{"id":63413,"date":"2008-10-29T00:01:00","date_gmt":"2008-10-28T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63413"},"modified":"2021-12-26T15:38:43","modified_gmt":"2021-12-26T14:38:43","slug":"auf-dem-teppich-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/10\/29\/auf-dem-teppich-bleiben\/","title":{"rendered":"Auf dem Teppich bleiben"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>18. September.<\/em> Diesen aus Gedanken-, Gespr\u00e4chs- und Mail\u00adsplittern hervor\u00adgegan\u00adgenen kurzen Aufsatz werde ich erst einmal ein paar Tage gut abh\u00e4ngen. Vielleicht habe ich ihn nur f\u00fcr mich geschrieben und werde ihn gar nicht ver\u00f6ffent\u00adlichen? Ich bin mir im Augen\u00adblick nicht sicher. Cui bono? Manches ist mir noch nicht differen\u00adziert genug formuliert. Obwohl der Text m\u00f6glicherweise als zart polemischer Einwurf f\u00fcr das Tages\u00adgesch\u00e4ft gerade richtig strukturiert und temperiert ist. Ein bi\u00dfchen an der Ober\u00adfl\u00e4che kratzen, nicht mehr und nicht weniger. Ja, B\u00fccher verkommen immer mehr zum Tages\u00adgesch\u00e4ft: Was man heute druckt, wird morgen oft kaum verkauft und \u00fcbermorgen schon aus dem Regal gedr\u00e4ngt. Ich h\u00e4tt so gern ein bi\u00dfchen \u00dcberblick. Was Don Quichotte die Windm\u00fchlen, sind mir die B\u00fccherfluten. Warum bin ich nicht in der Lage, einsichtsvoll mit dieser Erkenntnis umzugehen und mich in das Schicksal zu ergeben, eine ganze Reihe origineller Werke aller Bem\u00fchungen zum Trotz nie kennen\u00adzulernen, statt mich noch st\u00f6rrischer in die Str\u00f6mungen zu st\u00fcrzen? <br \/><br \/><em>20. September.<\/em> Ich habe in der vergangenen Nacht die letzten dreihundert Seiten von Tellkamps \u00bbTurm\u00ab gelesen, bin \u00fcber etliche Seiten geradezu hinweggeflogen, war m\u00fcde und hellwach zugleich, konnte das Buch nicht aus der Hand legen, mu\u00dfte zum Ende kommen. Es war ein Kampf, nicht abzubrechen nach 120, 400 oder 600 Seiten. Im Schlussteil gewinnt das Buch naturgem\u00e4\u00df an Dramatik \u2013 schlie\u00dflich geht es auf den 9. November 1989 zu \u2013, und ich wei\u00df die gewaltige Leistung von Uwe Tellkamp in mancherlei Hinsicht zu sch\u00e4tzen. Da gibt es rasante Passagen (so finde ich gleich die ersten drei Seiten eindringlich, gegen Ende finden sich weitere), aber auch nach Abschlu\u00df der Lekt\u00fcre bleibt der Eindruck: gediegene, solide Literatur, alles in allem eine dem Konventionellen selten entfliehende Sprache, die mich nicht begeistert. Ich lese zu selten die nicht leicht zu beschreibenden Spurenelemente heraus, die zur Transformation von Bildern, Motiven, Stoffen und Symbolen in eine eigene, unverwechselbare Sprache f\u00fchren (ich denke etwa an Hermann Broch, Hubert Fichte, Uwe Johnson, Wolfgang Hildesheimer, Hans Lebert, W. G. Sebald, an Thomas Hettche oder Joseph Winkler), die rhetorischen Nuancen und einf\u00fchlsamen Ver\u00adfeine\u00adrungen, die erst zum vollkommenen Stil der Meisterwerke f\u00fchren, das Augenzwinkernde, das Doppelb\u00f6dige, das Ironische, das Schneidende, das Schwingende, das Sp\u00f6ttische, das Subtile, das S\u00fcffisante. Immerhin blitzen diese Dinge in den Dialogen gelegentlich auf. (In Khaled Hosseinis \u00bbThe Kite Runner\u00ab (Bloomsbury, London 2004) lese ich: \u00bbBut the most impressive thing about your story is that it has irony. You may not even know what that word means. But you will someday. It is something that some writers reach for their entire careers and never attain. You have achieved it with your first story.\u00ab)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>21. September.<\/em> Heute ist ein neuer Tag. Tellkamp ist einsortiert neben Timm und Tucholsky. Da kommt die Post und bringt Saskia Fischers Gedichtband \u00bbScharm\u00fctzelwetter\u00ab, der in diesen fr\u00fchherbstlichen Tagen am Ende des Sommers erschienen ist. Ich bin gespannt. Also, PC ausschalten und rein in die Sonne mit diesem dottergelben B\u00fcchlein, das federleicht in der Hand liegt.<br \/><br \/><em>29. September.<\/em> Buchst\u00e4blich hin- und hergerissen bin ich von der Lekt\u00fcre der Anthologien \u00bbLyrik von JETZT\u00a0<sup>zwei<\/sup>\u00ab und \u00bbNeubuch\u00ab. Was wollen Autoren und Heraus\u00adgeber mehr, als da\u00df Leser sich an ihren Editionen erfreuen und reiben zugleich? Ich lese auch diese beiden Anthologien so, wie ich durch Ausstellungen von Bildern gehe, setze mich also gleichsam fortlaufend mit immer wieder frappierend anders gemachten Welten und W\u00f6rtern, wie sie von jungen Menschen nach 2000 fabriziert werden, auseinander. Polykakophone Kompositionen. Sausen und Brausen. Wenig zum Lachen. Ist etwa Schlu\u00df mit Lust\/Ich? Von vielen der jungen Autorinnen und Autoren habe ich in den vergangenen Monaten Einzeltitel gelesen. Interessant, nun wieder festzustellen, wie anders manche Gedichte in den unterschiedlichen Kontexten wirken. Es gibt anthologieresistente Gedichte, die dort oft erst richtig aufbl\u00fchen, und solche, die sich von ihrer absenten Wortst\u00e4rke her keinen Gefallen tun, hier abgedruckt zu sein.<br \/><br \/><em>30. September.