{"id":66164,"date":"2002-06-26T00:06:00","date_gmt":"2002-06-25T22:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=66164"},"modified":"2022-02-28T18:13:43","modified_gmt":"2022-02-28T17:13:43","slug":"social-beat-vs-digitales-dasein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/","title":{"rendered":"Social Beat vs. digitales Dasein"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion:<\/span> Nach Enno Stahls fulminantem Zeitdokument\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\">Deutscher Trash<\/a><\/span> pr\u00e4sentiert KUNO zum 10. Jubil\u00e4um seine Analyse dieser <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\"><span style=\"color: #ff6600;\">Jugendbewegung<\/span><\/a>, dem sogenannten &#8222;Social Beat&#8220;.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">I. Social Beat \u2013 Eins vorweg:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Social Beat<\/a> ist Vergangenheit, ist tot, ist komplett gegessen. Daran l\u00e4sst sich nicht r\u00fctteln. Dennoch mehren sich inzwischen Aufs\u00e4tze und Buchpublikationen, die diesem \u2018underdog\u2019 der j\u00fcngeren Literaturgeschichte R\u00fcckblicke und Darstellungen widmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Was ist also dran an Social Beat, einem Gespenst, das in der 90er Jahren auftauchte und nach einer halben Dekade verschwand? Was interessiert die Interpreten an diesem Strohfeuer? Ist es die Geschichte eines Begriffs, einer Bewegung, oder einer literarischen Richtung?<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade die Tatsache, dass niemand eine exakte Antwort auf diese Fragen geben kann, d\u00fcrfte ein Grund f\u00fcr die aufkommende Besch\u00e4ftigung damit sein. Wahrscheinlich ist Social Beat von allem ein bisschen gewesen. Wie dem auch sei, literarische Verwirrung ruft Germanisten auf den Plan (siehe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/09\/16\/popliteraturgeschichten-im-heine-institut\/\">Pop-Literatur<\/a>), das verschafft Deutungsmacht und Exklusivit\u00e4t. Bei Social Beat ist allerdings nicht allzu viel zu holen. Literarisch ist wenig Bedeutsames dabei abgefallen, da waren sich bereits die handelnden Protagonisten selber einig, von einer homogenen Gruppe, die auf ein bestimmtes Programm oder gar Textgenre zu verpflichten gewesen w\u00e4re, kann keine Rede sein. Da steht etwa der Trash-Ironiker Jan Off neben (oft moralinsauren) Bukowski-Adepten wie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/06\/22\/der-neil-young-des-social-beat\/\">Robsie Richter<\/a>, die herrlichen, skurril-verstiegenen Poesie-Konzeptionen des Ostbelgiers <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/03\/23\/ma-d-telefonisch-9-min-ei\/\">HEL<\/a> sehen sich konfrontiert mit Alltagsstories nach dem Motto: Freitag abends komme ich (wie \u00fcblich) in die Stammkneipe, Reiner, der Thekenmann, stellt mir (wie \u00fcblich) meinen Halben hin, alles ist Schei\u00dfe (wie \u00fcblich). Und die Street Credibility, die Social Beat so gerne f\u00fcr sich reklamierte, besitzt\u00a0letzten Endes nur der Ex-Junkie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/23\/suicide-city\/\">Philipp Schiemann<\/a>, der mehr vereinnahmt wurde, als dass er sich selbst dort einbrachte. Was bleibt, ist also das Ph\u00e4nomen. Als Gr\u00fcndungstat des Social Beat, noch vor der Namensfindung selbst, wird h\u00e4ufig die Herausgabe von \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/25\/schwanzlutscher\/\">Downtown Deutschland<\/a>\u201d 1992 im Isabel Rox Verlag angesehen, so etwa von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/01\/fortschrittspessimisten\/\">Thomas N\u00f6ske<\/a>. Daf\u00fcr spricht, dass die meisten der Autorinnen und Autoren, die sp\u00e4ter zu treibenden Kr\u00e4ften wurden, hier versammelt sind (<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/06\/28\/rodneys-grand-slam\/\">Roland Adelmann<\/a>, Dahlmeyer, Kersten Flenter, N\u00f6ske, Robsie Richter und andere). Auf der <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Mainzer