{"id":65825,"date":"1991-06-22T00:01:00","date_gmt":"1991-06-21T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=65825"},"modified":"2022-02-27T18:39:21","modified_gmt":"2022-02-27T17:39:21","slug":"10-jahre-dichtungsring","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/06\/22\/10-jahre-dichtungsring\/","title":{"rendered":"10 Jahre Dichtungsring"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color wp-block-paragraph\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Im Fr\u00fchjahr 1981 rief mich ein Kollege der Universit\u00e4t Bonn, der Italienisch-Lektor Pino Rizzuto, in meiner Bonner Wohnung an (ich war 1977 an die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum berufen worden, aber er wusste von meinem Vor- und Fortleben in Bonn). Pino fragte, ob ich bei einer interkulturellen Zeitschrift und Dichtergruppe mitwirken wollte, als eine Art komparatistischer Berater und musischer Beitr\u00e4ger. Vielleicht h\u00e4tte ich ja gleich eine Idee f\u00fcr den Namen einer solchen Gruppe und Zeitschrift. Der Anruf erreichte mich just in dem Moment, als ich den Dichtungsring eines Waschbeckens meiner Wohnung in der K\u00f6nigstra\u00dfe erneuerte. Damit war der Name f\u00fcr die Gruppe wie f\u00fcr die Zeitschrift gefunden. Das magische objet trouv\u00e9 erleichterte mir die Entscheidung, an dem Unternehmen teilzunehmen, sehr.<\/em><\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color wp-block-paragraph\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Alfons Knauth<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Der DICHTUNGSRING wurde 1981 in Bonn und Bochum als literarische Gruppe und Zeitschrift unter wesentlicher Mitwirkung des Bochumer Romanisten Alfons Knauth gegr\u00fcndet. Die literarischen Kontakte des DICHTUNGSRING spannen sich von S\u00fcdamerika bis nach Osteuropa.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Herausgegeben wird der DICHTUNGSRING von einer Autorengruppe im Bonner Raum. Seine Mittel sind multilingual, die Texte der Zeitschrift gattungsoffen: Lyrik und Prosa, konkrete und visuelle Poesie, Essay und Wissenschaftsbeitrag, Satire, Rezension, Brief, H\u00f6rspiel, Drama &#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Die poetische Aktion, die kollektive Kreation und das Korrespondenz-Prinzip machten \u2013 ineins mit dem interkulturellen und dem multilingualen Prinzip \u2013 einen wesentlichen Teil des literarischen Programms der Gr\u00fcnderzeit aus. Zusammen mit Ingo Kottmayr und Dieter Pougin entwickelte der heteronyme Queneauth das mischsprachige Text-Genre des <em>Multiple Joyce<\/em>, das inzwischen einen gewissen generischen Stellenwert in der Vergleichenden Literaturwissenschaft erlangt hat. Wichtiger erscheint jedoch die Vielfalt und Wandlungsf\u00e4higkeit des <em> Dichtungsrings<\/em>. H\u00f6her als das genannte Text-Genre des <em>Multiple Joyce <\/em>sch\u00e4tzt die Redaktion die Poesie und Prosa der Dichtungsringerinnen, manch anderer Dichtungsringer und vor allem Gastschriftsteller wie Haroldo de Campos, Pierre Garnier, S. J. Schmidt, Marcel Beyer und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/05\/18\/atmendes-alphabet\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Die Vielfalt des <em>Dichtungsrings <\/em>\u2013 und sicher auch seine symbolische Signatur \u2013 haben dazu beigetragen, da\u00df er nunmehr dabei ist, seinen 10. Jahresring anzulegen. Die B\u00e4ume der Poppelsdorfer Allee \u2013 an deren Bewahrung die Dichtungsringer mit der Installation ihrer Blattgedichte aktiv beteiligt waren \u2013 feiern dies mit ihrer dichterisch nicht zu \u00fcbertreffenden Bl\u00fcte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Junge Autoren werden entdeckt, auch bekannte Autoren nutzen den DICHTUNGSRING als Forum. Ebenso solche, die au\u00dferhalb des Mainstream im literarischen Diskurs stehen, werden beachtet. Mehrsprachigkeit erweckt durch die Gegen\u00fcberstellung von fremdsprachigem Original und deutscher \u00dcbersetzung die Neugier auf fremde Sprachsysteme. Die deutsche Sprache &#8211; nicht unbedingt die deutsche Kultur \u2013 \u00fcberwiegt zwar, doch erscheinen im DICHTUNGSRING immer wieder Texte aus den verschiedensten Sprachen, die in der Regel zusammen mit der deutschen \u00dcbersetzung abgedruckt sind. Mehrsprachigkeit sensibilisiert zudem auch f\u00fcr die Erfassung des Ausdrucks anderer k\u00fcnstlerischer Gattungen, etwa von Gem\u00e4lden oder Fotografien.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Zur thematischen Festlegung der \u00fcbernationalen Grenzenlosigkeit werden Schwerpunkte gebildet, beispielsweise: Ende der Wirklichkeit, ZwischenMensch, Ungrade Tage, Einfach Kind sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Einzelne DICHTUNGSRINGer sind auch anderen Literaturzeitschriften verbunden, wie etwa dem Krautgarten oder der Matrix. KUNO konsultiert den Wert des Analogen und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25201\">dokumentierte<\/a> den Grenzverkehr im Dreil\u00e4ndereck. Wir stellen in diesem Online-Magazin hin und wieder Literaturzeitschriften vor, z.B. die erw\u00e4hnte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24175\">Matrix<\/a>.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-98374\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/02\/Bergmann.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"182\" \/>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Ein Kollegengespr\u00e4ch von A.J. Weigoni mit Bruno Kartheuser finden Sie <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kartheuser.htm\">hier<\/a>. Ein weiteres Kollegengespr\u00e4ch \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1996\/08\/09\/der-otto-versand-der-subkultur\/\">Otto-Versand der Subkultur<\/a>. Weiterhin zu empfehlen auch ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12771\">Essay <\/a>\u00fcber Francisca Ricinskis lyrische Prosa <em>Auf silikonweichen Pfoten<\/em>, <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/rauschan.htm\">Ioona Rauschans<\/a> Roman<em> Abhauen<\/em> oder die Lyrikerin <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Und nicht zuletzt: Es ist eine bildungsb\u00fcrgerliche Kurzprosa mit gleichsam eingebauter Kommentarspaltenfunktion, bei der Kurztexte von Ulrich Bergmann aus dem Zyklus <em>Kritische K\u00f6rper,<\/em> und auch aus der losen Reihe mit dem Titel\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=40312\"><em>Splitter, nicht einmal Fragmente <\/em><\/a>aufploppen.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchjahr 1981 rief mich ein Kollege der Universit\u00e4t Bonn, der Italienisch-Lektor Pino Rizzuto, in meiner Bonner Wohnung an (ich war 1977 an die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum berufen worden, aber er wusste von meinem Vor- und Fortleben in Bonn). Pino fragte,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/06\/22\/10-jahre-dichtungsring\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98374,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2588,1688,93,1690,866],"class_list":["post-65825","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-alfons-knauth","tag-eje-winter","tag-francisca-ricinski","tag-ines-hagemeyer","tag-ulrich-bergmann"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65825"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101111,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65825\/revisions\/101111"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98374"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}