{"id":67717,"date":"2022-04-17T00:01:00","date_gmt":"2022-04-16T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=67717"},"modified":"2022-02-24T06:25:29","modified_gmt":"2022-02-24T05:25:29","slug":"ins-offene","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/04\/17\/ins-offene\/","title":{"rendered":"Ins Offene"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Leerstellen<br \/>Um etwas aufzuhalten, darfst du nicht stehen bleiben, du mu\u00dft rennen. Du bist kein Widerstand, wenn du unbewegt verwurzelt am anonymen Ort glaubst, Kr\u00e4fte zu sammeln, bis dich das B\u00f6se erreicht. Lauf mit, immer schritthaltend mit dem Feind, er darf deine Geleitschaft nicht bemerken. W\u00e4hrend du l\u00e4ufst, darfst du niemanden und nichts Lebendiges ber\u00fchren, nicht einmal einen Grashalm am Wegrand. Du \u00fcberholst, w\u00e4hrend du verfolgst, deine Ankunft, fr\u00fcher als der Feind blendet, damit er alles verpa\u00dft. Es ist ja nur ein Ausschnitt deines Weges, der sichtbar wird. Es ist ja nur ein Fragment deiner Person, Fragmentchen, das da durch die erz\u00e4hlte und doch aufsuchbare Wirklichkeit gehetzt wird. Diese Ansicht des Fremdbleibenden, bewegt vom fremden Leseblick,- ist es nicht die bedeutendste, die ein Arbeitsleben durchdringende Schicht des \u00dcberlebens &#8211; in noch nicht zurechtgefundener Geschichte?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Du \u00fcberholst, w\u00e4hrend du verfolgst, deine Ankunft, fr\u00fcher als der Feind blendet, blendest Du, damit er alles, alles verpa\u00dft f\u00fcr diese bestimmte Ankunft in einer anderen Zeit, in der sich jetzt Diskurse \u00fcber Arbeitsbedingungen verfolgen, die sich ersch\u00f6pfend gejagt hatten.<br \/>Wortgebrauch in jener leisen Abscheu, die Menschen mit vordergr\u00fcndig nutzlosen Berufen eigen ist, wenn ihnen Zwecke unterstellt werden, die bisher niemand abgelehnt hatte.<br \/>Als etwas Leichtes, wie auf Fl\u00fcgeln sanft unter abendlichen Alleen Gleitendes erschien es mir, das Unterwegssein, jetzt. Es bindet den Ort meines Bleibens an den Moment meiner immer wieder neu entschiedenen Bewegung, so dachte ich. Pr\u00e4senzbestimmung meines Augenblicks, dieses Augenblicks, in dem ich m\u00fcde war vom Gehen und Sehen. Und als ich das Wort Fr\u00fchlicht zur Probe erst einmal f\u00fcr mich aussprach, erschien es mir so quellfrisch und zugleich weit und wohlt\u00e4tig, das Gebende, das ich mir nehmen werde, bald. Wo st\u00f6\u00dft das Eigene ans Fremde, formulierte ich, und auf die Fremdber\u00fchrung folgt das entschiedene Greifen, w\u00e4hrenddessen ich Ma\u00df nehme, ohne genau zu fixieren, ja,die Abst\u00e4nde und die Geschwindigkeiten k\u00f6nnen sich selten in Harmonie finden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erinnerungen so dicht, da\u00df jede Geschichte einen Film erg\u00e4be, wo immer sie beg\u00e4nne zu erz\u00e4hlen, viele kleine, geschlossene Geschichten vom eigenen Schicksal und von Schicksalen, eine reiche Verschw\u00f6rung des Gelebten gegen die Askese des Gewollten, und w\u00fcrde sie jetzt anfangen, zu erz\u00e4hlen, h\u00e4tte sie Stoff reichlich, Sterbens-und nicht Lebensstoff, bis in kleinste Verfaserungen der Ausschm\u00fcckung gez\u00e4hmte und gest\u00e4hlte und flie\u00dfende wie wissenschenkende Erinnerungen, k\u00f6stliche Klein-und Gro\u00dfodien der N\u00e4he und Absto\u00dfung, des Hellerwerdens im gewaltt\u00e4tigen D\u00e4mmer ineinanderst\u00fcrzender N\u00e4chte, lichtsch\u00f6ne Bl\u00e4ssen vager Abtastungen zwischen z\u00e4rtlichen Tonfolgen des Du-und Ichsagens, aromantisch das alles im Platten, Eindimensionalen des Aufschreibens, nichts hast du erinnert, gewollt nichts, geschichtslos du, die du immer festhalten, fixieren wolltest, was bedeutsam schien nicht allein f\u00fcr dich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei hast du die Leerstellen zu l\u00f6schen versucht, die heute wieder da sind, genau das andere, Verkehrt, f\u00fcr anders, falsch und fremdbefunden, das hast du heute schrittweise mitzuschleifen, das genau, als Gegenbild, \u00dcberwinderhinterhalt, die Spiegelschrift in deiner Biografie,<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"299\" height=\"253\" class=\"wp-image-19507\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Angelika-Janz.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<h5 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-align: justify;\">Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=36409\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a>, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz \u00fcber den Zyklus <em>fern, fern<\/em> gef\u00fchrt hat. Vertiefend ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber ihre interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin<\/em>. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/asthetische-prothetik\/\">Ann\u00e4herung<\/a> an die visuellen Arbeiten von Angelika Janz. Und nicht zuletzt, Michael Gratz \u00fcber Angelika Janz\u2018<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/freiraum\/\"> tEXt bILd<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; LeerstellenUm etwas aufzuhalten, darfst du nicht stehen bleiben, du mu\u00dft rennen. Du bist kein Widerstand, wenn du unbewegt verwurzelt am anonymen Ort glaubst, Kr\u00e4fte zu sammeln, bis dich das B\u00f6se erreicht. 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