{"id":63427,"date":"2024-02-08T00:01:00","date_gmt":"2024-02-07T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63427"},"modified":"2024-05-01T20:03:28","modified_gmt":"2024-05-01T18:03:28","slug":"neunzig-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/02\/08\/neunzig-werden\/","title":{"rendered":"Neunzig werden"},"content":{"rendered":"\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Eine Erinnerung<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Distelfink pickt in der Wiesen\u00adflocken\u00adblume, die Wachol\u00adder\u00addrossel fliegt in den Bergahorn, der Haus\u00adrot\u00adschwanz h\u00fcpft durchs Gras, und die Amsel sitzt, wie jeden Tag, auf der Stromleitung und singt gegen die in der Ferne l\u00e4rmende Motor\u00ads\u00e4ge an. Ich betrachte den Natter\u00adkopf, der aus dem Pfennig\u00adkraut herausragt, und sehe den Klatschmohn ein Blatt verlieren. Der Blick schweift \u00fcber Gilbweiderich, Kamille und Margerite, Kuckucks\u00adlicht\u00adnelke und Schlangen\u00adkn\u00f6terich, Ritter\u00adsporn, Eisen- und Fingerhut, bleibt an der Glocken\u00adblume h\u00e4ngen, und ich denke, wie jeden Tag beim Anblick der bl\u00fchenden Blumen und Pflanzen im Garten, an meinen Freund Hans Bender, der die Namen der Blumen, B\u00e4ume, V\u00f6gel und \u201eFeldkr\u00e4uter\u201c auch so liebt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\"><em>Als Dorfkind lernte ich<br \/>schon fr\u00fch sie zu benennen.<br \/>Kein Name war sch\u00f6ner als<br \/>Tausendg\u00fcldenkraut.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer am 1. Juli 2009 in den deutschen Lyrikkalender \u201eJeder Tag ein Gedicht\u201c schaut, in dem Shafiq Naz liebevoll und kenntnisreich Gedichte von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart arrangiert, st\u00f6\u00dft auf Vierzeiler, die an diesem Tag nicht von ungef\u00e4hr dort stehen, denn am 1. Juli 2009 vollendet Hans Bender das 90. Lebensjahr. Von seiner lakonischen (Selbst-)Ironie hat der seit 65 Jahren im deutschen Sprachraum pr\u00e4sente Bender-Sound nichts eingeb\u00fc\u00dft, wie \u201eMeine Vierzeiler\u201c zeigen:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\"><em>Unbrauchbar<br \/>f\u00fcr die Frankfurter Anthologie.<br \/>F\u00fcr Interpreten zu kurz,<br \/>sogar verst\u00e4ndlich sind sie.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e80 zu werden ist ein Hammer\u201c, meinte Bender vor zehn Jahren, als wir uns an seinem Geburtstag kurz \u00fcber Zeit und Alter unterhielten. Nun, lieber Hans Bender, sind Sie 90 und h\u00e4mmern Ihre \u201eVerwunderung\u201c in die Schreib\u00admaschine wie eh und je:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\"><em>Irgendetwas will in dir<br \/>wie in deiner Jugend keimen.<br \/>Deine W\u00f6rter, deine Zeilen<br \/>wollen wie von selbst sich reimen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gedichte und Geschichten Hans Benders begleiten mich seit 1966, meinem 10. Lebensjahr. Genauso wie viele Szenen des Endspiels von Wembley sich in mein Ged\u00e4chtnis gebrannt haben, bleibt ein B\u00e4r, der bis zum Dach w\u00e4chst, genauso lebendig wie \u201eIljas Tauben\u201c, \u201eDie Brotholer\u201c, \u201eDas Gasthaus\u201c oder \u201eDie W\u00f6lfe kommen zur\u00fcck\u201c, deutsche Geschichte und Gesellschaft spiegelnde Prosa, die die Kurzgeschichte in Deutschland auf originelle Weise mitgepr\u00e4gt hat, Kurzgeschichten, die seit Jahrzehnten bis heute in Leseb\u00fcchern lebendig sind.