{"id":65403,"date":"2008-12-10T00:01:55","date_gmt":"2008-12-09T23:01:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=65403"},"modified":"2022-03-03T04:13:22","modified_gmt":"2022-03-03T03:13:22","slug":"nachrichten-aus-bibliosibirsk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/12\/10\/nachrichten-aus-bibliosibirsk\/","title":{"rendered":"Nachrichten aus Bibliosibirsk"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Es gibt in der Literatur keine Zielb\u00e4nder, keine Leistungen dieser Art, kein \u00dcberholen und kein Abfallen.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ingeborg Bachmann<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedes endg\u00fcltige Urteil kommt immer post festum, daher ein Recap mit Spoilern. KUNO beleuchtet seit der <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/01\/01\/stunde_null\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Stunde Null<\/span><\/a><\/em><span style=\"color: #ff0000;\">,<\/span> dem Jahr 1989, das Verh\u00e4ltnis von \u00c4sthetik und Kanonizit\u00e4t. In 1999 richteten wir den Spot auf eine die Zeit, als der der Claim f\u00fcr <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/01\/label-oder-available\/\"><em>Klangb\u00fccher<\/em><\/a><\/span> noch nicht abgesteckt war. <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Gr\u00fcndungstext<\/span><\/a> von KUNO. Im kommenden Jahr geht das <em>Projekt<\/em> Labor in die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/01\/01\/publizieren-ist-eine-form-des-denkens\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Edition Das Labor<\/span><\/a> \u00fcber (d<\/span>ie ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">hier<\/span><\/a>). Im 30. Jahr erkl\u00e4ren wir, warum <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">das Projekt Labor sich <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/01\/traue-kuno-auch-ueber-30\/\">nie<\/a><\/span> als \u203aGenerationenprojekt\u2039 verkl\u00e4rte.\u00a0<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Es gibt keinen schnellen Weg aus der Krise der Kunst.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bedeutungsverlust der Kunst hat nicht nur \u00f6konomische Ursachen. Selbstverst\u00e4ndlich ist der wirtschaftliche Aspekt f\u00fcr K\u00fcnstler der dringlichste. Wir sehen uns mit einem sehr komplizierten Bild konfrontiert, und es wird kein einziges Modell geben, das f\u00fcr jede Edition funktioniert. Die wirtschaftliche Bedrohung h\u00e4ngt mit der Frage zusammen, ob die Menschen der Kunst vertrauen. Warum wollten Menschen bisher informiert sein? Weil ihnen dies half, eine bessere Gesellschaft zu schaffen. Aber glauben die Leute das immer noch? Oder f\u00fchlen sich die Menschen machtlos? Es gibt mittlerweile so viele Gr\u00fcnde, warum die Kunst kriselt. Und es wird eine Menge gedanklicher Arbeit erfordern, um all dies anzugehen. Wir haben bisher viel zu wenig dar\u00fcber nachgedacht, was die \u00d6ffentlichkeit eigentlich von uns erwartet.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Kultur, die uns tr\u00e4gt, [-] ist in den Grundfesten der Antike verankert\u2013 Aber auch diese Grundfesten selber sind kein Starres und kein Totes, sondern ein Lebendes\u2013 Wir werden nur bestehen, sofern wir uns eine neue Antike schaffen: und eine neue Antike ersteht uns, indem wir die griechische Antike, auf der unser geistiges Dasein ruht, vom gro\u00dfen Orient aus neu anblicken.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Hugo von Hofmannsthal<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Literatur ist der Ort der Nutzlosigkeit, und darin besteht paradoxerweise ihr Nutzen, also seine politische Bedeutung. Die Indienstnahme der Literatur f\u00fcr einen Zweck, auch durch vermeintlich Linke oder reale Rechte, die ohne Wenn und Aber fordern, Literatur habe in einem engen Verst\u00e4ndnis politisch zu sein, ist nichts anderes als ein Angriff auf das utopische Potential der Poesie. Die Magie des Erz\u00e4hlens ist so beschaffen, dass sie aus den Bruchst\u00fccken des Ged\u00e4chtnisses und der Imagination eine Idee vom Ganzen wieder erstehen lassen kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ich bin der Auffassung, dass Literatur immer \u00fcber die Grenzen gehen muss und da, wo sie wichtig wurde, immer \u00fcber die Grenzen gegangen ist, ob es Anstand betraf oder Moral oder politisches Denken.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Fritz J. Raddatz<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Literatur ist dadurch gekennzeichnet, dass sie in erster Linie auf sich selbst zur\u00fcck verweist. Sie erf\u00fcllt allenfalls in zweiter Linie zus\u00e4tzliche Funktionen wie die der Belehrung, der Erziehung, der Propaganda, der psychotherapeutischen Hilfestellung. Zwar werden sie in einer Warengesellschaft selbst auch zur Ware, aber ihr \u00f6konomischer Stellenwert ist innerhalb des Bruttosozialprodukts gering. Poesie ist stets auch die ideelle Besch\u00e4ftigung mit dem Utopischen und also mit Alternativen zum Status quo.