{"id":63536,"date":"2006-09-27T00:01:00","date_gmt":"2006-09-26T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63536"},"modified":"2021-12-26T17:09:30","modified_gmt":"2021-12-26T16:09:30","slug":"straelener-manuskripte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/09\/27\/straelener-manuskripte\/","title":{"rendered":"Straelener Manuskripte"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den gut 3000 Lyrikb\u00fcchern, die ich im Laufe der Jahre gelesen und gesammelt habe, befindet sich bis zum 19. Juli 2005 nicht ein Buch aus dem Programm des kleinen Verlags <em>Straelener Manuskripte<\/em>. Ich gehe von mindestens 400 Editionen, Handpressen und Verlagen aus, die im deutschen Sprachraum \u2013 alle auf ihre besondere Art und Weise \u2013 Lyrik f\u00f6rdern und Leser f\u00fcr Poesie zu finden versuchen. \u00dcber 250 dieser personifizierten editorischen Energien tauchen in <em>Aus dem Hinterland<\/em> auf. Als der freundliche Postbote Guido Huppertz klingelt, wei\u00df ich, was mich erwartet. Strahlend \u00f6ffne ich die T\u00fcr. Die der B\u00fcchersendung beigelegte Brosch\u00fcre des Verlags f\u00fcr Essay, Lyrik und W\u00f6rterb\u00fccher vermittelt den ersten Eindruck: \u201eDer Verlag nennt sich nach seiner ersten zweisprachigen Lyrikreihe. In Straelen am Niederrhein, zwei Stra\u00dfenecken entfernt vom <em>Europ\u00e4ischen \u00dcbersetzer-Kollegium<\/em> (dem internationalen Arbeitszentrum f\u00fcr Literatur-\u00dcbersetzer) und diesem auch im Geiste nah, engagiert er sich f\u00fcr internationale Poesie, zeitgen\u00f6ssische Autoren und deren \u00dcbersetzung auf hohem Niveau.\u201c Mit diesem\u00a0Programm geh\u00f6rt der Verlag <em>Straelener Manuskripte<\/em> in die Gruppe der Verlage <em>Atelier<\/em>, <em>Kleinheinrich<\/em>, <em>Jutta Legueil<\/em>, <em>Verlag im Wald<\/em> und <em>Waldgut<\/em>. Im Verlag <em>Straelener Manuskripte<\/em> erscheinen allerdings ausschlie\u00dflich Lyrikerinnen und Lyriker aus anderen L\u00e4ndern: beispielsweise Fuad Rifka aus dem Libanon oder Dan Pagis aus Israel (siehe \u201eAmeisenjagd\u201c), deren Gedichte ich nun lesen darf. Beim Auspacken fallen mir bildsch\u00f6ne bibliophile B\u00fccher in die Hand. \u201eDichten ist sinnliches Vergn\u00fcgen, Erkenntnis und Lachen\u201c,\u00a0strahlt mir Per H\u00f8jholt (1928-2004) auf dem Schuber seines Buches <em>Der Kopf des Poeten<\/em>\u00a0(mit Audio-CD und Lesezeichen; 1998) entgegen, das Peter Urban-Halle und Henning Vangsgaard gemeinsam herausgegeben und \u00fcbersetzt haben. Lesen aber auch!, denke ich H\u00f8jholts Vorstellung weiter w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre dieser zwischen Versenkung und Frohmut changierenden Verse, die mir schnell klarmachen, wen ich da vor mir habe: neben Inger Christensen einen der bedeutendsten d\u00e4nischen Lyriker von heute. Was sich sonst noch \u2013 neben einer essayistischen Auseinandersetzung mit Mallarm\u00e9 \u2013 im Kopf des Poeten abspielt? Erwerben Sie das Buch, und Sie werden es nicht bereuen. Pr\u00e4dikat besonders wertvoll.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">PER H\u00d8JHOLT<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>S<\/em><em>ONNTAG<\/em><em>. E<\/em><em>INE <\/em><em>D<\/em><em>IAGNOSE<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Auf den H\u00fcgeln ist nicht mehr Sonntag<br \/>als das Heidekraut erlaubt. Mitgebrachter Sonntag wird hier klein<br \/>wie ein Wurm, eine Wurzel wei\u00df geschrubbt,<br \/>und viel, viel zu viel Himmel, Mann,<br \/>ein Riesen-Sonntag, aufgebockt mit Pfingsten!<br \/>Die Welt ist ja weich, weich, weich\u2026<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Unter den gut 3000 Lyrikb\u00fcchern, die ich im Laufe der Jahre gelesen und gesammelt habe, befindet sich bis zum 19. Juli 2005 nicht ein Buch aus dem Programm des kleinen Verlags Straelener Manuskripte. Ich gehe von mindestens 400 Editionen,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/09\/27\/straelener-manuskripte\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":19900,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[84],"class_list":["post-63536","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63536"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63536\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}