{"id":64058,"date":"2009-08-27T00:01:00","date_gmt":"2009-08-26T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=64058"},"modified":"2021-07-21T19:57:20","modified_gmt":"2021-07-21T17:57:20","slug":"dieser-tag-leuchtet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/08\/27\/dieser-tag-leuchtet\/","title":{"rendered":"Dieser Tag leuchtet"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gedichte, Gedichte, Gedichte. Wer findet sich heute noch zurecht in den Regalen? Wer kann sogenannte moderne Gedichte noch deuten? Immer wird nach einer neuen Faszination gesucht, immer wird ein neues Feld bestellt mit ungepfl\u00fcgten Worten. Einer, der seit Jahrzehnten dar\u00fcber hinweggeht, ja: nicht schreitet, ist Walter Helmut Fritz. Seine Gedichte habe ich schon verschlungen, als Eich und Bachmann und Benn und Konsorten Verse auf dem absterbenden Ast ausbr\u00fcteten. Und als die konkrekte Poesie einfiel wie ein thebanisches Heer mit linksverst\u00e4rkter Phalanx und als Brinkmann und Co. die Szene aufmischten in den 70ern und 80ern. In all dieser Zeit \u2013 bis heute \u2013 hat ein Lyrikautor seinen Stammplatz in meinem B\u00fccherregal: Walter Helmut Fritz. All diese Wortgefechte hat er \u00fcberlebt und schreibt unbeirrt weiter in seinem heiter-elegischen, leise-explodierenden Stil, der eben Jahrzehnte \u00fcberdauert, all das Piercing-Getue und Tatoo-Geschramme der Neuzeit \u00fcberlebt hat. Einer, der ganz leise und ganz b\u00f6se an die Dinge des Lebens herangeht, der wird \u00fcberh\u00f6rt und \u00fcbersehen vom Multimedia-Getue der Jetztzeit. Wer Walter Helmut Fritz liest, wei\u00df mehr vom Leben, erf\u00e4hrt mehr von allen Dingen, die uns besch\u00e4ftigen. Er wird reicher, Wort f\u00fcr Wort. Und er wei\u00df, wie der Autor es meint: Sanft, beruhigend, beil\u00e4ufig. Und dabei doch: Ersch\u00fctternd. beunruhigend, direkt. Selten habe ich so gute Texte entdeckt, die \u2013 so einfach sich gebend \u2013 so nachhaltig wirkend sind. Natur, Natur. Werden und Gehen. Die Einsamkeiten der Menschen untereinander. Jedem kleinem Wink aus dem Alltagsleben gewinnt der \u201eZeitagent\u201c Fritz einen kleinen Brocken Lyrik ab und ist souver\u00e4n wie selten heute einer.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">Die Wolke<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">Wir sa\u00dfen bei Schafsk\u00e4se,<br \/>Oliven, Tomatensalat,<br \/>als wir die Wolke sahen,<br \/>die ihren Schatten<br \/>\u00fcber einige H\u00e4user des Dorfs legte,<br \/>dann \u00fcber den H\u00fcgel,<br \/>dann ihre Fahrt<br \/>verlangsamte,<br \/>anhielt,<br \/>und in der leuchtenden Luft<br \/>Wurzeln schlug<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gesamtwerk beginnt mit dem Band \u201eAchtsam sein (1956, f\u00fchrt \u00fcber \u201eDie Beschaffenheit solcher Tage, ( Roman, 1972) und \u201eZugelassen im Leben\u201c (Gedichte, 1999) zu \u201eAchtsam sein \u2013 Walter Helmut Fritz \u2013 Gesamtwerk\u201c, das im September im Verlag Hoffmann und Campe erscheint (99 Euro, drei B\u00e4nde) zum 80. Geburtstag des Autors am 26. August 2009.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"177\" height=\"285\" class=\"wp-image-64061\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Walter-Helmut-Fritz.-Werke-in-drei-Ba\u0308nden.-Herausgegeben-von-Matthias-Ku\u00dfmann.-Hoffmann-und-Campe-Hamburg-2009.jpg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Walter-Helmut-Fritz.-Werke-in-drei-Ba\u0308nden.-Herausgegeben-von-Matthias-Ku\u00dfmann.-Hoffmann-und-Campe-Hamburg-2009.jpg 177w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Walter-Helmut-Fritz.-Werke-in-drei-Ba\u0308nden.-Herausgegeben-von-Matthias-Ku\u00dfmann.-Hoffmann-und-Campe-Hamburg-2009-160x258.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Essay von Theo Breuer zum 80. Geburtstag am 26. August 2009 von Walter Helmut Fritz lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/08\/26\/zwischenbemerkungen-%e2%80%a2-mensch-der-leisen-toene\/\">hier<\/a>. &#8211; Ein Portr\u00e4t von Peter Ettl und der Edition Silver Horse finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/04\/29\/wild-horses-could-not-drag-me-away\/\">hier<\/a>. \u2013 Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gedichte, Gedichte, Gedichte. Wer findet sich heute noch zurecht in den Regalen? Wer kann sogenannte moderne Gedichte noch deuten? Immer wird nach einer neuen Faszination gesucht, immer wird ein neues Feld bestellt mit ungepfl\u00fcgten Worten. 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