<\/em> Aus drei Manuskriptseiten sind am Ende neun geworden. Wer h\u00e4tte das gedacht? Die sp\u00e4tsommerlichen Sonnentage haben sich indessen verabschiedet: \u00bbSchlechtwetterfront\u00ab las ich schmunzelnd im \u00bbNeubuch\u00ab. Was lese ich nun als n\u00e4chstes?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der Postmann zweimal klingelt Die Lust, gute B\u00fccher zu lesen, um in diesen auf brillante Bilder, sensible S\u00e4tze und wesenhafte W\u00f6rter zu sto\u00dfen, die mich faszinieren, fesseln und verz\u00fccken, ist nicht nur ungebrochen, sie will weiterhin bedrohlich anschwellen. So, wie der Publikationsflu\u00df im deutschen Sprachraum tagt\u00e4glich weiter anzuschwellen scheint. Die Ver\u00f6ffentlichungswut hat eine Dauerflutwelle von gigantischen Ausma\u00dfen ausgel\u00f6st. Vor diesem Szenario erscheint es mir nicht \u00fcberzogen, auch k\u00fcnftig wenigstens ein Buch (eine Literaturzeitschrift, ein K\u00fcnstlerbuch o. \u00e4.) pro Tag aus der Verpackung sch\u00e4len zu wollen. Es gibt so viele sch\u00f6ne Dinge, denke ich nur an das wei\u00dfe Sch\u00e4chtelchen von Patricia Collins, in dem ich vier zeitungs\u00adpapier\u00adumwickelte Kiesel mit den Buchstaben P, O, E, M in einem Nest von Schnipseln fand. Ich habe die Kiesel eben wieder einmal in die Hand gelegt: mein Gedicht von heute.<br \/><br \/>Wehe, der Postbote hat nichts dabei. Meine Frau f\u00fcrchtet diese gl\u00fcck\u00adlicher\u00adweise einigerma\u00dfen seltenen Momente, in denen ich mit vollkommen leeren H\u00e4nden und dem Gesichtsausdruck eines Orks ins Haus zur\u00fcckkehre. Heute, am 10. Oktober verw\u00f6hnt mich die Post mit Christopher Eckers Roman \u00bbMadonna\u00ab (Mitteldeutscher Verlag, Halle 2007), Richard Doves \u00bbAm Flu\u00df der Wohlger\u00fcche\u00ab (Rimbaud, Aachen 2008) und dem Reader \u00bbBrinkmann. Schnitte im Atemschutz\u00ab (edition text + kritik, M\u00fcnchen 2008). Ich m\u00f6chte \u00fcber alle drei B\u00fccher gleichzeitig herfallen. Nun ja, ich entscheide mich, alles andere einfach mal unterbrechend, und lese Richard Doves Gedichte in einem Rutsch mit weit aufgerissenen Augen und bin nach dieser lyrischen Weltreise ans andere Ende des nicht immer nur blauen Planeten ziemlich hinter Atem. <em>Die Blitze zucken, Flugg\u00e4ste st\u00f6hnen, \/ die Nacht lacht respektlos.<\/em><br \/><br \/>Gelegentlich versuche ich es mit einer Entziehungskur. Ausschlie\u00dflich aus Platzgr\u00fcnden. Aber, so meine leidvolle Erfahrung, da geht es mir wie dem Raucher filterloser Zigaretten: Nach absehbarer Zeit wird er r\u00fcckf\u00e4llig und raucht mehr denn je. Und so werde ich mich damit abfinden m\u00fcssen, weiterhin gegen die anwachsenden B\u00fccherstapel anzulesen und best\u00e4ndig Namen von Autoren oder Buchtitel aufzunotieren, die n\u00e4chsten Bestellungen auf diese vorsorgliche Weise einleitend: Nicholson Baker, Marianne Fritz, William Gaddis, Michel Houellebecq, Philip Roth und David Foster Wallace stehen auf dem aktuellen Zettel mit gr\u00fcner Tinte vermerkt. Den in diesen Tagen sympathisch niedrigen Stapel mit antiquarisch erstandenen un- oder angelesenen B\u00fcchern von Peter Altenberg, Franz Hodjak, Andr\u00e9 Kaminski, Erich Loest, Stephan Reimertz, Eva Zeller und Heiner Link verdanke ich einem mehrw\u00f6chigen Lesemarathon, der mal wieder unumg\u00e4nglich war.<br \/><br \/>Ich lese tagt\u00e4glich gern und viel, aber bisweilen g\u00f6nne ich es mir, zu prassen, zu schlemmen und aus dem Vollen zu sch\u00f6pfen. Zu den sch\u00f6nsten Augenblicken in meinem Dasein z\u00e4hlt der, den ich soeben wieder erlebe: In Gedanken noch bei der n\u00e4chtlichen Lekt\u00fcre von \u00bbThe Kite Runner\u00ab, schreibe ich diese Zeilen, w\u00e4hrend drau\u00dfen das gelbe Auto vorf\u00e4hrt. Von wegen blauer Montag: Guido, der Postbote, \u00fcberreicht mir zwei B\u00fcchersendungen, in denen ich Margot Ehrichs Erz\u00e4hlungen \u00bbKomm nach Mada\u00adgas\u00adkar\u00ab\u00ad (Rimbaud, Aachen 2008) und Edith Lutz&#8216; Aufzeichnungen \u00bbGrenzg\u00e4nge im Januar. Zwischen Israel und Pal\u00e4stina\u00ab (AphorismA, Berlin 2008) vorfinde. Auf versalia.de finde ich in einem Kommentar von Matthias Hagedorn ein noch passenderes Bild: \u00bbEine beliebte S\u00fc\u00dfigkeit, die man f\u00fcr ein paar Groschen am Kiosk erwerben konnte, war das sogenannte E\u00dfpapier. Theo Breuer, so scheint es, hat nie damit aufgeh\u00f6rt. Charmant an seinem \u203aLesehunger\u2039 ist, da\u00df er die Leser daran teilhaben l\u00e4\u00dft\u00ab.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbvier schwarze streifen l\u00e4ngs der wangenknochen\u00ab Nun habe ich Ulf Stolterfohts 128seitiges Langgedicht \u00bbholzrauch \u00fcber heslach\u00ab endlich gelesen, nachdem ich so einiges Sekund\u00e4re dar\u00fcber zur Kenntnis nahm. Im Gegensatz zu Paulus B\u00f6hmers furioser postmoderner Elegie \u00bbKaddish XI-XX\u00ab (Sch\u00f6ffling, Frankfurt am Main 2007), die mit \u00bbholzrauch \u00fcber heslach\u00ab beim Peter-Huchel-Preis 2008 konkurrierte, haben mich Stolterfohts Verse nur bedingt in den Bann gezogen, w\u00e4hrend auch Oswald Eggers \u00bbTag und Nacht sind zwei Jahre. Kalendergedichte\u00ab (Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2007), das 2007 den Preis gewann, eine fortw\u00e4hrende Faszination aus\u00fcbt, durchweg unangestrengt