{"id":63459,"date":"2005-12-27T00:01:00","date_gmt":"2005-12-26T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63459"},"modified":"2021-12-26T17:32:49","modified_gmt":"2021-12-26T16:32:49","slug":"mehrsprachige-gedichtbuecher-aus-dem-verlag-im-wald","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/12\/27\/mehrsprachige-gedichtbuecher-aus-dem-verlag-im-wald\/","title":{"rendered":"Mehrsprachige Gedichtb\u00fccher aus dem Verlag im Wald"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color wp-block-paragraph\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Waldeinsamkeit,<br \/>Die mich erfreut,<br \/>So morgen wie heut<br \/>In ewger Zeit!<br \/>O wie mich freut<br \/>Waldeinsamkeit!<\/em><\/span><br \/><span style=\"color: #999999;\">LUDWIG TIECK<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">In den Tagen und Wochen nach der Publikation von <em>Ohne Punkt &amp; Komma<\/em>, in dessen zweitem Teil ich zahlreiche neue Gedichtb\u00e4nde aus den 1990er Jahren zumindest kurz vorstelle, fiel es mir schwer, mich von dieser liebgewonnenen Art zu trennen, im Anschlu\u00df an die Lekt\u00fcre das Gelesene am Computer schriftlich Revue passieren zu lassen. So dachte ich beispielsweise bei Hans-Ulrich Treichels Lyrikb\u00e4nden <em>Seit Tagen kein Wunder<\/em> (<em>Suhrkamp<\/em>, Frankfurt am Main 1990) und <em>Der einzige Gast<\/em> (<em>Suhrkamp<\/em>, Frankfurt am Main 1994), wie gut Zitate von Gedichten aus diesen B\u00fcchern dem meinen noch getan h\u00e4tten. Um wieviel mehr jedoch bedauerte ich, da\u00df die \u00fcberraschende B\u00fcchersendung vom Rimbacher <em>Verlag im Wald<\/em> mit Lucien Wasselins zweisprachigem Gedichtbuch <em>Voix Obscure<\/em> (1999) mich nicht ein paar Monate fr\u00fcher erreicht hatte, lernte ich hier doch einen Verlag kennen, dessen mehrsprachige Art mich sogleich ganz besonders ansprach. Mit der Bitte um Besprechung und der Klage, wie schwierig es sei, in Deutschland als kleiner Verlag rezensiert zu werden, [R\u00fcdiger Fischer vergleicht die Situation mit der in Frankreich, wo die B\u00fccher seines Verlags zehnmal so oft besprochen werden wie hierzulande! Im Kapitel \u201eKritiker in der Kritik\u201c \u00e4u\u00dfere ich mich ausf\u00fchrlich zu dem schwerwiegenden Problem zahlreicher Kritiker, weite Landstriche deutscher Literatur, in deren unwegsamen Falten und H\u00f6hlen Hunderte von kleinen Verlagen mit ihren unz\u00e4hligen B\u00fcchern verschiedenster Autoren nisten und hausen, schlicht zu ignorieren. Im Zusammenhang mit dem Verhalten dieser parasit\u00e4ren Spezies gegen\u00fcber G\u00fcnter Grass (vor und nach dem Nobelpreis) bezeichnete ein Lyriker (der auch Kritiken schreibt) die negativen Beispiele dieser Zunft als \u201eGeschmei\u00df\u201c.] wandte sich Verleger und \u00dcbersetzer R\u00fcdiger Fischer an mich. Axel Kutsch hatte ihm meine Adresse gegeben. Die Tonart seines Briefes gefiel mir. Ich las das Buch, war begeistert und schrieb Fischer umgehend als Antwort, da\u00df mich <em>Voix Obscure<\/em> so gefesselt habe, da\u00df ich durchaus Lust h\u00e4tte, ein Portr\u00e4t seines Verlags, der mir bislang g\u00e4nzlich unbekannt gewesen sei, zu schreiben. Leider sei mein Buch <em>Ohne Punkt &amp; Komma<\/em> soeben erschienen, in dem ich den <em>Verlag im Wald \/ \u00c9ditions en For\u00eat <\/em>gern vorgestellt h\u00e4tte, aber ich w\u00fcrde nun einen selbst\u00e4ndigen Aufsatz \u00fcber seine verlegerischen Aktionen schreiben, der unter g\u00fcnstigen Umst\u00e4nden auch ein Kapitel eines m\u00f6glichen neuen Buches werden k\u00f6nnte. [Ich hatte mich in letzter Zeit wieder einmal mit Problemen beim \u00dcbersetzen von Lyrik besch\u00e4ftigt, und so kam Fischers Sendung gerade zum rechten Zeitpunkt. Ich glaube nicht an Zufall oder doch: \u201eZufall ist, was mir zuf\u00e4llt\u201c, betont Max Frisch, der es von den alten Griechen hat.] Am 7. August 1999, knapp drei Wochen nach meinem Brief, h\u00e4lt Postbote Guido mir ein schweres Paket entgegen. Sie k\u00f6nnen sich, liebe Leser, meine Euphorie vorstellen, Buch um Buch aus dem Karton des Verlags im Wald auszupacken. Erst nach dem 35. Exemplar ist dieser leer. So glaubte ich nicht nur, ich sei im Walde, sondern war es ja \u2013 und das in doppelter Hinsicht: Schlie\u00dflich lebe ich hier im Nationalpark Eifel, ringsum von B\u00e4umen umgeben.