{"id":63670,"date":"2010-09-12T00:01:00","date_gmt":"2010-09-11T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63670"},"modified":"2021-12-26T15:20:26","modified_gmt":"2021-12-26T14:20:26","slug":"lyrikgetwitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/12\/lyrikgetwitter\/","title":{"rendered":"Lyrikgetwitter"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In unmittelbarer Folge lese ich innerhalb weniger Tage im September in einem weiteren Anfall berauschten Wahnsinns die frisch ins Haus gefallenen Sammelb\u00e4nde <strong>Versnetze_drei<\/strong> (die bislang abge\u00adrun\u00addetste, frischeste, voll\u00admundigste unter den <em>Versnetze<\/em>-Antho\u00adlogien, \u00fcber die Sie hier mehr er\u00adfahren: <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-versnetze.htm\"><strong>Versnetze \u00fcber den Sprachraum legen<\/strong><\/a>), <strong>Poet Nr. 9<\/strong> (mit 270 Seiten die um\u00adfang\u00adreichste der bisherig erschie\u00adnenen 9 Ausgaben, angef\u00fcllt mit lauter lyrischen und prosa\u00adi\u00adschen Lecker\u00adbissen \u2013 Gedichten \u00b7 Geschichten \u00b7 Gespr\u00e4chen \u2013 ver\u00adschiedenster Art) sowie <strong>In diesem Land<\/strong> (die Edition, auf die nach eini\u00adgem \u00dcberlegen die Wahl f\u00e4llt, ein wenig n\u00e4her unter die Lupe genommen zu werden).<br \/>Gedichte, Gedichte, Gedichte, rund neun\u00adhundert an der Zahl. Nach den schwie\u00adrigen Monaten lite\u00adrari\u00adschen Ver\u00adsiegens, Ver\u00adtrocknens, vielleicht gerade mal gelegent\u00adlichen Tr\u00f6pfelns hier in der Sistiger Wolfskaul rauscht ein Lyrikgetwitter nach dem anderen auf mich herab, in mich hinein, durch mich hindurch, und ich kann nicht genug kriegen von W\u00f6rtern, Versen und Strophen, Metren und Rhythmen, Ideen und Phanta\u00adsien, Metaphern und Reimen. Wie k\u00f6nnen Menschen blo\u00df ohne Gedichte sein, frage ich mich zwischen zwei Gedichten und lese einfach weiter, weiter:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\"><em>Erde essen<\/em><br \/><br \/>Diese bittere Erde diese schwarze<br \/>steinige bittere Erde. Die Armut k\u00fc\u00dfte die Steine.<br \/>Nachts wenn die Tiere schliefen tr\u00e4umten<br \/>die Menschen Schnee auf den Lippen von ihrem Blut.<br \/>Diese rauhen Gesichter der Wolken schwarz<br \/>von den schwelenden Sommern wo<br \/>majest\u00e4tische V\u00f6gel im M\u00fcll verbrannten.<br \/>Zum ersten Mal Sehnsucht<br \/>mich zu streicheln blind<br \/>vom Himmel der Wunsch<br \/>nach dem Ku\u00df eines Tiers das<br \/>Erde a\u00df.<br \/><em>Ludwig Fels \u00b7 Poet Nr. 9<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo sind EJ und FM abgeblieben?<\/strong><br \/><br \/>W\u00e4hrend es im Vorwort von <em>Der Gro\u00dfe Conrady<\/em> hei\u00dft, da\u00df man, vor allem (aber nicht nur) im Kompartiment der zeit\u00adgen\u00f6s\u00adsischen Gedichte eher auf Dokumen\u00adtation als auf Kanon\u00adbildung aus sei, da wohl erst die Nachwelt mit naturgem\u00e4\u00df distanzierterem Blick feststellen k\u00f6nne, welche Verse die Zeiten \u00fcberleben, schlagen Michael Lentz und Michael Opitz als Heraus\u00adgeber der Antho\u00adlogie <em>In diesem Land. Gedichte aus den Jahren 1990 bis 2010<\/em> (bewu\u00dft an Adolf Endlers und Karl Mickels <em>In diesem bes\u00adseren Land<\/em> von 1966 sowie <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-hans-bender.