daherkommt, dicht, durchwirkt, dynamisch. Bei Stolterfoht findet u. a. eine \u00dcber\u00adstrapa\u00adzierung des Binnenreims statt, der zu allem \u00dcberflu\u00df immer wieder schmerzhaft simpel ger\u00e4t. Sind das \u00fcberhaupt Reime? Bezwecken sie, was sie bezwecken sollten? Wenn sie beil\u00e4ufig wirken sollen: Sie tun es nicht. Nein, ich wei\u00df, gleich kommt schon wieder einer \u2013 und wieder und wieder. Ich finde manches L\u00e4ssige arg forciert, vielleicht sogar manieriert, und nehme beim Lesen nolens volens Abstand. Dabei bin ich so gern ganz nah dran. Trotzdem: In \u00bbholzrauch \u00fcber heslach\u00ab finden sich Passagen und Sequenzen, die es m\u00e4chtig in sich haben. Das in neun Teile gegliederte Werk ist ein lesenswerter Parforceritt, bei dem ich eben auch die M\u00fchen der Ebene hinter mich bringen mu\u00df. 30 Seiten weniger w\u00e4ren wahrscheinlich mehr gewesen: Auch T. S. Eliot nahm einst Ezra Pounds radikale K\u00fcrzungen an \u00bbThe Waste Land\u00ab hin \u2013 sehr zum Gewinn dieses vielleicht vitalsten Langgedichts des 20. Jahrhundert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDie Tr\u00e4ume werden schw\u00e4rzer\u00ab \u00bbNich so doll\u00ab beeindruckt bin ich von der Lekt\u00fcre der neuen und bereits hochgelobten B\u00e4nde \u00bbHeimliche Feste\u00ab von Uwe Kolbe und \u00bbfallstreifen\u00ab von Nico Bleutge. Im Fall Bleutge ist ein begabter Spitzenkl\u00f6ppler am Werk, der \u2013 wie schon im ersten Lyrikband \u2013 als sehr genau Beobachtender Gang, Ger\u00e4usch und Geschehnis pr\u00e4zis vermittelt. Je nach Thematik ergibt eine Reihe von Gedichten banale Stilleben, andere f\u00fchren zu einem Pathos, das ich aus Feldpostbriefen kenne: \u00bb&#8230; ich kann den blick \/ von dieser larve nicht mehr wenden \/ das bild wird st\u00e4rker noch in meinem kopf, da ich [&#8230;} des mannes lippe kam mir vor die augen \/ und seine rede in den sinn, die leicht gebl\u00e4ute \/ zunge, die sich schob hervor &#8230; \u00ab Ich mu\u00df Gottfried Benn, Rolf Dieter Brinkmann, Ernst Jandl, Thomas Kling, Christoph Leisten und J\u00fcrgen Nendza zu diesen Versen befragen, die mich sehr ratlos zur\u00fccklassen. Indem Bleutge den Gedichten, postmodern versiert, literarische Ver\u00adsatz\u00adst\u00fccke anverwandelt, h\u00f6re ich Echos von Artmann, Brockes, Kling und vielen anderen Dichterstimmen. Ich klappe das B\u00fcchlein zu, stelle es ins Regal und frage mich: Brauche ich diese Gedichte? Ich lese sie mit professionellem Interesse, aber ohne hochgezogene Augenbrauen, verkniffene Lippen, angehaltenen Atem, die wunderbare Tasse Tee f\u00fcr den Augenblick verschm\u00e4hend, die meine Frau mir anbietet. Bei Uwe Kolbe allerdings, dessen Gedichte ich vor Jahren mit Bewunderung las, fehlen mir die Worte. Bis auf vielleicht drei \u00fcberzeugende Gedichte, sch\u00fcttle ich bei der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrzahl der Texte den Kopf und frage mich: Wo sind da die W\u00f6rter, die mich begeistern? Kopfsch\u00fcttelnd trinke ich gleich mehrere Tassen Darjeeling hintereinander, schlage J\u00fcrg Halters Gedichtband auf und finde in diesen sehr bewu\u00dft unspektakul\u00e4r (alltagssprachlich) verfa\u00dften, allerdings hin auf \u2013 seelenruhig inszenierte \u2013 Knallbonbons am Ende komponierten Gedichten letztlich immer wieder die Best\u00e4tigung des Buchtitels gespiegelt: \u00bbNichts, das mich h\u00e4lt\u00ab. Der Sand zerrinnt mir zwischen den Fingern, im Blau \u00fcber mir spielt der Wind sein ewiges Spiel mit Wolken und Staub und Qualm, Bl\u00e4tter fallen, alles ist Schall und Rauch. Ruhig und zufrieden klappe ich das sch\u00f6n gestaltete Buch zu und komme mir vor wie der fliegende Robert. Wu\u00dften Sie, da\u00df eine Schneeflocke 0,004 Gramm wiegt?<br \/><br \/>Bisweilen kommt&#8217;s auf \u00bbDie Geschwindigkeit der Formeln\u00ab an. Nachzulesen in Tom Pohlmanns facettenreichem, Lyrik, Essay und erz\u00e4hlende Prosa umfassendem Buch, das nicht nur \u00bbSpuren im Schnee \/ und ihre Haltbarkeit\u00ab fa\u00df-, f\u00fchl- und h\u00f6rbar macht. Pohlmanns Sprache schafft luftige Wirklichkeiten, in denen ich mich heimisch f\u00fchle. W\u00f6rter werden im Kontext der Verse und Zeilen beseelt, \u00bbKohlwei\u00dflinge\u00ab und \u00bbKnorpelkirschen\u00ab.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbApril is the cruellest month\u00ab Die Kritik an mangelhafter \u00dcbersetzungsarbeit, die ich in \u00bbKiesel &amp; Kastanie. Von neuen Gedichten und Geschichten\u00ab anhand verschiedener Beispiele \u00e4u\u00dfere, wird durch die B\u00f6cke Norbert Hummelts bei der Arbeit an \u00bbThe Waste Land\u00ab in \u00bbDas \u00f6de Land\u00ab (Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2008) erneut best\u00e4tigt. Ist das Eile, Hybris, Unwissenheit, was zu solch liederlichen Ergebnissen f\u00fchrt? An Unverm\u00f6gen erlaube ich mir nicht zu denken. Insgesamt sind zahlreiche \u00dcbersetzungen aus dem Angloamerikanischen, die ich nach 2000 zur Kenntnis nehme, nicht ausgereift bzw. in hohem Grade sorglos \u00fcbersetzt oder \u2013 blau\u00e4ugig? Das ist allerdings nicht jenes \u00bbandere Blau\u00ab, das Rolf Dieter Brinkmann beschw\u00f6rt. Cognac, Whisky und Wein werden oft viele Jahre lang gelagert, selbst das banale