{"id":68080,"date":"2020-11-10T00:01:26","date_gmt":"2020-11-09T23:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=68080"},"modified":"2020-11-10T05:03:40","modified_gmt":"2020-11-10T04:03:40","slug":"zeichen-des-aufbruchs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/11\/10\/zeichen-des-aufbruchs\/","title":{"rendered":"Zeichen des Aufbruchs"},"content":{"rendered":"\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie nimmt die Gegend, in der sie seit ein paar Monaten lebt, aufgrund von Erinnerungen wahr. Sie glaubt, dass hier alles M\u00f6gliche auf sich warten l\u00e4sst. Auf das Eintreffen von Gegenw\u00e4rtigem wartet sie nicht, sie sperrt sich den Vorkommnissen der Gegend -die vergehende Zeit setzt ihr kein sichtbares Zeichen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr setzt sie Zeichen des Aufbruchs im Entfernen von Gegenst\u00e4nden und Vorkommnissen: Sie leert regelm\u00e4\u00dfig den Briefkasten, reinigt turnusm\u00e4\u00dfig das Treppenhaus, sie organisiert t\u00e4glich die Umwandlung von Brennstoff in Abfallstoff, sie l\u00e4sst gegebenenfalls Dinge ohne gr\u00f6\u00dferen Entscheidungsaufwand verschwinden, sie wirkt einer g\u00fcltigen Aufteilung der Wohnung entgegen -trotzdem gibt es immer weniger Dinge, die sie suchen muss.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie will sich beobachtet f\u00fchlen. Sie bewegt sich gerne im Schnittpunkt der drei Fenster ihres Raumes. Sie spielt, als wolle sie etwas verbergen. Sie m\u00f6chte Gegenstand einer Emp\u00f6rung werden, die die Bewohner aller gegen\u00fcberliegenden H\u00e4user erfasst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-large-font-size\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Delta<\/strong> &#8230; als sei ihre Unsichtbarkeit nichts weiter, von Angelika Janz 2020<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-67895\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Delta-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"256\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Angelika Janz erz\u00e4hlt im <em>Delta<\/em> ganz aus der Innenperspektive und schafft eine leicht verfremdete Atmosph\u00e4re. Mit sezierendem Blick und literarisch sehr eigenwillig zeigt sie eine soziale Gemeinschaft und eine Gesellschaft, die sich selbst zersetzen. \u00dcber eine zusammenh\u00e4ngende Folge hinweg wird die Geschichte durch die vielen kleinen redundanten Bewu\u00dftseinsstr\u00f6me in Offene gef\u00fchrt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=36409\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a>, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz \u00fcber den Zyklus <em>fern, fern<\/em> gef\u00fchrt hat. Vertiefend ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber ihre interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin<\/em>. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/asthetische-prothetik\/\">Ann\u00e4herung<\/a> an die visuellen Arbeiten von Angelika Janz. Und nicht zuletzt, Michael Gratz \u00fcber Angelika Janz\u2018<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/freiraum\/\"> tEXt bILd<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie nimmt die Gegend, in der sie seit ein paar Monaten lebt, aufgrund von Erinnerungen wahr. Sie glaubt, dass hier alles M\u00f6gliche auf sich warten l\u00e4sst. 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