{"id":68683,"date":"2005-09-24T00:01:00","date_gmt":"2005-09-23T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=68683"},"modified":"2022-02-26T17:47:58","modified_gmt":"2022-02-26T16:47:58","slug":"erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/","title":{"rendered":"Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>B\u00fcchermachen macht viel zu viel Spa\u00df, als dass man es den Bertelsm\u00e4nnern \u00fcberlassen sollte.<\/em><\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ort meiner Zeitreise liegt im herben Klima an der Ruhr, in der Stadt, in der nicht nur der Held meiner Neugier und Verbundenheit, sondern auch ich selbst aufgewachsen bin: Bottrop, lange Zeit Synonym f\u00fcr eine etwas h\u00e4rtere Gangart des Lebens im Revier, mit Menschen, die eine raue, herzliche Mentalit\u00e4t entwickelt haben, zupackend, der Wirklichkeit und keinen Wolkenkuckucksheimen verpflichtet. Und doch hat hier jemand viele Jahre lang getr\u00e4umt. Biby, ein Kulturrocker von der Ruhr.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit langem versucht die Region zwischen Duisburg und Dortmund, nach dem Niedergang der Montanindustrie den Strukturwandel hin zu lichteren Imageh\u00f6hen zu bew\u00e4ltigen; damals jedoch, Ende der 60er Jahre, rauchten etliche der Schlote noch; die Studentenunruhen im fernen Berlin hatten Wirkung selbst in Bottrop gezeigt, die Beatwelle den Umsatz von Gitarren und Schlagzeugen befl\u00fcgelt. Die Bottroper und regionalen Bands traten im Lichthof der Berufsschule beim hitzigen Beatfestival gegeneinander an. Aufbruchsstimmung schien auch unter den Bottroper Jugendlichen greifbar zu sein, doch der Kreis derer, die den Protest probten, blieb \u00fcberschaubar, traf sich in der Gastst\u00e4tte des Kolpinghauses, damals ein \u00e4u\u00dferst liberales Refugium, um eine vermeintliche Revolution zu erwarten \u2013 und dabei kr\u00e4ftig dem Bier zuzusprechen. Auch Biby war dort zu treffen, geh\u00f6rte zu jenen Cliquen, die einander kannten, miteinander quatschten, Musik h\u00f6rten. Warum genau sich Biby, als Jungdichter in Bottrop nicht unbekannt, entschlossen hat, statt eigener Verse die Literatur der damals entstehenden Alternativpresse zu vertreiben, wei\u00df ich nicht. Doch irgendwann bekam auch ich, es mag Ende 1969 gewesen sein, jenes DIN-A-4-Blatt in die Hand, mit dem alles begann: darauf \u2013 eng beschrieben \u2013 die ersten Angebote dieses etwas anderen Versandbuchhandels, damals umst\u00e4ndlich \u201eNonkonformistisches literarisches Informationszentrum\u201c genannt. Biby arbeitete seinerzeit noch als Angestellter in der EDV-Abteilung bei Krupp, von ihm abf\u00e4llig Kanonen-Krupp genannt; auf die f\u00fcr ihn so verhei\u00dfungsvolle Szene der Gegenkultur musste er bis abends warten, ungeduldig nat\u00fcrlich, denn\u2026<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201e\u2026 Ulcus Molle bew\u00e4ltigt deshalb so leidenschaftlich sein Arbeitspensum, weil NICHT ENTFREMDETE ARBEIT unheimlich Befriedigung verschaffen kann und weil nur in der jungen UNDERGROUND-SUBKULTUR-GEGENMILIEU-WELT die GUTEN LEUTE zu finden sind, welche man alsbald von den bl\u00f6den Schei\u00dfern unserer obsz\u00f6n oberfl\u00e4chlichen Alltagswelt zu unterscheiden lernt. Entweder Du hast Deinen Arsch verkauft oder Du bist ein FREAK-OUT der besten Sorte, denn die Typen, die zwischendrin h\u00e4ngen, sind noch bedauernswerter. Damit m\u00fcsste die Frage nach der Funktion des Info-Zentrums hinreichend beantwortet sein<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/11\/das-analoge-internet-wird-eingestellt\/\">Ulcus Molle<\/a> gleich Weicher Schanker gleich Geschlechtskrankheit: Ulcus Molle, dieses wenig appetitliche Wortpaar wurde bald zum Pseudonym f\u00fcr Biby und zum Synonym f\u00fcr das, was er in Bottrop zu tun begonnen hatte: nur unterst\u00fctzt von Annemie, der Ehefrau. \u201eIch muss mit Literatur leben!\u201c stand f\u00fcr ihn fest, \u201eDie Literatur geh\u00f6rt uns und keinen gro\u00dfen Verlagen\u201c lautete das Credo. Ein waghalsiges Spiel \u2013 im biederen, sozialdemokratischen Bottroper Umfeld zwischen Wochenmarkt und Stadtgarten; und Verwandten, die das Info-Zentrum wahrscheinlich nur mit \u00dcberspanntheit oder einer Verirrung gleichsetzen konnten. Wenn sie es denn \u00fcberhaupt verstanden, dieses Experiment eines Einzelnen ohne Eigenkapital.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIt\u2019s Orgasmus-Time, Sweet Love\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">hei\u00dft es einmal v\u00f6llig zusammenhangslos in einem der Ulcus-Molle-Info-Hefte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eNur nix verkniffen sehen\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das stand f\u00fcr ihn fest.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Heroische, gl\u00fcckliche Zeit. Schon bald jubelte der s\u00fcddeutsche Szene-Poet Manfred Bosch:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bertelsmann<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>steigerte seinen Umsatz<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>um 7 Prozent auf 600 Millionen Mark<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>das Info-Zentrum um 30 Prozent<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bertelsmann, wir kommen!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Sorge, der Nachlass von Biby k\u00f6nnte von einer\u00a0 kulturfernen Verwandtschaft auf diverse M\u00fclltonnen verteilt werden, erf\u00fcllte sich gl\u00fccklicherweise nicht. Heute liegt der Nachlass im Archiv der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t, bei den Ethnologen. Dorthin fahre ich, um dem Ph\u00e4nomen und dem Menschen Biby Wintjes nachzusp\u00fcren. Ich will keine Feldforschung betreiben, keine wissenschaftliche Spurensuche im engeren Sinne. Ich bin kein k\u00fchler Forschergeist, der Fakt neben Fakt sortiert. Ich bin Zeitzeuge, bin dabei gewesen, die Vergangenheit, die ich erkunden will, ist ebenso meine eigene gewesen. Und so tauche ich zwangsl\u00e4ufig auch in meine eigene Geschichte ein, als ich im Archivkeller der Ethnologen sitze \u2013 bin Mitbeteiligter, \u00fcberlebender Komplize vielleicht sogar. In den Nachlass-Regalen entdecke ich Buchtitel, die mir lange entfallen sind, Autorennamen, an die ich mir nur noch entfernt erinnern kann, Zeitschriften fr\u00fcher in der Szene legend\u00e4r, heute zerfleddert. Hinweise auf meine ersten eigenen literarischen Versuche.