<br \/>Bereits die allererste Begegnung mit einem Gedichtbuch versetzt mich in meine liebste Stimmung: die lyrische. Das neugierige Bl\u00e4ttern vorne, in der Mitte und hinten im Buch, das Betrachten des Umschlags, die Freude \u00fcber einen originalen Holzschnitt von Heinz Stein, den ich in dem besonders gelungenen blauen Buch <em>Le Grillon Bleu \/ Die blaue Grille<\/em> von Jacques Canut entdecke, in dem ich mich sogleich festlese, das Gedicht<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Mit dem Ideal auf der Schulter,<br \/>stolpere ich \u00fcber die Wirklichkeit,<br \/>halte mich fest am Gel\u00e4nder<br \/>der Dichtung.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Mit kleinen Fl\u00fcgeln an den Achsen der W\u00f6rter<br \/>gelangt man in ungeahnte L\u00e4nder<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">sehr ansprechend finde und mich frage, ob Canut wohl damit einverstanden ist, wenn der \u00dcbersetzer R\u00fcdiger Fischer \u201epersonnalit\u00e9s\u201c mit \u201ehohe Tiere\u201c \u00fcbersetzt, die \u00dcberraschung, auf dreisprachige Titel zu sto\u00dfen und vieles andere mehr. Ich sortiere die B\u00e4nde nach den drei Reihen \u201eWege und Stimmen\u201c, \u201ePfade\u201c sowie \u201eQuellen\u201c und stelle am Ende fest, f\u00fcr mehr als einen Monat Lesestoff vor mir liegen zu haben \u2013 und zwar lauter B\u00fccher, deren Autoren mir bislang wenig bis nichts sagen (mit der Ausnahme des hochgesch\u00e4tzten Pierre Garnier, von dem ich bereits eine Reihe von Titeln besitze). In seinem Begleitschreiben bedankt sich R\u00fcdiger Fischer im voraus f\u00fcr die M\u00fche, die ich mir mit seinem Verlag machen w\u00fcrde, und ich denke kopfsch\u00fcttelnd: M\u00fche, M\u00fche, wenn der Mensch w\u00fc\u00dfte, wieviel Freude er mir bereitet hat mit dieser Sendung. Und so packe ich ebenfalls eine B\u00fcchersendung zusammen: Ja, er soll eins der 27 Exemplare des K\u00fcnstlerbuchs <em>Momentmale<\/em> (<em>edition bauwagen<\/em>, Itzehoe 1999) erhalten, dazu noch <em>Der\u00a0<\/em><em>blaue Schmetterling<\/em> (<em>Corvinus Presse<\/em>, Berlin 1994) und nat\u00fcrlich <em>Ohne Punkt &amp; Komma<\/em> (<em>Wolkenstein<\/em>, K\u00f6ln 1999). Leserinnen und Leser, die mich schon etwas l\u00e4nger kennen, wissen, wie gern ich Kunst und Literatur auf dem Postweg tausche, um auf diese Art kommunikative Begegnungen in Gang zu setzen, von denen wir im Prinzip gar nicht genug haben k\u00f6nnen. Der kreative Austausch von in verschiedenster Hinsicht gut gestalteten (K\u00fcnstler-)B\u00fcchern aller Art geh\u00f6rt f\u00fcr mich dabei zum Sch\u00f6nsten, was ich in der kontaktfreudigen Welt der Mail Art kennengelernt habe.<br \/>Das Buch, das vom Format her komplett aus dem Rahmen f\u00e4llt \u2013 es mi\u00dft 8 x 11 cm \u2013 ist Daniel Leducs <em>Le Livre des Nomades \/ Das Buch der Nomaden<\/em>, und so entscheidet sich von selbst, welches der B\u00fccher ich als erstes lese:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wir s\u00e4en<br \/>manchmal<br \/>L\u00e4cheln aus<br \/>und gemurmelte<br \/>Worte<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Ohne<br \/>zu wissen<br \/>ob es je<br \/>eine Ernte<br \/>geben wird<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">S\u00e4mtliche der ca. einhundert (acht- oder neunzeiligen) Gedichte sind in dieser archaischen Tonart geschrieben. Auffallend: Alle Gedichte beginnen mit dem Pronomen \u201ewir\u201c. <em>Le Livre des Nomades<\/em> ist ein Buch von 200 Seiten, das ich zun\u00e4chst wie ein Daumenkino \u201edurchrast\u201c habe \u2013 erst beim zweiten und bed\u00e4chtigen Lesen habe ich mehr als einen Blick auf die franz\u00f6sischen Originale geworfen. Davon abgesehen, da\u00df mich die wie deutsche Gedichte anmutenden \u00dcbertragungen stark ansprechen, liegen Probleme des \u00dcbersetzens gleich bei oben zitiertem Gedicht auf der Hand. Bitte vergleichen Sie:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Nous semons<br \/>parfois<br \/>des sourires et des<br \/>murmures<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>ignorant<br \/>si la r\u00e9colte<br \/>ne se fera<br \/>jamais<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Vor allen Dingen der letzte Vers eines Gedichts ist ja stets von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. Leduc hat hierhin \u2013 f\u00fcr sich allein \u2013 das ausdrucksstarke Wort jamais gesetzt: niemals! Und was ist daraus in R\u00fcdiger Fischers Version geworden? Hat er etwa zu sorglos \u00fcbersetzt? [Die Frage hat rein rhetorischen Charakter und gibt die negative Antwort selbst. Auch bei der Lekt\u00fcre des nunmehr 20. Buches \u2013 Pierre-B\u00e9renger Biscaye, <em>N\u00e4her am Herzen von Esprels<\/em> (1991) \u2013 aus der erw\u00e4hnten Sendung verst\u00e4rkt sich weiter der Eindruck, da\u00df hier ein \u00dcbersetzer und Verleger am Werk ist, der die