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hans Benders<\/a><em> In diesem Lande leben wir<\/em> von 1978 anklingend) den umgekehrten Weg ein und betonen, da\u00df sie Gedichte ausgew\u00e4hlt haben, <em>von denen<\/em> [sie] <em>\u00fcberzeugt sind, dass sie bleiben werden<\/em>.<br \/>W\u00e4hrend meiner Non-stop-Rundfahrt durch <em>In diesem Land<\/em> lese ich dieser Aussage zum Trotz eine Reihe von Gedichten, die ich nicht <em>so<\/em> gegl\u00fcckt finden kann, um davon aus\u00adzugehen, da\u00df sie in 25, 50 oder 100 Jahren noch gelesen werden. Ich wette jedenfalls: nein. Davon abgesehen, stellen die fulmi\u00adnanten, originellen, sch\u00f6nen <em>In-diesem-Land-<\/em>Gedichte locker und wie selbst\u00adver\u00adst\u00e4ndlich die absolute, nein, totale Mehrheit \u2013 schon der energisch zu\u00adpackende, erdige Auftakt mit Henning Ahrens&#8216; <em>Bekenntnis<\/em> ist ver\u00adhei\u00dfungs\u00advoll, und J\u00fcrgen Becker, Elke Erb, Gerhard Falkner, Heiner M\u00fcller, Thomas Kling, Helga M. Novak, Brigitte Oleschinski, Oskar Pastior, Ernest Wichner, ach, es ist m\u00fc\u00dfig, sie alle aufzuz\u00e4hlen, folgen mit zum Teil spektakul\u00e4ren Versfolgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\"><em>landnahme<\/em><br \/><br \/>der briefkopf schmerzt: mein land hat mir geschrieben<br \/>zu allem \u00fcberflu\u00df. aus den papieren<br \/>fallen stellungskrieger auf mein plastparkett.<br \/>wie du einst laufen lerntest, wird nun abgefragt:<br \/>verj\u00e4hrtes kommen und verwehrtes gehen. dazwischen nichts.<br \/><br \/>ges\u00e4tes fernweh, das nach landflucht schreit,<br \/>hat nirgends echo. an den grenzen<br \/>steht nun ein andrer schlag und bettelt.<br \/>mein land hat einen schlu\u00dfstrich angezettelt,<br \/>den keiner sp\u00fcrt, der ganz im innern schl\u00e4ft.<br \/>sehr fremder worte ist die sprache voll, und<br \/>was sie deutsch bezeichnet, w\u00e4chst hier nicht:<br \/>eskorten. eskapaden. e\u00dfkastanien.<br \/>was wei\u00df denn ich, was wirklich aus mir spricht.<br \/>es ist egal, mein land hat mir geschrieben:<br \/>zu allem \u00fcberflu\u00df gefaltet das papier: ein kleines boot,<br \/>und, wie gesagt, l\u00e4ngst voll. mein land<br \/>beschreibt sich, gut. nur wei\u00df ich l\u00e4ngst,<br \/>da\u00df ich dran h\u00e4nge. fescher s\u00fc\u00dfholzgalgen.<br \/><br \/><em>Kathrin Schmidt \u00b7 In diesem Land<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gedichtsammlung ist, f\u00fcr sich betrachtet, \u00fcber weiteste Strecken eine abenteuerreiche, rasante, mit zahlreichen Gipfelpunkten ausgearbeitete Lesereise, dabei empfinde ich die Auswahl, entgegen den Worten im Nachwort, <em>die Auswahl thematisch und \u00e4sthetisch breit aufzustellen<\/em>, durchaus auf lange sowie historisch-politische (Deutschland-)Gedichte fokussiert \u2013 aber wo bleibt da Paulus B\u00f6hmer, frage ich mich, <em>der<\/em> Meister des deutschen Langgedichts, der u.a. mit den <em>Kaddish<\/em>-B\u00fcchern f\u00fcr soviel Furore sorgt? Die Auswahl wirkt herausfordernd, zwingt mich in den Infight, beschert mir begnadete Lesemomente und dr\u00e4ngt mir lauter Fragen auf: Repr\u00e4sentativ? Exemplarisch? Res\u00fcmee? \u00dcberblick?