{"id":6282,"date":"2012-07-30T00:01:22","date_gmt":"2012-07-29T22:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6282"},"modified":"2022-03-06T08:13:03","modified_gmt":"2022-03-06T07:13:03","slug":"6282","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/30\/6282\/","title":{"rendered":"Meine erste Schallplatte: &#8222;Heart of glass&#8220; von Blondie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Blondie_-_Heart_Of_Glass_UK.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6286\" title=\"Blondie_-_Heart_Of_Glass_(UK)\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Blondie_-_Heart_Of_Glass_UK-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Blondie_-_Heart_Of_Glass_UK-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Blondie_-_Heart_Of_Glass_UK.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Blondie \u2013 f\u00fcr knapp Elfj\u00e4hrige in einer bayrischen Kleinstadt war Blondie 1979 nicht unbedingt ein <em>must-have<\/em>. Jedoch f\u00fcr mich als gef\u00fchlte Trendsetterin und zuk\u00fcnftige Rebellin mit engen Verwandten zudem noch aus M\u00fcnchen, was f\u00fcr uns damals New York gleichkam, wenngleich es nur 240 km weit weg war. \u00a0Keine Ferien vergingen, wo ich nicht dort war und kleidungstechnisch die ersten \u201eNobel-Punk-Klamotten\u201c trug. Tja so was gab es wohl auch nur in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich war es nur die Single-Auskopplung 1979. In dieser Zeit entwickelte sich nicht nur die Musik in synthetisch-quietschigere Klangwellen, Farben dr\u00fcckten das allgemeine Lebensgef\u00fchl einer experimentierfreudigeren Zeit aus. Popul\u00e4rmusikalisch befand man sich\u00a0inmitten der Disco-Zeiten (man denke an Boney M., Marvin Gaye, Temptations usw) und Nach-Beatles-\u00c4ra. Gleichnamige Sendung <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3uJIwUegxSo\"><em>Disco<\/em><\/a> im ARD-Programm war neben der ZDF-Hitparade das Highlight der Woche und Ilja Richter bleibt kleidungstechnisch und dank seiner sprachlichen Ausdrucksvielfalt unvergessen, nicht minder Dieter Thomas Heck. Die andere bescheiden anmutende Alternative war mein Transistorradio, dessen Klang grauenhaft war, aber an <em>Pop nach 8<\/em> auf Bayern 3 konnte nicht vorbeigeh\u00f6rt werden, wollte man auf dem Laufenden sein und nichts lie\u00df man dazwischenkommen, das waren feste Termine mit vollster Konzentration.. Es gab noch eine weitere f\u00fcr mich schlechteste Alternative, Hausmusik bei Eltern am K\u00fcchentisch. Aber in diesem Alter ist man erfindungsreich, was Ausreden anbelangt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Plattenspieler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-6289 alignright\" title=\"Plattenspieler\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Plattenspieler-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>So kam es, dass ich im zarten Alter von zehn Jahren einen knall-orangefarbenen Plattenspieler voller Stolz mein Eigen nennen durfte, nat\u00fcrlich vom Taschengeld gekauft. Wof\u00fcr sonst konnte man damals auch in einer bayrischen Kleinstadt schon Taschengeld ausgeben. Au\u00dfer nat\u00fcrlich f\u00fcr eher unregelm\u00e4\u00dfige <em>Bravo<\/em>-Scherenschnitte und meine ungez\u00e4hlten gelben Reclam-Heftchen. Die Beschaffung musste ich allerdings einem meiner \u00e4lteren Br\u00fcder \u00fcberlassen, da war ich zu jung daf\u00fcr und logistisch war das nicht so einfach wie heute mit Taxi Mama. Man musste zur n\u00e4chst gr\u00f6\u00dferen Stadt mit dem Bummelzug fahren. Amazon und Internet h\u00e4tte man damals f\u00fcr ausl\u00e4ndische Gerichte halten d\u00fcrfen. Die Freude, die dieser Plattenspieler ausl\u00f6ste, verdr\u00e4ngte das Drama, welches ich der Farbe <em>orange<\/em> zuschrieb. In der dritten Klasse bekam ich Hausschuhe in ja, man darf es ahnen DIESER Farbe. So