{"id":64098,"date":"2007-04-29T00:28:00","date_gmt":"2007-04-28T22:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64098"},"modified":"2021-11-29T15:39:30","modified_gmt":"2021-11-29T14:39:30","slug":"for-a-red-rhapsody","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/04\/29\/for-a-red-rhapsody\/","title":{"rendered":"For a red rhapsody"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Weil \u00fcber G\u00e4rten die Nebel wie schwere Euter schwebten.<br \/>Und wegen einer gewissen Unentschlossenheit meines K\u00f6rpers.<br \/>Ich lie\u00df mir Zeit, versp\u00e4tete mich beim Loslassen.<br \/>Als ich ankam, fielen noch Ziegelsteine von der S\u00fcdwand. Das rote Pulver drang in den Kern des Gehirns ein und schlug auf die Luftr\u00f6hre. Unbrauchbare Kratzkl\u00e4nge f\u00fcr eine red rhapsody.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich h\u00e4tte gerne gerufen: Weil eure verlorene Tochter zur\u00fcckgekehrt ist. Um aus einer gewissen Not ihrer F\u00fc\u00dfe, an der T\u00fcrschwelle zu verweilen. Richtet ihr das Haus wieder auf!<br \/>Sie lie\u00dfen sich Zeit beim Erwachen. Ihr Tiefschlaf regte mich derma\u00dfen auf, dass ich nicht mehr sp\u00fcrte, ob ich noch da war mit ihnen oder schon zu den Nebeln zur\u00fcck oder noch weiter, auf der roten Sandmatratze des Tuareg in einer \u00e4lteren Fata Morgana.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Bevor ich wieder aufbrach, haben wir uns im Traum getroffen. Wir waren drei Schlangen ohne Gesicht. Oder drei Efeuranken. Windungen einer seltsamen Dreifaltigkeit. Unser unverputztes Haus war nirgends zu sehen. Wir schienen in einem biblischen Nussbaum zu wohnen. Ich sagte ihnen, dass ich aussteigen will. Vor Traurigkeit drehte sich der Nussbaum mit den Wurzeln zum Himmel. So brachte er sie in den Himmel ohne zu wollen \u2026<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Warum glaube ich, hier rieche es nach gebranntem Lehm? Denn die Splitter der letztgefallenen Ziegel auf die Betonfetzen erkalten genau so leicht wie die Finger. Und wie der Dunst aus dem Mund. Sterben Menschen und Lehm oder Stein doch nicht gleichsam?<br \/>Die bisherigen Worte sollen zum roten Staub werden. Mir reicht es ein einziges Wort, das ich ununterbrochen ausspreche. Noch kenn ich das Wort nicht. Aber meine Rettung wird von der Luft zwischen seinen Buchstaben kommen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"680\" height=\"453\" class=\"wp-image-13743\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Franca.jpg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Franca.jpg 680w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Franca-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir verliehen\u00a0Francisca Ricinski in 2016 den KUNO-Prosa-Preis. Lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=32148\">hier<\/a> die Begr\u00fcndung.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Weil \u00fcber G\u00e4rten die Nebel wie schwere Euter schwebten.Und wegen einer gewissen Unentschlossenheit meines K\u00f6rpers.Ich lie\u00df mir Zeit, versp\u00e4tete mich beim Loslassen.Als ich ankam, fielen noch Ziegelsteine von der S\u00fcdwand. 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