{"id":63693,"date":"2009-07-01T00:16:00","date_gmt":"2009-06-30T22:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63693"},"modified":"2023-06-11T13:22:09","modified_gmt":"2023-06-11T11:22:09","slug":"lauter-begabte-spitzenkloeppler","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/07\/01\/lauter-begabte-spitzenkloeppler\/","title":{"rendered":"Lauter begabte Spitzenkl\u00f6ppler?"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der englische Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry hat mit seinem bemerkens\u00adwerten Buch <em>Feigen, die fusseln<\/em> (Aufbau-Verlag) nicht nur ein kenntnis\u00adreiches, originell geschriebenes Werk \u00fcber die Reize von Metrum und Reim verfa\u00dft, sondern im ab\u00adschlie\u00dfenden Kapitel mit Blick auf die Situation in seinem Heimatland auch eine kritische Bestands\u00adaufnahme gegen\u00adw\u00e4rtiger Poesie vorgelegt. Fry schreibt unter ande\u00adrem: \u201eIch denke, dass viele Gedichte, die heute geschrieben werden, an Blutarmut leiden. Ihnen fehlt das Eisen im Blut, sie haben keine Energie, keinen Antrieb&#8230; Viele feine Miniaturen, aber nur wenige mutige Explosionen von Leben und Farbe.\u201c<br \/><br \/>Wirft man einen Blick auf die deutsch\u00adsprachige Lyrik unserer Tage, so ergibt sich, gerade was die breit gef\u00e4cherte j\u00fcngere Autoren\u00adgeneration betrifft, ein \u00e4hnliches Bild: k\u00fchne Gedichte geh\u00f6ren eher zu den Ausnahmen. Bei allem Talent \u00fcberwiegen weitgehend die feinen, gekonnt verfa\u00dften Miniaturen. Mutige Explosionen, wie wir sie zum Beispiel haufenweise von Rolf Dieter Brinkmann oder Thomas Kling kennen, sind selten zu registrieren. Das Wohltemperierte ist angesagt. Man liest es gerne, aber es rei\u00dft einen nicht vom Hocker.<br \/><br \/>Der Lyriker und Essayist Theo Breuer, der sich wie kaum ein anderer in der aktuellen deutschsprachigen Poesie auskennt, bezeichnete k\u00fcrzlich in einem Aufsatz den von Kritikern hochgelobten Lyriker Nico Bleutge als begabten Spitzenkl\u00f6ppler. Sind wir nicht von lauter jungen begabten Spitzenkl\u00f6pplern umgeben, bei denen es \u2013 wie in Uljana Wolfs \u201eaufwachraum\u201c-Gedichten \u2013 nur gelegentlich zu kleineren Explosionen kommt?<br \/><br \/>Die beiden <em>Lyrik von jetzt<\/em>-Anthologien und <em>Neubuch. Neue junge Lyrik<\/em> vermitteln einen guten \u00dcberblick \u00fcber die enorme Breite an talentierten neuen Poeten im deutschen Sprachraum. Aber wirklich Aufregendes ist kaum zu entdecken. Vertraut man der Einsch\u00e4tzung von Stephen Fry, dann ist die Lage in England zur Zeit nicht anders: \u201e&#8230; es wirkt vielmehr so, als w\u00e4re die Lautst\u00e4rke auf leise gedreht, als f\u00fcrchteten sich die Dichter vor K\u00fchnheit.\u201c Also \u2013 etwas mehr Mut zum Risiko. Es braucht ja nicht gleich ein neues <em>Waste Land<\/em> dabei herauszukommen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>\r\n\r\n<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p>\r\n\r\n<\/p>\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<p>\r\n\r\n<\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"210\" height=\"328\" class=\"wp-image-61090\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image.jpeg 210w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-192x300.jpeg 192w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-160x250.jpeg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<p>\r\n\r\n<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=30278\">Gratulation<\/a> von Markus Peters zum 70. Geburtstag auf KUNO. Eine \u00a0W\u00fcrdigung\u00a0des Herausgebers und Lyrikers Axel Kutsch im Kreise von Autoren aus Metropole und Hinterland\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12833\">hier<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\r\n\r\n<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unbedingt zu empfehlen ist der Band <strong>Versflug,<\/strong> der ausgew\u00e4hlte Gedichte aus den Jahren 1974 bis 2015 enth\u00e4lt. Neben neuen Gedichten, die zum Teil in Literaturzeitschriften (u. a. Das Gedicht, Matrix) und Anthologien wie \u0084Jahrbuch der Lyrik\u0093 ver\u00f6ffentlicht wurden, enth\u00e4lt dieser \u0084Versflug\u0093 durch rund vierzig Jahre ausgew\u00e4hlte Gedichte aus Kutschs bisherigen Lyrikb\u00e4nden. Die Anordnung der Gedichte erfolgt nicht chronologisch, sondern in einer themenorientierten Zusammenstellung als doppelb\u00f6diges Spiel aus Scherz, Satire, Ironie mit ernsten Zwischent\u00f6nen.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der englische Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry hat mit seinem bemerkens\u00adwerten Buch Feigen, die fusseln (Aufbau-Verlag) nicht nur ein kenntnis\u00adreiches, originell geschriebenes Werk \u00fcber die Reize von Metrum und Reim verfa\u00dft, sondern im ab\u00adschlie\u00dfenden Kapitel mit Blick auf die&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/07\/01\/lauter-begabte-spitzenkloeppler\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[104],"class_list":["post-63693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-axel-kutsch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63693"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104765,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63693\/revisions\/104765"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}