- Und dann die lange Reihe der Ulcus-Molle-Info-Hefte, von Biby \u00fcber Jahrzehnte meist im Zwei-Monats-Takt auf einen un\u00fcbersichtlichen gegenkulturellen Markt geworfen, besser gesagt: einget\u00fctet und verschickt. In den besten Zeiten Mitte der 1970er Jahre mit einer Auflage von bis zu 3000 Exemplaren und mit 2500 Abonnenten. Das Ulcus-Molle-Info\u00a0 \u2013 publizistischer Spiegel der alternativen Versuche ebenso wie Seismograph der Befindlichkeiten seines Herausgebers. Sie sollen mir Leitmedium sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1971: Das Zentrum hat keinen realen Treffpunkt, vielmehr hausen wir in einer k\u00e4rglichen Zweieinhalbzimmer-Wohnung; das halbe Zimmer ist das Ulcus-Molle-Zentralb\u00fcro, wo die F\u00e4den und Geistesblitze der deutschsprachigen Nachwuchsintellektuellen, der Sprachk\u00fcnstler und politischen Agitatoren zusammenlaufen. Das h\u00f6rt sich geschwollen an, ist aber nicht anders auszudr\u00fccken! Der Vorteil dieser kleinen Wohnung ist der, dass wir nur einen kleinen Betrag an Miete zu zahlen brauchen. Bis auf gelegentliche Diskutier- und Zoof-Partys geht es hier hinter den Schranken den Bottroper Hauptbahnhofs eher ruhig und arbeitsam zu, ab und an Besuch aus Berlin, Saarbr\u00fccken. Heidelberg, K\u00f6ln, Frankfurt, M\u00fcnchen, Wien, aber das ist nicht die Regel. Ansonsten basiert die Kommunikation leider nur auf brieflicher Korrespondenz. Ulcus Molle schaut zuversichtlich in die Zukunft und hofft auf eine kommunikationsgeile und kommunikationsreiche Buchmessen-Nachsaison 71. That\u2019s all!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Biby mit seinem Info-Zentrum von Anfang an ein absolut offenes Konzept betrieb (unter Ausschluss rechter Ideen selbstredend, damals stand man naturgegeben links), sammelten sich nat\u00fcrlich auch allerlei obskure Gedankenspielereien und unausgegorene Literaturversuche in den Info-Heften. Doch Biby schloss niemanden grunds\u00e4tzlich aus. Das geh\u00f6rte damals zu seinem (unserem) Selbstverst\u00e4ndnis. Zeitweise wollte Biby sogar das Konkurrenzprinzip aushebeln und ver\u00f6ffentlichte die Adressen von anderen Literaturvertrieben der Scene. In den Angebotslisten im Ulcus-Molle-Info standen\u00a0 Hunderte von Kleinzeitschriften, die kamen und gingen, eine kaum \u00fcberschaubare Anzahl von B\u00fcchern aus Minipressen und Kleinverlagen. Jemand, der hier traditionelle Qualit\u00e4tskriterien angelegt h\u00e4tte, h\u00e4tte selbstredend viel Futter f\u00fcr ein kritisches Naser\u00fcmpfen gefunden. Doch in den 70er Jahren und teilweise noch in den 80ern konnte sicherlich von einer vitalen Alternativkultur gesprochen werden\u00a0 \u2013 bevor vieles im Mainstream verw\u00e4ssert wurde und die gro\u00dfen Verlage diese Nische als Einnahmequelle entdeckt hatten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Gegner argumentieren, dass unsere Leute deshalb Au\u00dfenseiter sind, weil sie nicht das entsprechende Format ausweisen, um bei etablierten Verlagen unterzukommen, die neuen Leute verweigern sich jedoch bewusst jeder Art der Integration, die zu totaler Anpassung und Uniformierung zwingt und produzieren ihren eigenen ehrlichen Zoof.\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit Biby, den un\u00fcberh\u00f6rbar ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an Entschlossenheit und Zweckoptimismus, ja, wohl auch, befl\u00fcgelt hat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur 1971er Buchmesse versuchte Biby mit dem Ulcus Molles Scenen-Reader einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Gegenkultur, die Alternativen in all ihren Schattierungen und Lichtblicken geben. Das Layout war genauso chaotisch wie in den Info-Heften, und wer wollte, konnte sich \u2013 ohne ein bestimmtes Ziel \u2013 im Mix von\u00a0 Artikeln, Tipps, Randkritzeleien und Collage-Wimmelei rettungslos verlieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Auswahl der fett gesetzten Zeilen aus dem Ulcus-Molle-Scenen-Reader:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir wollen Blumen und M\u00e4rchen bauen<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Macht kaputt, was euch kaputt macht<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Sozialismus siegt!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dichter schie\u00dfen sich ein<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pornographie als Agitation<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Diese Zeitung unterh\u00f6hlt im Underground nicht die Gesellschaft, sondern unterkellert sie.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bakunin lebt in Bottrop<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Stoppt den Lehrlings-Dracula!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kirchenaustrittserkl\u00e4rung<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir fordern: Spa\u00df an Dreistigkeiten!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kopfarbeit steigern \u2013 Kriegsdienst verweigern!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Solidarit\u00e4t mit der Roten Armee Fraktion! F\u00fcr den Aufbau der Stadtguerilla!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Beat bleibt links<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Warum nicht Blumen im Winter?!