{"id":68111,"date":"2021-08-22T00:01:00","date_gmt":"2021-08-21T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=68111"},"modified":"2021-10-24T06:39:38","modified_gmt":"2021-10-24T04:39:38","slug":"die-wartegaenge-sind-blau-gekachelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/08\/22\/die-wartegaenge-sind-blau-gekachelt\/","title":{"rendered":"Die Warteg\u00e4nge sind blau gekachelt"},"content":{"rendered":"\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Je sp\u00e4ter es wird, desto lautloser vollstreckt sich das Kommen und Gehen. Wer sich hier aufh\u00e4lt, ist sp\u00fcrlos da.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sie sich auf das Band der Rolltreppe stellt, um in den U-Bereich hinab zufahren, f\u00e4llt sie der Gedanke an, sie habe nun niemand mehr au\u00dfer sich selbst. Sie steht in ihrem Alleinsein so, als w\u00e4re sie gar nicht da, und sie k\u00f6nne jetzt tun, was sie wolle, niemand w\u00fcrde es auch nur registrieren, sie k\u00f6nne sich zum Beispiel eine zweite und dritte Zeitung kaufen, sie k\u00f6nne nach V. fahren, mit dem sie nichts verbindet, und alle, die damit zu tun h\u00e4tten, w\u00fcrden \u00fcber die Ausf\u00fchrung ihrer Funktion hinaus sie nicht auf den Fehler ansprechen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sieht mit dem unter Stahlplatten verschwindenden Rollband vor ihr auch die lockere Verschw\u00f6rung mit sich selbst gegen solches Versagen schwinden, und als die Metallstufe, auf der sie steht, zum Ende hin in den Boden sinkt, stellt sie es sich m\u00fchelos vor, mit zu verschwinden, um oben wieder anzukommen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Delta<\/strong> &#8230; als sei ihre Unsichtbarkeit nichts weiter, von Angelika Janz 2021<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Delta-1024x1024.jpg\" alt=\"Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Delta-1024x1024.jpg\" width=\"256\" height=\"256\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Angelika Janz erz\u00e4hlt im <em>Delta<\/em> ganz aus der Innenperspektive und schafft eine leicht verfremdete Atmosph\u00e4re. Mit sezierendem Blick und literarisch sehr eigenwillig zeigt sie eine soziale Gemeinschaft und eine Gesellschaft, die sich selbst zersetzen. \u00dcber eine zusammenh\u00e4ngende Folge hinweg wird die Geschichte durch die vielen kleinen redundanten Bewu\u00dftseinsstr\u00f6me in Offene gef\u00fchrt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=36409\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a>, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz \u00fcber den Zyklus <em>fern, fern<\/em> gef\u00fchrt hat. Vertiefend ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber ihre interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin<\/em>. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/asthetische-prothetik\/\">Ann\u00e4herung<\/a> an die visuellen Arbeiten von Angelika Janz. Und nicht zuletzt, Michael Gratz \u00fcber Angelika Janz\u2018<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/freiraum\/\"> tEXt bILd<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Je sp\u00e4ter es wird, desto lautloser vollstreckt sich das Kommen und Gehen. Wer sich hier aufh\u00e4lt, ist sp\u00fcrlos da. 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