{"id":64758,"date":"2005-02-09T00:01:00","date_gmt":"2005-02-08T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64758"},"modified":"2021-10-18T10:05:23","modified_gmt":"2021-10-18T08:05:23","slug":"spitzzungen-des-alltags","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/02\/09\/spitzzungen-des-alltags\/","title":{"rendered":"SPITZZUNGEN DES ALLTAGS"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u00fcber Florian G\u00fcnthers Gedichtb\u00e4nde NUTTENFR\u00dcHST\u00dcCK, DICKER MAX &amp; CO.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese elegante Art Allt\u00e4gliches auszuschneiden \u2013 man kann auch sagen, Introvertiertheit in Worte zu fassen, gef\u00e4llt mir SEHR GUT. Hier komme ich als Leser langsam ins Schweben. Sehr genau vieles, voll Witz. Leicht. Auch authentisch. Richtig wahr. Es sind nicht immer Gedichte, sondern prose poems, Prosagedichte, oder sogar kleine leichte moderne Fabeln oder Parabeln. Das alles steht mir nah, obwohl ich selber (z. Z.) nicht so schreibe, aber ich hatte den Ton mal etwas drauf, als ich mit Schreiben wieder begann, das war 1988.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Florian G\u00fcnther ist ein w\u00fcrdiger Sohn Rolf Dieter Brinkmanns, kein Epigone.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schade dass ich die Gedichte nicht eher lesen konnte. Aber so geht es manchmal. Die schulischen Dinge waren wichtiger. Briefe. Das eigene Schreiben. Meine Frau. Der Umzug dann. Der Tod. Meine Trauer und Aufgew\u00fchltheit. Meine Lebensangst. Das Alleinsein, Gel\u00e4hmtsein. Jetzt komme ich zur Ruhe. Fasse mich. Genie\u00dfe schon wieder dies und das. Aber ich steh vor dem Berg der unerledigten Dinge. Und kaum habe ich etwas von all den zu erledigenden Dingen abgetragen, liegt schon wieder was Neues da.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Titelgedicht DICKER MAX &amp; CO. gef\u00e4llt mir besonders. Oder NICHTS ALS GROSSE NAMEN. Oder EINE AUFTRAGSARBEIT. Oder FRUST. Usw.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Florian G\u00fcnthers Narzissmus macht Freude. Er heilt seine Selbstliebe zwar nicht in oder mit den Gedichten, aber er bereitet das Ungenie\u00dfbare so zu, dass es am Ende schmeckt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht jedes Gedicht gelingt, manches ist zu lang. Manches auch zu leicht. Aber selbst dann gef\u00e4llt mir das Wedeln in den Gedankenbahnen. Da sind wunderbare Slaloms bei. Schuss-Abfahrten.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-17074\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Massaker-206x300.jpg\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO hat ein Faible f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Trash<\/a>. Dem Begriff <em>Trash<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Daher sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutscher Trash<\/a> ebenso eindr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Ebenso verwiesen sei auf die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44449\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Trash-Lyrik<\/a> von Tom de Toys.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00fcber Florian G\u00fcnthers Gedichtb\u00e4nde NUTTENFR\u00dcHST\u00dcCK, DICKER MAX &amp; CO. Diese elegante Art Allt\u00e4gliches auszuschneiden \u2013 man kann auch sagen, Introvertiertheit in Worte zu fassen, gef\u00e4llt mir SEHR GUT. Hier komme ich als Leser langsam ins Schweben. 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