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Brechreiz-Gedichte<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Visionen, Mutationen<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Keine esoterischen Gedichte mehr<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kunst f\u00fcr alle<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer bedenkt, dass damals jede Seite noch mit viel Uhu zusammengeklebt, alles per Schreibmaschine abgetippt werden musste, kann sich die M\u00fche vorstellen, mit der zu Werke gegangen worden ist \u2013 und mit welchem Enthusiasmus. (So nebenbei: Jahrelang hat Biby f\u00fcr die Info-Hefte all acht Wochen bis zu 120 Seiten abgeschrieben. Das nennt sich wohl Ausdauer, vielleicht sogar hilfreiche Sturheit) Neben Biby\u00a0 waren am Scenen-Reader\u00a0 die Autoren Volker W. Degener (Herne) und Frank G\u00f6hre (Bochum) beteiligt. Ein hemmungsloses Kaleidoskop mit einer Unzahl von Adressen und einem Umschlag in beinahe beh\u00f6rdenhaftem Gr\u00fcn entstand, als\u00a0 Ordnungsprinzip nur das Postleitzahlbuch akzeptierend: von 1000 Berlin bis 8000 M\u00fcnchen \u2013 inklusive \u00d6sterreich und der Schweiz. Henryk M. Broder nannte den Scenen-Reader \u201edas un\u00fcbersichtlichste Buch der Saison\u201c. Biby bevorzugte kein Hochglanzformat, stand nicht f\u00fcr Effektivit\u00e4t, Effizienz oder geschniegelte Modernit\u00e4t, sondern griff f\u00fcr sein Info-Heft zu schlichtem, preiswertem Offset-Druck.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Bibys Euphorie wurde bald ged\u00e4mpft:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nach der totalen Niedergeschlagenheit aufgrund berechtigter Kritik am Zentrum und am\u00a0 Info en bloc en masse all\u00fcberall auf der Frankfurter Buchmesse und der schwachen Resonanz auf den Scenen Reader wird sich Ulcus Molle f\u00fcr geraume Zeit in sein introvertiertes Schneckenhaus verkriechen, um konzentriert nachzudenken und um den Lernprozess zu beschleunigen. Auf weitere pers\u00f6nliche Kommentare wird vorerst im Info verzichtet\u00a0 (bis ich mein Selbstvertrauen wiedergefunden habe); denn ein Gro\u00dfteil der Info-Leser hat die post-pubert\u00e4ren Ulcus-Molle-Manifestationen echt missverstanden \u2026 Die Funktion des Zentrums \u00a0\u00a0(Meinungs- und Informationsaustausch) soll jedoch unbedingt erhalten bleiben; jedoch die drucktechnisch-formale Ausstattung und Gestaltung des Infos kann erst dann besser werden, wenn das Zentrum \u00fcber eigene Produktionsmittel (eine Druckmaschine) verf\u00fcgt. Bis dahin muss die chaotische Un\u00fcbersichtlichkeit in Kauf genommen werden und wer die dilettantisch zusammengest\u00fcckelte Layout-Kleisterei nicht packt (nicht begreift!?!), der soll so ehrlich und fair sein, dass Info wieder abzubestellen, denn im Papierkorb nutzen die Druckschriften niemandem und die enormen Portokosten sind der gr\u00f6\u00dfte Finanzfaktor.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine flirrende, existenzielle Angst wird \u00fcber die Jahre immer wieder in der Arbeit von Biby zu sp\u00fcren sein. St\u00e4ndig schwang die teils unausgesprochene, teils dick unterstrichene Bitte \u201eBestellt das Info nicht ab!\u201c \u201eBestellt B\u00fccher!\u201c beinahe beschw\u00f6rend durch die Ulcus Molle-Infos. Der etablierte Gewerbetreibende, der professionelle Gastwirt werden die Kunden selbst dann noch scheinbar souver\u00e4n und mit ausgesuchter H\u00f6flichkeit bedienen, auch wenn sie wissen, dass sie pleite sind und am n\u00e4chsten Tag den Laden dicht machen m\u00fcssen. Derlei Gelassenheit war Biby fremd. Daf\u00fcr war er zu authentisch, zu ehrlich \u2013 und letztlich auch zu \u00e4ngstlich. \u00dcberschwang blieb bei Biby geerdet, Wolkenst\u00fcrmerei ist f\u00fcr ihn nur mit gleichzeitigen Bodenhaftung denkbar; eine Mentalit\u00e4t, die Pragmatik mit der Sehnsucht nach der Flucht aus derselben verkn\u00fcpfte, den gro\u00dfen Schwung einer kulturellen Revolte mit kleinen Schritten zu verbinden suchte. Dieser Widerstreit will erst einmal ausgehalten sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1972 W\u00e4hrend dieses Info geschrieben wird, st\u00f6ren dauernd dicke braune herumflatternde Motten; deshalb sollten die Leser dieses Motteninfos doch begreifen, dass man die autorit\u00e4re Fixierung des Menschen aufbrechen muss, um zu einem freien, gl\u00fccklichen, kreativen MENSCHSEIN zu gelangen; dazu soll die Alternativ-Presse u.a. ein Forum sein, und deshalb ist der antiautorit\u00e4re Kinderladen in Bottrop, der von unserer Vertriebsbearbeiterin Annemarie mitbegr\u00fcndet wurde, auch so au\u00dferordentlich wichtig<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">FEEDBACK lautete das Zauberwort f\u00fcr\u00a0 Biby: Reaktionen auf die Ulcus-Molle- Infos, seine anderen Publikationen, seine Aktionen waren ihm enorm wichtig. Vielleicht auch Ausdruck einer gewissen Isoliertheit, die er, vom alltags\u00fcblichen Bottrop umgeben, in seinem gegenkulturellen Hort denn doch empfunden haben mag. Der einsame Fighter f\u00fcr die ganz anderen Gedanken, abseits von Kommerz und Konvention, in seinem mit B\u00fcchern, Zeitschriften und Papieren vollgestopften B\u00fcro, zun\u00e4chst an der Bahnhofstra\u00dfe, sp\u00e4ter viele Jahre an der B\u00f6ckenhoffstra\u00dfe 7, wollte nicht allein gelassen werden, wollte sich der Solidarit\u00e4t versichern, zum finanziellen \u00dcberleben ebenso wie zum individuellen Weitermachen k\u00f6nnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nicht nur beim Tippen dieses Infos bin ich am Ende meiner Kr\u00e4fte, auch fr\u00fcher habe ich krampfhaft versucht, bei Cognac\/AN 1-Speed\/Kaffee und MUSIK mittern\u00e4chtlich durchzuhalten. Ich h\u00e4tte besser dran getan aufzuh\u00f6ren, weil meine Gesundheit im Arsch ist mittlerweile und alles nur deshalb, weil ich dachte, dreiviertel der Info-Empf\u00e4nger w\u00e4ren meine Freunde und ich k\u00f6nnte ihnen trotz meiner stupiden Schreibtischexistenz ausgew\u00e4hltes Material liefern \u2026jedoch hat es sich gezeigt, dass die H\u00e4lfte der Typen Bl\u00f6dk\u00f6ppe sind, weil sie nie reagieren, und f\u00fcr den Rest meiner Abonnenten sieht meine Info-Arbeit so aus, dass ich nachts nicht weitermachen kann wegen Nasenbluten, und wenn ich dann noch mit Magenkr\u00e4mpfen den Sp\u00fclstein vollkotze, vermischt sich Rotz, Blut und Gekotze in meinem Bart, dass ich mich Burroughs unheimlich nahe f\u00fchle und sicher bin, f\u00fcr eine gute Sache zu k\u00e4mpfen! Dann glaube ich zwar selbst nicht, dass es noch weitergeht, wenn die Papiere rotz-blut-und-kotze-verschmiert sind, aber es geht weiter und es wird besser werden. Und ich werde nicht aufgeben, weil ich mich als Teil der sozialistischen Bewegung verstehe, auch wenn das optisch manchmal wenig verst\u00e4ndlich erscheint.