{"id":63053,"date":"2021-03-31T00:01:03","date_gmt":"2021-03-30T22:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=63053"},"modified":"2021-03-31T05:25:31","modified_gmt":"2021-03-31T03:25:31","slug":"gipfeltreffen-zu-dritt-mit-mir-selbst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/31\/gipfeltreffen-zu-dritt-mit-mir-selbst\/","title":{"rendered":"Gipfeltreffen zu dritt mit mir selbst"},"content":{"rendered":"\r\n<div id=\"attachment_44658\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/CoverLokalhelden-e1551630453378.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44658\" class=\"wp-image-44658 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/CoverLokalhelden-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-44658\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Jo Lurk<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion<\/span>: Ulrich Bergmann war angetan vom Cover der <em>Lokalhelden<\/em>. A.J. Weigoni hatte ihn daraufhin zu einem Kollegengespr\u00e4ch in ein Brauhaus eingeladen. Bergmann bevorzugte jedoch ein unterg\u00e4riges Bier. Eine Erinnerung des Bonners an den ungarischen Rheinl\u00e4nder.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs gibt wohl nur wenige Schriftsteller, die so lebensfroh sind wie ich\u201c, sage ich zu Weigoni beim Interview in D\u00fcsseldorf. \u2013 \u201eAha\u201c, sagt Weigoni. \u2013 \u201eJa\u201c, sage ich, \u201eich schreibe ja nicht aus Depression oder so, sondern weil ich ein Tr\u00e4umer bin.\u201c \u2013 \u201eSoso\u201c, sagt Weigoni und schaut mich mit gro\u00dfen Augen an, \u201esoso.\u201c \u201eSie glauben mir wohl nicht\u201c, sage ich. \u2013 \u201eDoch doch\u201c, sagt er, \u201edoch doch.\u201c &#8211;\u00a0 \u201eSie zweifeln\u201c, sage ich, \u201edas sehe ich Ihnen an.\u201c \u2013 Nein nein &#8230;\u201c \u2013 \u201eGlauben Sie mir, Weigoni, es gibt da kein Aber.\u201c \u2013 \u201eSie verbl\u00fcffen mich\u201c, sagt er, \u201eimmer wieder versetzen Sie mich in Erstaunen.\u201c \u2013 \u201eKein Wunder\u201c, sage ich, \u201eich staune ja \u00fcber mich selbst am allermeisten!\u201c \u2013 \u201eSie m\u00fcssen sich selbst doch besser kennen als ich Sie\u201c, wandte er ein. \u2013 \u201eLieber Weigoni\u201c, sage ich, \u201edas glauben wir nur. Ich kenne mich selbst nur sehr vage \u2013 vielleicht spiegele ich mich in dieser oder jener Romanfigur.\u201c \u2013 \u201eZum Beispiel?\u201c \u2013 \u201eIn Thomas Manns Joseph.\u201c \u2013 \u201eWie das?\u201c, fragt er. \u2013 \u201eHaben Sie <em>Joseph und seine Br\u00fcder<\/em> gelesen?\u201c, frage ich zur\u00fcck. \u201eNein\u201c, sagt er, \u201enoch nicht.\u201c \u201eLesen Sie den Roman, und Sie werden mich durchschauen.\u201c \u2013 \u201eVielleicht gibt es eine andere Figur in einem etwas k\u00fcrzerem Roman &#8230;?\u201c &#8211; \u201eOkay\u201c, sage ich, \u201eFelix Krull.\u201c \u2013 \u201eGreifen Sie da nicht etwas zu hoch?\u201c \u2013 \u201eEher zu tief\u201c, sage ich, \u201e\u00fcbrigens sehe ich mich auch in Hans Castorp gespiegelt.\u201c \u2013 \u201eLieber Bergmann, mein Gott\u201c, sagt Weigoni, \u201edas ist hart.\u201c \u2013 \u201eAch was\u201c, sage ich, \u201eich brauche diese Zerrspiegel nur, um mir klarzumachen, wie froh ich lebe.\u201c \u2013 \u201eParbleu!\u201c, rief Weigoni, \u201eparbleu!\u201c \u2013 \u201eJa\u201c, sage ich, \u201eich leide eigentlich nur an der G\u00fcte meiner Natur, die mir so sehr wohl will. Meine Mutter, die ja noch lebt, sagt immer wieder, ich sei von klein auf ein sunny boy gewesen, ein Strahlemann, ein Gl\u00fcckskind eben.\u201c \u2013 \u201eNa dann &#8230;\u201c, sagt Weigoni, und ich sage: \u201eIch danke Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch, lieber Weigoni, Ihre tiefsinnigen Fragen haben mir endg\u00fcltige Klarheit \u00fcber mich verschafft.\u201c<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lokalhelden,<\/strong> Roman von A. J. Weigoni, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2018 \u2013 Limitierte und handsignierte Ausgabe des Buches als Hardcover.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gionos-La\u0308cheln-1-e1523944578753.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-50066 alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gionos-La\u0308cheln-1-e1523944578753.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"263\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Bei dem vertiefenden <em>Kollegengespr\u00e4ch<\/em> mit Ulrich Bergmann, breitete Weigoni sein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50056\">Recherchematerial<\/a> aus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: Ulrich Bergmann war angetan vom Cover der Lokalhelden. A.J. Weigoni hatte ihn daraufhin zu einem Kollegengespr\u00e4ch in ein Brauhaus eingeladen. Bergmann bevorzugte jedoch ein unterg\u00e4riges Bier. 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