die Symbiose Verlag und Autor wie bei RUP und Adelmann, solange Taschengeld, Freizeit und Stil stimmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Rodneys Underground Press kuratiert ein weiteres Projekt, die <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/maulhure\/\">Maulhure<\/a>. Herausgeben von Hermann Borgerding, Urs B\u00f6ke und Jerk G\u00f6tterwind. Wer f\u00fcr den Namen verantwortlich ist, ist nicht bekannt, jedenfalls zeichnet die Textauswahl ein gro\u00dfes Ma\u00df an bissiger Dichtung. \u201eHier trinkt der Underground sein Bier \u2013 ungepflegt und ungezogen.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Was im September 1992 mit einem gefalteten DIN-A4-Blatt begann, vereinigt heute Verlag, Vertrieb und Autor. Bestellungen ab 10 Euro sind innerhalb Deutschlands portofrei. So begann Amazon auch.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-large-font-size\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-98312\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/social-beat-umschlag.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/social-beat-umschlag.jpg 214w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/social-beat-umschlag-160x224.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es gibt sie noch, die alternativen Kleinverlage, die sich bewusst gegen den Internet-Giganten Amazon stellen, denn alternativ ist ja eine Wahl zwischen den M\u00f6glichkeiten, und alternativlos nur das Unwort des Jahres 2010. 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