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Scene, die Biby mit so viel eigenem Engagement rotieren sehen wollte, herrschte nat\u00fcrlich auch viel Missgunst, Antipathie, Cliquenbildung, aber es gab daneben ebenso viel gemeinsamen Ausbruchswillen, das Ausprobieren von neuen Lebensmodellen, weg von dem muffigen Leben der \u00c4lteren, der Etablierten. So wurde das damals jedenfalls empfunden. Mir hat der Diskussionsprozess, der sich rund um Bibys Info-Zentrum entwickelte, seinerzeit in meinem Selbstverst\u00e4ndnis jedenfalls geholfen. Wege\u00a0 ins Freie, ins Offene, schienen am Horizont sichtbar zu werden.\u00a0 Diese alternative Kultur sollte man nicht untersch\u00e4tzen. Immerhin entstand daraus einige Jahre lang die Gegenbuchmesse in Frankfurt und die Mainzer Minipressenmesse, die es bis heute gibt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Doppelbelastung zwischen dem Brotjob bei Krupp und dem Info-Zentrum, das Pendeln zwischen Neigung und Notwendigkeit,\u00a0 war indessen auf Dauer m\u00f6rderisch f\u00fcr Biby alias Ulcus Molle:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWenn bei Krupp die Computer-Programme nicht laufen, dann klappt\u2019s mit dem Zentrum prima: tolle Kontakte, guter Auftragseingang, sprich: Bestellungen, erbaulich konstruktive Korrespondenz und umgekehrt, wenn die Zentrumsabwicklung ein Tief hat, geht es bei Krupp alles hoch, weil die Programme dann endlich mal reibungslos laufen.\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Konsequenz am 13. August 1973<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>An<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Friedrich Krupp Maschinenfabriken<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Personalabteilung<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Essen<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Betr.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>K\u00fcndigung<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Aus pers\u00f6nlich\/privaten Gr\u00fcnden m\u00f6chte ich mein, seit zehn Jahren bestehendes Arbeitsverh\u00e4ltnis bei Krupp zum 1. April 1974 fristgerecht aufk\u00fcndigen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hochachtungsvoll<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Josef Wintjes<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Freunde aus der Scene sorgten sich wegen des existenziellen Risikos und des daraus resultierenden Verkaufszwangs um die Zukunft von Ulcus Molle, doch Biby erfuhr auch viel Unterst\u00fctzung. So schrieb Ralf Rullmann, nur auf den ersten Blick anscheinend ironisch: Also, mal ehrlich Leute, die Vorworte im Info sind doch eine echte Strapaze. Da quasselt dieser Wintjes in eigener Sache (der sollte ein besseres Info machen) \u2013 ewig diese Geldprobleme, Druckereiprobleme, unbezahlte Rechnungen \u2026 Na, ich kann verstehen, wenn ihr frustvoll weiterbl\u00e4ttert, erst mal \u00a0\u2019n Joint raucht, losrast mit einer hei\u00dfen Bestellung und das Moos baldigst \u00fcberweist (denn der Wintjes ist ja nicht KING Money).Okay Leute, ihr habt begriffen, dass Geld auch f\u00fcr Freaks noch nicht abgeschafft ist, leider! Aber da gibt\u2019s Typen, die scheinen alternativ mit umsonst zu verwechseln. Die grinsen \u00fcber Rechnungen oder verschlampen sie. Einige wechseln ihren Wohnort wie Nomaden (ohne Angabe der neuen Adresse), die Infos k\u00f6nnen dann sehen, wo sie landen, der Rest ist schei\u00dfegal.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Motto: alternativ = Spatzenhirn = Egotrip = Schmarotzertum.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>So oft ist schon ein Foto von mir im Info-Heft abgedruckt worden, aber meine Handschrift habt ihr bisher nie kennengelernt. Darum dachte ich, dass es vielleicht sinnvoll sei, meine Gedanken zum Jahreswechsel handschriftlich mitzuteilen, denn drau\u00dfen regnet es sowieso. Ich m\u00f6chte, dass ihr diese Zeilen als Liebesbrief versteht. Denn ich habe euch alle liebgewonnen! Sei es als Abonnent, als Besteller, als Rezensenten, als Mutmacher und Trostspender, als Zank\u00e4pfel und Streith\u00e4hne oder Fans. Wir gehen 1979 ins zehnte Jahr unseres Bestehens und sind mittlerweile finanziell halbwegs abgesichert. Anf\u00e4nglich gaben uns au\u00dfenstehende Beobachter kaum eine Chance \u2026 aber wir selbst haben unsere Existenzberechtigung nur selten in Frage gestellt und an die gute Sache einer politisch bis spirituellen Alternativpresse geglaubt.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">(Zwischenmusik)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Biby mochte Teenys. Keine Ahnung, wo er sie kennen lernte. In der einzigen Bottroper Szene-Kneipe oder schellten sie bei ihn an, weil sie vom Info-Zentrum geh\u00f6rt hatten?\u00a0 Es f\u00fcr sich entdecken wollten? Gelegentlich, wenn ich ihn besuchte, sa\u00df ein junges M\u00e4dchen etwas abseits dabei, meist im Abi-Alter, sagte wenig, st\u00f6berte vielleicht ein wenig in den Regalen, las hier etwas, kramte dort in den Buchstapeln.\u00a0 Oder erz\u00e4hlte davon, dass sie ihr Zimmer daheim vollst\u00e4ndig schwarz angestrichen h\u00e4tte und sich deshalb mit den Eltern \u00fcberworfen haben wollte: Biby und ich hatten damals schon unsere erste Ehe hinter uns. Viel sp\u00e4ter sagte er mir, dass es endlich f\u00fcr ihn ein Ende haben m\u00fcsste mit den Teenys. Es w\u00fcrde ihm langsam zu peinlich: \u201eAls w\u00fcrden Vater und Tochter spazieren gehen\u201c, sagte er. Damit hatte er wahrlich recht. Irgendwann traf ich eine hagere Frau bei ihm, die unserem Alter entsprach, noch weniger als die Teenys von sich erz\u00e4hlte und sehr erwachsen wirkte. Warum konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er nun mit seiner Tante liiert war? Ein Gedicht, von Jaques Prevert, in einem Info-Heft gefunden:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kinder die sich lieben umarmen sich im Stehn<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">an den T\u00fcren der Nacht<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die passierenden Passanten zeigen mit den Fingern<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">auf sie