{"id":64698,"date":"2023-02-06T00:01:00","date_gmt":"2023-02-05T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64698"},"modified":"2023-02-06T05:17:27","modified_gmt":"2023-02-06T04:17:27","slug":"meine-seele-eine-blaue-schrift","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/02\/06\/meine-seele-eine-blaue-schrift\/","title":{"rendered":"Meine Seele eine blaue Schrift"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Kommentare zu fr\u00fchen Gedichten Heinz K\u00fcppers<a style=\"color: #999999;\" href=\"#_edn1\">[i]<\/a><\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stelle im Folgenden drei Gedichte aus den sp\u00e4ten 50er Jahren in den Rahmen ihrer Zeit \u2013 mit einigen wenigen biografischen Erkl\u00e4rungen, deren es aber nicht bedarf, um die Gedichte zu verstehen. Heinz K\u00fcpper versuchte offenbar kaum, seine Gedichte zu ver\u00f6ffentlichen. Kaum, sage ich, weil er alle Manuskripte in der Regel nur ein einziges Mal an einen Verlag schickte. Wahrscheinlich wurden seine Gedichte abgelehnt; es finden sich daf\u00fcr allerdings keine Beweise, etwa das Schreiben eines Verlags oder eine Notiz K\u00fcppers. In Gespr\u00e4chen mit Armin Erlinghagen, der ihm zuletzt immer mehr zum literarischen Vertrauten und Freund wurde, brachte er zum Ausdruck, dass er sich seiner Gedichte nicht so sicher war wie seiner erz\u00e4hlenden Werke.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt nur wenige Gedichte, die zyklisch gemeint sind. Die recht umfangreiche Lyrik hat nicht nur den Zweck erf\u00fcllt, sich der Sprache zu vergewissern. K\u00fcpper ist als Lyriker sicherlich nicht aufs Ganze gegangen, aber er hat nicht nur gelegentlich Gedichte geschrieben, sondern w\u00e4hrend seines ganzen schriftstellerischen Lebens, und immer mit dem Anspruch, g\u00fcltige Kunstwerke zu erschaffen, auch wenn das Erz\u00e4hlen in Romanen und Drehb\u00fcchern den Vorrang hatte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem ersten Gedicht, das ich vorstelle, definiert Heinz K\u00fcpper seine Zeit. Es sind die Jahre des Kahlschlags nach 1945, eine Zeit, in der Glaube, Liebe und Hoffnung zerbrochen sind \u2013 oder nur mit gro\u00dfer Skepsis im Bewusstsein des Autors weiterleben. Zu stark sind die Wunden, die der Krieg in die jungen Seelen geschlagen hat. Wie schon nach dem Ersten Weltkrieg kann man die Generation, die den Krieg erlitt und die Nachkriegszeit bewusst erlebte, eine Generation der verlorenen Hoffnungen nennen. K\u00fcpper erlebte den Krieg in Euskirchen, das schwer zerbombt wurde, als Jugendlicher. Als er die nachstehenden Gedichte schrieb, war er erwachsen. Er hatte sich, wie der \u00e4ltere Heinrich B\u00f6ll, auseinanderzusetzen mit der Frage, was nach der Ermordung der Zivilisation noch \u00fcbrig geblieben ist. Wie konnte in einem Land, das zu den ersten Kulturnationen Europas z\u00e4hlt, die rassistische Verfolgung und Ermordung von Juden, Zigeunern und vielen anderen Menschen geschehen, die Vernichtung \u201elebensunwerten Lebens\u201c, die Unterdr\u00fcckung und T\u00f6tung politisch Andersdenkender? Und der sinnlose Krieg? Warum zerfielen\u00a0 Humanismus \u2013 und Humanit\u00e4t? Wo war Gott? Heinz K\u00fcpper wuchs in einer katholischen Welt im tiefen Westen Deutschlands auf, wo die Kirche das Leben stark bestimmte. Die Gedichte zeigen, dass Gott, der fr\u00fcher in den K\u00f6pfen der Menschen war, nun tot ist. Im Unterschied zu Heinrich B\u00f6ll kann der j\u00fcngere Heinz K\u00fcpper in seiner erwachsenen Zeit nach dem Krieg an Gott nicht mehr glauben, auch wenn zwischen den Gedichtzeilen Bedauern dar\u00fcber mitzuschwingen scheint, denn immer wieder wird die Frage nach Gott reflektiert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Den lyrischen Expressionisten, die 1945 wieder Gedichte schreiben, in denen wir die Klage \u00fcber die verschuldete Katastrophe als Schrei lesen, steht der junge Heinz K\u00fcpper ganz nah, so dass aus manchen Versen der Ton Gottfried Benns heraus klingt oder zuweilen die rationalisierende, didaktische Verssprache Bert Brechts. Doch die meisten Gedichte sind eigenst\u00e4ndig. Sie verleugnen zwar nicht ihre N\u00e4he zu den weiter und wieder schreibenden Expressionisten, geh\u00f6ren aber inhaltlich zur neuen Literatur des Kahlschlags, was viele Bilder demonstrieren. K\u00fcppers Sprache verknappt treffend den Nihilismus des Entsetzens, die Absurdit\u00e4t der Geschichte, die religi\u00f6se Leere und die ethische Armut seiner Zeit, scheut sich andererseits auch nicht vor der ausf\u00fchrlichen Genauigkeit einer elegischen Kritik, einer Eloquenz der Skepsis.