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Die Interpretation des Germanisten ist seine Rache am K\u00fcnstler.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Klospruch an der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t, D\u00fcsseldorf<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Anstatt \u00fcber interessante Fragen zu streiten, kreist man im Literaturbetrieb um Grunds\u00e4tzliches, eigentlich l\u00e4ngst Gekl\u00e4rtes. Das Gro\u00dfartige an der Literatur ist jedoch ihre unendliche Vielfalt, ihre Vielseitigkeit, ihre M\u00f6glichkeit, immer wieder neue und \u00fcberraschende Texte hervorzubringen. Die Frage kann nicht lauten, ob l\u00e4ngst alles erz\u00e4hlt ist, sondern, wodurch es Schriftsteller immer wieder gelingt, mehr oder weniger bekannten Themen und Stoffen neue Aspekte hinzuzuf\u00fcgen, der Welt der B\u00fccher und somit den Lesern neue Leseangebote zu machen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Dichter bauen Luftschl\u00f6sser, die Leser bewohnen sie und die Verleger kassieren die Miete.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Maxim Gorki<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Literaturgeschichte ist auch eine Geschichte der fortgesetzten Ungerechtigkeiten, falsche Urteile und der Mangel an geb\u00fchrender Aufmerksamkeit sind nicht die Ausnahme. \u00dcber viele wesentliche Dinge im Leben entscheidet der Zufall. Kein Dichter, keine Autorin wird zwangsl\u00e4ufig entdeckt oder \u00fcbersetzt. Stets geh\u00f6ren pers\u00f6nliche Initiative, verlegerischer Mut und Sp\u00fcrsinn und ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an gl\u00fccklichen Umst\u00e4nden dazu, damit ein Werk von gro\u00dfer, aber nicht unbedingt mainstreamglatter Sch\u00f6nheit dem Vergessen entrissen und in einen anderen Sprach- und Kulturraum transportiert werden kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Literatur ist das, was widersteht, das, was sich nicht einordnen l\u00e4sst, das, was sich keinen Erwartungen unterwirft, das, was gegen den Strich geht, das, was keinen Zwecken dient. Sie ist der Rest, der nicht aufgeht, wenn die Welterkl\u00e4rer mit ihren philosophischen Systemen fertig sind. Sie ist das, was am Ende \u00fcbrig bleibt.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Hannes Stein<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt Inhaltsleser und Sprachleser. W\u00e4hrend sich Sprachleser sich vor Schmerzen bei falschen Bildern und abgelutschten Adjektiven winden, freuen sich Inhaltsleser sich bereits \u00fcber einen Plot, der auch einmal etwas weiter wegf\u00fchrt und der ihnen eine neue Welt zeigt, neue Zusammenh\u00e4nge. Dies ist zugegebenermassen idealtypisch betrachtet. Jedes Erz\u00e4hlen bedeutet ein Vergegenw\u00e4rtigen von etwas Vergangenem. Beim Spurenlesen bleibt die Sinnhaftigkeit einzelner Zeichen im Verbogenen. Jeder Text ist ein Geflecht, das sich auf andere Texte zur\u00fcckbezieht &#8211; und sie damit in einem erweiterten Sinn zitiert, ohne dass das von der Intention des oder der Zitierenden abhinge. Interessanter als das Zitat selbst ist das, was die Zitierenden aus ihm machen. KUNO hat versucht die Literatur aus ihrem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/01\/01\/publizieren-ist-eine-form-des-denkens\/\">konzeptuellen Dornr\u00f6schenschlaf<\/a> zu reissen. In der zeitgen\u00f6ssischen Musik hat sich die sich die Abstraktion in einer Radikalit\u00e4t durchgesetzt, wie man sie in der Literatur nicht finden k\u00f6nne. Die Wahrheit liegt nicht beim Erz\u00e4hler, sondern im Ohr der Zuh\u00f6rer.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Aufgabe ist es, das Gegenteil von dem zu tun, was diese miserable Welt vorschreibt.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Max Horkheimer<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12986\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ohryeure300.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ohryeure300.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ohryeure300-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Falls Literatur auch Erinnerung ist, dann vergisst diese Gattung auch nicht, woher man kommt. Auf dem Buchmarkt triumphiert der Vorrang kaufm\u00e4nnischer Ziele \u00fcber den \u00e4sthetischen Reichtums. Kunst funktioniert nach den Prinzipien der kapitalistischen (\u00dcber-)Produktion. Das Erz\u00e4hlen ist intermedial geworden, die die Artisten des Projekts <em>Das Labor<\/em> reagierten darauf mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/01\/label-oder-available\/\">Audio-Art<\/a>. Die Literatur sieht sich vor ganz neuen Aufgaben: Sie muss eine Welt voller T\u00e4uschungen beschreibend erfassen. KUNO versteht sich seit 1989 als ein Labor f\u00fcr Transformation.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wozu noch B\u00fccher, wenn die Welt zum Roman wird?