Minipressenmesse<\/a><\/em> 1993 trafen sie sich pers\u00f6nlich und empfanden sich sogleich als Gruppe. Da diese Leute aus Berlin, Hannover, Hanau, Bochum usw. stammten, war das Social Beat-Netzwerk im Kern bereits \u00fcberregional ausgerichtet. W\u00e4hrend des alternativen Buchmarktes fanden erste Gespr\u00e4che \u00fcber ein bundesweites Treffen gleichgesinnter Autoren und Fanzine-Herausgeber statt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu diesem Meeting kam es im Sp\u00e4tsommer 1993 in Berlin, unter dem Titel \u201cT\u00f6tet den Affen\u201d wurde es von Dahlmeyer und N\u00f6ske organisiert, und ca. 40 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten Bundesgebiet waren dazu angereist. Um dieser Sache einen Namen zu geben, hatten N\u00f6ske und Dahlmeyer die Begriffskombination \u201eSocial Beat\u201d gepr\u00e4gt. Die \u201cBeat-Autoren\u201d, die man als logischen Bezugspunkt vermuten w\u00fcrde, h\u00e4tten sie aber, wie Dahlmeyer betont, nicht im Blick gehabt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Unsere Wurzeln liegen in der Musik, speziell im fr\u00fchen Punk. Das \u201cSocial\u201d bezieht sich nicht, wie medial mehrfach f\u00e4lschlich verbreitet, auf \u2018Sozialismus\u2019. Social Beat bedeutet die Wut zum \u00dcberLeben, das t\u00e4gliche \u00dcberLebensTraining, die bewu\u00dfte Sicht von Unten, den Alltag als Thema.\u201d<\/em><\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Begriffsfindung ist folgenschwer gewesen, denn \u2013 einmal in der Welt \u2013 entwickelte der Terminus ein ungeahntes Eigenleben. Social Beat verbreitete sich wie ein Lauffeuer \u00fcbers ganze Land. Man kann sagen, dass er auf ein \u00fcberaus g\u00fcnstiges Umfeld stie\u00df, da zu Beginn der 90er Jahre als Sp\u00e4tfolge der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1996\/08\/09\/der-otto-versand-der-subkultur\/\">PunkZines<\/a> ein subliterarischer Zeitschriften-Boom einsetzte, eine Schwemme kopierter Bl\u00e4ttchen, wie sie seit dem deutschen Expressionismus ihresgleichen nicht besa\u00df. Ein wenig ist es auch die Frage danach, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Gewiss ist Social Beat ein Ergebnis dieser Grundkonstellation gewesen. Umgekehrt f\u00fchrte das Label wiederum zur Begr\u00fcndung vieler neuer Lit.-Fanzines bzw. dazu, dass bereits formierte Projekte zu Social-Beat-Postillen umfunktioniert wurden, etwa Adelmanns \u201cBuletten-Tango\u201d, N\u00f6skes \u201cHoKaHe\u201d, Richters \u201cKopfzerschmettern\u201d, Dahlmeyers \u201cSt\u00f6rer\u201d, Oliver Bopps \u201c<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/25\/schwanzlutscher\/\">Cocksucker<\/a>\u201d, \u201cEinblick\u201d, herausgegeben von Joachim und Michael Sch\u00f6nauer, um nur einige zu nennen. Daneben existierte mit Dahlmeyers \u201cDie Wanze\u201d ein bundesweiter Info-Verteiler, der als kommunikatives Bindeglied der verschiedenen Social-Beat-Gemeinden fungierte. Von einem Moment auf den anderen sa\u00df in nahezu jeder deutschen Kleinstadt irgendjemand, der eine eigene Zeitschrift bosselte und f\u00fcr deren regionalen Vertrieb sorgte, wodurch sich speziell den tragenden Personen der Anfangszeit ein bundesweites Ver\u00f6ffentlichungsspektrum bot, das nicht von den Mainstream-Medien abh\u00e4ngig war. Insofern ist Social Beat ein kulturelles, ja kulturwissenschaftlich bemerkenswertes Ph\u00e4nomen, mit dem in unseren Tagen so nicht mehr zu rechnen war. Dieser kommunikative und verbindende Aspekt stellt letztlich die zentrale Leistung Social Beats dar, es ist ein effizientes Netzwerk gewesen, parallel und alternativ zum kommerziellen Literaturbetrieb. Da sich aber inhaltlich und programmatisch keine einheitliche Linie heraus kristallisierte, musste man scheitern. Den sarkastischen Beleg dessen lieferte eine Mail Art-Aktion, die Boris Kerenski 1998 inszenierte. Hier wurde eine Vielzahl von Beteiligten gebeten, auf die Frage \u201c<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/24\/was-ist-social-beat\/\">Was ist Social Beat?