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In L\u00e4rm und Eisen einsam fahren wir<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">geh\u00e4rtet aus der letzten Stille fort.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie bald ward Nacht, die Luft erf\u00fcllt sich schwarz.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der alte Himmel barst und fiel auf uns.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf unsre H\u00e4upter halten wir die Hand,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">dass nicht die eingest\u00fcrzte W\u00f6lbung uns<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">das Haar versehrt, manchen erschlug sie schon.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie liegt wie schweres Tuch der Erde auf.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur spitze T\u00fcrme stechen durch und stehn<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">hinaus ins Nichts der Sterne und des Windes.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden ersten Verse des reimlosen Gedichts beschreiben den Krieg, der im Kopf noch weitert\u00f6nt, der noch nachwirkt in den Wunden. Dieser Krieg war ein schreckliches Stahlbad, das die Menschen nicht st\u00e4rkte, sondern verh\u00e4rtete und ihnen die letzte Stille nahm: Sie sind aufgeschreckt aus jedem denkbaren seelischen Refugium, angesichts der Kriegsverbrechen und der nackten Not gibt es keine Sicherheit mehr, keinen inneren Halt. Die Unruhe ist vollkommen: Der Mensch ermordete sich selbst \u2013 und Gott. Der Einzelne geht unter (und auf) im Wir aller Mitleidenden, die alles verloren haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verlust betrifft ein ganzes Weltbild. 1945 bezeichnet eine Achsenzeit wie jene, die Karl Jaspers f\u00fcr den Beginn der Antike bezeichnet, oder wie den Beginn unserer Neuzeit, als der Himmel zum ersten Mal einst\u00fcrzte. W\u00e4hrend sich aber damals der Horizont der Menschheit noch einmal weitete, verengt sich nun alles. Die bis jetzt geglaubte und gelebte Welt erlitt einen Zusammenbruch, einen l\u00e4hmenden Herzinfarkt und Hirnschlag: \u201eWie bald ward Nacht, die Luft erf\u00fcllt sich schwarz.\/ Der alte Himmel barst und fiel auf uns.\u201c Wir sehen unser eigenes Leben nicht mehr \u2013 wir erkennen schmerzlich und noch st\u00e4rker: <em>Paradise Lost<\/em> \u2013 die Luft zum Atmen ist verfault &#8211; verlorenes Leben. Die Welt, in der wir uns einigerma\u00dfen aufgehoben f\u00fchlten \u2013 mit einer sch\u00fctzenden Decke \u00fcber unseren K\u00f6pfen, die f\u00fcr das Funktionieren gesellschaftlicher Regeln und vielleicht auch f\u00fcr eine noch h\u00f6here Moral und weltanschauliche und religi\u00f6se Geborgenheit steht \u2013, wird enger, wir sind unbehaust, und einige gingen in dieser Existenzunm\u00f6glichkeit schon unter, andere sind bedroht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das schwere Tuch (das Dach oder das Band des Lebens) wird zum Leichentuch. Das letzte Bild in den beiden Schlussversen, das an die barocken Gedankenbilder in den Sonetten Andreas Gryphius\u2019 erinnert, zeigt die Absurdit\u00e4t der Nachkriegswelt: Die Kirchen trotzen \u2013 arrogant oder absurd \u2013 der Leere, ihr Behauptungswille erscheint jammervoll und l\u00e4cherlich. Vielleicht sind auch andere Erektionen menschlicher \u00dcberheblichkeit denkbar, etwa die\u00a0 babylonischen T\u00fcrme in Wissenschaft, Technologie und Waffentechnik. Jedenfalls gilt: Die Welt ist sinnlos. Uns besch\u00fctzt kein Gott, der Mensch lebt in selbstzerst\u00f6rerischer Entfremdung, \u00fcber uns pfeift der harsche Wind drohenden Untergangs.