{"id":64603,"date":"2021-05-26T00:01:00","date_gmt":"2021-05-25T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64603"},"modified":"2021-05-26T05:26:11","modified_gmt":"2021-05-26T03:26:11","slug":"negationismus-maschinerie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/05\/26\/negationismus-maschinerie\/","title":{"rendered":"Negationismus-Maschinerie"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Erz\u00e4hlungen erkundete A.J. Weigoni die Grenzbereiche der Wirklichkeit. Das Zombie-Hirn, kann die Vernunft nicht erfassen. Dieser Romancier brachte das Uns\u00e4gliche zur Sprache und zum Ausdruck und leuchtete die finsteren Ecken im Innenleben der Menschen aus. In diesem Band herrscht ein Gedr\u00e4nge der Untoten, Weigoni exorziert damit seine Zeitgenossen. Die Wirklichkeit ist f\u00fcr diese Typen nicht greifbar. Und falls doch, dann nicht zu handhaben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Der Zombie ist interessant, weil die Medizin eine gravierende Umbruchssituation hervorruft<\/em>.<\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Oliver M\u00fcller<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wirklichkeit ist eine Kippfigur. Das Bewu\u00dftsein vom Tod war f\u00fcr Weigoni der gro\u00dfe Impuls hinter jeder lebensdeutenden und also lebensbejahenden Handlung. Das Bewu\u00dftsein der Endlichkeit schafft mit ausgefeilt suggestiver \u00dcberw\u00e4ltigungstechnik Sinn. Der Untote ist eine Provokation, die durch die Medizin Wirklichkeit geworden ist: Organe werden weiterverwendet, Nanomaschinen \u00e4hneln Zellen, Embryonen werden eingefroren. Den den \u00e4u\u00dfersten Schrecken schilderte Weigoni mit einer eigenartigen souver\u00e4nen Distanz zum Geschehen, die jedoch nichts mit der Coolness eines Christian Kracht gemein hat, viel mehr mit einem Hauch von Humor, der den Menschen noch in der widerw\u00e4rtigsten Bedr\u00e4ngnis ihre W\u00fcrde bel\u00e4\u00dft. Philosophie und Poesie kreuzen sich in der Frage nach dem Sinn des Lebens und in der Sinnsuche, und deshalb besteht zwischen Sinn und Sein eine immanente Interferenz. Die Herstellung von Sinn f\u00fchrt zu einer Aura von Bedeutsamkeit, die Zeitlichkeit negiert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Diese Erz\u00e4hlungen haben keine Vampirz\u00e4hne, Biss haben diese <a style=\"color: #999999;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12913\">Zombies<\/a> allemal. Sprachlich auf das Wesentliche reduziert, Erz\u00e4hlungen, die ihrem Namen gerecht werden.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Margaretha Schnarhelt<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier werden die Grenzen des Denkens und die dunkelsten Winkel des Lebens ausgeleuchtet, die Kunst der Erz\u00e4hlung liegt oft im Detail. Hier ist auf die verf\u00fchrerischste Art gemischt, was alle Welt am n\u00f6tigsten hat, die drei grossen Stimulantia der Ersch\u00f6pften, das Brutale, das K\u00fcnstliche und das Idiotische.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2010.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"142\" height=\"207\" class=\"wp-image-693\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/ZombiesCover.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO \u00fcbernimmt einen Artikel von Karl Feldkamp aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und von Jo Wei\u00df von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/02\/18\/turbokapitalistischer-realismus\/\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>, Margaretha Schnarhelt kennt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/18\/bissfest\/\">Ausgangspunkt<\/a> und Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Holger Benkel beobachtet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Kleine D\u00e4monen auf Tour<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In dieser Erz\u00e4hlungen erkundete A.J. Weigoni die Grenzbereiche der Wirklichkeit. Das Zombie-Hirn, kann die Vernunft nicht erfassen. Dieser Romancier brachte das Uns\u00e4gliche zur Sprache und zum Ausdruck und leuchtete die finsteren Ecken im Innenleben der Menschen aus. 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