oft es ging verweigerte ich mich ihnen mit entsprechender Wahrnehmung seitens der Lehrer. Ich musste sie, egal, wo ich sie versteckte, suchen gehen und anziehen. Nun was bestimmte Moden aus dieser Zeit anbelangt, d\u00fcrften einige schmunzelnd von \u00e4hnlich pr\u00e4genden Erfahrungen nicht unbedingt profitiert haben, diese leben aber in friedlicher Co-Existenz irgendwo im Grab der weniger sch\u00f6nen Erinnerungen weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Roxy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6291\" title=\"Roxy\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Roxy-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Es gab im Freundeskreis einige M\u00e4dchen, die noch mit Barbies spielten, welche dann in meinem Zimmer auf <em>Blondi<\/em> gestylt wurden. Nun ja, eine kleinb\u00fcrgerlich brave deutsche Kindheit eben. Da mir meine Br\u00fcder altersm\u00e4\u00dfig ein paar Jahre voraus waren und <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zdhsbBDYOj4\">Heart of glass<\/a> rauf und runter seinen Reiz verlor, lieh ich mir etliches aus ihren Sammlungen von Tangerine Dream, Manfred Manns Earth Band bis Pink Floyd, Roxy Musik und mit speziellen Erinnerungen T-Rex aus. Freunde meiner Br\u00fcder wohnten in M\u00fcnchen und wir durften dort immer Videos auf MTV sehen, bevorzugt T-Rex. Diese Freunde kifften, was f\u00fcr mich den Ausbund an Unm\u00f6glichem darstellte oder gar einen Kulturschock ausl\u00f6ste, nichtsdestotrotz war es cool, damit anzugeben. Da meine Br\u00fcder High-End-Anlagen besa\u00dfen und (heimlich) sonnt\u00e4gliche Nachmittags-Teenie-Discobesuche nat\u00fcrlich per Anhalter auf l\u00e4ndlichem Gebiet unbedingt sein mussten, gen\u00fcgte der orangefarbene Plattenspieler meinen H\u00f6ranspr\u00fcchen nicht mehr. Gemeinsame und wundersch\u00f6ne H\u00f6rerlebnisse mit meinem Lieblingsbruder in seinem Zimmer folgten, und nach ein paar Jahren erbte ich seine Anlage! Was ein Gl\u00fcck, denn unser Musikgeschmack divergierte erheblich. Durch die vielen M\u00fcnchenbesuche wurde es relativ einfach, ungew\u00f6hnlichere Platten zu erwerben. Auf dem Land w\u00e4re nur G\u00e4ngiges oder mainstream zu erwerben gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>no-future<\/em>-Zeit und -Generation waren ein typischer Ausdruck der fr\u00fchen 80iger und ich mittendrin mit s\u00e4mtlichen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten, die man sich eher kreativ erarbeitete, als einfach nur kaufen konnte. Das Establishment in Frage stellend folgten in logischer Konsequenz Punkrock und New Wave, beides lange Zeit nach der Pubert\u00e4t noch meine musikalische Heimat und auch heute bevorzuge ich neben klassischer Musik elektronische Beats. Die Wurzeln wurden wohl zu dieser Zeit gelegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-100099 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/476px-Schallplatte_Deutsche_Grammophon_Stimme_seines_Herrn-298x300.jpg\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<div class=\"ecm0bbzt e5nlhep0 a8c37x1j\">\n<div class=\"kvgmc6g5 cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql\">\n<div dir=\"auto\" style=\"text-align: justify;\">Meine erste Schallplatte: \u201eHeart of glass\u201c von Blondie, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/30\/6282\/\">vorgestellt<\/a> von Martina Haimerl. <span data-offset-key=\"eaie5-0-0\">Life circles at 33rpm!, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/16\/meine-erste-schallplatte-2\/\">postulierte<\/a> Mischa Kuball. <\/span><span data-offset-key=\"3f7gr-0-0\">Wer sich hinter &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/09\/meine-erste-schallplatte-oder-mister-b\/\">Mister B<\/a>&#8220; verbirgt, beschreibt Christine Kappe. Erg\u00e4nzen ein Artikel zum <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/05\/01\/kassettenuntergrund\/\">Kassettenuntergrund<\/a>. <\/span><span data-offset-key=\"ajv9h-0-0\">\u00bb<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/18\/meine-erste-schallplatte-%e2%80%9edon-juan-von-dave-dee-dozy-beaky-mick-and-tich\/\">Don Juan<\/a>\u00ab von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich, vorgestellt von Joachim Feldmann. <\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/02\/5165\/\">Eine Reise ins Gl\u00fcck<\/a> von den Lilians, vorgestellt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Ju Sophie Kerschbaumer<\/span><\/span>. \u201eThis charming man\u201c von den Smiths <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/01\/meine-erste-platte-this-charming-man-von-den-schmidts\/\">vorgestellt<\/a> von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Haimo Hieronymus<\/span><\/span>. The Fall \u2013 Big New Prince <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/08\/25\/mein-klassiker-the-fall-big-new-prince\/\">vorgestellt<\/a> von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Enno Stahl.\u00a0<\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/04\/12\/dschaeaeaezz\/\">Dsch\u00e4\u00e4\u00e4zz<\/a>!!!, geh\u00f6rt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Eva Kurowski. Helge Schneider ist wahrscheinlich der bislang einzige Solo-K\u00fcnstler, der gleich mit seiner ersten Platte den Titel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/04\/02\/die-singende-herrentorte\/\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a> gab. Begleitet wurde er bei den Aufnahmen durch Tonmeister Tom T\u00e4ger im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tonstudio an der Ruhr<\/a>.<\/span><\/span> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/12\/28\/meine-ersten-drei-platten\/\">Meine ersten drei Platten<\/a>, vorgestellt von\u00a0<span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Marcus Baltzer. <\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/06\/meine-musik\/\">Meine Musik<\/a>, vorgestellt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Ulrich Bergmann. <\/span><\/span><span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Mit etwas Versp\u00e4tung erschien <\/span><\/span>Pia Lunds zweites Solo-Album <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/10\/21\/ein-geschenk-von-pia-lund\/\">Gift<\/a>. <\/em><em>Smile<\/em> war f\u00fcr A.J. Weigoni ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/12\/meine-erste-schallplatte\/\">Versprechen<\/a>. Eine Generation sp\u00e4ter wurde es eingel\u00f6st. Selbstverst\u00e4ndlich auf Vinyl. Und in Mono. Eine Wiederver\u00f6ffentlichung der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/21\/das-herz-des-motorik-beats\/\"><em>Neu!<\/em>-Studioalben<\/a> ist auf dem Label Gr\u00f6nland erschienen. in 1999 ging KUNO der Frage <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/01\/label-oder-available\/\">Label oder available?<\/a> nach. Einen <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/letternmusik.htm\">Remix<\/a> zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der \u201cLetternmusik\u201d gemacht. &#8222;<em>Wenn es Videoclips gibt, muss auch die Literatur auf die ver\u00e4nderten <\/em><em>medialen Verh\u00e4ltnisse reagieren.&#8220;, <\/em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/01\/18\/literaturclips-2\/\">postulierte<\/a> A.J. Weigoni 1991 und erfand mit Frank Michaelis das H\u00f6rbuch. Erweiternd zum Medium der <em><span lang=\"en\">Compact Disc<\/span><\/em> auch der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=33102\">Press\/Play<\/a>.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blondie \u2013 f\u00fcr knapp Elfj\u00e4hrige in einer bayrischen Kleinstadt war Blondie 1979 nicht unbedingt ein must-have. 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