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Meine Seele ist mein Kugelschreiber<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">angef\u00fcllt mit blauer Paste Welt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich schreibe: Stra\u00dfen, Schatten, Leiber,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">schreibe sie aus und warte, dass es h\u00e4lt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Redend in die Fotos meiner Zelle.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Fenster ist mein Spiegel, anders keins.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Lampe: panisch starre Helle.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gesicht, das mit mir redet: meins.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine T\u00fcr geschminkt mit Lippenstift.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Buchgebirge, die im Staub sich gl\u00e4tten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Staub sinkt ewiglich in Milch und Gift,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">w\u00fcstenher aus frisch gebombten St\u00e4dten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Himmel aus Beton, drei Rohre queren,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">wei\u00df gelackt, konstante Wolken ihn.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit rotem Wein wie zwischen Reb\u2019 und \u00c4hren<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">lieg ich, sing\u2019, seh\u2019 diese Wolken ziehn.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine T\u00fcr geschminkt mit Lippenstift,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">meine Lampe panisch starre Helle,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">meine Seele eine blaue Schrift,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">redend in die Fotos meiner Zelle\u2026<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist wahr, ich bin ganz leer, bin nicht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgeh\u00f6hlt bis an die starre H\u00fclle.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin eine Trommel, mein Gesicht<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">dr\u00f6hnt von Schlegeln. Anders keine F\u00fclle.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dichter Heinz K\u00fcpper erschafft in seinem Werk, notgedrungen, eine Gegenwelt zu der absurd gewordenen Welt. Das ist kein eskapistischer Weg, auch kein Weg in den Rausch der Sprache. Das Gedicht \u201eMeine Seele ist mein Kugelschreiber\u201c will Welt erschaffen, neue Welt, wo die alte untergegangen ist; es ist ja \u00fcberhaupt die Frage, ob die untergegangene Welt zum Leben taugte. Rausch und Sucht im engeren Sinn sind Gegenstand anderer Gedichte, etwa im \u201eSonett auf die Zigarette\u201c. Auch in Liebesgedichten &#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem der Lyriker die Welt, wie sie ist, beschreibt, demaskiert er sie \u2013 und setzt implizit eine andere Welt dagegen. Und so behauptet er sich. Heinz K\u00fcpper schreibt erfahrene Welt aus sich heraus. Er beschreibt Stra\u00dfen, Schatten, Leiber \u2013 die Haut der \u00e4u\u00dferen Welt; alles was wir nicht sehen k\u00f6nnen, was wir nicht materiell wahrnehmen, Tr\u00e4ume, Ahnungen, Gedanken, Ideen, Vermutungen, Thesen; und unsere K\u00f6rper. Er beschreibt das alles so, \u201edass es h\u00e4lt\u201c \u2013 er will die Dinge wahrhaben und wahr haben, sie sollen auch in den Augen des Lesers bestehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Er untersucht sich selbst, hat Vorstellungen von sich und seiner Umwelt \u2013 sein Zimmer nennt er eine Zelle, in der er seiner Arbeit dient. Die Zelle verweist auf die (m\u00f6nchische) Armut der Behausung, auf den begrenzten Raum und die Ausschlie\u00dflichkeit des Dienstes an seinem Werk. Die Au\u00dfenwelt braucht er, um sich selbst zu erkennen. Er lebt