{"id":65900,"date":"1998-06-23T08:21:00","date_gmt":"1998-06-23T06:21:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=65900"},"modified":"2020-06-27T07:18:51","modified_gmt":"2020-06-27T05:18:51","slug":"suicide-city","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/23\/suicide-city\/","title":{"rendered":"SUICIDE CITY"},"content":{"rendered":"\n<p>SUICIDE CITY ist eine Erz\u00e4hlung, die im Drogen-Milieu Deutschlands der fr\u00fchen Neunziger Jahre spielt. Protagonist Joey, Mitte 20, obdachlos, s\u00fcchtig und tricky, beschreibt seine Reise durch verschiedene WGs, Besserungsanstalten und psychiatrische Einrichtungen. Ton und Inhalt der Beschreibung sind zynisch, und Joey rechnet hierbei weniger mit der &#8222;Gesellschaft&#8220; im allgemeinen ab, als vielmehr mit den unmittelbaren Lebensumst\u00e4nden, mit denen er konfrontiert ist. Dabei macht er weder vor sich selbst noch vor anderen Halt, was in dieser Kombination, jenseits von Moral, direkter Gesellschaftsanklage und &#8222;erhobenem Zeigefinger&#8220; in Milieu-Stories im allgemeinen selten bis gar nicht zu finden ist. Wer Andy Warhols Filme &#8222;Trash&#8220;, &#8222;Bad&#8220; oder &#8222;Hollywood&#8220; kennt, der kennt auch SUICIDE CITY. Hier erw\u00e4chst aus dem Umstand, da\u00df ein Haufen bunt zusammengew\u00fcrfelter S\u00fcchtiger mangels Alternativen miteinander klarkommen mu\u00df, neben emotionaler Grausamkeit und K\u00e4lte eine Tragikkomik, die ihresgleichen sucht. Das allgemeine Ziel ist die t\u00e4gliche Neubeschaffung von Stoff und Geld. S\u00e4mtliche Protagonisten sind neben der Dauerparty darauf aus, ihre eigenen Sch\u00e4fchen ins Trockene zu bringen und\/oder ihre Neurosen auf Kosten anderer ins rechte Licht zu r\u00fccken. Die damit verbundenen Schwierigkeiten f\u00fchren &#8211; vor allem unter dem Aspekt des st\u00e4ndigen Vollrausches &#8211; zu Situationen, deren Spektrum von Totalausf\u00e4llen in stabiler Seitenlage bis hin zu k\u00fchl kalkulierten Sexorgien reicht. SUICIDE CITY beginnt mittendrin und beschreibt die Zeit, die bleibt, bevor es bei den meisten Beteiligten, inklusive Joey, mit einem lauten, v\u00f6llig wertfreien Knall endet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"160\" height=\"245\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SUICIDE-CITY_Cover.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-65902\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>SUICIDE CITY<\/strong> Stories von Philipp Schiemann Killroy Media, 1998 <\/p>\n\n\n\n<p>KUNO hat seit jeher ein Faible f\u00fcr Trash. Dem Begriff <em>Trash<\/em>  haftet der  Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik,  Kunst oder  Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen  stattfindet und an der  nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer  Aussenseiter partizipiert.  Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich  der Rezeption in einer  \u00f6ffentlichen Institution. In der Reihe  Gossenhefte zeigt sich, was  passiert, wenn sich literarischer Bodensatz  und die  Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe  genug  kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Daher sei sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\">Deutscher Trash<\/a> ebenso eindr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Ebenso verwiesen sei auf <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44449\">Trash-Lyrik<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SUICIDE CITY ist eine Erz\u00e4hlung, die im Drogen-Milieu Deutschlands der fr\u00fchen Neunziger Jahre spielt. Protagonist Joey, Mitte 20, obdachlos, s\u00fcchtig und tricky, beschreibt seine Reise durch verschiedene WGs, Besserungsanstalten und psychiatrische Einrichtungen. 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