Fleisch wird abgehangen. Wie sollten Gedichte und ihre \u00dcbersetzungen nicht ihre Zeit brauchen? Und manche freilich wollen gar nicht \u00fcbersetzt werden: Gedichte \u00fcbersetzen hei\u00dft Gedichte nicht \u00fcbersetzen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbM\u00fchen der Ebene\u00ab Apropos \u00bbM\u00fchen der Ebene\u00ab, zu denen mir die Devise einf\u00e4llt: auf dem Teppich bleiben. Uwe Tellkamps vom Feuilleton in den Himmel gehobener Roman \u00bbDer Turm\u00ab ist kein \u00bbMeisterwerk\u00ab, wie dort festgestellt, sondern eher ein durchaus \u203awohltemperierter\u2039, jedoch w\u00e4hrend vieler Phasen langatmiger, mit reichlich Redundanz versehener Aufgu\u00df von Gestalten und Geschehnissen aus der DDR der Jahre 1982 bis 1989, die ich vom Grundsatz und Tenor her aus einer Reihe gelungener B\u00fccher und Filme bereits kenne. Ich lese das Buch seit einigen Tagen und N\u00e4chten, bin heute auf der 604. von 975 Seiten. Zwischendurch habe ich eine Reihe anderer B\u00fccher gelesen. (Was ich eigentlich nicht tue, genausowenig, wie ich das Wort \u203aeigentlich\u2039 an und f\u00fcr sich vermeide, aber da ich im Turm auch zu diesem W\u00f6rtlein und dessen (Nicht-)Verwendung einiges \u2013 im Kern (vielleicht?) \u00dcberfl\u00fcssige \u2013 zu lesen bekomme, lasse ich es nicht und beginne Tellkamp pl\u00f6tzlich zu begreifen: Ich sitze hier und kann nicht anders\u00a0&#8230;) Uwe Tellkamp vermittelt als hochgebildeter Autor via allwissenden Erz\u00e4hler (dem gelegentlich aus anderer Perspektive unter die Arme gegriffen wird) ungeheuer viele, entweder am eigenen Leib erfahrene bzw. genau recherchierte, bis in kleinste Details geschilderte Vorg\u00e4nge und Ph\u00e4nomene (oft in didaktischer Absicht), aber der von mehreren Protagonisten in disparate Richtungen gezerrte Geschichtsverlauf fesselt mich zum einen nur an wenigen Stellen und ist zum anderen in einer Sprache geschrieben, aus der sich noch kein Stil entwickelt hat. Sie ist austauschbar, Mainstream, eben \u203awohltemperiert\u2039, glatt. Die oft weit ausufernden Episoden werden souver\u00e4n heruntererz\u00e4hlt, dabei \u203a\u00fcberlebt\u2039 manche Passage mittels der Gef\u00fchle, die die damaligen Verh\u00e4ltnisse beim Leser ausl\u00f6sen. Man kann das Buch nat\u00fcrlich lesen, \u00bbDer Turm\u00ab ist alles andere als ein Flop (\u00bbDie Box\u00ab des von mir so hochgesch\u00e4tzten G\u00fcnter Grass stemple ich als solchen ab), aber ich h\u00e4tte es nicht unbedingt lesen m\u00fcssen. (Gar nicht lesen m\u00fcssen h\u00e4tte ich Peter Handkes \u00bbKali. Eine Vorwintergeschichte\u00ab. Sehr begeistert vom Handke der ersten Jahrzehnte, Stilist und Denker, wie er im Buche steht, will ich mir nach Jahren wieder den Hochgenu\u00df eines Peter Handke g\u00f6nnen, dessen Werk ich \u00fcber weite Strecken verfolgt habe, bis ich in den 1990er Jahren den Kontakt verlor. Ich habe es bereut, fand \u00bbKali\u00ab fade. Schade.) Die letzten gut 300 \u00bbTurm\u00ab-Seiten werde ich wohl teilweise \u00fcberfliegen. Mal sehn.<br \/><br \/>Dabei liebe ich die dicken Schinken: Peter Wei\u00df, \u00bbDie \u00c4sthetik des Widerstands\u00ab, Robert Musil, \u00bbDer Mann ohne Eigenschaften\u00ab, Hans Henny Jahnn, \u00bbFlu\u00df ohne Ufer\u00ab, Uwe Johnson, \u00bbJahrestage\u00ab, Arno Schmidt, \u00bbZettels Traum\u00ab \u2013 \u00fcberw\u00e4ltigende B\u00fccherbergtouren.<br \/><br \/>Mich wundert, da\u00df Tellkamps fr\u00fcher entstandene, vereinzelt ver\u00f6ffentlichte Gedichte und der Roman \u00bbDer Eisvogel\u00ab (Rowohlt, Reinbek 2006) sprachlich merklich attraktiver, strukturell gewagter, konziser komponiert sind. Der ganze Roman, der die in einer Nische zwischen Funktion\u00e4ren und Arbeiterklasse angesiedelte, b\u00fcrgerlich orientierte \u203aHigh Society\u2039 von Dresden in jenen 80er Jahren auf dem Weg zur Wende beschreibt, bietet wenig \u00dcberraschendes.<br \/><br \/>Beispielsweise Theodor Fontane, Alfred D\u00f6blin, Joseph Roth, Thomas Mann, Hans Fallada haben Gesellschaftsromane von anderem Format geschrieben, jeweils in einer Sprache, die einmalig und den Stoff in der Weise meistert, die notwendig ist, um musterg\u00fcltige Literatur daraus zu machen, die auch nach Jahren und Jahrzehnten (und manchmal Jahrhunderten) noch von Interesse ist. 2007 gewann Julia Franck den deutschen Buchpreis, den Uwe Tellkamp vielleicht 2008 gewinnt (wie ich zuf\u00e4llig lese, ist er unter den letzten sechs \u2013 wenigstens sechstausend Romane werden im deutschen Sprachrauch allj\u00e4hrlich publiziert, bleibt die Frage offen, wie eine Jury an ihre Long- und Shortlist kommt). \u00bbDie Mittagsfrau\u00ab (S. Fischer, Frankfurt am Main 2007) habe ich im vergangenen Jahr gelesen, die Geschichte nimmt nach rund 100 Seiten derma\u00dfen Fahrt auf, da\u00df ein Abspringen lebensgef\u00e4hrdende Risiken nach sich gezogen h\u00e4tte, die Sprache bleibt dabei durchgehend konventionell und unauff\u00e4llig.