im Schein der Schreibtischlampe, die \u201epanisch starre Helle\u201c meint den Schrecken des schreibend Erkennenden, im Schreiben redet er mit sich selbst. Auch im Reden mit anderen bleibt er allein und redet mit sich selbst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die T\u00fcr ist der Mund, ein starkes Bild f\u00fcr das Verlangen nach k\u00f6rperlicher N\u00e4he. Aber offenbar ist die Liebe zu einer Frau sekund\u00e4r, denn sofort werden die \u201eBuchgebirge\u201c im R\u00fccken des Schreibenden erw\u00e4hnt. Die Verse \u201eStaub sinkt ewiglich in Milch und Gift, \/ w\u00fcstenher aus frisch gebombten St\u00e4dten\u201c lese ich als eine Anspielung auf den Bunker in Bonn-Poppelsdorf, wo Heinz K\u00fcpper f\u00fcr eine Weile leben musste. Noch einmal ersteht hier das Bild eines zerbombten Lebens. Der Staub der Zerst\u00f6rung dringt \u00fcberall ein. Und in der n\u00e4chsten Strophe wird deutlich, dass die Zelle nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberdacht ist. Leicht ironisch und euphemistisch besingt es, vom Wein berauscht, die Lebenssituation \u2013 unter freiem Himmel &#8230; Nur in der W\u00e4rme der Bet\u00e4ubung ist die K\u00e4lte der Existenz zu ertragen. Dazu geh\u00f6rt auch das Schreiben. Die n\u00e4chste Strophe wiederholt weitgehend die zweite und variiert den ersten Vers des Gedichts: \u201e \u2026 meine Seele eine blaue Schrift.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dichter schreibt sich leer, verliert sich ins Werk, das sich nun ganz von ihm trennt. Er verblutet, indem er die Worte aus sich herausschreibt. \u00dcbrig bleibt nur seine \u201estarre H\u00fclle\u201c, der K\u00f6rper. Ob hier ein <em>memento mori<\/em> mitschwingt? Schwer zu sagen. Jedenfalls will er \u2013 mindestens im Werk \u2013 weiterleben, trommeln gegen die absurde Welt, f\u00fcr ein neues Leben, er verausgabt sich und gibt alle Kraft ins Werk. Und nur das gibt seinem Leben einen Sinn. \u201eAnders keine F\u00fclle.\u201c\u00a0\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sonett auf die Zigarette<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Geliebte wei\u00dfe Schwester unserer Not.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Schwesterkind der schlanken Opferkerzen,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">z\u00e4rtliches Licht am Mund der Menschenschmerzen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">und am Asphalt ein P\u00fcnktlein Abendrot.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Benommen zwischen S\u00fcndenfall und Tod<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">atmen wir dich, Traumwolke in den Schw\u00e4rzen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">des Leibes, den wir, treu uns selbst, verscherzen;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">vermischt im Atem bist du mehr als Brot.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach, Brot und Wein, Heilung der alten Erde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Uns schwelt die Welt und l\u00e4rmend beizt ein Brand.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Da bleibst du wei\u00df in blut- und \u00f6l- und ru\u00df-<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">bedeckten H\u00e4nden, deine Zeitgeb\u00e4rde:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">vom eignen Mund f\u00fchrt dich bedacht die Hand<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">zum Mund des N\u00e4chsten: ist ein Bruderkuss.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u201eSonett auf die Zigarette\u201c beschw\u00f6rt liebevoll die kleine Sucht in der gro\u00dfen Not (\u201eMenschenschmerzen\u201c). Es ist nur eine kleine Bet\u00e4ubung, die sich der Raucher durch das Nikotin verschafft, aber er f\u00fchlt sich wohl, wenn er raucht, weil er sublimiert, was er in der schlimmen Zeit der Kriegsnot entbehren muss: W\u00e4rme, Licht, Nahrung, Gemeinschaft. Die Glut erinnert an einen Herd. Dies alles klingt im ersten Quartett an. Die Verse lassen sich auch als liebevolle Anrede an die Zigarette lesen. Der Dichter nennt sie Schwester und stellt sie in einen Zusammenhang mit den Opferkerzen der ihm vertrauten Kirche.