Literatur liebt. Der bukolische (und wunderbar sinnliche!) Charakter dieser Gedichte, in denen allerdings auch die Schatten nicht verschwiegen werden, wird kongenial nachempfunden, und das ist das Entscheidende. Die nicht immer gel\u00f6sten Probleme bei der Erhaltung des urspr\u00fcnglichen Zeilensprungs \u2013 einem der wesentlichen Faktoren des freirhythmischen Verses \u2212, die bei den syntaktischen Unterschieden der Sprachen nicht so leicht in den Griff zu kriegen sind, oder die f\u00fcr mich nicht nachvollziehbare Entscheidung, zwei aneinandergereihte Adjektive in der \u00dcbersetzung mit \u201eund\u201c zu verbinden, wiegen dagegen gering. Dennoch d\u00fcrfen wir, gerade beim Gedicht, nicht vergessen: Auf jedes Wort kommt es dem Dichter an! So auch in dem sch\u00f6nen Gedicht, das ich auf Seite 19 des Buches lese:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Der Landmann hofft auf die Ernte<br \/>und der Dichter auf die Sammlung\u2026<br \/>Man findet sie manchmal an einem Tisch<br \/>im Gasthaus des Dorfes,<br \/>sie reden ein wenig, zwischen zwei<br \/>sonnenbeschienenen Gl\u00e4sern erw\u00e4hnen sie<br \/>die Furchen der Worte, die die Dinge durchziehen.<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Was der \u00dcbersetzer auch f\u00fcr seine \u00dcbertragung ben\u00f6tigt, ist Gl\u00fcck. So gibt es nun einmal f\u00fcr die franz\u00f6sischen (alliterativ, klanglich, wortspielerisch eingesetzten) W\u00f6rter \u201er\u00e9colte\u201c (Ernte) und \u201erecueil\u201c (innere Sammlung), die die Eingangsverse im Original (zusammen mit dem Binnenreim terre\/esp\u00e8re) \u201eL\u00edhomme de la terre esp\u00e8re \/ la r\u00e9colte et le po\u00e8te le recueil\u201c sowohl inhaltlich als auch formal au\u00dferordentlich dicht machen, meines Wissens keine direkten Entsprechungen: Oder haben Sie einen Vorschlag? (Eva Hesse h\u00e4tte bestimmt einen: Ihr 2003 bei <em>Rimbaud<\/em> in Aachen erschienenes B\u00fcchlein <em>Vom Zungenreden in der Lyrik<\/em> vermittelt eine Reihe feiner Einblicke in die Werkstatt der professionellen \u00dcbersetzerin.) Jedenfalls erkennen wir bei dieser etwas genaueren Betrachtung, wie vorteilhaft die mehrsprachige Edition ist, in der sich der Verleger R\u00fcdiger Fischer \u00fcber den \u00dcbersetzer stellt und diesen outet: Das nenne ich ein Kommunikationsangebot an den Leser!] H\u00f6ren wir in diesem Zusammenhang, was Heinz Piontek, der sich ja ebenfalls intensiv mit Gedicht\u00fcbertragungen befa\u00dft hat, zu den Problemen beim \u00dcbersetzen zu sagen\u00a0hat:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Vor gut zehn Jahren habe ich selbst versucht, eine gr\u00f6\u00dfere Auswahl von Keats-Gedichten zu \u00fcbersetzen, vor allem seine Sonette und seine s\u00e4mtlichen Oden. Da ich von meiner eigenen Arbeit gew\u00f6hnt war, Gedichte als etwas anzusehen, das sich zu einem Ende bringen l\u00e4\u00dft, brachte mich die prinzipielle Nichtabschlie\u00dfbarkeit von Gedicht\u00fcbertragungen an den Rand der Schlaflosigkeit. Tag und Nacht pr\u00fcfte ich Worte, Reime, die meinen \u00dcbersetzungen mehr und mehr Richtigkeit, Genauigkeit, Sch\u00f6nheit verleihen sollten. H\u00e4tte ich nicht eines Abends die Mappe zugeklappt und sie anderntags einem Verlag geschickt, ich wei\u00df nicht, wohin ich gekommen w\u00e4re.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Ich selbst habe 1986 mit der \u00dcbertragung von Richard Burns\u00eb Gedichtzyklus \u201eBlack Light\u201c begonnen. 1996 ist <em>Schwarzes Licht<\/em> im <em>Bunte Raben Verlag<\/em> (Lintig-Meckelstedt) erschienen. Dabei formulierte Burns in einem seiner zahlreichen Briefe (dar\u00fcber hinaus besprach er noch \u00fcber f\u00fcnf Stunden lang Kassetten mit Hinweisen auf Feinheiten, Strukturmerkmale, Allusionen, Zitate usw., ganz zu schweigen von den beiden einw\u00f6chigen Arbeitsbesuchen, die wir einander in Sistig bzw. Cambridge abstatteten) das Ph\u00e4nomen Gedicht\u00fcbertragung sehr griffig und bildhaft als \u201efuck between two languages\u201c. [Wobei ich betonen m\u00f6chte, da\u00df dieser \u201efuck\u201c ein wahrhaftiger \u201eLiebesakt\u201c sein mu\u00df, ein Akt zwischen (auch zur Demut bereiten) Partnern, die sich vollst\u00e4ndig dar\u00fcber im klaren sein m\u00fcssen, da\u00df es nicht um sie, sondern ausschlie\u00dflich um das Medium geht, das sie verbindet (und das keinem von beiden wirklich geh\u00f6rt): das Gedicht! \u201eDaf\u00fcr gibt es andere [Anweisungen], die unter den Tisch gefallen sind, meine Arbeit hat St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ihre Identit\u00e4t verloren, ich wurde