{"id":64164,"date":"2007-05-02T00:01:00","date_gmt":"2007-05-01T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64164"},"modified":"2022-02-23T13:36:12","modified_gmt":"2022-02-23T12:36:12","slug":"die-abwesenheit-eine-nachforschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/05\/02\/die-abwesenheit-eine-nachforschung\/","title":{"rendered":"Die Abwesenheit. Eine Nachforschung"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sich an den Katastrophen der Zeit, dem Umstand der Deformation und Versprengung des Einzelnen in ihr, zu reiben und so die eigene Existenz auszuloten, daf\u00fcr sind die kreativen Geister des Jahrhundertbruchs, an dem wir zu leben haben, offenbar pr\u00e4destiniert. So gesehen ist das Werk der halleschen Lyrikerin und Erz\u00e4hlerin Christine Hoba in ihrer Zeit eine folgerichtige Erscheinung \u2013 und doch ragt es aus dem Mainstream des zu selbstverliebten Kavalkaden neigenden Literaturbetriebs weit hinaus.<br \/><br \/>1961 in Magdeburg geboren, lebt sie seit langem in der Saalestadt, hier studierte sie Chemie und absolvierte eine Ausbildung zur Bibliotheksassistentin, ein Beruf, in dem sie noch heute arbeitet. Das Angehaltensein zu Ordnung und \u00dcbersicht: nicht zuletzt davon d\u00fcrfte ihr Talent zur Darstellung des Labyrinthischen beeinflusst worden sein, das in ihren Texten, die in bisher je zwei Gedicht- und Prosab\u00fcchern ver\u00f6ffentlicht vorliegen, eine tragende Rolle neben dem Existentiellen, der Schilderung von Schmerz und Verlust, einnimmt.<br \/><br \/>Der Hang zu abstrusen Geschichten und dem Abzeichnen verfahrener Situationen liegt Christine Hoba seit jeher im Blut; seit einiger Zeit bet\u00e4tigt sie sich \u00fcberdies in der gro\u00dfen Form. Nun hat sie ihren ersten Roman fertiggestellt, der zur Buchmesse im Mitteldeutschen Verlag erschien, er hei\u00dft: <em>Die Abwesenheit<\/em> und tr\u00e4gt den gewichtigen, an Thomas Bernhard gemahnenden Untertitel <em>Eine Nachforschung<\/em>. In ihm wird die Geschichte einer ungl\u00fccklichen, eigentlich nicht stattgefundenen Liebe erz\u00e4hlt, die in eine noch ungl\u00fccklichere Liebesgeschichte m\u00fcndet und den Tod einer Protagonistin bewirkt, die fortan als Abwesende eine Art Motiv f\u00fcr den Eintritt der Ereignisse abgibt.<br \/><br \/>Man kann den Faden noch weiter spinnen: das Gegen\u00fcber des Erz\u00e4hlers bleibt verschwunden wie auch dessen Tochter, deren Vorhandensein dem Buch am Schluss eine fanalartige Wende gibt. Die Autorin verwebt dabei in Blendtechnik Erinnerung und laufende Handlung, Traumsequenz, Enth\u00fcllung, Innen- wie Au\u00dfenschau zu einer dicht gef\u00fcgten Geschichte, deren Grund und Wirken sich erst im letzten Drittel endg\u00fcltig aufl\u00f6st, bei aller Ausf\u00fchrung des waltenden Schicksals ein atemberaubendes Spiel.<br \/><br \/>Flankiert wird das Buch von der Gedichtsammlung <em>Im Lufthaus<\/em>, die im Herbst 2005 erschien und eine Reihe wunderbar hermetischer Texte enth\u00e4lt. Dass in der Hallenserin eine Dichterin von besonderem Format zu entdecken sei, ist auch den Juroren des MDR-Literaturpreises 2002 nicht verborgen geblieben, die sie mit einem der Hauptpreise auszeichneten; und f\u00fcr die Arbeit an ihrem zweiten Roman wurde sie von der sachsen-anhaltinischen Kunststiftung soeben mit einem Stipendium bedacht.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"273\" class=\"wp-image-64167\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/05\/christine-hoba-abwesenheit.jpg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/05\/christine-hoba-abwesenheit.jpg 180w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/05\/christine-hoba-abwesenheit-160x243.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n<p><strong>Die Abwesenheit<\/strong>. Eine Nachforschung. Roman von Christine Hoba. Mitteldeutscher Verlag 2006<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong> Lesen Sie auch das KUNO-Portr\u00e4t des Lyrikers\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel.<\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Sich an den Katastrophen der Zeit, dem Umstand der Deformation und Versprengung des Einzelnen in ihr, zu reiben und so die eigene Existenz auszuloten, daf\u00fcr sind die kreativen Geister des Jahrhundertbruchs, an dem wir zu leben haben, offenbar pr\u00e4destiniert.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/05\/02\/die-abwesenheit-eine-nachforschung\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":40,"featured_media":99806,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[794],"class_list":["post-64164","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-andre-schinkel"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/40"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64164"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99879,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64164\/revisions\/99879"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99806"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}