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Quartett wird das Rauchen und die kleine Bet\u00e4ubung im Zusammenhang mit S\u00fcndenfall und Tod leicht kokettierend \u00fcberh\u00f6ht. Aber es stimmt: Objektiv \u201averscherzt\u2019 der Raucher seine Gesundheit, subjektiv bedeutet ihm das Rauchen mehr als Brot \u2013 so kann er besser (\u00fcber)leben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Terzette erzeugen eine weitere \u00dcberh\u00f6hung. Zun\u00e4chst f\u00fchren sie vom Ich zum Wir. Indem von Brot, Wein und Heilung die Rede ist, wird Religi\u00f6ses impliziert. Zusammen mit einem anderen eine Zigarette rauchen bedeutet N\u00e4chstenliebe. Es ist eine weltliche Feier des Abendmahls \u2013 hier wird eine Idee deutlich, die Heinrich B\u00f6ll sp\u00e4ter in seinem wohl bedeutendsten Roman, \u201eGruppenbild mit Dame\u201c, exzessiv ausarbeitet: In den Szenen, wo\u00a0 Menschen sich bei Kaffee und Tee und beim Rauchen begegnen, wo ihr Miteinander in \u00fcberkirchlich-heiligen Handlungen des allt\u00e4glichen Lebens sich vollzieht, da geschieht wahres Leben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gedichte Heinz K\u00fcppers haben eine hohe sprachliche und handwerkliche Qualit\u00e4t. Sprach- und Bildkraft sind sehr pr\u00e4gnant, viele Verse schlagen im Leser ein. K\u00fcpper bleibt weitgehend im Rahmen der konventionellen Lyrik seiner Zeit, es gibt kaum ein Gedicht, mit dem er versuchte, zur lyrischen Avantgarde zu geh\u00f6ren. Einige Verse, Bilder oder auch Strophen erreichen die klangliche, atmosph\u00e4rische Dichte und Sprachst\u00e4rke von Gedichten Ingeborg Bachmanns, doch bleibt K\u00fcpper in der Gedichtkomposition einfacher und setzt weniger k\u00fchne Sprachbilder ein. Zwar finden sich Prosagedichte, wo die Bilder immer freier, Metrum und Reim aufgegeben werden und die Vernetzung von Motiven und Metaphern lockerer und bis ins freie Assoziieren gleichsam surrealistischer Vorstellungen geht, aber das \u00fcberschreitet nie die Grenze der sprachlichen Norm und der thematischen Einbindung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der lyrische Ton Heinz K\u00fcppers ist nicht gerostet, er bleibt frisch, weil er stark ist. Es gibt Anzeichen daf\u00fcr, dass diese ermutigende und mahnende elegische Sprache aus einer Zeit der Desillusionierung wieder lebendiger wird und zunehmend j\u00fcngere Leser erreicht.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-98374 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/02\/Bergmann.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"182\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Die Redaktion blieb seit 1989 zum Mainstream stets in <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/01\/05\/lyrik-als-seismograph-an-der-epochenschwelle\/\">\u00c4quidistanz<\/a><\/em>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> 1995 betrachteten wir die Lyrik vor dem Hintergrund der Mediengeschichte als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/02\/laboratorium-der-poesie\/\"><em>Laboratorium der Poesie<\/em><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2005 vertieften wir die Medienbetrachtung mit dem Schwerpunkt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/02\/transmediale-poesie\/\"><em>Transmediale Poesie<\/em><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2015 fragen wir uns in der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/01\/02\/poetologische-positionsbestimmung\/\"><em>Minima poetica<\/em><\/a> wie man mit Elementarteilchen die Gattung Lyrik neu zusammensetzt.