<br \/>Die Heraus\u00adgeber verzichten auf manche Stimmen, Themen und Formen: Die eigent\u00adliche, vor Farben und Formen nur so strotzende, gleichsam \u00fcber\u00adbordende Vielfalt dieser mit all ihren verschiedenartigen Gruppierungen, Stilen, Str\u00f6mungen, Szenen, Subkulturen, Hinterlandnischen und Zentren der letzten 20 Jahre (in ent\u00adsprechen\u00adden Ab\u00adschnitten vereint) wird mir in ihrer Tota\u00adlit\u00e4t nicht gezeigt, auch wenn auf den hei\u00dfen, zumeist freimetrisch und endreimlos gemei\u00dfelten Stein der eine oder andere kon\u00adkrete, gereimte, visuelle Tropfen f\u00e4llt. Habe ich nicht auf\u00admerksam gelesen? Im Nach\u00adwort hei\u00dft es: <em>Wer genau hinschaut, findet alle Aspekte und Formen lyrischen Sprechens in beachtlicher Qualit\u00e4t<\/em>. Von guten Aus\u00adnahmen abge\u00adsehen, finden in erster Linie die durch Preise und Feuil\u00adleton-Pr\u00e4\u00adsenz bekannten Autorinnen und Autoren Ber\u00fcck\u00adsic\u00adhtigung: Auf einen schnel\u00adlen ersten Blick wirken die 101 Namen von Ahrens bis Zschorsch wie ein Who-is-Who der deutschen Lyrik.<br \/>Offenbar ohne Not und \u00fcber\u00adzeugende Begr\u00fcn\u00addung an den bundes\u00adrepubli\u00adkani\u00adschen Grenzen halt- und kehrtzumachen, das verstehe, wer will (ich nicht): <em>Die in der Schweiz und in \u00d6ster\u00adreich und entstan\u00addene Lyrik haben wir nicht ber\u00fccksichtigen wollen<\/em> \u2013 Oswald Egger, Eugen Gomringer, Gerhard R\u00fchm werden trotzdem aufge\u00adnom\u00admen, hoppla, wie denn das, ach so: <em>Sieleben seit vielen Jahr\u00adzehnten in Deutschland<\/em> \u2013 Donner\u00adwetter, was f\u00fcr ein teuto\u00adnischer Ritter\u00adschlag, denke ich (und frage mich, ob die von Lentz und Opitz getroffene Aussage auf Oswald Egger zutreffen kann). Jeden\u00adfalls: Gedichte kennen keine Grenzen, sie sind per se und in nuce uni\u00adversal, und deutsche Gedichte sind nichts als Gedichte in deutscher Sprache verfa\u00dft, fragen nicht danach, ob sie in Berlin, Eupen, Luxemburg, Wien oder Z\u00fcrich geschrieben werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\">der buchstabe ist tot<br \/>auch der buchstabe ist tot<br \/>das buch ist tot<br \/>auch das buch ist tot<br \/>alle b\u00fccher sind tot<br \/>alle buchstaben sind tot<br \/>das wort ist tot<br \/>auch das wort ist tot<br \/><br \/><em>Ernst Jandl \u00b7 Letzte Gedichte<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Notgedrungen verzichten mu\u00df ich auf Gedichte von, beispielsweise, Andreas Altmann, Erika Burkart, Franz Josef Czernin, Michael Donhauser, Hans Eichhorn, <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-walter-helmut-fritz.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Walter Helmut Fritz<\/a> (seine Absenz schmerzt), Marjana Gaponenko, Felix Philipp Ingold, Ernst Jandl, Axel Kutsch, Christoph Leisten, <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-friederike-mayroecker.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Friederike May\u00adr\u00f6cker<\/a> (<em>Gala \/\/ das sind die blonden Tage der Seelenvogel schwingt vor\u00fcber \/ Schneeflocken bei Sonnen\u00adschein und ange\u00adfachte Primel im \/ Fenster vis \u00e0 vis die blanke Kanne der Himmel sinket in \/ die W\u00e4lder nieder das s\u00fcsze Hirn\u00adgespinst und Donau \u00c4ffchen an andern Tagen schon 1 biszchen alte Tante \/\/ 28.2.06 \u00b7 dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em>), J\u00fcrgen Nendza (das lange Gedicht <em>Hinterland<\/em> bleibt meine Nummer 1 nach 2000), Hellmuth Opitz, Jan Volker R\u00f6hnert, Christian Saal\u00adberg (what a poet, what a poet), Walle Sayer, Ferdinand