besser oder schlechter gemacht, je nach Pokornys Empfinden und Verm\u00f6gen\u201c, sinniert in Jurek Beckers Roman <em>Irref\u00fchrung der Beh\u00f6rden<\/em> (<em>Hinstorff<\/em>, Rostock 1973) der Held (ein Drehbuchschreiber) w\u00e4hrend seiner Diskussionen mit dem Regisseur. \u00c4hnliches empfinde ich h\u00e4ufig beim Lesen von zweisprachigen Gedichtb\u00e4nden \u2013 so beispielsweise bei der Lekt\u00fcre von Seamus Heaneys <em>Die Hagebuttenlaterne \/ The Haw Lantern<\/em> (<em>Hanser<\/em>, M\u00fcnchen 1987) oder Pier Paolo Pasolinis <em>Gramscis Asche <\/em>(<em>Piper<\/em>, M\u00fcnchen 1980), in dem beispielsweise der Reim unterschlagen wird: \u201eTraduttoretraditore\u201c \u2013 \u201eder \u00dcbersetzer verr\u00e4t den \u00dcbersetzten\u201c, sagt der Italiener, and more oftenthan not hat er wohl recht.Schlie\u00dflich: der \u00dcbersetzer mu\u00df \u2013 bei aller Demut \u2013 auch skrupellos sein und seine Aufgabe mit einer gewissen k\u00fchlen Distanz tun. Es ist nicht in Ordnung, die derbe Sprache William Shakespeares in seinen Dramen oder Jerome D. Salingers in seinem Roman <em>The Catcher in the Rye<\/em> (<em>Der F\u00e4nger im Roggen<\/em>) (um ein \u00e4lteres und ein neueres Beispiel aus den Bereichen Drama und Prosa zu benennen) zu sch\u00f6nen, wie es Schlegel und B\u00f6ll getan haben, so dem deutschen Leser einen ziemlich verf\u00e4lschten Eindruck dessen vermittelnd, wie diese Autoren \u201ewirklich\u201c geschrieben haben. Ganz anders darf eine Form der \u201e\u00dcbersetzung\u201c mit Original und Intention des Autors umgehen, die wir Parodie nennen. Hier wird der Autor grunds\u00e4tzlich Opfer von Ironie, Sarkasmus und Zynismus; oft bleibt vom Original nichts \u00fcbrig als das \u00c4u\u00dfere. Wo der \u00dcbersetzer Demut ben\u00f6tigt, um seiner Sache gerecht zu werden, ist es beim Parodisten (u.a.) der schn\u00f6de Hochmut, der ihn bisweilen Versionen schreiben l\u00e4\u00dft, die \u00fcber das parodierte Original hinauswachsen.] Der \u201eFehler\u201c, den ich beim \u00dcbertragen der Gedichte ein ums andere Mal beging, war, (vermeintliche) \u201eSchw\u00e4chen\u201c im Original zu verbessern. \u201eYou should translate what is there and not what ought to be there\u201c, schrieb Burns mir zurecht, [\u201eDer Versuch, Dichtung aus einer Sprache in eine andere zu \u00fcbersetzen, ist ein unsch\u00e4tzbares Training f\u00fcr einen Dichter, und man kann nur hoffen, da\u00df in jeder Generation immer wieder neue \u00dcbersetzungen von Homer, Aischylos, Aristophanes, Sappho und anderen gemacht werden.\u201c (Wyston Hugh Auden, Die Griechen und wir, in: <em>Das Bewu\u00dftsein der Wirklichkeit<\/em>, <em>Piper<\/em>, M\u00fcnchen 1989). Thomas Kling und Raoul Schrott geh\u00f6ren zu den Dichtern der Gegenwart, die h\u00f6chst eigenwillige Neu\u00fcbersetzungen alter Dichter versuchen. Allein die heftigen Streitgespr\u00e4che zeigen, wie wichtig solche Arbeiten f\u00fcr das Fortkommen der Literatur ist: Wir brauchen diese literarischen Partisanen, die \u00d6l in lyrische Feuer gie\u00dfen, damit lichterloh flackert, was vielerorts nur vor sich hinschwelt. Der vielleicht originellste unter diesen ist der 1997 verstorbene Fritz Gra\u00dfhoff (<em>Muschelhaufen <\/em>37\/1998 ist die letzte Zeitschrift gewesen, f\u00fcr die er Verse noch selbst zur Ver\u00f6ffentlichung bestimmte), der bereits in <em>Die klassische Halunkenpostille<\/em> (1964) gezeigt hatte, wo es mit den R\u00f6mern und Griechen heutzutage lang zu gehen hat, und der in dem posthum erschienenen in jeder Beziehung exzellenten Buch <em>Martial f\u00fcr Zeitgenossen<\/em> (<em>Eremiten-Presse<\/em>, D\u00fcsseldorf 1998) noch einmal zeigt, wie man die Klassiker derart ins Bild r\u00fccken kann, da\u00df selbst Lateinlehrer (im Nachwort) ins Schw\u00e4rmen geraten: Es sind echte Martials, eben weil Gra\u00dfhoff die lateinischen Epigramme martialisch behandelt.] und Ludwig Laistner, der kongeniale \u00dcbersetzer der <em>Carmina Burana<\/em> (<em>Lambert Schneider<\/em>, Gerlingen, 6. Auflage 1994) meint: \u201eEs ist im Grunde die Aufgabe einer sorgf\u00e4ltigen Nachbildung, auch Unvollkommenheiten der Vorlage wenigstens in Form eines \u00c4quivalents wiederzugeben.