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bibliographischer Anhang<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinz K\u00fcppers s\u00e4mtliche Lyrik-Manuskripte<a href=\"#_edn1\">[1]<\/a><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgelistet in der mir gegebenen Reihenfolge. Im Folgenden gebe ich den Manuskripten einen Titel \u2013 jeweils die ersten Worte innerhalb des Manuskripts:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Graues, liniertes Schreibheft A5 (auf dem Umschlag: \u201eHeinz K\u00fcpper\u201c), 27 Seiten Gedichte, handschriftlich (Tinte): <em>Bruchst\u00fcck<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Graues, liniertes Schreibheft A5 (auf dem Umschlag im schwarzen Rahmen auf wei\u00dfem Aufkleber: \u201eSchreibheft f\u00fcr Heinz K\u00fcpper\u201c), 28 Seiten Gedichte, handschriftlich (Tinte). Hinten eingelegt 1 Blatt mit 2 Seiten (Fortsetzung des letzten Gedichts, beginnend mit: \u201eEr war mir wohl, ich denke oft an ihn.\u201c): <em>Verworrenes und weitl\u00e4ufiges Liebeslied an die Welt.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Dunkelgraues, liniertes Schreibheft A5 (auf dem Umschlag im schwarzen Rahmen auf wei\u00dfem Aufkleber: \u201eSchreibheft f\u00fcr Heinz K\u00fcpper\u201c), 32 Seiten Gedichte, handschriftlich (Tinte): <em>Junge Dichter der Zeit.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Graues, unliniertes Schreibheft A5 (auf dem Umschlag im schwarzen Ornamentrahmen gelblicher leerer Aufkleber), 58 Seiten Gedichte, handschriftlich (Tinte), zwischen S. 4 und S. 5 ein liniertes Blatt mit dem titellosen Gedicht \u201eIch kenne verschiedene M\u00e4dchen\u201c: <em>Sonntags<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">5. Linierte gefaltete\/ungeheftete linierte B\u00f6gen (kleiner als A5), 30 Seiten Gedichte, handschriftlich (Tinte): <em>Rote Tore m\u00fcnden in Versuchung<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">6. Schwarzes liniertes Schreibheft A5 (auf dem Umschlag im roten Rahmen auf wei\u00dfem Aufkleber: \u201eHeinz K\u00fcpper\u201c), 31 Seiten Gedichte, handschriftlich (Tinte); \u00a0zwischen S. 10 und 11 eingelegter Bogen mit 2 Seiten mit dem Gedicht \u201eGesang der gefallenen Engel\u201c: <em>Gang.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">7. Hellgraues kariertes Schreibheft A5 (mit Tinte ornamental bemalter Umschlag; auf dem wei\u00dfen Aufkleber im schwarz umrandeten Rahmen: \u201eHeinz K\u00fcpper \/ Notizen IX\u201c [Fortsetzung der Konvolute I-X mit literarischen Notizen]), 65 Seiten Notizen und Gedichte, handschriftlich (Tinte). Gedichte auf den Seiten 19-25, 30-38, 42-45, 48-64: <em>H\u00f6rsaal?<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">8. Hellgraues kariertes Schreibheft A5 (mit losem, zerteiltem und geknickten Umschlag; auf dem wei\u00dfen Aufkleber im grau umrandeten Rahmen: \u201eHeinz K\u00fcpper \/ Notizen X\u201c), 62 Seiten Gedichte handschriftlich (Tinte): <em>Berlin 26. IV. abends, Spiegelweg. <\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">9. Gelbes liniertes Grundschulheft A5 (auf dem Umschlag Kinderkritzelei), 16 Gedichtseiten &#8211; Kugelschreiber, schwarz; vor S. 1 eingelegtes Zettelchen: \u201eEin Irrtum, welcher weit verbreitet \/ und manchen J\u00fcngling irreleitet, \/ ist der, dass Liebe eine Sache, \/ die immer nur Vergn\u00fcgen mache. \/ W. Busch\u201c: <em>Bundesrepublikanisches Alphabet<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">10. Blaues kariertes Schulheft, in der H\u00f6he etwas kleiner als A5 (schwarzer Rahmen auf dem Umschlag, leer), 26 mit Tinte beschriebene Seiten: <em>Unruhige Sonette<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">11. Grauschwarz melierte, linierte Kladde A5 (auf dem Umschlag wei\u00dfer, rot umrandeter Aufkleber: \u201eHeinz K\u00fcpper\u201c), 73 beschriebene Seiten Gedichte (Tinte); Motto (?) vor den Gedichten: \u201eIn maiorem Dei gloriam. \/ Zur gr\u00f6\u00dferen Ehre Gottes\u201c; dazu ein gelbes L\u00f6schblatt mit einer Liste von 56 Gedichttiteln (1. Herbstgedicht \u2026 56. Lob): <em>Herbstgedicht<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">12. Karierte Kladde A 5, fester Umschlag mit blauen und gr\u00fcnen Quadraten (Marke \u201eClairefontaine\u201c), 5 Seiten &#8211; Kugelschreiber, schwarz; Notizen in zerfahrener, teils undeutlicher Schrift; eingelegt: 1 wei\u00dfes Blatt A4 mit Notizen zu offenbar kirchengeschichtlicher Literatur (Groppe, Janssen); Lesezeichen eine Reklamekarte an Henriette Erlinghagen; \u00a0\u00a01 bedrucktes Blatt: \u201eStundenplan\u201c aus Roland Barthes, <em>\u00dcber mich selbst<\/em>; Rechnung der Deutschen Telekom vom 12.1.2005 an Heinz K\u00fcpper; auf der R\u00fcckseite einer Speisekarte \u201eWerther St\u00fcbchen\u201c steht ein Gedichtfragment (?)