<br \/><br \/>Wie selbstverst\u00e4ndlich spreche ich bei jeder Begegnung mit Axel Kutsch (in dessen k\u00fcrz\u00adlich erschie\u00adnener, vorz\u00fcg\u00adlicher Gedicht\u00adsammlung \u201eAn Deutsch\u00adland gedacht. Lyrik zur Lage des Landes\u201c ich treffende Vierzeiler Benders finde) \u00fcber Rolf Dieter Brinkmann, \u00fcber Karl Otto Conrady, \u00fcber Thomas Kling, \u00fcber Hans Bender, von dem Kutsch in einer Mail am 29. Juni 2009 schreibt: <em>Als \u201eAkzente\u201c-Mitbegr\u00fcnder, Heraus\u00adgeber wichtiger Lyrik-Antho\u00adlogien wie \u201eMein Gedicht ist mein Messer\u201c oder \u201eWas sind das f\u00fcr Zeiten\u201c sowie Autor exzellenter Kurz\u00adgeschichten und\u00a0\u2013 in den letzten Jahren \u2013 zahlreicher wunder\u00adbarer Vierzeiler geh\u00f6rt Hans Bender f\u00fcr mich zu den pr\u00e4genden Gestalten der neueren deutsch\u00adsprachigen Literatur.<\/em><br \/><br \/>Hinzuf\u00fcgen m\u00f6chte ich in diesem Zusammenhang die Aufzeichnung, die ein weiteres Markenzeichen des Autors Hans Bender ist. Ob \u201ePostkarten aus Rom\u201c (1989) oder \u201eWie die Linien einer Hand\u201c (1999): Diese Aufzeichnungen sind bemerkenswerte Nachrichten, die auch nach Jahrzehnten noch merkenswert sind, denn in ihnen leuchtet \u2013 wie in den Geschichten und Gedichten \u2013 die bildhafte, klare, aufs Notwendige beschr\u00e4nkte, detailliert beschreibende, subtile, nat\u00fcrlich dahin\u00adflie\u00dfende, nuancierte, ironie\u00addurch\u00adtr\u00e4nkte Sprache dieses beschei\u00addenen Meisters der scheinbar blo\u00df kleinen Form auf, deren Bi\u00df und Punkt\u00adgenauig\u00adkeit bei Bender entspannt und messer\u00adscharf zugleich ist, kurz, er \u201ezeigt, was auf der Hand liegt \u2013 was die anderen eigent\u00adlich auch sehen m\u00fc\u00dften\u201c, wie es am Ende von \u201eAuf\u00adzeich\u00adnungen einiger Tage\u201c (1971) hei\u00dft.<br \/><br \/>Wer sich einen pr\u00e4ziseren \u00dcberblick \u00fcber das Werk Hans Benders verschaffen will, der lese hier nach, wie viele B\u00fccher der am 1. Juli 1919 in M\u00fchlhausen im Kraichgau geborene Bender bis heute ver\u00f6ffentlicht hat: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Bender_(Schriftsteller)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wikipedia<\/a>. Die Gesamtzahl der Einzeltitel \u2013 vor allem aber der sich \u00fcber einen Zeitraum von vierzig Jahren erstreckenden, immer wieder auch die internationale Literatur in den deutschen Sprachraum transportierenden Herausgaben \u2013 ist beinahe un\u00fcberschaubar. Und so bleibt die Entdeckung des ganzen Werks, das in den fr\u00fchen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Gedichtband \u201eFremde soll vor\u00fcber sein\u201c (1951), der Literaturzeitschrift \u201eKonturen\u201c (1952) und dem Erz\u00e4hlband \u201eDie Hostie. Vier Stories\u201c (1953) einsetzt, eine Herausforderung, die mich lebenslang begleitet.