hin<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Kinder die sich lieben<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind f\u00fcr niemanden da<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es ist nur ihr Schatten<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der da zittert in der Nacht<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der den Zorn der Passanten entfacht<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihren Zorn ihr Missfallen ihr Lachen und ihren Neid<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kinder sie sich lieben sind f\u00fcr niemanden da<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sind woanders sehr viel ferner als die Nacht<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und sehr viel h\u00f6her als der Tag<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitab vom ganzen Weltgetriebe<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im hellen Glanze ihrer ersten Liebe<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Buchmesse 1980. Ich m\u00f6chte schon gern wissen, von welchem Rezensenten die Marianne Wischmeier das dritte Kind hat? Oder: Ob die \u201aMarion Freifrau von Sedantal\u2018 ein M\u00e4dchen oder ein Junge ist oder ein Transvestit? Ich m\u00f6chte am liebsten auch selbst wieder Literatur schreiben, nicht nur verkaufen. Vielleicht einen Roman, zumindest Gedichte, allerdings (noch) keine Memoiren. Das Altwerden ist mit das Schlimmste. Doch bis zur Buchmesse werde ich wohl noch durchhalten. Wir sind in der Halle 6 Erdgeschoss\/Stand Nr. 130 A.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Immer wieder freue ich mich, wenn Leute mit UNSERER LITERATUR durch die Gegend geistern, sei es, dass sie nach dem Fahrrad-Handbuch reparieren, sich ein Bio-Schei\u00dfhaus bauen, vegetarisch kochen, mit dem Orgasmusbuch schlafen gehen oder sich \u2019nen Zahn ziehen nach \u201eAu Backe\u2026\u201c. Nur vor dem Titel \u201eNat\u00fcrliche Geburtenkontrolle, da m\u00f6chte\u00a0 ich warnen: In letzter Zeit sind da einige Malheure passiert.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>unterzeichnet mit Bibiana X.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Literaturkatalog (Bereiche): Spirituelle Welt, Freak-Alltag (Kommunebewegung, Umweltschutz \u00a0etc.,), Emanzipation (Frauenliteratur, M\u00e4nnerbewegung), Staatsgewalt und Widerstand, Belletristik, Diverses (Sekund\u00e4rliteratur, Reiseb\u00fccher, Comics usw.)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1979\/80\u00a0 Abo-Zahl f\u00fcrs Info 1600 Exemplare<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die 6. Mainzer Minipressen-Messe haben wir \u2013 Annemie und ich \u2013 mehr privat genutzt zur Regeneration: ein herrliches Schwimmbad direkt am Rhein \u2013 das beste an der Messe war in diesem Jahr wohl das gute Wetter und der ausf\u00fchrliche Katalog. Ansonsten ziemlich unpolitisch das Ganze \u2026 Klar, wenn die Leute lieber baden gehen!<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>In Gespr\u00e4chen auf der Mainzer Messe wurde von langj\u00e4hrigen Info-Lesern beschlossen, zuk\u00fcnftig die Ulcus-Molle-Hefte lustiger zu gestalten \u2014 bisher gab\u2019s kaum je was richtig zu lachen. Aber wir wollen demn\u00e4chst so eine Art Nonsens-Schau abziehen \u00fcber das, was sich an Kladderadatsch hinter den Kulissen den Szene tut \u2013 so \u2019n bisschen Verarschung am Rande, weil: die beteiligten Leute an diesem Kreativ-Business der Alternativpresse sich selbst und ihre Projekte viel zu ernst und verkniffen, fast verbittert sehen\u2026das wollen wir aufbrechen durch eine Prise Humor und durch die notwendige Distanz \u2026 wer sich beleidigt f\u00fchlt, ist selber schuld.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Biby brauchte f\u00fcr seine Produktion keinen Maschinenpark, sondern es reichte funktionierendes Schreibger\u00e4t. W\u00e4hrend im Ruhrgebiet literarisch die Arbeiter- und Industrieliteratur propagiert wurde, das weiter gefasste sogenannte \u201eLiteraturwunder Ruhr\u201c\u00a0 entfaltete sich erst viel sp\u00e4ter, vagabundierte Biby in ganz anderen kulturell-k\u00fcnstlerischen Sph\u00e4ren: riskant, abenteuerlich, verwunschen: den Beatniks dabei entscheidend\u00a0 st\u00e4rker verbunden als dem Bergmannsdichter Heinrich K\u00e4mpchen.\u00a0 Agit-Prop hat in Bibys Programm \u2013 soweit ich mich erinnern kann \u2013 immer eine Nebenrolle gespielt. Wahrscheinlich war ihm die geduldige geistige Revolution denn doch wichtiger als die sofortige soziale Umw\u00e4lzung. Missliebige k\u00f6nnten das Info-Zentrum absch\u00e4tzig als eine Literatur-Klitsche bezeichnen. Das war es vielleicht sogar \u2013 r\u00e4umlich nie die Quadratmeterzahl eines Tante Emma-Ladens \u00fcberschreitend. Aber, mein Damen und Herren, was f\u00fcr ein Tante-Emma-Laden f\u00fcr Geistesexpeditionen ist das gewesen! Wer Biby besuchte, konnte sich an den Regalen in den Unmengen von Zeitschriften und B\u00fcchern, die man sonst nicht findet, hemmungslos verlieren. Biby arbeitete derweil am Schreibtisch weiter, die Unterhaltung entspann sich unaufgeregt und beil\u00e4ufig.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Januar\/Februar1981. Das Schwerpunkt-Thema dieser Ausgabe: Die Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit unserer kranken Zivilisation auf eine positive Zukunft. \u2013 Dieser ganze Abfuck hochtechnisierter Maschinerien und Industriekonglomerate \u2026 das f\u00fchrt irgendwann garantiert zur Selbstzerst\u00f6rung des Menschen\/der Menschheit, egal ob mit oder ohne Akws. Die nat\u00fcrlichen Gesetze des Planeten Erde sind lange gest\u00f6rt, die Balance des urspr\u00fcnglichen Gleichgewichts der Kr\u00e4fte ist nicht mehr gegeben. So greift der universale Krebs um sich! Jede Flucht scheint im Chaos zu enden. Unser Kampf ist von Ohnmacht gezeichnet. Verstehen wir also alles, was noch kommt, als HAPPENING, als morbiden, dekadenten Versuch der letzten Selbstbefriedigung. Da Perspektiven und Utopien zu fehlen scheinen, k\u00f6nnten wir eigentlich die Beerdigung der Szene einl\u00e4uten. Aber noch brauchen die Leute in Z\u00fcrich, Berlin, Amsterdam und in der Provinz, in Wendland und Gorleben und sonst wo Zuspruch und Aufmunterung \u2026 und Funkzeichen, und Signale\u2026 Denn niemand schaufelt sich das eigene Grab. Wir m\u00fcssen uns eben zu wehren wissen. Mit den Mitteln der subversiven Phantasie.