\/Variante zu S. 1 der Kladde: \u201eAus dem Telefonbuch getilgt\u2026\u201c; handschriftliche Notiz von H.K. auf der R\u00fcckseite einer halben Briefseite von Christian Linder vom 24.1.2001 &#8211; mit Bezug zu Barthes\u2019 <em>Stundenplan<\/em> : \u201eSchmerzen im Kreuz bei K\u00e4lte\u201c: <em>Aus Telefonbuch getilgt<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">13. Schreibmaschinenskript A4, Lochheftung, mit \u201eHeinz K\u00fcpper\u201c eingeleitet und unterschrieben. 46 nummerierte Seiten Gedichte: <em>Wer einen Sommer \u00fcberlebt.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">14. Typoskript mit Vorblatt (lose in hellblauem Umschlag), 36 unnummerierte Seiten Gedichte unter dem Titel <em>Ge\u00f6ffnete Tiefe.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">15. Einzelmanuskripte in einer vergilbten (hellblauen) Soennecken-Mappe:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">a. <em>Wer einen Sommer \u00fcberlebt<\/em>(Gedichte aus Manuskript 13, aber in anderer Reihenfolge), Typoskript, 7 nummerierte Seiten auf Durchschlagpapier, unterschrieben: \u201eHeinz K\u00fcpper\u201c;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 aa. dito, unnummerierte Seiten Original-Typoskript; dazu eine 8. Seite (Durchschlag) mit den Versen \u201eDas wird uns einmal von der Welt\u2026\u201c, \u201eMein Vater ist heute vier Jahre tot\u2026\u201c und \u201eIch bin Robinson. Sei mein Gast!\u201c (mit dem Zusatz: \u201eHeinz K\u00fcpper, Bonn, Trierstr. 24\u201c)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">b. <em>Ostern 1960<\/em><strong>.<\/strong> Euskirchen 13. IV. 60 6.40 Uhr;<em>Prospekt. Episode einer biblischen Gestalt, von ihr selbst erz\u00e4hlt.<\/em> (Blatt A4, 2 Seiten: 3 Gedichte)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">c. <em>Wer einen Sommer \u00fcberlebt<\/em>, karierte Bl\u00e4tter A4, handschriftlich (= 15b)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">d. <em>Kanon, Erfahrung, Ber\u00fccksichtigung<\/em>\u2026 Notizen auf der R\u00fcckseite eines Programmzettels A4 zur 350-Jahrfeier des St. Michael-Gymnasiums (offenbar Stichworte geh\u00f6rter Reden und Assoziationen dazu)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">e. Abschrift des Gedichts<em> Abel steh auf \u00a0<\/em>von Hilde Domin (Kugelschreiber, rot), A3<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">f. <em>Es regnet Klarheit tagelang<\/em>(Gedicht 1.V.61), <em>Ein paar Sterne in der Rocknacht<\/em> (Gedicht 1.V.61), A4 (Kugelschreiber, blau)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">g. <em>Vergangen 19.VIII.60<\/em> (Kugelschreiber, rot), Gedicht (Kugelschreiber, blau) auf einer Weihnachtskarte: \u201eFrohe Weihnacht und viel Gl\u00fcck im Neuen Jahr w\u00fcnscht Ihnen Ihre O II b.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">h. <em>Euskirchen 7.VII.60<\/em> (Kugelschreiber, schwarz) und zwei weitere Gedicht-Notizen vom 15.VII.60 auf einem linierten Blatt A5 (mit einem getippten Sonett, \u201eOstsektor\u201c, mit den handschriftlichen Worten: \u201eHerzliche Gr\u00fcsse Willi\u201c) (Kugelschreiber, rot)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">i. <em>Defloration<\/em> (Gedicht 31.VII.60 &#8211; Kugelschreiber, rot &#8211; auf der R\u00fcckseite eines Briefumschlags mit Stempel 22.12.58 aus Berlin)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">j. <em>Gesellschaftliches<\/em> (Gedicht auf der R\u00fcckseite eines Briefumschlags: \u201eHerrn Studienrat (in spe) K\u00fcpper\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">k. <em>Vom derzeitigen Papst um ein Gutachten gebeten, \/ betreffend die Kraft des Buddhismus in Neuseeland, \/ z\u00f6gerte Martin Luther lange\u2026<\/em>(Gedicht, 1.IX.60); <em>Kleine Scherze<\/em> (Verse vom \u201e7.