<br \/><br \/>Ich will mitgerissen werden, auf fliegenden Teppichen davongetragen werden\u00a0\u2013 nicht nur von den Geschichten, nein, insbesondere auch von der Sprache in Romanen. Ich benenne als Beispiel statt der an dieser Stelle dem Leser automatisch in die Gedanken springenden Namen und Titel aus der deutschsprachigen Literaturgeschichte Gertrude Steins 1925 ver\u00f6ffentlichten (nicht ins Deutsche \u00fcbertragenen) 922seitigen, die Leserschaft polari\u00adsierenden Roman \u00bbThe Making of Americans\u00ab (Dalkey Archive Press, Chicago 2006), dessen Wortzahl Tellkamps \u00bbTurm\u00ab noch einmal um etwa das Doppelte \u00fcbertreffen d\u00fcrfte, ebenfalls ein Gesellschaftsroman, dessen idioynkratische Sprache allerdings von der Art ist, da\u00df ich sie gleichsam unabl\u00e4ssig kauen und wiederk\u00e4uen mu\u00df. \u00bbThe Making of Americans\u00ab erz\u00e4hlt die Geschichte mehrerer Familien \u00fcber drei Generationen, ist dabei allerdings von einer derma\u00dfen entschleunigten Art, da\u00df ich meinen Freunden w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre schrieb: \u00bbIch lese den langsamsten Roman aller Zeiten.\u00ab Konzentrisch um einen im Kern einfach komplizierten \/ kompliziert einfachen Gedanken kreisend, greift Stein ein- und denselben Satz immer wieder auf, wiederholt ihn w\u00f6rtlich, variiert ihn nur geringf\u00fcgig und verwandelt ihn nach und nach in einen neuen, verwandten Gedanken, der nun erneut hoch die Kreise zu schlingen beginnt. Das ist bezwingende Sprachmusik, nach der ich s\u00fcchtig bin. Thomas Bernhards Prosa f\u00e4llt mir spontan dazu ein.<br \/><br \/>Thor Kunkel hat mit \u00bbEndstufe\u00ab (Eichborn, Berlin 2004) einen tollk\u00fchnen Roman geschrieben, der mir nicht mehr aus dem Ged\u00e4chtnis weicht. Und vor wenigen Tagen las ich Jan Kuhlbrodts schmalen Band \u00bbSchnecken\u00adparadies\u00ab, der ebenfalls \u2013 welch ein guter Zufall \u2013 in der DDR der 1980er Jahre spielt, und in diesen autobiographisch-essayistischen Romanseiten finde ich Sprache, die ich meine: Sprache, die dem Autor Jan Kuhlbrodt \u2013 gleichsam wie von selbst, ich erinnere an die HB-Reklame aus den 1960er Jahren \u2013 aus dem Keyboard erw\u00e4chst. Da werden die banalsten Dinge (aus nichts anderem besteht bekannterma\u00dfen der Gro\u00dfteil des Lebens) zu verbalen Schwingungen und somit f\u00fchl-, greif- und nachvollziehbar. Und wie ein Film l\u00e4uft \u00bbSchullandschaft mit Lehrer\u00ab des mir bis dato unbekannten Luxemburgers Henri Dor vor meinem geistigen Auge ab. Endlich eine sich mit dem Spannungsfeld Schule, Lehrer, Sch\u00fcler, Eltern, Gesellschaft in dieser Zeit auseinandersetzende Geschichte mit Bi\u00df und Tiefgang, die mich von der ersten Zeile an in den Bann zieht und bis zur letzten nicht losl\u00e4\u00dft.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbGlatte Verse rings umher\u00ab Um die zeitgen\u00f6ssischen Gedichtb\u00fccher der jungen Autorinnen und Autoren im deutschen Sprachraum ist es, wie oben angedeutet, \u00e4hnlich bestellt wie um die Romane und Erz\u00e4hlungen: grunds\u00e4tzlich empfehlenslesenswert, jedoch nicht so \u00bbherausragend\u00ab, wie mancher Kritiker die Zeitungsleser glauben machen m\u00f6chte. Das best\u00e4tigen auch die beiden B\u00e4nde, deren Druckerschw\u00e4rze noch kaum getrocknet ist: Marius Hulpes \u00bbwiederbelebung der l\u00e4mmer\u00ab (\u00bbr\u00fcckzug\u00ab zeigt den guten Einflu\u00df Klings \/ ist mir \u2013 FRAPPIEREND \u2013 wundergleichsam aus der Seele geschrieben) und Sabine Imhofs \u00bbDas Alibi der Abwesenheit\u00ab mit dem sehr sch\u00f6nen Gedicht \u00bbDer reparierte Sommer\u00ab.<br \/><br \/>Ich m\u00f6chte Gedichte von Autoren wie \u2013 beispielsweise \u2013 J\u00fcrgen Becker, Erika Burkart, Paulus B\u00f6hmer, Elke Erb, Manfred Peter Hein, Franz Hodjak, Axel Kutsch (der mit \u00bbEinsturzgefahr\u00ab beim Peter-Huchel-Preis 1997 am Start war, den Thomas Kling schlie\u00dflich mit \u00bbmorsch\u00ab gewann) am Ende dieses ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend ins Rampenlicht r\u00fccken. (Der stille Walter Helmut Fritz ist \u00fcbrigens auch noch da, nach dessen Gedichten ich \u00e4hnlich s\u00fcchtig bin wie denen von Rolf Dieter Brinkmann. Zur Zeit bereitet Hoffmann &amp; Campe eine Werkausgabe vor, die 2009 anl\u00e4\u00dflich des 80. Geburtstags dieses Meisters des lakonischen Gedichts erscheinen wird.) Oder die Lyrik Maximilian Zanders, \u00bbkopfloser Fu\u00dfg\u00e4nger in \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen\u00ab, dessen Gedichte von knackiger Frische und derma\u00dfen pfiffig sind, da\u00df sie gr\u00f6\u00dfere Leserscharen begeistern d\u00fcrften: J\u00fcngst erschien der Band \u00bbAnthropisch\u00ab, der mehr als h\u00e4lt, was \u00bbAntrobus&#8216; Tagebuch\u00ab von 2004 bereits verspricht.<br \/><br \/>Es kann nicht sein, dass wir in diesen Jahren die Zeitungen aufschlagen und schon wieder die Namen der \u00fcblichen f\u00fcnf bis zehn Verd\u00e4chtigen lesen, Autorinnen und Autoren, die ich s\u00e4mtlich sch\u00e4tze und deren Gedichte ich mit Gewinn lese, die aber nicht die au\u00dferordentliche Qualit\u00e4t haben, die ihnen auf allen m\u00f6glichen Seiten des Feuilletons nachgeschrieben wird. Sie fahren in einem ziemlich flott fahrenden, Ausrei\u00dfer nur episodisch zulassenden Hauptfeld mit zahlreichen j\u00fcngeren und \u00e4lteren Autorinnen und Autoren aus vielen kleinen und wenigen gro\u00dfen Rennst\u00e4llen. Warum schauen die Berichterstatter nicht genauer hin, um die Lage zutreffender als in letzter Zeit zu vermitteln. Oder sind sie daran nicht interessiert? Auf einem Auge blind? Wo in den Zeitungsspalten steht etwas \u00fcber die sprachm\u00e4chtigen Gedichte des Luxemburgers Jean Krier, wo \u00fcber die durchdachte Lyrik des unga\u00adrisch\u00adst\u00e4mmigen A. J. Weigoni? Wer verlegt die originellen Gedichte von Vera-Schindler Wunderlich (nein, sie lebt nicht in Berlin und ist auch nicht erst in den 80er Jahren geboren)?