<br \/><br \/>Ich habe viele Einzeltitel und Herausgaben Hans Benders in meiner Samm\u00adlung, aber l\u00e4ngst nicht alle. Zumal Bender nie aufgeh\u00f6rt hat, zu schreiben und zu ver\u00f6ffent\u00adlichen: Nach 2000 sind eine ganze Reihe neuer B\u00fccher erschienen, zuletzt \u201eWie es kommen wird. Meine Vierzeiler\u201c und \u201eRose Ausl\u00e4nder \u2013 Hans Bender: Briefe und Dokumente 1958\u20131995\u201c (beide 2009), ein weiteres Buch ist in Vorbereitung. Er ist in aktuellen Anthologien, Kalendern und Literaturzeitschriften vertreten, und die Mehrzahl der B\u00fccher ist lieferbar, fr\u00fche Titel werden seit einigen Jahren neu aufgelegt und harren nun der j\u00fcngeren Leser, die vielleicht gar nicht ahnen, welche Gr\u00f6\u00dfe Hans Bender im Literaturbetrieb des deutschen Sprachraums seit den fr\u00fchen 50er Jahren darstellt. Von den Herausgaben benenne ich exemplarisch die beiden Jahrzent-Anthologien der 1970er und 80er Jahre \u201eIn diesem Lande leben wir\u201c und \u201eWas sind das f\u00fcr Zeiten\u201c, Lyrikdokumentationen, auf die der Leser schlecht verzichten kann, der sich aus der Retrospektive einen Eindruck verschaffen will von Jahrzehnten, in denen ganz andere Gedichte ge\u00adschrie\u00adben wurden als heute.<br \/><br \/>Ebenfalls am 29. Juni flattert das neue \u201eAkzente\u201c-Heft ins Haus: Der komplette R\u00fcckumschlag ist Hans Bender gewidmet: Unter der Abbildung des zum runden Geburtstag bei Hanser erschienenen Gedichtbands \u201eWie es kommen wird. Meine Vierzeiler\u201c mit dem freundlich in die Ferne blickenden Bender lese ich: <em>Hans Bender, der am 1. Juli 2009 neunzig Jahre alt wird, hat mit haiku\u00e4hnlichen Vierzeilern seine ideale Form gefunden. Nachdem ihn seine Kurzgeschichten in Deutschland bekannt gemacht haben, schreibt er heute vorwiegend Lyrik. Seine eng bemessenen Gedichte sind voller Eleganz und Witz, Kritik und Melancholie \u2013 und immer darauf bedacht, dass sich kein \u00fcberfl\u00fcssiges Wort einschleicht. Vier Zeilen sind der Spiegel, in dem die Welt des \u201eAkzente\u201c-Mitbegr\u00fcnders Bender zur Sprache kommt. \u201eBei mir behalten? \/ Oder weitersagen? \/ Du wirst alt sein \/ und wie Hiob klagen\u201c, hei\u00dft es einmal. Sch\u00f6ner als in diesem Gedichtband war die Klage nie.<br \/><br \/><\/em>In den <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-lyrikstationen-2008.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eLyrikstationen 2008\u201c<\/a> mache ich auf der 7. Station Halt bei Hans Bender. Hier erleben Sie den warmherzigen und gro\u00dfz\u00fcgigen Menschen, in dessen N\u00e4he ich mich so wohl f\u00fchle, da\u00df ich gelegentlich bedauere, in Sistig in der Eifel, also \u00fcber 70 Kilometer weit weg von der Taubengasse im Zentrum K\u00f6lns zu leben. W\u00e4hrend wir fr\u00fcher regelm\u00e4\u00dfig per Brief kor\u00adrespon\u00addierten, telefonieren wir seit einigen Jahren alle paar Wochen und tauschen die eine oder andere literarische Neuigkeit oder \u201eVermutung\u201c aus:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-right\" style=\"text-align: justify;\"><em>Satirische Epigramme finden sich<br \/>seltener in unseren Tagen.