{"id":63596,"date":"2007-03-27T00:01:06","date_gmt":"2007-03-26T22:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63596"},"modified":"2021-12-26T16:55:01","modified_gmt":"2021-12-26T15:55:01","slug":"isele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/03\/27\/isele\/","title":{"rendered":"Isele"},"content":{"rendered":"\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im oberrheinischen Eggingen geht Klaus Isele seiner Arbeit als Verleger und Herausgeber des nach ihm benannten Literaturverlags <em>Isele <\/em>nach, den ich \u00fcber die Jahre anhand verschiedener Einzeltitel \u00fcber den gr\u00fcnen Lyrikklee gelobt habe. Nun, nachdem ich nach 2000 eine Vielzahl weiterer Lyrikb\u00e4nde von Isele gelesen habe, ist mein Interesse nicht geringer geworden, im Gegenteil.\u00a0Klaus Isele ist best\u00e4ndig auf der Suche nach neuen starken Stimmen, dar\u00fcber hinaus aber auch jemand, der es sich zur verlegerischen Aufgabe macht, Autoren konsequent zu betreuen, wie es das Beispiel Peter Salomon zeigt, dessen Werk in der <em>Edition Isele<\/em> erscheint (siehe <em>Sistiger Favoriten<\/em>). Das Editionsh\u00e4ndchen Klaus Iseles, der betont, da\u00df ihm die Lyrik im Verlagsprogramm immer wesentlicher geworden ist gegen\u00fcber der vordergr\u00fcndig nat\u00fcrlich gewichtigeren Prosa, ist mir au\u00dferordentlich sympathisch. Originelle Lyrik wird in feine B\u00fccher gepackt, die ich gern zur Hand nehme, um Gedichte wiederzulesen. Bei <em>Isele<\/em> finden Sie Walter Helmut Fritz mit <em>Pulsschlag<\/em>\u00a0 (1996), Jochen Kelter mit <em>Aber wenigstens Wasser<\/em> (1998), Hermann Kinder mit <em>Nachts mit Filzstift und Tinte<\/em> (1998) oder Johannes Poethen mit \u00a0<em>Zwischen dem All und dem Nichts<\/em> (1995), deren Gedichte ich auch nach der medial so \u00fcbertrieben apostrophierten Zeitenwende nach 2000, die ich in vielen Lebensbereichen nicht erkennen kann (sollten etwa Autoren 2002 anders schreiben als 1998?), gen\u00fcgend Energie abstrahlen, um als gleichsam \u201elyrische Beute\u201c empfunden zu werden. \u2013 Bei Isele finden Sie aber auch \u00fcber den oberrheinischen Raum hinaus noch zu entdeckende originelle Lyrikb\u00fccher \u2013 beispielsweise Iren Baumanns <em>Die vorgew\u00e4rmten Schuhe<\/em> (mit Tuschen von Harald Naegeli, 2000), Rita Binders<em> Haus am Licht<\/em> (1999), Erika Brandners <em>Der halbe Mond<\/em> (2002), Gianni Kuhns <em>alpsee. meerkanten. anderorten<\/em> (1999), Sabine Naefs <em>Tagelang m\u00f6chte ich um diese Ecke biegen<\/em> (2001), Maria Schneiders <em>Gib mir mehr von dem Duft<\/em> (1999) oder Markus Stegmanns <em>Fuchsverbiss<\/em> (2004). Die am liebevollsten gestalteten B\u00fccher sind die kleinformatigen, in schwarzes Leinen geh\u00fcllten B\u00e4nde der auf 15 Titel angelegten Reihe <em>Kleine oberrheinische Bibliothek<\/em>, die einmal mehr zeigt, welch klangvolle Namen sich im Hinterland verbergen: Neben Walter Helmut Fritz, Jochen Kelter und Arnold Stadler finde ich hier u.a. auch den lesenswerten Lyrikband <em>Der Fernseher ist kein schlechter Priester<\/em> (1998) von Christian Haller. Die Lyrik dieser Menschen im deutschsprachigen Raum (noch) bekannt(er) zu machen hat sich Klaus Isele zur lebenslangen Aufgabe gemacht. Auf U1 der leider letzten von Klaus Isele betreuten Ausgabe der Literaturzeitschrift <em>Allmende\u00a0<\/em>(N\u00b0 70\/71, 21. Jg., 2001) prangt das Wort \u201eLYRIK\u201c. Das sagt alles.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Im oberrheinischen Eggingen geht Klaus Isele seiner Arbeit als Verleger und Herausgeber des nach ihm benannten Literaturverlags Isele nach, den ich \u00fcber die Jahre anhand verschiedener Einzeltitel \u00fcber den gr\u00fcnen Lyrikklee gelobt habe. 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