{"id":63707,"date":"2008-05-06T00:01:30","date_gmt":"2008-05-05T22:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63707"},"modified":"2020-09-07T08:53:14","modified_gmt":"2020-09-07T06:53:14","slug":"so-ist-es-ist-es-so","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/05\/06\/so-ist-es-ist-es-so\/","title":{"rendered":"So ist es. Ist es so?"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Kommentar zur gegenw\u00e4rtigen Situation der deutschsprachigen Lyrikszene<\/em><\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutschsprachige Lyrik boomt. Zahlreiche junge Talente und Zeitschriften, die ihnen eine Plattform f\u00fcr Gedichtver\u00f6ffentlichungen und ein Forum f\u00fcr ausgiebige Debatten bieten, sind in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Man k\u00f6nnte auch mit Karl Kraus sagen: \u201eDie Lyriker vermehren sich wie die Bisamratten.\u201c Der Kritiker Michael Braun hat vor kurzem festgestellt, da\u00df die Lyrik derzeit die aufregendste und mit der gr\u00f6\u00dften medialen Aufmerksamkeit bedachte Gattung innerhalb der Gegenwartsliteratur sei (Saarl\u00e4ndischer Rundfunk, <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/michael-braun-zeitschriftenlese-april08.htm\">Zeitschriftenlese April 2008<\/a> ). So ist es. Ist es so? <br \/><br \/>Ob Braun mit seiner Ansicht im Hinblick auf die Medien Recht hat, darf mit mindestens einem Fragezeichen versehen werden. Allerdings ist nicht zu verkennen, da\u00df Gedichtb\u00e4nde wieder \u00f6fter in den Zeitungen besprochen werden als noch vor einigen Jahren. Und immerhin widmete die <em>ZEIT<\/em> der Lyrik in einer Ausgabe sechs Seiten (ist schon etwas her und war teilweise eine Lachnummer). Doch kommt dieses wieder erwachte mediale Interesse auch bei den Lesern an? Wenn man die Auflagen- und Verkaufszahlen betrachtet, kann die Antwort nur lauten: Nein. So ist ein junger Autor, der einen der renommiertesten deutschen Lyrikpreise erhalten hat, schon froh, da\u00df 200 Exemplare seines Gedichtbandes verkauft worden sind. Ein Kleinverlag, der vom sogenannten \u201egro\u00dfen\u201c Feuilleton in den Himmel gehoben wird, startet mit 300er-Auflagen, wobei es dann auch in der Regel bleibt. Mediale Aufmerksamkeit hin, mediale Aufmerksamkeit her \u2013 das Interesse der Leserschaft an Poesie ist marginal. In der breiten \u00d6ffentlichkeit f\u00fchrt Lyrik weiterhin ein Schattendasein. Daran \u00e4ndern auch die meist gut besuchten Poetry Slams nichts, bei denen die Zuschauer vorwiegend ihren Spa\u00df haben wollen. Zus\u00e4tzliche Leser werden solche Veranstaltungen der Lyrik kaum bringen. Und was die Zeitschriften betrifft, so drehen sie fast ausnahmslos in der Insider-Nische ihre Runden. <br \/><br \/>Bei Michael Brauns Feststellung, da\u00df die Lyrik derzeit die aufregendste Gattung der Gegenwartsliteratur sei, kann man sich das Fragezeichen getrost schenken. Aber bei allem Jugendkult, der momentan betrieben wird \u2013 daran haben auch l\u00e4ngst arrivierte Autoren mit neuer erfrischender Poesie ihren Anteil. Und \u00fcberhaupt: Die j\u00fcngste deutschsprachige Lyrik wird nach wie vor von einer Wiener Autorin geschrieben. Sie hat die 80 bereits \u00fcberschritten und hei\u00dft Friederike Mayr\u00f6cker. So mancher der mitunter \u00fcbersch\u00e4tzten jungen Lyriker sieht im Vergleich mit ihr alt aus. Junge Lyrik ist keine Frage des Alters.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=28105&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Axel-Kutsch.jpeg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine \u00a0W\u00fcrdigung des Herausgebers und Lyrikers Axel Kutsch im Kreise von Autoren aus Metropole und Hinterland <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12833\">hier<\/a>. Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommentar zur gegenw\u00e4rtigen Situation der deutschsprachigen Lyrikszene Die deutschsprachige Lyrik boomt. 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