<br \/><br \/>Das Lyrikniveau wurde nach mehreren weniger eindrucksvollen Jahrzehnten seit Ende der 1980er Jahre merklich gesteigert. Aus vielen Versen quillt die Lust am Formen, F\u00fcgen und Verfassen, Tr\u00e4umen, T\u00fcfteln, Transformieren. Lyrik nach 2000 ist Fortschreibung dessen, was mit Thomas Klings \u00bbgeschmacksverst\u00e4rker\u00ab (Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989) endlich wieder durchstartete und aufbrach zu neuen Ufern. Es hat nach 2000 nicht ein Gedichtbuch von Seiten der j\u00fcngeren Generation gegeben, das im Hinblick auf Innovation und Vitalit\u00e4t mit den f\u00fcnf oder sechs herausragenden Gedichtb\u00fcchern der 90er Jahre, von denen ich exemplarisch Marcel Beyers \u00bbFalsches Futter\u00ab (Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996) benenne, zu vergleichen w\u00e4re. Ganz zu schweigen von Rolf Dieter Brinkmanns erstmals 1975 erschienenem, mit brachialer Gewalt auf mich einst\u00fcrzenden \u00bbWestw\u00e4rts 1 &amp; 2\u00ab (Rowohlt, Reinbek 2005) und Reinhard Priessnitz&#8216; Gedichtbuch \u00bbvierundvierzig gedichte\u00ab (edition neue texte, Linz 1986), das beim Lesen heftige Pulserh\u00f6hungen in Gang setzt. Und wer unter den preisgekr\u00f6nten und vom Feuilleton umjubelten J\u00fcngeren wollte ernsthaft konkurrieren mit Ernst Jandl, Friederike Mayr\u00f6cker, Oskar Pastior (um nur die Spitze des Lyrikbergs zu benennen)? Christian Saalberg? Genug. Ich empfehle notabene die weit ausgreifenden Gedichte aus \u00bbNach dem Leben\u00ab (Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006) der 1942 geborenen Karin Kiwus, die Siggi Liersch mir k\u00fcrzlich so sehr ans Herz legte, da\u00df ich nicht umhin konnte, sie stehenden Fu\u00dfes zu bestellen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Tour de Force Gleich zwei Anthologien mit Gedichten der ganz jungen Garde sollen auf eine Entwicklung aufmerksam machen, die so neu nicht ist. Bereits \u00bbLyrik von Jetzt\u00ab (DuMont, K\u00f6ln 2003) pr\u00e4sentierte mit Stolz und Selbstbewusstsein die lyrischen Muskelspiele der jungen Generation, und was damals nicht schlecht war, mu\u00df heute nicht falsch sein. Aber macht es Sinn? (Zumal der gr\u00f6\u00dfere Teil der in \u00bbNeubuch\u00ab vertretenen 25 auch im Chor der 50 Stimmen von \u00bbLyrik von Jetzt\u00a0<sup>zwei<\/sup>\u00ab singt.) Zum Gl\u00fcck kommt kein erfahrener Herausgeber auf die Idee, etwa mit \u00bbLyrik von Gestern\u00ab und \u00bbAltbuch\u00ab zu antworten \u2013 obwohl darin unter Umst\u00e4nden formidablere, wirkungs\u00adm\u00e4chti\u00adgere Verse anzutreffen w\u00e4ren als in \u00bbLyrik von JETZT\u00a0<sup>zwei<\/sup>\u00ab und \u00bbNeubuch\u00ab.<br \/><br \/>Kein Lyrikleser fragt sich ernsthaft beim rundum gegl\u00fcckten Gedicht (das naturgem\u00e4\u00df auf immer blutjung bleibt), welches Alter der Verfasser hat. Die eine fr\u00fchreif, der andere sp\u00e4tentwickelt, so what? Wenn \u00fcberhaupt: Ist nicht entscheidend, wo ich am Ende stehe? Im \u00fcbrigen bestreite ich, da\u00df die Zahl der Gedichte oder vergleichbare Texte verfassenden Autorinnen und Autoren der 70er und 80er Jahrg\u00e4nge sich signifikant von denen der 50er und 60er Jahre abhebt. Meine Erfahrungen sprechen eine andere Sprache als jene, die in diesen Zeiten, die den Hype als goldenes Kalb verehren, als poetically correct gilt. Und schon Karl Kraus schrieb (wie ich in einem Aufsatz von Axel Kutsch lese): \u00bbDie Lyriker vermehren sich wie die Bisamratten\u00ab. Mehr noch: Je gelungener ein Gedicht, um so unwesentlicher der Name des Urhebers. Wenn ich ein Bild im Museum betrachte, betrachte ich das Bild um des Bildes willen. Der anschlie\u00dfende Blick auf den Namen ist \u2013 sekund\u00e4r.<br \/><br \/>Ich bevorzuge \u2013 wenn ich w\u00e4hlen soll, was ich zum Gl\u00fcck nicht brauche \u2013 mit Weitwinkelobjektiv gemachte, die ausgedehnte Bandbreite lyrischen Schaffens im deutschen Sprachraum exemplarisch vor Augen f\u00fchrende Sammelb\u00e4nde \u00e0 la \u00bbVersnetze. Das gro\u00dfe Buch der neuen deutschen Lyrik\u00ab, \u00bbDer Gro\u00dfe Conrady\u00ab oder \u00bbDer deutsche Lyrikkalender. Jeder Tag ein Gedicht\u00ab, in dem ich heute, am sonnigen 18. September 2008 in G\u00fcnter Eichs Gedicht \u00bbEnde eines Sommers\u00ab die Verse lese: \u00bbWer m\u00f6chte leben ohne den Trost der B\u00e4ume!\u00ab und \u00bbEs hei\u00dft Geduld haben\u00ab.<br \/><br \/>Nun sind \u00bbLyrik von JETZT\u00a0<sup>zwei<\/sup>\u00ab und \u00bbNeubuch\u00ab (mit einem munteren Nachwort von Ulrike Draesner) da, beides fein edierte B\u00fccher. Mit den Auftaktgedichten \u00bbRattenf\u00e4nger\u00ab bzw. \u00bbRolandslied\u00ab schiebe ich zun\u00e4chst einmal Bedenken von gestern beiseite, stehe, schwupp, gut gelaunt am Stra\u00dfenrand und erlebe zwei zeitgleich gestartete Rennen \u2013 die Tour de Force kann beginnen. So etwas geht nur in der Literatur. Ich habe einmal ein Gedicht gelesen, in dem die Eisberge untergingen und die Titanic wohlbehalten im Hafen von New York einlief. Unglaublich, was f\u00fcr M\u00f6glichkeiten und R\u00e4ume Literatur und Sprache er\/\u00f6ffnen k\u00f6nnen.