Schmatz, Raoul Schrott (mit Beyer, Gr\u00fcnbein, Kling und Papenfu\u00df einer der besonders inno\u00advativen und gro\u00dfen Einflu\u00df auf die phantas\u00adtische Entwicklung der deutschen Lyrik nehmenden jungen Dichter der 90er Jahre), Ludwig Steinherr, Sandra Trojan, Raphael Urweider, Guntram Vesper, Richard Wagner oder Anne\u00admarie Zornack. Keiner und niemand ist aus der starken Riege der nach 1980 Geborenen vertreten, die in den ver\u00adgangenen drei bis vier Jahren pr\u00e4chtige Lyrikfunken schl\u00e4gt.<br \/>Sind 101 Autoren etwa zu wenig f\u00fcr den im Nachwort formu\u00adlierten Anspruch? Meine Lyrik\u00adberech\u00adnung: Von den rund 2.000 Auto\u00adrinnen und Autoren, die in den Jahren 1990 bis 2010 Eingang in die aner\u00adkannten Antho\u00adlogien bis z\u00fcnftigen Zeit\u00adschriften gefunden bzw. mit lesens\u00adwerten Einzel\u00adtiteln auf\u00adgewartet haben, nehme ich zun\u00e4chst 500 f\u00fcr eine erweiterte Auswahl, von denen wiederum die 150 markan\u00adtesten exempla\u00adrisch als Quer\u00adschnitt und Bandbreite des Lyrik\u00adschaf\u00adfens im deutschen Sprachraum in dieser Zeit bestehen m\u00f6gen.<br \/>Sind bis zu rund 10 Seiten pro Autor, bei jeweils vier Gedichten, wom\u00f6glich zuviel f\u00fcr einen \u00dcberblick dieser Art mit einem Umfang von nahezu 650 Seiten und dem Anspruch, da\u00df <em>unsere Antho\u00adlogie das dich\u00adterische Schaffen der letzten zwanzig Jahre res\u00fcmiert<\/em> und <em>das Spektrum durchaus weit zu fassen<\/em>? Gewichtungen von einer bis f\u00fcnf, sechs Seiten h\u00e4tten viel freien Platz schaffen k\u00f6nnen f\u00fcr das Drittel, das 50 L\u00fccken schlie\u00dfen w\u00fcrde. Denn auch Gedichte von C. W. Aigner, Beat Brechb\u00fchl, Ann Cotten, Guillermo Deisler, Peter Engstler, Ludwig Fels, Franzobel, Nora Gomringer, Hadayatullah H\u00fcbsch, Sabine Imhof, Ulrich Koch, Jean Krier, Karl Krolow, Nadja K\u00fcchenmeister, Thomas Kunst, Philipp Luidl, Rainer Malkowski, J\u00f6rg Neugebauer, Andreas Okopenko, Vera Piller, Hendrik Rost, Helmut Salzinger, Robert Schindel (<em>Die Lyrik hat es schwer, aber sie wird nicht untergehen<\/em>), Johann P. Tammen, Christian Uetz, G\u00fcnter Vallaster, Christoph Wenzel und Ulrich Zieger w\u00e4ren alles andere als fehl am Platz in einer mit repr\u00e4sentativem Anspruch antretenden Lyrikauswahl deutscher Gedichte der Jahre 1990 bis 2010.<br \/>Lauter Gedichte, <em>die bleiben werden<\/em>? K\u00f6nnen die hier abge\u00addruckten Gedichte von Elisabeth Borchers, Rainer Kunze, Doris Runge oder Walter Werner (die ihre besten Gedichte in fr\u00fcheren Jahr\u00adzehn\u00adten schrieben) als ma\u00df\u00adgebliche Lyrik der Jahre 1990 bis 2010 bestehen? Matthias Polityckis witziger, letzt\u00adlich jedoch epi\u00adgonaler Aufgu\u00df des <em>a-car-is-a-car-is-a-car<\/em>-Sonetts von Karl Riha, das in <em>Der Gro\u00dfe Conrady<\/em> zu betrachten ist? Die Songtexte Herbert Gr\u00f6ne\u00admeyers? Von Peter R\u00fchmkorf werden aus\u00adschlie\u00df\u00adlich Gedichte aus <em>Paradies\u00advogel\u00adschi\u00df<\/em>, des Dichters letztem und mich schmerz\u00adlich wenig blo\u00df fesseln\u00adden Band (der vom Feuil\u00adleton allerdings in h\u00f6chste H\u00f6hen kata\u00adpultiert wurde) ausge\u00adw\u00e4hlt \u2013 die Gedichte in, bei\u00adspiels\u00adweise, R\u00fchmkorfs <em>wenn \u2013 aber dann<\/em> sind von deut\u00adlich schwere\u00adrem Kaliber.