(?).XII.60, 12.XII.60\u201c) A4<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">l. <em>Ein beleibter Kummer wohnt in meiner Tasche<\/em>(Gedicht &#8211; Kugelschreiber, blau &#8211; auf einer alten Geburtstagskarte)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">m. <em>Das Postamt ern\u00e4hrte sie<\/em>(verschiedene Verse &#8211; Kugelschreiber, blau &#8211; auf einer alten Geburtstagskarte)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">n. <em>In die Gewehrl\u00e4ufe<\/em>\u2026 (Verse &#8211; Kugelschreiber, blau &#8211; auf einer Visitenkarte des Hotel-Restaurants \u201eHof von Holland, K\u00f6nigswinter a. Rh.\u201c)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">o. <em>Das Rasiermesser, auf dem der Mensch in die H\u00f6lle f\u00e4hrt <\/em>(Gedicht &#8211; Kugelschreiber, blau &#8211; auf dem Programmblatt A4 f\u00fcr die \u201e15. Arbeitstagung des Instituts f\u00fcr geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universit\u00e4t Bonn, Poppelsdorfer Allee 25, vom 15.-17. April 1957 in Bonn. Thema Neue Fragen der Geschichtswissenschaft an die geschichtliche Landeskunde der Rheinlande\u201c)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">p. <em>Erna Kohl aus Berlin \/ hat einen Preis gewonnen, im ZDF<\/em> (Gedicht &#8211; Kugelschreiber, rot &#8211; A4)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">q. <em>Wie kann denn ein Mensch heutzutage noch die Papstlaufbahn einschlagen\u2026<\/em> (Notizen &#8211; Kugelschreiber, blau &#8211; auf dem Vorblatt eines Schreibblocks A4: \u201eeuropapost\u201c)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">r. <em>\u2026wie sich die Nazis die KZs vorgestellt haben, bevor sie dann der Sadismus \u00fcberw\u00e4ltigte\u2026<\/em>(Notizen &#8211; Kugelschreiber, rot &#8211; auf wei\u00dfem, unlinierten Schreibpapier A4)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">s. <em>Ges\u00e4nge \u00fcber das Gymnasium<\/em> (I-VI) (Verse &#8211; Kugelschreiber, rot &#8211; auf dem Kartonr\u00fccken eines Schreibblocks A4)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">t. Durchschriften von Gedichten: <em>Melancholischer Tag, Ballade vom Tod der Nacht, Notizen zu Berlin, Mein Freund und ich.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Archiviert IX\/2007-IX\/2009<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Es fehlt das kostbare Manuskript \u201eK\u00f6lnische Gedichte\u201c, das w\u00e4hrend der Sicherung des Nachlasses, aber vor der \u00dcbergabe an den Betreuer des literarischen Nachlasses, verloren ging. (A.E.) \u2013 Die angegebenen Konvolute werden in der vorgefundenen (nicht chronologischen) Ordnung angegeben. Die einzelnen Konvolute sind gekennzeichnet durch den ersten vorkommenden Titel bzw. das erste vorkommende Wort des Konvoluts (kursiv, am Ende jedes Einzeleintrags).<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommentare zu fr\u00fchen Gedichten Heinz K\u00fcppers[i] Ich stelle im Folgenden drei Gedichte aus den sp\u00e4ten 50er Jahren in den Rahmen ihrer Zeit \u2013 mit einigen wenigen biografischen Erkl\u00e4rungen, deren es aber nicht bedarf, um die Gedichte zu verstehen. Heinz K\u00fcpper&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/02\/06\/meine-seele-eine-blaue-schrift\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":98374,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1351,866],"class_list":["post-64698","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-heinz-kupper","tag-ulrich-bergmann"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64698"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64698\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104472,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64698\/revisions\/104472"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98374"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}