<br \/><br \/>Einzelne Namen aufrufen hei\u00dft viele Erw\u00e4hnenswerte \u00fcbergehen, die Teilnehmer bleiben vorl\u00e4ufig unbenannt, und jeder Leser mache sich sein eigenes Bild. Stahlro\u00df und Reiter werden dort benannt, wo der entsprechende Raum zur Verf\u00fcgung steht: In \u00bbAus dem Hinterland. Lyrik nach 2000\u00ab (2005) und \u00bbKiesel &amp; Kastanie. Von neuen Gedichten und Geschichten\u00ab (2008) finden Sie auf insgesamt 832 Seiten Fakten, Hintergr\u00fcnde, Meinungen und \u2013 Namen. Unter denen, die nicht am Start sind, benenne ich Marjana Gaponenko (1981), Lino Wirag (1973) und Walter Pucher (1971), drei ausgepr\u00e4gt eigen\/artig Schreibende, deren wundersame, funkenspr\u00fchende, wortstarke Gedichte die jeweiligen Sammlungen zu\u00ads\u00e4tz\u00adlich bereichert h\u00e4tten.<br \/><br \/>Ready \u2013 steady \u2013 go. Eine\/r f\u00e4hrt vom Start weg einen betont rasanten Stil, geht ungesch\u00fctzt in den Wind, \u00bbdas fault sich schnell im Unterleib und aast dahin\u00ab, f\u00e4hrt k\u00fchn die Kurven an \u2013 \u00bbohne brakesbenutzung backwards an ne wall sliden\u00ab. Das straff durchorganisierte Feld bleibt dran, \u00bbam entfernten horizont das rotieren \/ des helikopters\u00ab. Hier zieht einer das Tempo an, ich schlingerte, dort w\u00e4hlt jener ein kleineres Silbenritzel \u2013 \u00bbin vollen z\u00fcgen \/ genie\u00dfe ich \/ die fahrt \/ am wenigsten\u00ab \u2013, mal sehn, was draus wird. Mit dem \u00bbKlapprad \/ Durch das Niemandsland\u00ab fahren die wenigsten. Ziemliche Temperamentsunterschiede, ein Ruf: \u00bbich mag nicht mal die reime mehr, trete sie mit f\u00fc\u00dfen\u00ab, doch der Pulk funktioniert wie eine vielbeinige Gestalt \u00bbim zentrum der liebe\u00ab, die (gr\u00f6\u00dftenteils) freimetrisch, \u00bbohne R\u00fccksicht pr\u00fcgelt sich die Landschaft ins R\u00fcckgrat\u00ab, (beinah) reimfrei, auf klassische Formen (fast ganz) verzichtend durch die virtuelle Verslandschaft (\u00bbbewohnbare bauwagengebirge\u00ab) schl\u00e4ngelt und \u00bbDie Berge, da drau\u00dfen, verschwinden im Regen\u00ab. So kommt man, kurz- oder langatmig, gemeinsam auf die Zielgerade dieser flotten, aber nicht aufregenden Etappe, \u00bbPaula b\u00fcckt sich und zurrt \/ die Riemchen ihrer Ballerinas fester \u2013 fuck it, sweetheart\u00ab, kaum eine ernsthaft b\u00f6se Attacke, \u00bbDer Himmel klart auf\u00ab, keiner tut dem andern weh, \u00bbgl\u00fchw\u00fcrmchen sto\u00dfen \/ niemals zusammen\u00ab, w\u00e4hrend man \u00fcber die Ziellinie f\u00e4hrt \u00bbauf dem \u2013 so sagt man \u2013 harten Pflaster\u00ab. Was sind das f\u00fcr \u00bbbieder sind wir doch verschwommen sch\u00f6n\/e Zeiten: im rothaus am see vom wohnwagen aus \/ guckst du k\u00fche, die salzleckend grasend \/ den wald st\u00e4rken\u00ab.<br \/><br \/>Bei Charles Simic lese ich: \u00bbDon&#8217;t tell the readers what they already know about life. Don&#8217;t assume you&#8217;re the only one in the world who suffers. Don&#8217;t overwrite. The use of images, similes and metaphors make poems concise. Say the words you are writing aloud and let your ear decide what word comes next. Remember that what you are writing is a draft that will need additional tinkering \u2013 perhaps many months, even years, of tinkering\u00ab.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbstieg den h\u00fcgel alter schimmernder buchen \/ hinauf\u00ab Als von Jorge Luis Borges entflammter Grenzlandbewohner (\u00bbVon Borges lesen lernen, hei\u00dft: eklektisch lesen, den Kanon aufl\u00f6sen, Literatur ohne Chronologie, ohne Geschichte und ohne Nationalit\u00e4t wahrnehmen\u00ab, Alberto Manguel), der gern \u00fcber politische, kulturelle, zeitliche Schranken hinwegliest, finde ich in den zeitgen\u00f6ssischen Gedichten und Geschichten jenseits deutscher Grenzen vielfach mehr Bi\u00df und Tiefgang, sie sind kerniger, zwingen, dr\u00e4ngen und verlocken, \u00fcben immer wieder die unwiderstehliche Wirkung aus, die ich in manchen der guten neuen B\u00fccher im deutschen Sprachraum vermisse. Die angloamerikanische Literatur beispielsweise, die mich seit Jahrzehnten zu spontanen Spr\u00fcngen \u00fcber den Atlantik verf\u00fchrt, versammelt an der Spitze eine Reihe nobelpreisverd\u00e4chtiger K\u00f6nner von Weltformat. Pers\u00f6nliche Favoriten in dieser Gruppe sind f\u00fcr die Prosa Philip Roth (dessen in diesen Tagen erschienenem Roman \u00bbIndignation\u00ab ich entgegenfiebere), gefolgt von John Updike, f\u00fcr die Lyrik Billy Collins im Gleichschritt mit John Ashbery. Mit diesen konkurriert im deutschen Sprachraum in den Jahren nach 2000 allein Friederike Mayr\u00f6cker, die wahrhaft j\u00fcngste Dichterin deutscher Sprache von Weltformat: Zuletzt las ich \u00bbPaloma\u00ab und wurde wie so oft schon eingefangen von diesen federleichten, luftigen, musikalischen und doch so resonanten Wortmontagen. Ich w\u00fcnschte, Friederike Mayr\u00f6cker h\u00e4tte den Nobelpreis an Elfriede Jelineks statt erhalten, deren kalauerhafte Prosa ich bei weitem \u00fcbersch\u00e4tzt finde. An die Durchschlagskraft der gro\u00dfen Romane und Gedichtb\u00e4nde auch der j\u00fcngeren deutschsprachigen Vergangenheit kommt die deutsche Literatur in diesen Jahren ebenfalls nicht ganz heran. Again: So what?