<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Bordelle des Geistes&#8220; nannte Honor\u00e9 de Balzac die Rubrik in einer Zeitung, die gemeinhin unter dem Etikett &#8222;Feuilleton&#8220; firmiert. Das Internet ist eine Steigerung, eine veritable M\u00fcllhalde von Leseschrott. Es gebe einen riesigen Ramsch und Ger\u00fcmpelhaufen von eBooks, der dem guten Leser die Sicht auf den gestirnten Himmel der Literatur verstelle. Wie betrachten die schier unabsehbare F\u00fclle stiebender Momentandrucke, die Legionen von &#8218;Theorie&#8216;-Drucksachen, die noch niemanden das &#8218;theorein&#8216; gelehrt haben&#8220; und \u00fcber die endlosen Fuder Kram und Krempel, die auf den Buchmarkt geworfen werden. 100. 000 neue Titel erscheinen allj\u00e4hrlich, von chorischem &#8218;Siehe da!&#8216; \u2013 und im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr landet das meisten im sogenannten \u201emodernen Antrquariat\u201c. Jede Zeit habe ihre eigenen Pr\u00e4ferenzen. KUNO bevorzugt eine Literatur, die dem Zeitgeist <em>nicht <\/em>ad\u00e4quat ist, ihm vielmehr zuwiderl\u00e4uft, sich markant von ihm absetzt, ihn souver\u00e4n konterkariert \u2212 eine Literatur, die nicht unbedingt zeitgem\u00e4\u00df sein will und somit die Chance beh\u00e4lt, \u00fcber die Gegenwart hinaus wirksam zu bleiben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>F\u00fcr mich ist die wichtigste Tugend, sich umfassend zu bilden, nachzudenken und am Ende eines langen Meditationsprozesses ein eigenes und unabh\u00e4ngiges Urteil zu f\u00e4llen. Aus diesem Grund bin ich ein gro\u00dfer Freund des Lesens.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Walter Jens<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Literatur arbeitet mit Worten, sie versucht auch die Worte anderer genau zu nehmen. Postmoderne und Realismus sind einander widersprechende, sich ausschlie\u00dfende ideologische Str\u00f6mungen. Gewiss gibt es hinsichtlich der inhaltlichen Positionen und der formalen Darstellungen deutliche Unterschiede zwischen der Literatur des Realismus und der Postmoderne, doch zugleich beeinflussen heute postmoderne und poststrukturalistische Theorien, Ideen und Schlagworte die zeitgen\u00f6ssische Literatur \u2013 und eben auch diejenige, die den Anspruch hat \u201eWirklichkeit\u201c abzubilden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Sprache ist f\u00fcr KUNO kein Mittel identit\u00e4rer Selbstdarstellung, Literatur keine Vehikel zum Transport engagierter Postwurfsendungen.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Literatur sollte unser Gesp\u00fcr f\u00fcr uns selbst und f\u00fcr die Gewohnheiten und politischen Tendenzen unserer Gesellschaft herausfordern. Ewig frisches Thema sind die in der Tiefe lauernden Menschheitsprobleme, gekoppelt mit der Bebilderung ihrer Hinter- und\u00a0Abgr\u00fcnde. Literatur wird gemacht, weil man die Dinge in der Sprache unterschiedlich ausdr\u00fccken kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Poesie sollte Subkutan wirken<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die poetologischen Renovierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. KUNO mag noch nicht abgehen von der Utopie, dass Kunst tats\u00e4chlich Erl\u00f6sung verspricht. Das Lesen eines Romans erfordert eine gewisse Zur\u00fcckgezogenheit, es ist eine Form von Einsamkeit, die nur dem Zweck dient, den pers\u00f6nlichen geistigen, emotionalen und intellektuellen Horizont zu erweitern. Literatur dient der Ein\u00fcbung der Vorstellungskraft, weil sie f\u00fcr die Kultur und Erneuerung der Sprache einsteht, sie ist ein Ort der Metamorphose und kein Zufluchtsort f\u00fcr Identit\u00e4ten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Jedes Urteil h\u00e4ngt von der Zeit ab, in der es gef\u00e4llt wird.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Leser, lesen sie, Literatur hat <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/01\/traue-kuno-auch-ueber-30\/\">kein Verfallsdatum<\/a>. Die digitale Kultur tr\u00e4gt ihre Endlichkeit bereits in sich, um Platz f\u00fcr etwas zu bislang nicht Geahntem zu machen. Etwas Besseres als den Tod der Literatur finden wir \u00fcberall.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"133\" height=\"133\" class=\"wp-image-45651\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Logo-klein.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit heute ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, aber manchmal mit Kapit\u00e4lchen, sie befindet sich in der Situation des Baron von M\u00fcnchhausen und muss sich mit samt Pferd am eigenn Schopf aus dem Sumpf ziehen. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>. Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die\u00a0bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\r\n<div id=\"toolbar\" class=\"style-scope ytd-comment-action-buttons-renderer\">\u00a0<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt in der Literatur keine Zielb\u00e4nder, keine Leistungen dieser Art, kein \u00dcberholen und kein Abfallen. Ingeborg Bachmann Jedes endg\u00fcltige Urteil kommt immer post festum, daher ein Recap mit Spoilern. 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