\u201c<br \/>Bei allem Willen zur Perfektion: Mehr noch als der Dichter mu\u00df sein \u00dcbersetzer mit den Unzul\u00e4nglichkeiten und Unvollkommenheiten leben \u2013 und der Leser auch. Ich jedenfalls bin dankbar f\u00fcr die \u00dcbersetzungen [Gl\u00fccklicher Salvador Espriu, gro\u00dfer katalanischer Dichter, der griechische, lateinische, hebr\u00e4ische, englische, franz\u00f6sische, deutsche, italienische, portugiesische, galizische, baskische, okzitanische, holl\u00e4ndische, r\u00e4toromanische, schwedische und serbokroatische Gedichte im Original lesen konnte, in dessen Gedichtband <em>Der Wanderer und die Mauer<\/em> (<em>Piper<\/em>, M\u00fcnchen 1990) ich ein \u201ein Gedanken an Goethe\u201c geschriebenes Gedicht finde, das wir ja auch als eine Art der \u00dcbersetzung ansehen m\u00fcssen \u2013 ironischerweise kenne ich nur die deutsche \u00dcbertragung von Fritz Vogelgsang:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>MORGENLIED<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wach auf, schon tagt es neu,<br \/>schon leuchtet<br \/>Fr\u00fchlicht, das altgetreu<br \/>dir stille Wege weist, von Dunst umfeuchtet.<br \/>Nichts sollst du missen,<br \/>wandernd und schauend bis zum letzten Strahl.<br \/>Denn alles wird dir mal<br \/>im Nu entrissen.<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Auch wenn ich kein katalanisch spreche: Bei diesem Gedicht, das von den Versen eines unserer gr\u00f6\u00dften Dichter inspiriert zu sein scheint, h\u00e4tte ich gern das Original gelesen \u2013 ebenso bei dem extravaganten Wort \u201eBlickbahnpein\u201c, das ich an anderer Stelle vorfinde.] \u2013 hier R\u00fcdiger Fischers \u2212, die es mir erm\u00f6glichen, zumindest ein wenig Einblick in eine lyrische Welt zu bekommen, die mir ja ansonsten mehr oder weniger verschlossen bliebe. [Wobei der wesentliche Aspekt den Lesern, die das Original nicht lesen k\u00f6nnen, vorenthalten bleibt. Wenn wir sagen, wir \u201ekennen\u201c einen Dichter, kennen wir ihn und sein Werk so lange nicht wirklich, bis wir die Gedichte im Original lesen: \u201eDer \u00e4sthetische Verlust bei der \u00dcbersetzung von einer Sprache in eine andere ist immer ungeheuer gro\u00df.\u201c (W.H. Auden, \u201eDie Griechen und wir\u201c). Auf durchaus am\u00fcsante Art und Weise wird mir das in Anna Achmatowas <em>Im Spiegelland<\/em> (<em>Piper<\/em>, M\u00fcnchen, 1994) vor Augen gef\u00fchrt: Das Gedicht \u201eLied von der letzten Begegnung\u201c wird in vier verschiedenen \u00dcbertragungen angeboten: Zwei sprechen in einem Vers von \u201evier Stufen\u201c, zwei von \u201edrei Stufen\u201c.]<br \/>Nun gew\u00e4hrt mir der <em>Verlag im Wald<\/em> einen weiten Blick \u00fcber die Fluren der zeitgen\u00f6ssischen franz\u00f6sischen Poesie, von der ich bislang wenig kannte und die mir ans Herz w\u00e4chst: Francois de Corni\u00e8re beispielsweise hat mir gestern mit seinen lyrischen Alltagsnotaten, die ich in seinem Band <em>Longtemps apr\u00e8s le soif \/ Lange nach dem Durst<\/em> (1995) fand, den Abend versch\u00f6nert:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>KARUSSELL<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>es braucht gar nicht viel<br \/>ein Photo zwischen den Seiten<br \/>den Terminkalender<br \/>der in einer Schublade wieder auftaucht<br \/>ein Taschenmesser den Fetzen eines Briefes<br \/>den Namen auf einer Plattenh\u00fclle<br \/>das Licht auf einem Teppich<br \/>ein altes Karussell<br \/>das sich auf dem Deich im Oktober noch dreht<br \/>w\u00e4hrend die Muttis darauf warten<br \/>da\u00df die Flut zur\u00fcckkehrt<br \/>da\u00df ihr Strickzeug fertig wird<br \/>und da\u00df der Schatten sie aufstehn l\u00e4\u00dft<br \/>zu fr\u00fch es war so angenehm<br \/>vor der letzten Fahrt<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Und heute morgen beginnt die lange Bahnfahrt von der Eifel nach K\u00f6ln gleich mit einem Paukenschlag, als ich den Gedichtband <em>M\u00e9moire du Mal \/ Erinnerung an das B\u00f6se<\/em> (1998) von Yves Heurt\u00e9 aufschlage: \u201eDie Dichtung ist st\u00e4rker als die drei st\u00e4rksten Dinge: das B\u00f6se, das Feuer und der Sturm (\u2026). Aber was ist Dichtung? Dar\u00fcber sagt das Sprichwort nichts.\u201c Diesen Aphorismus von Georges Perros hat der 1926 geborene Heurt\u00e9 Gedichten vorangestellt, die vor nichts haltmachen. Und statt mich durch den gelungenen Aphorismus verleiten zu lassen, mich wieder einmal mit der Frage zu befassen, was denn \u00fcberhaupt ein Gedicht sei, [Je l\u00e4nger Gedichte geschrieben werden, um so vorsichtiger werden die poetologischen Definitionen des Begriffs \u201eGedicht\u201c, dessen Facettenreichtum mit einer Begriffsbestimmung schon l\u00e4ngst nicht mehr transparent gemacht werden kann.] vertiefe ich mich lieber in diese Verse, die bei aller Schonungslosigkeit auch (ein bi\u00dfchen) optimistisch sind:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Auch wenn uns Dichtern<br \/>kaum Fl\u00fcgel noch Worte bleiben<br \/>am Ende des Jahrtausends,<br \/>bleibt uns, eine Welt zu entziffern,<br \/>der das alles egal ist!