<br \/><br \/>Ich lese weiter hier im h\u00fcgligen, gr\u00fcnen, regenreichen Hinterland nahe der belgischen Grenze (fast) alles, was mir vor die Flinte kommt, werfe auch bei Sonnenschein die Angelhaken aus und ziehe neue B\u00fccher an Land: \u00bbScharm\u00fctzelwetter\u00ab wartet mit wider den Lyrikstachel l\u00f6ckenden Versformationen auf, die Sand ins bisweilen vielleicht allzu glatt laufende Getriebe streuen, Ulrike Draesner konfrontiert mich in \u00bbber\u00fchrte orte\u00ab mit totallyrischen (Selbst-)Vergewisserungen einer Dichterin, f\u00fcr die F\u00fchlen, Gleichgewicht halten, H\u00f6ren, Orientierung finden, Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken in einer selten nur noch zu be\/greifenden Welt, deren vielschichtige [z\/er\/split\/terte] <s>Realit\u00e4ten<\/s> kaum mehr zu fassen sind, kraft des Vers\/Dichtens der rhythmisch pulsierenden Wortkombinationen haarscharf er\/lebbar bleibt, w\u00e4hrend ich mich von Joachim Sartorius ins weitr\u00e4umige \u00bbH\u00f4tel des \u00c9trangers\u00ab entf\u00fchren lasse, in dem ich mich in Lobby und Lounge von gel\u00f6st zwischen Gef\u00fchl und Gedanken schwingenden Gedichten verw\u00f6hnen lasse: \u00bbMag sein, \/ da\u00df ich s\u00fcndhaft neugierig bin\u00ab.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u00bbMan liest ein Buch. Wie Sterne sind die B\u00fccher der Poeten. So unendlich weit von uns. Und dennoch schimmern sie.\u00ab<\/span><br \/><span style=\"color: #999999;\">(Peter Altenberg, \u00bbWie ich es sehe\u00ab)<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nico Bleutge, \u00bbfallstreifen\u00ab, Gedichte, C.H.Beck, M\u00fcnchen 2008.<br \/>Karl Otto Conrady (Hg.), \u00bbDer Gro\u00dfe Conrady. Das Buch deutscher Gedichte. Von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart\u00ab, Artemis &amp; Winkler, D\u00fcsseldorf 2008.<br \/>Henri Dor, \u00bbSchullandschaft mit Lehrer. Eine Erz\u00e4hlung\u00ab, BoD, Norderstedt 2008.<br \/>Ulrike Draesner, \u00bbber\u00fchrte orte\u00ab, Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, M\u00fcnchen 2008.<br \/>Saskia Fischer, \u00bbScharm\u00fctzelwetter\u00ab, Gedichte, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.<br \/>G\u00fcnter Grass, \u00bbDie Box. Dunkelkammergeschichten\u00ab, Steidl, G\u00f6ttingen 2008.<br \/>J\u00fcrg Halter, \u00bbNichts, das mich h\u00e4lt\u00ab, Gedichte, Ammann, Z\u00fcrich 2008.<br \/>Peter Handke, \u00bbKali. Eine Vorwintergeschichte\u00ab, Suhrkamp Frankfurt am Main 2008.<br \/>Marius Hulpe, \u00bbwiederbelebung der l\u00e4mmer\u00ab, Gedichte, Ammann, Z\u00fcrich 2008.<br \/>Sabine Imhof, \u00bbDas Alibi der Abwesenheit\u00ab, Gedichte, yedermann, Riemerling 2008.<br \/>Uwe Kolbe, \u00bbHeimliche Feste\u00ab, Gedichte, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.<br \/>Jan Kuhlbrodt, \u00bbSchneckenparadies\u00ab, Roman, Pl\u00f6ttner, Leipzig 2008.<br \/>Bj\u00f6rn Kuhligk und Jan Wagner (Hg.), \u00bbLyrik von JETZT\u00a0<sup>zwei<\/sup>. 50 Stimmen\u00ab, Berlin Verlag, Berlin 2008.<br \/>Axel Kutsch (Hg.), \u00bbVersnetze. Das gro\u00dfe Buch der neuen deutschen Lyrik\u00ab, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2008.<br \/>Friederike Mayr\u00f6cker, \u00bbPaloma\u00ab, Prosa, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.<br \/>Shafiq Naz (Hg.), \u00bbDer deutsche Lyrikkalender 2009. Jeder Tag ein Gedicht\u00ab,<br \/>Alhambra Publishing, B-Bertem 2008.<br \/>Tom Pohlmann, \u00bbDie Geschwindigkeit der Formeln. Gedichte und Prosa\u00ab, Edition Mischhaus,<br \/>Leipzig 2008.<br \/>Joachim Sartorius, \u00bbH\u00f4tel des \u00c9trangers\u00ab, Gedichte, Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln 2008.<br \/>Ulf Stolterfoht, \u00bbholzrauch \u00fcber heslach\u00ab, Langgedicht, Urs Engeler Editor,<br \/>Basel und Weil am Rhein 2008.<br \/>Uwe Tellkamp, \u00bbDer Turm\u00ab, Roman, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.<br \/>Ron Winkler (Hg.), \u00bbNeubuch. Neue junge Lyrik\u00ab, Nachwort von Ulrike Draesner, <br \/>yedermann, Riemerling 2008.<br \/>Maximilan Zander, \u00bbAnthropisch\u00ab, Gedichte, Silver Horse Edition, Marklkofen 2008.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 18. September. Diesen aus Gedanken-, Gespr\u00e4chs- und Mail\u00adsplittern hervor\u00adgegan\u00adgenen kurzen Aufsatz werde ich erst einmal ein paar Tage gut abh\u00e4ngen. Vielleicht habe ich ihn nur f\u00fcr mich geschrieben und werde ihn gar nicht ver\u00f6ffent\u00adlichen? Ich bin mir im Augen\u00adblick&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/10\/29\/auf-dem-teppich-bleiben\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":19900,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[84],"class_list":["post-63413","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63413"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63413\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}