{"id":62344,"date":"1997-07-03T00:07:00","date_gmt":"1997-07-02T22:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=62344"},"modified":"2020-03-31T19:24:01","modified_gmt":"2020-03-31T17:24:01","slug":"entschluesse-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/07\/03\/entschluesse-2\/","title":{"rendered":"Entschl\u00fcsse"},"content":{"rendered":"\n<p>Aus einem elenden Zustand sich zu erheben, mu\u00df selbst mit gewollter  Energie leicht sein. Ich rei\u00dfe mich vom Sessel los, umlaufe den Tisch,  mache Kopf und Hals beweglich, bringe Feuer in die Augen, spanne die  Muskeln um sie herum. Arbeite jedem Gef\u00fchl entgegen, begr\u00fc\u00dfe A.  st\u00fcrmisch, wenn er jetzt kommen wird, dulde B. freundlich in meinem Zimmer, ziehe bei C. alles, was gesagt  wird, trotz Schmerz und M\u00fche mit langen Z\u00fcgen in mich hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber selbst wenn es so geht, wird mit jedem \nFehler, der nicht ausbleiben kann, das Ganze, das Leichte und das \nSchwere, stocken, und ich werde mich im Kreise zur\u00fcckdrehen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb bleibt doch der beste Rat, alles \nhinzunehmen, als schwere Masse sich verhalten, und f\u00fchle man sich selbst\n fortgeblasen, keinen unn\u00f6tigen Schritt sich ablocken lassen, den \nanderen mit Tierblick anschaun, keine Reue f\u00fchlen, kurz, das, was vom \nLeben als Gespenst noch \u00fcbrig ist, mit eigener Hand niederdr\u00fccken, das \nhei\u00dft, die letzte grabm\u00e4\u00dfige Ruhe noch vermehren und nichts au\u00dfer ihr \nmehr bestehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine charakteristische Bewegung eines solchen Zustandes ist das Hinfahren des kleinen Fingers \u00fcber die Augenbrauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p>KUNO hat ein Faible f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Trash<\/a>. Dem Begriff <em>Trash<\/em>\n  haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In \nMusik,  Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen  \nstattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer  \nAussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich \n der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. In der Reihe  \nGossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz \n und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe  \ngenug kommen. Der Essay <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\" target=\"_blank\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Daher sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\" target=\"_blank\">Deutscher Trash<\/a> ebenso eindr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\" target=\"_blank\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Ebenso verwiesen sei auf die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44449\" target=\"_blank\">Trash-Lyrik<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus einem elenden Zustand sich zu erheben, mu\u00df selbst mit gewollter Energie leicht sein. Ich rei\u00dfe mich vom Sessel los, umlaufe den Tisch, mache Kopf und Hals beweglich, bringe Feuer in die Augen, spanne die Muskeln um sie herum. 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