<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Es ist eine ungew\u00f6hnliche Leseeinstellung f\u00fcr mich, da\u00df ich en bloc Lyrikb\u00fccher von Menschen lese, deren Namen auf den Umschl\u00e4gen mir so wenig sagen (und die in Frankreich sicherlich sehr bekannt sind). [Die Mehrzahl der Publikationen ist franz\u00f6sischen Ursprungs, daneben gibt es Autorinnen und Autoren aus Belgien, Griechenland, Italien sowie den USA.] Wie anders ist das, wenn ich das Buch eines mir bekannten Dichters oder gar eines international ber\u00fchmten \u201eKlassikers\u201c lese: wei\u00dfes Feld statt labelling effect (von Pierre Garnier, den ich im Kapitel \u201eSistiger Favoriten\u201c vorstelle, und St\u00e9phane Mallarm\u00e9 abgesehen).<br \/>Wie stets bei sch\u00f6n empfundenen, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum andauernden T\u00e4tigkeiten sp\u00fcre ich ein paar Tage vorher die Wehmut bei dem Gedanken, da\u00df ich die B\u00fcchersendung aus <em>dem Verlag im Wald <\/em>bald bew\u00e4ltigt haben werde; gleichzeitig sprechen die W\u00f6rter eine andere Sprache: \u201ebew\u00e4ltigen\u201c vermittelt Konnotationen wie: \u201eEndlich!\u201c oder: \u201eGeschafft!\u201c<br \/><em>Elles habitent le soir \/ Sie bewohnen den Abend<\/em> ist der 1999 von Casimir Prat erschienene Lyrikband tituliert, der u.a. auch die bibliophile Note, die zum editorischen Programm des Verlags geh\u00f6rt, auf betont schlichte Weise hervorhebt. Wie in allen vorherigen B\u00e4nden f\u00e4llt mir wieder der (unnachahmliche?) sinnliche Ton der franz\u00f6sischen Lyrik auf, ein Ton, der in vielen zeitgen\u00f6ssischen deutschen Gedichten entweder fehlt oder k\u00fcnstlich wirkt. Und bis auf die seltenen Abweichungen vom Original, die ich f\u00fcr hinterfragenswert halte, [So entscheidet sich Fischer immer einmal f\u00fcr das Hyperbaton, wo der Dichter eine ganz nat\u00fcrliche Syntax pflegt: \u201eLa lumi\u00e8re est-elle sainte?\u201c wird zu \u201eIst heilig das Licht\u201c? Warum nicht einfach und analog: \u201eDas Licht \u2013 ist es heilig?\u201c] gelingt es dem \u00dcbersetzer wieder, diesen Ton einzufangen und her\u00fcberzubringen, ganz so wie die S\u00e4ngerin den Operngraben \u00fcberwinden mu\u00df, um die Arie an den Mann zu bringen. [\u00dcbrigens befindet sich nur eine \u00dcbersetzung unter den 35 vorgefundenen, die einen zwiesp\u00e4ltigen Eindruck hinterl\u00e4\u00dft: <em>In Pith Water \/ Wasserkraft<\/em> vom amerikanischen (kosmopolitischen!) Urgestein Cid Corman gibt es eine Reihe von Gedichten (deren Binnenstruktur allerdings auch hochkomplex ist mit ihren Mehrdeutigkeiten und Wortspielereien) die ich anders \u00fcbersetzen w\u00fcrde. Das Gedicht \u201eRED CHAIR \/ CANDLE LIGHT \/\/ The near nude seated \/ Woman cracking a flea for \/ That moment pregnant \/ Realizes life\u00eds only \/ A moment in a God\u00eds hands\u201c \u00fcbersetzt R\u00fcdiger Fischer so: \u201eNahe sitzend, nackt \/ einen Floh fangende Frau \/ f\u00fcr einen Augenblick, bedeutungsschwer \/ die klar erkennt, das Leben ist nur \/ ein Augenblick in eines Gottes Hand.\u201c Ich m\u00f6chte die folgende Version \u2013 um der Kontroverse willen \u2013 anbieten, verzichte auf jeden weiteren Kommentar (au\u00dfer vielleicht, da\u00df \u201epr\u00e4chtig\u201c ein mehrdeutiges Wortspiel ist, das u.a. \u201epregnant\u201c und \u201etr\u00e4chtig\u201c kombiniert) und schlage vor, da\u00df Sie, liebe Leser, wiederum Ihre Version finden: \u201eDie vertraut nackt dasitzende \/ Frau knackt einen Floh, er- \/ kennt in diesem pr\u00e4chtigen Moment: \/ das Leben ist blo\u00df \/ ein Moment in der Hand eines Gottes.\u201c]<br \/>Schlichten Gedichten voller Anmut, Liebreiz und Melancholie, voller Sehnen, Hoffen und Suchen begegne ich in den Versen von Jean Rivet in dessen Gedichtband <em>Da nahm mich Charlotte bei der Hand<\/em>. Dem Dichter fliegt die Enkelin als Muse zu:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Vorsichtig hast du den Vogel<br \/>Einen Star, am Fl\u00fcgel hochgehoben<br \/>Und mich gefragt: Gell, Gro\u00dfvater<br \/>Er ist nicht immer tot?<br \/>Gell, Gro\u00dfvater, er fliegt wieder fort?<br \/>Und hast mir die Hand gegeben.