{"id":64943,"date":"2005-06-26T00:01:58","date_gmt":"2005-06-25T22:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64943"},"modified":"2021-10-24T05:38:13","modified_gmt":"2021-10-24T03:38:13","slug":"fragen-der-erkenntnis-und-ihre-sprachliche-repraesentation","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/06\/26\/fragen-der-erkenntnis-und-ihre-sprachliche-repraesentation\/","title":{"rendered":"Fragen der Erkenntnis und ihre sprachliche Repr\u00e4sentation"},"content":{"rendered":"\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Gedichte zu schreiben war f\u00fcr A.J. Weigoni eine Mischung aus Bewu\u00dftsein und Intuition. Der F\u00fcllfederhalter wurde zur Verl\u00e4ngerung des Denkens.<\/span><\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir einem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> entnehmen, hat eine fr\u00fche Erfahrung den Lyriker Weigoni &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; <em>gepr\u00e4gt<\/em>, sein erstes taugliches Gedicht hat er mit beweglichen Lettern selbst gesetzt und gedruckt. Die Auseinandersetzung mit dem Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckerpresse, Johannes Gutenberg, hat sich im \u00b4digitalen Setzkasten` fortgesetzt. Die typografische Kalkulation zeigt in der Werkausgabe eine Entschleunigung an, die Buchstaben \u00e4 \u00f6 \u00fc sucht man vergeblich. Da man das Schriftbild schnell erfassen kann, sollte man die Lesegeschwindigkeit von Gedichten verlangsamen. Als miteinbezogene Schreibweisen sind das \u0153 ist dem franz\u00f6sischen entliehen, das \u00e6 dem skandinavischen migriert. Der Computerk\u00fcnstler Georg von der Gathen hat mit einer einer modifizierten Garamond eine neue Ligatur gestaltet, die das ue zu einem Buchstaben zusammenzieht. Diese Lyrik wird vom syngraphematischen Instrumentarium, dem verf\u00fcgbaren Arsenal an nichtalphabetischen Zeichen, affiziert und erweitert um autochthone Denk-, Ausdrucks-, Artikulations- und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Jedes Wort steht da wie ein Kristall, durchsichtig, klar, scharf, hart und sch\u00f6n.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die menschliche Stimme war ein unfehlbarer Indikator psychischer Merkmale und ein wichtiger Orientierungspunkt f\u00fcr Weigonis\u2018 lyrisches Schreiben. Worte allein bilden das Sprechen nicht ab, es konstituiert sich eine eigene Ordnung, Logik und M\u00f6glichkeitspalette &#8211; mit weitgehenden, aber weithin \u00fcbersehenen R\u00fcckwirkungen auf die Spreche, auf Begriff und Gebrauch der Sprache. Auch die flatterhafte Pr\u00e4sentation eines Gedichts sucht man vergeblich, jedes Gedicht beginnt rechts oben und endet am unteren Rand des Satzspiegels. Was die Fl\u00e4che einer Seite bedeckt und Raum einnimmt, kann tonlos, lautlos, stimmlos sein, aber nicht g\u00e4nzlich k\u00f6rperlos. Man mag dies als Exzentrik verspotten, doch diese Form des Manierismus zeichnet sich durch Aussch\u00f6pfung aller technischen M\u00f6glichkeiten zur Gestaltung aus, die ausschlie\u00dflich dazu dient, den eigenen Stil hervorzuheben.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gedichte, <\/strong>H\u00f6rbuch (als Do-CD) von A.J. Weigoni, 2005<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12663\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tttt-weigonigedichte.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"250\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong>Jeder Band aus dem <em>Schuber<\/em> von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk. KUNO fa\u00dft die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">Stimmen<\/a> zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung &#8211; \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt. \u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00f6rbproben \u2192 <\/strong>Probeh\u00f6ren kann man Ausz\u00fcge der <a href=\"http:\/\/vordenker.de\/weigoni\/schmauchspuren.html\">Schmauchspuren<\/a>, von <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/neige.html\">An der Neige<\/a> und des Monodrams <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=17799\">MetaPhon<\/a>. Zuletzt bei KUNO, eine Polemik von A.J. Weigoni \u00fcber den Sinn einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/02\/07\/bartleby\/\">Lesung<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedichte zu schreiben war f\u00fcr A.J. Weigoni eine Mischung aus Bewu\u00dftsein und Intuition. Der F\u00fcllfederhalter wurde zur Verl\u00e4ngerung des Denkens. 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