{"id":66057,"date":"1998-06-24T00:01:00","date_gmt":"1998-06-23T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=66057"},"modified":"2022-02-28T18:19:10","modified_gmt":"2022-02-28T17:19:10","slug":"was-ist-social-beat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/24\/was-ist-social-beat\/","title":{"rendered":"Was ist Social Beat?"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Mit drei\u00dfig Jahren Verz\u00f6gerung wirkten die <em>Beatniks<\/em> auf den deutschsprachigen Social Beat, eine literarische Underground-Bewegung der 1990er Jahre, die auch von Autoren wie Charles Bukowski, J\u00f6rg Fauser oder Thomas Kling beeinflusst war, der selbst an Poetry-Slams teilgenommen hat. Viele Social-Beat-Aktivisten waren in der Poetry-Slam-Szene aktiv.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Angeregt durch das Plakat der Dadaisten, das 1920 mit der Frage \u00bbWas ist Dada?\u00ab eine Initiation des wilden Kerns der fr\u00fchen Moderne einleitete, wurde von Boris Kerenski ein Mailexperiment mit der Frage \u00bbWas ist Social Beat?\u00ab initiiert. Der Katalog zeigt, dass der <em>Social Beat<\/em> frei ist von jeglichen programmatischen Schlachtrufen oder einem Credo, dem man als k\u00fcnstlerisches Kollektiv gemeinhin Folge leistet. Man darf, soll und kann alles produzieren und darstellen. Somit sind den Ausdrucksm\u00f6glichkeiten keine Grenzen gesetzt. Die Grenzen werden nur vom individuellen Profil des K\u00fcnstlers diktiert, das wiederum eine homogene Szeneformation unm\u00f6glich macht. Eine Szene ist wohl auch gar nicht erw\u00fcnscht, denn schlie\u00dflich haben nur eigenwillige Erfahrungswelten absolute G\u00fcltigkeit.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gezeigt wird die pure Lust am Nonsens, intellektuelle \u00dcberlegungen und skurrile Konstruktionen. Belanglose Bemerkungen geh\u00f6ren ebenso dazu wie Fragmente empirischer Studien \u00fcber den Begriff des Social Beat, allerlei aufregende Wortfigurationen oder poetische Spazierg\u00e4nge. Oftmals sind die Worte mit kleinen Grafiken oder Skizzen gepaart. Jedes Blatt fungiert als eine Einheit und soll als eine solche wahrgenommen werden. Dies ist ein wesentlicher Grundtenor der Social Beat-Botschaft. So erweist sich der singul\u00e4r gesteuerte Beat der 1990er Jahre im Rahmen dieser Mailart-Aktion als ein soziologischer Querschnitt zeitgeistiger Tendenzen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist Social Beat?<\/strong> Publikation zur Mailart-Aktion von Boris Kerenski. Hrsg. v. Michael Sch\u00f6nauer &amp; Boris Kerenski. Killroy media, Asperg 1998<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66009 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage.jpg 496w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-298x300.jpg 298w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-260x262.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-160x161.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/>\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p>Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit drei\u00dfig Jahren Verz\u00f6gerung wirkten die Beatniks auf den deutschsprachigen Social Beat, eine literarische Underground-Bewegung der 1990er Jahre, die auch von Autoren wie Charles Bukowski, J\u00f6rg Fauser oder Thomas Kling beeinflusst war, der selbst an Poetry-Slams teilgenommen hat. 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