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Biby, eine Episode<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Samstagnachmittag<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir waren mit dem Zug nach Gelsenkirchen gefahren<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Freunde mit ihren Freundinnen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">sollten wir an einem musikalisch-literarischen Programm mitwirken<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich mit meiner verstimmten Gitarre<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Biby hatte sich uns angeschlossen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon leicht einen im Timpen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bierflasche in der Hand<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Gelsenkirchener Bahnhofshalle blieb er hinter uns zur\u00fcck<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">traf erst einige Zeit nach uns am Veranstaltungsort ein<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">einem umgebauten Bunker aus dem zweiten Weltkrieg<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz darauf kamen zwei Polizisten rein<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wollten mit Biby sprechen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der sofort aggressiv wurde<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht mit sich reden lie\u00df, irgendetwas schimpfte<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht mehr, was<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">handgreiflich werden wollte \u2013<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine grunds\u00e4tzliche Aversion gegen die Polizei,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">gegen Uniformierte,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">war damals in der alternativen Szene allgegenw\u00e4rtig<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHaut die Bullen platt wie Stullen!\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine allgemeine Verkehrskontrolle wurde sogleich als Eingriff<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In die unver\u00e4u\u00dferlichen Freiheitsrechte betrachtet<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein zuf\u00e4llig hinter Dir herfahrendes Polizeiauto als<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unrechtm\u00e4\u00dfige Beschattungsaktion \u2013<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heftige Rangelei damals im Bunker<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">die gl\u00fccklicherweise nicht zur Schl\u00e4gerei ausartete<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">beendeten die Polizisten schon bald mit festem Griff<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Biby wurde abgef\u00fchrt<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir anderen blieben ratlos und verdutzt zur\u00fcck<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz darauf kehrte Biby zur\u00fcck in den Bunker<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ruhig<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Polizisten hatten drau\u00dfen nur seine Personalien aufgenommen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir ihm in der Bahnhofshalle<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">vorausgegangen waren<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">soll Biby seine Bierflasche urpl\u00f6tzlich auf den Boden geknallt haben<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegspritzende Glassplitter<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbeigehende sollen deshalb die Polizei benachrichtigt haben<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201aSo sind sie halt, die braven B\u00fcrger. Immer gleich die Bullen rufen\u2018<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">m\u00f6gen\u00a0 wir damals unisono gedacht haben<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter hie\u00df es allerdings auch<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">die Polizisten h\u00e4tten Biby schon im Bahnhof<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Pullenzerdeppern beobachtet<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist sp\u00e4ter zu einer Geldstrafe verurteilt worden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dieses totale Konsumverhalten. Wenn ich mir dar\u00fcber bewusst werde, was ich da so den lieben langen Tag blind in mich reinkonsumiere \u2013 das h\u00e4lste ja im Kopf nicht aus! Man stopft sich voll bis zum geht nicht mehr. Mit dem konkreten Resultat, dass aus einem selbst nichts Positives mehr rauskommt. Die teuflische \u00dcbers\u00e4ttigung, der permanente Konsumzwang, die Pervertierung unserer W\u00fcnsche. Ob ich alternativ konsumiere oder als Spie\u00dfb\u00fcrger dem Konsumzwang unterliege, das macht keinen Unterschied. \u2013 F\u00fcr mich liegt nur qu\u00e4lend der deutliche Widerspruch offen auf der Hand; indem\u00a0 ich hier Konsumverweigerung propagiere und gleichzeitig Literatur zum Verkauf anbiete, weil ich eben vom Verkauf von Literatur mit Familie und so zu leben habe. Wenn ich euch einrede, dass B\u00fccherlesen oft zur gleichen Art Konsum degeneriert, den ich verteufele, dann stelle ich meine eigene Existenzgrundlage in Frage. Aber Literatur\u00a0 als geistige Nahrung\u00a0 kann nat\u00fcrlich etwas bewirken, sobald sie Anregungen f\u00fcr Bewusstseinsver\u00e4nderungen liefert. Und ich habe mich immer darum bem\u00fcht, solche Art \u201eGedrucktes\u201c anzubieten, die ich vertreten und verantworten kann.