<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Diese 45 Gedichte [die ich wiederum von rechts nach links und von links nach rechts lese, Original und \u00dcbertragung vergleichend \u2013 und wiederum feststellend, wie schwierig Entscheidungen an vielen Stellen immer wieder sind: \u201ePour dix lignes pu\u00e9riles\u201c: Meint der Dichter hier das eher positive \u201ekindlich\u201c oder das pejorative \u201ekindisch\u201c? Oder: \u201eJ\u00edaime la solitude\u201c \u2013 ist hier eher das emphatische \u201eIch liebe\u201c oder das besonnene \u201eIch mag\u201c gemeint? Und wiederum wird der Vorzug der Bilingualit\u00e4t deutlich: Der Leser wird zum Mit\u00fcbersetzer, und solange ich mich darauf verlassen kann, da\u00df hier ein leidenschaftlicher \u00dcbersetzer am Werk ist \u2013 das allerdings ist eine absolute Voraussetzung \u2013 spielen diese Kleinigkeiten nicht nur keine Rolle, sondern verhelfen dem gleichsam kommunikativen Proze\u00df innerhalb der Lekt\u00fcre zus\u00e4tzlich auf die Spr\u00fcnge \u2013 denn auch vom Leser ist Wachsamkeit gefordert.<br \/>Eine ganz eigent\u00fcmliche Lesesituation tritt ein, wenn ich beispielsweise Giuseppe Ungaretti in englischen Versionen (<em>Selected Poems<\/em>, <em>Penguin Books<\/em>, Harmondsworth 1969) lese, wie ich es an einem regnerischen Sonntag im Februar 2000 getan habe: Zum einen denke ich (grunds\u00e4tzlich), da\u00df der schlechteste \u00dcbersetzer einen so gro\u00dfartigen Dichter wie Giuseppe Ungaretti nicht kaputt kriegen kann, zum anderen denke ich (konkret), da\u00df gerade die Musikalit\u00e4t der englischen Sprache bestens geeignet ist, Gedichte aus dem Italienischen zu: (\u00fcber-)tragen.<br \/>So frage ich mich, nachdem ich die B\u00fccher aus dem <em>Verlag im Wald<\/em> nun schon einige Zeit hinter mir gelassen habe, bei der Lekt\u00fcre von Octavio Paz\u2019 fern\u00f6stlichem Gedichtband <em>Vrindavan<\/em> (<em>Suhrkamp<\/em>, Frankfurt am Main, 1994), ob man, wie im Gedicht \u201eIntermezzo aus dem Westen (3)\u201c, \u201een espagnol\u201c mit \u201eauf deutsch gesagt\u201c \u00fcbersetzen darf, wenn die Redewendung eine typisch spanische ist. Eine solche \u00dcbertragung wirkt schnell unfreiwillig komisch.] in dem mit einem farbenpr\u00e4chtigen Kinderbild verzierten Umschlag versehenen Buch morgens zwischen sieben und acht Uhr w\u00e4hrend der Fahrt mit dem Zug nach K\u00f6ln zu lesen versetzt mir einen sinnlich-geistigen Vitaminsto\u00df in den Tag hinein, der am Abend noch vorh\u00e4lt und mir noch Frische verleiht, wenn der Tag gegangen und Johnny Walker l\u00e4ngst gekommen ist und ich das tue, was nicht nur Thomas Mann f\u00fcr das Sch\u00f6nste am Tage hielt: abends lesend im Sessel zu sitzen.<br \/>\u201eDoch das kein Ende findende Suchen nach noch genaueren, noch \u00fcberzeugenderen deutschen Reimen von immer noch sch\u00f6nerer Selbstverst\u00e4ndlichkeit zerm\u00fcrbte ihn derma\u00dfen, da\u00df seine Geistesgegenw\u00e4rtigkeit mitunter aussetzte und er wieder unter Schlaflosigkeit litt\u201c, lese ich in Heinz Pionteks Roman <em>Dichterleben<\/em> (<em>Schneekluth<\/em>, M\u00fcnchen 1976), der die Geschichte des Dichters und \u00dcbersetzers Achim Reichfelder erz\u00e4hlt, und diese Zeilengehen mir bei der Lekt\u00fcre zweier von Werner Wanitschek ins Deutsche \u00fcbertragenen B\u00fccher immer wieder durch den Kopf, auch wenn es hier weniger um das Auffinden von Reimen geht. Im <em>Verlag im Wald<\/em> erschien 1997 das Gedichtbuch <em>Po\u00ebmes en prose \/ Gedichte in Prosa<\/em> von St\u00e9phane Mallarm\u00e9 und als Premierenband beim 1999 von Wanitschek gegr\u00fcndeten <em>Amsel Verlag<\/em> <em>Kleine Gedichte in Prosa oder Der Spleen von Paris<\/em> von Charles Baudelaire. Vor allem <em>Spleen<\/em> ist als Buch ein Kleinod \u2013 in dunkelrotes Leinen geh\u00fcllt, 17 x 11 cm klein, 215 Seiten dick, mit einem langen Nachwort und zahlreichen Anmerkungen versehen, allerdings ohne die franz\u00f6sischen Originale. Schon der erste Text \u2013 \u201eDer Fremde\u201c \u2013 nimmt mich gefangen mit seinen Schlu\u00dfzeilen \u201eIch liebe die Wolken\u2026 die Wolken, die ziehen\u2026 da oben\u2026 da oben\u2026 die wunderbaren Wolken\u201c. [Weitere Aussagen zum Werk von Baudelaire bzw. Mallarm\u00e9 bitte ich in den buchst\u00e4blich Hunderten von Texten zu diesen Klassikern der Moderne nachzulesen, an denen kein Dichter und Leser, der es ernst mit sich und der Poesie meint, vorbeikommt \u2013 auch heute nicht \u2013 oder besser: gerade heute nicht?]<br \/>Interessant ist noch der Vergleich von Werner Wanitscheks Versionen der Prosagedichte Mallarm\u00e9s mit denen von Carl Fischer (<em>Verlag Lambert Schneider<\/em>, Heidelberg 1957). Hier schneidet Wanitschek eindeutig besser ab. Er h\u00e4lt sich eng an die Syntax und Wortwahl der Originaltexte, deren aufgrund der abstrakten Nomen betont k\u00fchl wirkende poetische Magie auf diese Weise direkter ins Deutsche \u00fcbertragen wird.