<br \/><em>In diesem Land<\/em> ist ein wind\u00adschiefes Lyrikhaus mit l\u00f6chrigen W\u00e4nden und einer Reihe fehlen\u00adder Ecksteine, die den ganzen Bau auf riskante Art und Weise in Umsturz\u00adgefahr bringen. Aber \u2013 in einem solchen Haus, in dem ich so manches Erwartete nicht vorfinde und in dem der Boden unter den F\u00fc\u00dfen nachgibt, halte ich mich immer wieder gern auf, no risk, no fun, lobe den Hausherrn \u00fcber den gr\u00fcnen Tee und f\u00fchre entflammte Gespr\u00e4che. Gell, Edith?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<li>Andreas Heidtmann (Hg.), <strong>Poet.<\/strong> <em>Literaturmagazin, 9. Ausgabe,<\/em> Redaktion Prosa: Katharina Bendixen, Dossier niederl\u00e4ndische Lyrik: J\u00fcrgen Nendza, Redaktion Gespr\u00e4che: Walter Fabian Schmid, von Andreas Heidtmann ausgew\u00e4hlte Gedichten von Andreas Altmann, Thomas B\u00f6hme, Tobias Falberg, Ludwig Fels, Eberhard H\u00e4fner, Jan Kuhlbrodt, Norbert Lange, S\u00fcnje Lewejohann, Marie T. Martin, Stefan Monhardt, Jinn Pogy, Arne Rautenberg, Tom Schulz, Lutz Steinbr\u00fcck, Mathias Traxler und Julia Trompeter, Vorwort des Herausgebers, 270 Seiten, Klappbroschur, Poetenladen, Leipzig 2010.<\/li>\r\n<li>Axel Kutsch (Hg.), <strong>Versnetze_drei.<\/strong> <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> von 211 Autorinnen und Autoren, darunter Michael Arenz, Werner Bucher, Uwe Claus, Jutta Dornheim, Manfred Enzensperger, Brigitte Fuchs, Florian G\u00fcnther, Manfred Peter Hein, Hans Josef Jungheim, Rainer Komers, Vesna Lubina, Dieter P. Meier-Lenz, Andreas Noga, Danilo Pockrandt, Francisca Ricinski, Walle Sayer, Ralf Thenior, Beate \u00dcnver, Olaf Velte, Mario Wirz und Ulrich Zimmermann, Vorwort des Herausgebers, 317 Seiten, Broschur, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist<\/li>\r\n<li>Michael Lentz \u00b7 Michael Opitz (Hg.), <strong>In diesem Land.<\/strong> <em>Gedichte aus den Jahren 1990-2010<\/em> von 101 Autorinnen und Autoren, darunter Marcel Beyer, Nico Bleutge, Mirko Bonn\u00e9, Thomas Brasch, Ulrike Draesner, Anne Duden, Hans Magnus Enzensberger, Hartmut Geerken, Eberhard H\u00e4fner, Ulla Hahn, Wolfgang Hilbig, Rainer Kirsch, Wulf Kirsten, Karin Kiwus, Uwe Kolbe, Christine Koschel, Michael Kr\u00fcger, Richard Leising, Kito Lorenc, Christoph Meckel, Franz Mon, Herta M\u00fcller, Monika Rinck, Tom Schulz und Paul W\u00fchr, Nachwort der Herausgeber, 637 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Leseb\u00e4ndchen, S. Fischer, Frankfurt am Main 2010.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In unmittelbarer Folge lese ich innerhalb weniger Tage im September in einem weiteren Anfall berauschten Wahnsinns die frisch ins Haus gefallenen Sammelb\u00e4nde Versnetze_drei (die bislang abge\u00adrun\u00addetste, frischeste, voll\u00admundigste unter den Versnetze-Antho\u00adlogien, \u00fcber die Sie hier mehr er\u00adfahren: Versnetze \u00fcber&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/12\/lyrikgetwitter\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":19900,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[296,104,128,84],"class_list":["post-63670","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-andreas-heidtmann","tag-axel-kutsch","tag-michael-lentz","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63670"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63670\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}