<\/a>\u201d in Postkartenform zu antworten. Das Resultat erschien als Katalog im Verlag Killroy Media und pr\u00e4sentierte eine Reihe ern\u00fcchternder Reaktionen aus den eigenen Reihen, die klar machten, dass vom einstigen Zusammenhalt wirklich nichts mehr \u00fcbrig geblieben war.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">II. Soziale Aporien des Social Beat<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur der Berliner Autor Marc Degens attestierte Social Beat eine defizit\u00e4re literarische Qualit\u00e4t, die zugleich mit einer gro\u00dfen gegenseitigen Kritiklosigkeit einhergehe. Die Rechnung Social Beats konnte aber schon deshalb nicht aufgehen, weil sich bereits in der eigenen Selbsteinsch\u00e4tzung verschiedene innere Widerspr\u00fcche auftaten, die nicht zu l\u00f6sen waren. Der soziale Anspruch, wie er sich in Dahlmeyers oben zitiertem Definitionsversuch ausdr\u00fcckt, konnte in dieser Form nicht realisiert werden: Es reicht nicht aus, immer wieder Au\u00dfenseiter-Geschichten herunter zu leiern, wenn man sie nicht in eine gesellschaftliche Perspektive einbettet. Man f\u00e4llt so hinter gro\u00dfe Vorbilder der realistischen Tradition zur\u00fcck, die ein solches Programm auf sehr viel elaboriertere Weise eingebracht haben (wie etwa Brecht und Zola). Schlimmer ist aber, dass viele Social Beat-Autoren in ihrer Bewunderung f\u00fcr Leute wie Bukowski und Fauser dazu \u00fcbergingen, sich selbst als literarisch-soziale Au\u00dfenseiter zu stilisieren. Das kann aber nur auf der Basis von \u201eunmittelbaren Grenzerfahrungen\u201d funktionieren, nicht dadurch, dass man ein Leben mit schlechtem Job in einer \u00f6den Provinzstadt zur literarischen Erkenntnisfolie verkl\u00e4rt. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte das ein Thema sein, jedoch nur dann, wenn man \u00fcber eine blo\u00df individualistische Position hinaus gelangt und f\u00e4hig ist, auf die soziale Tragweite dieser psychophysischen Disposition hin zu verallgemeinern, andernfalls wird der Text lediglich vom Selbstmitleid diktiert. Bei Social Beat entfaltete sich zusehends ein zirkul\u00e4rer Diskurs, bei dem Undergrund-Literaten Geschichten aus dem literarischen Untergrund zum Besten gaben, also aus einem selbst-inszenierten Kontext. Das beste Beispiel daf\u00fcr liefert J\u00f6rg Andr\u00e9 Dahlmeyers Text \u201eDer Affee, der Affee, der Affekt\u201d, der seinen Auftritt w\u00e4hrend der 2. Deutschen Literaturmeisterschaft in K\u00f6ln dokumentiert. Das Ganze ist ein Hasstirade auf das Publikum (\u201eKunstpisser\u201d), den Gegner, dem sich der sozio-literarische Au\u00dfenseiter Dahlmeyer ausgesetzt sieht. Tats\u00e4chlich ist eine Lesung hierzulande kein Ort f\u00fcr eine authentische soziale Konfrontation, sondern als kulturelles Podium ein sanktionierter Raum, bei dem Dahlmeyer keine echten Konsequenzen zu bef\u00fcrchten hat. Die Grenzsituation, die er schildert, ist k\u00fcnstlich aufgepusht, denn sein Auftreten ist gefahrlos, und steht in keinem Verh\u00e4ltnis zum real-existierenden Klischee der alleinerziehenden Mutter, die von Sozialhilfe drei Kinder gro\u00dfzieht. Soziale Ungleichheit wird es auf dem Dorf oder in der Kleinstadt ebenfalls geben; ohne mich auf Statistiken zu st\u00fctzen, glaube ich aber, dass sie sich in Ballungsr\u00e4umen eher manifestiert (die Arbeitslosenzahlen der Gro\u00dfst\u00e4dte sprechen da eine deutliche Sprache). Das Scheitern Social Beats vor der sozialen Realit\u00e4t ist nicht zuletzt auch ein Scheitern vor der Stadt. Die wenigsten Autoren (mit Ausnahme vielleicht Philipp Schiemanns, Jan Offs oder Kersten Flenters) sind in der Lage gewesen, urbaner Realit\u00e4t als sozialem Raum einen angemessenen Ausdruck zu verleihen. Der Kosmos des durchschnittlichen Social Beatlers endet beim oben beschriebenen Wochenendsuff im Dorfkrug, m\u00fcndet in lyrische Phrasen wie: \u201eIch hockte auf dem Sofa und\/ \u00f6ffnete mein elftes Bier\/ Ich unterdr\u00fcckte den Schluckauf\/ Der mich nach der letzten Flasche\/ \u00fcberraschte [&#8230;]\u201d , oder \u00e4u\u00dfert sich in pauschaler Konsumkritik. Die wirkenden Umschichtungen der deutschen Gegenwartsgesellschaft (Deregulierung des Arbeitsmarktes, \u201eworking poor\u201d, Massenentlassungen, der \u201ecrash\u201d der New Economics) fanden hier keinerlei Ausdruck, was letztlich bedeutet, dass die soziale Realit\u00e4t selbst im Social Beat nicht stattfindet.