<br \/>Schlie\u00dflich zeigt auch das sich \u00fcber viele Seiten hinziehende Nachwort (einschlie\u00dflich zahlreicher Anmerkungen) zum Buch von Baudelaire, wie sehr sich Werner Wanitschek in die selbstgestellte Aufgabe hineinkniet. Im vollen Bewu\u00dftsein, l\u00e4ngst nicht der erste, sondern eher einer der letzten \u00dcbersetzer Baudelaires und Mallarm\u00e9s zu sein, bietet er dem Leser eine F\u00fclle von Informationen und Kommentaren, die mich zus\u00e4tzlich motivieren, immer tiefer in dieses gro\u00dfe poetische Werk einzusteigen, das Fernando Pessoa (dessen Zitat dem Nachwort vorangestellt ist) so kommentiert: \u201eWer keine Verse machen kann wie Baudelaire, kann sich, indessen, die Haare gr\u00fcn f\u00e4rben.\u201c [Und Stefan George jubelt: \u201eDeshalb o dichter nennen dich genossen und j\u00fcnger so gerne meister weil du am wenigsten nachgeahmt werden kannst und doch so gro\u00dfes \u00fcber sie vermochtest \u00b7 Weil alle in sinn und wolklang nach der h\u00f6chsten vollendung streben damit sie vor deinem auge bestehen: weil du f\u00fcr sie immer noch ein geheimnis bewahrst und uns den glauben l\u00e4ssest an jenes sch\u00f6ne eden das allein ewig ist.\u201c] Hier schlagen wir ein weiteres Kapitel des \u00dcbersetzens auf \u2013 das des ber\u00fchmten Dichters (und Erneueres der Lyrik) und seines kaum bekannten \u00dcbersetzers. Weshalb begibt sich da noch einmal jemand an offenbar unsterbliche Texte, die schon l\u00e4ngst (und mehrfach) \u00fcbersetzt worden sind? Auch Achim Reichfelder fragt sich: \u201eMu\u00dfte es \u00fcbersetzt werden? Alles m\u00fcssen wir \u00fcbersetzen, alles, was wir sehen, schmecken, f\u00fchlen, h\u00f6ren, alles kann uns nur \u00fcber das eigene Bewu\u00dftsein erreichen, das in keiner anderen Sprache aufgeht als der eigenen.\u201c Und wer es so genau wissen will wie Werner Wanitschek und R\u00fcdiger Fischer, wer von der Literatur besessen ist, wer ohne diese Leidenschaft (vielleicht) nicht leben k\u00f6nnte, der \u00fcbersetzt es, gr\u00fcndet sogar einen Verlag und hofft auf Leser, die sich der mitunter zwar \u201eschwierigen\u201c, jedoch stets atemberaubenden Dichtung stellen, deren \u00dcbertragung\u00a0von einem schier wahnhaften Enthusiasmus zeugt, dem wahrscheinlich das ganze Leben (beinahe) unterworfen ist. Wer w\u00fc\u00dfte dies besser als Heinrich Faust:<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><em>Aber ach! schon f\u00fchl ich, bei dem besten Willen,<br \/>Befriedigung nicht mehr aus dem Busen quillen.<br \/>Aber warum mu\u00df der Strom so bald versiegen<br \/>Und wir wieder im Durste liegen?<br \/>Davon hab ich so viel Erfahrung.<br \/>Doch dieser Mangel l\u00e4\u00dft sich ersetzen,<br \/>Wir lernen das \u00dcberirdische sch\u00e4tzen,<br \/>Wir sehnen uns nach Offenbarung,<br \/>Die nirgends w\u00fcrd\u00edger und sch\u00f6ner brennt<br \/>Als in dem Neuen Testament.<br \/>Mich dr\u00e4ngt\u00eds, den Grundtext aufzuschlagen,<br \/>Mit redlichem Gef\u00fchl einmal<br \/>Das heilige Original<br \/>In mein geliebtes Deutsch zu \u00fcbertragen.<br \/>Geschrieben steht: \u201eIm Anfang war das \u00a0W o r t!\u201c<br \/>Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?<br \/>Ich kann das \u00a0W o r t \u00a0so hoch unm\u00f6glich sch\u00e4tzen,<br \/>Ich mu\u00df es anders \u00fcbersetzen,<br \/>Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.<br \/>Geschrieben steht: Im Anfang war der \u00a0S i n n.<br \/>Bedenke wohl die erste Zeile,<br \/>Da\u00df deine Feder sich nicht \u00fcbereile!<br \/>Ist es der \u00a0S i n n, der alles wirkt und schafft?<br \/>Es sollte stehn: Im Anfang war die \u00a0K r a f t!<br \/>Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,<br \/>Schon warnt mich was, da\u00df ich dabei nicht bleibe.<br \/>Mir hilft der Geist! Auf einmal seh\u00ed ich Rat<br \/>Und schreibe getrost: Im Anfang war die \u00a0T a t!<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waldeinsamkeit,Die mich erfreut,So morgen wie heutIn ewger Zeit!O wie mich freutWaldeinsamkeit!LUDWIG TIECK In den Tagen und Wochen nach der Publikation von Ohne Punkt &amp; Komma, in dessen zweitem Teil ich zahlreiche neue Gedichtb\u00e4nde aus den 1990er Jahren zumindest kurz vorstelle,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/12\/27\/mehrsprachige-gedichtbuecher-aus-dem-verlag-im-wald\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":19900,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[84],"class_list":["post-63459","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63459\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}