<br \/>Die Dichter scheinen sich heute<br \/>besser als fr\u00fcher zu vertragen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt freuten wir uns gemeinsam \u00fcber die sch\u00f6nen Erfolge Walter Kappachers, der den B\u00fcchner-Preis zugesprochen bekam, sowie Norbert Scheuers, dessen neuer Roman \u201e\u00dcberm Rauschen\u201c in der FAZ vor\u00adabgedruckt wurde. Mit Kappacher ist Bender seit vielen Jahr\u00adzehnten befreundet, mit dem gemeinsamen Freund Scheuer seit rund 20 Jahren.<br \/><br \/>\u00dcberhaupt: der Freundes- und Bekanntenkreis Hans Benders! Bei jedem Besuch in der Taubengasse habe ich das Gef\u00fchl, einen Spaziergang durch die Literaturgeschichte zu machen. Bender kannte sie einst alle und kennt heute noch viele pers\u00f6nlich. Als \u201eAkzente\u201c-Herausgeber hat er damals noch unbekannten Autoren ein Forum f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung der ersten Gedichte, Essays oder Erz\u00e4hlungen geboten, das immer wieder zur Triebfeder so mancher literarischer Laufbahn wurde. Werfen Sie, falls noch nicht ge\u00adsche\u00adhen, einmal einen Blick in die gemeinsam mit Walter H\u00f6llerer edierten \u201eAkzente\u201c-Ausgaben aus den 1950er und 60er Jahren (die beispielsweise als Nachdruck in der mehrb\u00e4ndigen Ausgabe von Zwei\u00adtausendeins antiquarisch leicht zu bekommen sind) und lesen Erstdrucke von Walter Helmut Fritz, Marie-Luise Kaschnitz, Johannes Poethen und zahllosen anderen Autorinnen und Autoren.<br \/><br \/>Ich bl\u00e4ttere in \u201eBriefe an Hans Bender\u201c, 1984 anl\u00e4\u00dflich des 65. Geburtstags Benders bei Hanser schienen, und lese Briefe von Alfred Andersch, Rose Ausl\u00e4nder, Gottfried Benn, Thomas Bernhard, Rainer Brambach, Rolf Dieter Brinkmann, Paul Celan, G\u00fcnter Grass, Hans Henny Jahnn, G\u00fcnter Kunert, V. O. Stomps, Martin Walser und vielen, vielen andere Autoren, die er nicht m\u00fcde wurde als Autor, Herausgeber, Juror, Redakteur, Kritiker, Liebhaber der Literatur und Freund zu unterst\u00fctzen, zu ermuntern und zu f\u00f6rdern.<br \/><br \/>1988\/1990 erschien mit \u201eWas sind das f\u00fcr Zeiten. Deutschsprachige Gedichte der achtziger Jahre\u201c die letzte von Hans Bender betreute Edition zeitgen\u00f6ssischer Lyrik. Seitdem arbeitet er in erster Linie am eigenen Werk, verfa\u00dft gelegentlich Aufzeichnungen und best\u00e4ndig Vierzeiler (<em>Vertraute W\u00f6rter, Rhythmen, Reime \/ vier Zeilen, leicht zu verstehn \/ Sch\u00f6n, meine Freundinnen und Freunde \/ bei der Lekt\u00fcre l\u00e4cheln zu sehn<\/em>), deren Frische ich den Blumen w\u00fcnsche, die er am 1. Juli 2009 zum 90. Geburtstag, der alles andere als ein Hammer, sondern eine wunderbare und sch\u00f6ne runde Sache ist, geschenkt bekommt.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Erinnerung Der Distelfink pickt in der Wiesen\u00adflocken\u00adblume, die Wachol\u00adder\u00addrossel fliegt in den Bergahorn, der Haus\u00adrot\u00adschwanz h\u00fcpft durchs Gras, und die Amsel sitzt, wie jeden Tag, auf der Stromleitung und singt gegen die in der Ferne l\u00e4rmende Motor\u00ads\u00e4ge an. 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