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">III. (Post-)Industrielles Dasein<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Scheitern angesichts der st\u00e4dtischen Situation impliziert erst recht ein Scheitern gegen\u00fcber der Digitalisierung des neuzeitlichen Erfahrungsraums. Social Beat ist konsequent r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt gewesen, regelrecht \u201emaschinenst\u00fcrmerisch\u201d. Wenn man sich diesen fundamentalen Umw\u00e4lzungen unserer Umwelt bewusst und prinzipiell verschlie\u00dft, enthebt man sich der M\u00f6glichkeit, die allt\u00e4gliche Wirklichkeit literarisch interpretieren, analysieren und kritisieren zu k\u00f6nnen. Gerade das aber sollte als eigentliches Einsatzfeld von Social Beat gelten, und hier stellt sich doch die Frage, was eine derartige literarische Richtung dann \u00fcberhaupt noch beitragen will. Das Problem liegt in einer anti-intellektualistischen Tendenz, die sich dem historischen Wandel, dem die Kritik selbst unterliegt, generell verweigert. So entsteht eine schlicht gestrickte (pseudo-)kritische Attit\u00fcde, irgendwie links, diffus in ihren Angriffspunkten, stets selbstbez\u00fcglich, nie allgemein. Einmal mehr ist an dieser Stelle die Frage interessant, warum dieses unentschlossene Lavieren f\u00fcr eine ganze Reihe von Leuten, die sich in den offiziellen kulturellen oder politischen Organisationen und Institutionen nicht recht wiederfanden, zu einem Identifikationspunkt geraten konnte. Letztlich ist das kaum zu entscheiden, sicher wird die gl\u00fcckliche Pr\u00e4gung des Begriffs Social Beat, der f\u00fcr so viele Interpretationen offen war, der so viele Konnotationen nahe legte, ihr \u00dcbriges getan haben. In einer politisch uniformen, weitgehend alternativlosen Zeit kann ein blo\u00dfes gemeinsames \u201eDagegen\u201d schon Zusammengeh\u00f6rigkeit erzeugen. Literarisch wird von Social Beat wenig zur\u00fcck bleiben, au\u00dfer jenen ernsthafteren Autoren und Verlegern, die \u2013 nachdem die Spreu vom Weizen sich getrennt hat \u2013 weiter aktiv und l\u00e4ngst nicht mehr in ein \u00fcbergreifendes Raster einzupassen, sondern dabei sind, ihre eigenen literarischen Physiognomien zu entwickeln.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65501 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/>\r\n<p>Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a>.<\/p>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: Nach Enno Stahls fulminantem Zeitdokument\u00a0Deutscher Trash pr\u00e4sentiert KUNO zum 10. Jubil\u00e4um seine Analyse dieser Jugendbewegung, dem sogenannten &#8222;Social Beat&#8220;. &nbsp; I. Social Beat \u2013 Eins vorweg: Social Beat ist Vergangenheit, ist tot, ist komplett gegessen. Daran l\u00e4sst&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":117,"featured_media":98312,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[92,249,1454,60,1058,573,1510,1999,2608,2628,2607,2633,2668],"class_list":["post-66164","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-enno-stahl","tag-hadayatullah-hubsch","tag-hel-toussaint","tag-jens-neumann","tag-juergen-kipp","tag-kersten-flenter","tag-marc-degens","tag-michael-schoenauer","tag-ni-gudix","tag-oliver-bopp","tag-philipp-schiemann","tag-roland-adelmann","tag-thomas-noeske"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66164"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101291,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66164\/revisions\/101291"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98312"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}