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Versandbuchhandel \u201e2001\u201c, beinahe zeitgleich und mit \u00e4hnlichem Angebot gestartet. \u201eein Kramladen der Gegenkultur\u201c, urteilte liebensw\u00fcrdig-ironisch die TAZ \u00fcber 2001, war zu dieser Zeit schon lange am Bottroper Literarischen Informationszentrum\u00a0 vorbeigezogen: sowohl im popul\u00e4rkulturellen Anspruch, in den Ums\u00e4tzen, im Image \u2013 und nat\u00fcrlich auch beim Risiko. Biby hat den Versuch, sich in einem wirtschaftlich opulenterem Rahmen zu etablieren, stets gescheut. Auch in jenen Jahren, da er als \u201eheimlicher Papst der Alternativ-Presse\u201c galt und er \u2013 mit diesem Ruf im R\u00fccken \u2013\u00a0 h\u00e4tte expandieren k\u00f6nnen. Als \u201e2001\u201c an Bedeutung gewann, sich zur zentralen Adresse f\u00fcr ein allerdings nur ma\u00dfvoll aufm\u00fcpfiges\u00a0 Buch- und Plattenangebot\u00a0 entwickelte, war diese Chance f\u00fcr Biby endg\u00fcltig vertan. Ich habe das damals als Beobachter\u00a0 bedauert, Biby \u2013 soweit glaube ich ihn zu kennen \u2013 sicherlich nicht. Und h\u00e4tte damit vielleicht sogar recht gehabt: Indem Biby nicht am gro\u00dfen Rad mitdrehen wollte, konnte er extreme, obskure und eigenwillige Nischen-Positionen in seinem Programm beibehalten, die bei dem sehr viel st\u00e4rker gewinnorientierten Versandbuchh\u00e4ndler \u201e2001\u201c schon lange keine Chance mehr gehabt h\u00e4tten. Und konnte somit glaubw\u00fcrdig behaupten, mit seinem Angebot die gesamte Palette der alternativen Szene widerzuspiegeln.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0Ich habe mich von Anfang an als Teil der progressiven Subkultur verstanden und so auch meine Arbeit. Aus diesen Gr\u00fcnden war ich auch b\u00f6se ber\u00fchrt, als es in einer Reportage des Info-Zentrums hie\u00df, Josef Wintjes sei der Neckermann des Undergrounds. Wenn dem so w\u00e4re, dann h\u00e4tte ich bei Kanonen-Krupp bessere Chancen gehabt.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich war immer ein totaler Idealist in Sachen Literatur, aber ein absolut schlechter Kaufmann und Buchh\u00e4ndler. Zwei Ehen sind f\u00fcr die Literatur dabei draufgegangen und meine Kinder haben mich als Alimentenzahler l\u00e4ngst abgeschrieben. F\u00fcr einen Gerichtsvollzieher gibt es hier nix zu pf\u00e4nden. \u2013 Wer hilft?<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo es die anderen in seinem Alter zwischenzeitlich zum Ingenieur, Amtmann oder Handwerksmeister gebracht hatten, konnte Biby dem sogenannten Durchschnittsb\u00fcrger nur noch als jemand gelten, der in einem wenig lukrativen Kleinbetrieb ackerte, beinahe aussichtslos (\u201eWas verkauft der da eigentlich?\u201c), ein potentieller Hungerleider und irgendwo auch ein Gescheiterter. Biby \u2013 kein Kulturrocker des Ruhrgebiets mehr, der Guru des Alternativpresse \u2013 ein Fall f\u00fcrs Sozialamt? Vielleicht. Ich wei\u00df es nicht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>15. Dezember 1984: Pers\u00f6nlicher Brief an die Abonnenten:<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nach Trennung und Scheidung: Gerade jetzt, da ich nach der Trennung\/Scheidung keine eigene Familie mehr habe, da f\u00fchle ich mich meinem Leser- und Kundenkreis besonders eng verbunden. Ich habe uns immer als eine verschworene Gemeinschaft empfunden. Doch ich will niemanden klammern. \u2013 Ich bin z\u00e4h wie ein guter Boxer und kann jede Menge Niederschl\u00e4ge einstecken. Auch das habe ich in den letzten Jahren lernen m\u00fcssen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>10. September 1984 an die Info-Leser:<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Da war eine Welle von Solidarit\u00e4t zu sp\u00fcren, die meiner Arbeit einen neuen Sinn gibt, denn ich war durch die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde doch recht arg am Boden zerst\u00f6rt. Dennoch glaube ich gerade mit dieser Info-Ausgabe erneut mein Durchhalteverm\u00f6gen in Krisenzeiten bewiesen zu haben und da wird die versp\u00e4tete Auslieferung der Hefte nicht so sehr ins Gewicht fallen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Allerdings gibt es auch in unserer sog. \u201eSzene\u201c gen\u00fcgend Leute, die pers\u00f6nliche Schwierigkeiten und zwischenmenschliche Probleme nicht als Ausrede f\u00fcr das eigene Versagen gelten lassen und so waren wir leider gezwungen, uns von einigen langj\u00e4hrigen Abonnenten und Mitarbeitern zu trennen, weil kein Konsens der gemeinsamen Verst\u00e4ndigung mehr gefunden werden konnte. Das trifft uns hart \u2013 aber damit m\u00fcssen wir leben.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1985 bricht im Archiv der Berliner Ethnologen die Reihe der Info-Hefte ab, obwohl sie noch bis 1990 erschienen sind. Warum das so ist oder ob ich in den Fluchten der Regale etwas \u00fcbersehen habe, wei\u00df ich nicht. Doch vielleicht ist dieser pl\u00f6tzliche Abriss auch vielsagend: Vielleicht war damals, nach der ersten famili\u00e4ren Katastrophe und einer gewissen professionellen Routine, die auch im Info-Zentrum eingekehrt sein mag, die Zeit des begl\u00fcckenden Aufbruchs, die heroische Phase f\u00fcr Biby auch schon abgeklungen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Biby hat das Info-Zentrum bis zu seinem Tod betrieben; sp\u00e4ter gab er anstellte des Info-Hefts das Periodikum \u201eImpressum\u201c heraus, das keine geistigen H\u00f6henfl\u00fcge gegen das Establishment mehr enthielt, sondern Tipps und Hilfestellungen f\u00fcr den Autorennachwuchs: eine Nische, die Biby f\u00fcr sich und seine Mission noch gesehen hatte. Sein hei\u00dfes Herz war da schon einem weisen Pragmatismus gewichen, auch wenn er sie immer noch innig geliebt haben mag, die Literatur, und manchmal wohl auch noch in gef\u00fchlswarmen Minuten \u2013 die Revolution. Nach seinem Tod bem\u00fchten sich r\u00fchrige Szene-Menschen, Bibys Erbe weiterzuf\u00fchren \u2013 das klappte nicht lange. Das Info- Zentrum mit seinem m\u00fchsam\u00a0 geb\u00e4ndigten Gewirr und seinem pittoresken Charme war zu stark mit\u00a0 der Person Josef \u201eBiby\u201c Wintjes verbunden \u2013 wie es oft ist bei solchen, derart subjektiv gepr\u00e4gten Unternehmungen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen meiner Biby-Recherche habe ich in einem Text von Peter Salomon ein paar S\u00e4tze gefunden, die mir \u2013 aus heutiger Sicht \u2013 treffend\u00a0<em>erscheinen:<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u201eAls Josef Wintjes 1995 starb, wurde mir schlagartig klar, dass ich alt geworden war. Die Teilnahme am Info und in der Scene war ja immer auch ein Zeichen f\u00fcr Jugend gewesen. Ich habe meine Aktivit\u00e4ten in der Scene nie als Springbrett zu arrivierten Verlagen gesehen (dort habe ich parallel ver\u00f6ffentlicht), sondern immer als exklusives Jugendforum\u201c.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum jemand hatte gewusst, dass Biby gar nicht in Bottrop geboren worden war, sondern irgendwo im M\u00fcnsterland, in einem verschlafenen Ort. Warum er auch dort begraben werden sollte, lag wohl daran, weil dort die einzigen Verwandten wohnten, die sich um das Grab k\u00fcmmern konnten. Und so pilgerte die kleine Schar der Bottroper Freunde hinaus aufs platte Land, h\u00f6rte am Grab die ungew\u00f6hnlich hohe Stimme eines Pfarrers, der sich mit all den gestanzten Formeln begn\u00fcgte, die das christliche Gebetbuch f\u00fcr derlei Anl\u00e4sse bereith\u00e4lt \u2013 ohne ein pers\u00f6nliches Wort \u00fcber den Toten. Als einige der Freunde, keine neutralen Begr\u00e4bnishelfer gl\u00fccklicherweise, den Sarg in die Grube hinunterlie\u00dfen \u2013 warum kam es mir da vor, als w\u00fcrde Biby in fremder Erde bestattet? Ihn wird es nicht mehr gest\u00f6rt haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Talking Blues<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(f\u00fcr Biby)<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Schlie\u00dflich<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>befreundete er sich<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>mit einer gleichaltrigen Mittvierzigerin<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>die ihm Gesottenes in die Mikrowelle schob<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Damals<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>handelte er als Aushilfe<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>auf dem Flohmarkt mit Silberschmuck<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>und fand abends auf dem Nachttisch<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>ausgeschnittene Stellenangebote f\u00fcr Industriekaufleute<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>was er mal gelernt hatte<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bevor er sich endg\u00fcltig entschlie\u00dfen konnte<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>nicht mehr mit Teenys herumzulaufen<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>und sich von deren Schulfreunden begrinsen zu lassen<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>starb er nachts \u00fcberraschend an einer Herzattacke<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAbends habe ich ihm noch alles gegeben<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>was ein Mann braucht\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>sagte die Freundin einer Vertrauten<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als er beerdigt wurde<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>kamen auch einige alte Tanten aus seiner Verwandtschaft<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>an die sich kaum jemand erinnern konnte<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>und die ihn als Kind gekannt haben wollten<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Nachrufer meinte r\u00fcckblickend:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Biby hat f\u00fcr uns alle ein Lebenswerk geschaffen \u2013 und er hat sich dabei aufgerieben! Ein Malocher, ein M\u00e4rtyrer \u2013 den wir zum Mythos gemacht haben \u2013 zwangsl\u00e4ufig! In gewisser Weise sind wir alle, die wir der Droge Literatur erlegen sind, von ihm abh\u00e4ngig geworden. Jetzt sind wir abgenabelt, gnadenlos, und m\u00fcssen uns ohne Biby behaupten.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, s\u00fcchtig bin ich nach den Verhei\u00dfungen des Info-Zentrums nie gewesen. In dieser Hinsicht hatte ich auch andere literarische Dealer. Au\u00dferdem ist mir Biby zu sehr Freund, Altersgef\u00e4hrte, Bottroper mit all dem Hang zum Kleinteiligen gewesen; da gibt es nichts zu heroisieren, zu stilisieren, zu \u00fcberh\u00f6hen. Er hat die Forderung, sich nicht mit dem Establishment einzulassen, ernst genommen, ob ihm das immer behagt hat, wei\u00df ich nicht. In Bottrop ist sein Tod offiziell jedenfalls nicht vermerkt worden. Woanders w\u00e4re schon seit langem eine Gedenktafel ans Haus B\u00f6ckenhoffstra\u00dfe 7 montiert worden. In Bottrop indessen ist das Geb\u00e4ude, in dem Biby beharrlich an dem Bem\u00fchen mitgewirkt hat, verkrustete Lebensstrukturen zum Tanzen zu bringen, und sei es nur durch eine unendliche Flut an Postsendungen, zwischenzeitlich nur einmal frisch gestrichen worden \u2013 unschuldig wei\u00df.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure><\/figure>\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\">\r\n\r\n\r\n<div id=\"attachment_65501\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-image-65501 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-caption-text\">Josef \u201eBiby Wintjes. Portr\u00e4t: Bruno Runzheimer<\/p><\/div>\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p>Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcchermachen macht viel zu viel Spa\u00df, als dass man es den Bertelsm\u00e4nnern \u00fcberlassen sollte. Der Ort meiner Zeitreise liegt im herben Klima an der Ruhr, in der Stadt, in der nicht nur der Held meiner Neugier und Verbundenheit, sondern auch&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":205,"featured_media":98394,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2651,249,2585,1999,2608,2650],"class_list":["post-68683","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-bruno-runzheimer","tag-hadayatullah-hubsch","tag-josef-wintjes","tag-michael-schoenauer","tag-ni-gudix","tag-werner-streletz"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/205"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68683"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100901,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68683\/revisions\/100901"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98394"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}