{"id":62036,"date":"2020-03-26T00:01:00","date_gmt":"2020-03-25T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=62036"},"modified":"2020-03-21T18:07:41","modified_gmt":"2020-03-21T17:07:41","slug":"schreibtisch-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/03\/26\/schreibtisch-2\/","title":{"rendered":"Es ist gut, einen Schreibtisch zu haben, aber \u2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\">Klaus Siblewski hat mit zehn hochkar\u00e4tigen Autorinnen\nund Autoren gesprochen und ihnen die kuriosesten Arbeitsvorlieben und\n\u00fcberraschendsten Schreibgeheimnisse entlockt. Durch seine pr\u00e4zisen\nFragen&nbsp;sind detailgenaue Impressionen entstanden, die nicht nur viel \u00fcber\nden Prozess des Schreibens verraten, sondern auch&nbsp;\u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit\nhinter dem Werk.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schaue mir gerne Fotos der Schreibtische von Autorinnen und Autoren an und stelle mich in Museen ebenso gerne vor die Schreibtische ber\u00fchmter Schriftstellerinnen und Schriftsteller, von Johann Wolfgang Goethe bis Thomas Mann und Bertolt Brecht, von G\u00fcnter Grass bis Eva Demski und Martin Mosebach (wenn im Folgenden stets die maskuline Form verwendet wird, sind Autorinnen\/ Schriftstellerinnen doch immer mitgedacht, das gilt auch f\u00fcr den Untertitel dieses Buchs). Gelegentlich geht vom Anblick dieser Schreibtische eine dunkle Kraft aus. F\u00fcr kurze Zeit f\u00fchle ich mich gest\u00e4rkt oder glaube, mich f\u00fcr die eigene Arbeit gest\u00e4rkt zu f\u00fchlen, genauer l\u00e4sst sich das wegen der Fl\u00fcchtigkeit dieses Gef\u00fchls nicht sagen. Frage ich mich aber, was ich gesehen habe, kann ich diese Frage nicht beantworten&nbsp;\u2013 obwohl ich jedes Detail, vom Federkiel bis zu antiquierten Computern, ausf\u00fchrlich betrachtet und mir einpr\u00e4gen wollte. In der Summe bleibt, meist uneingestanden, ein unbefriedigendes Gef\u00fchl zur\u00fcck, und wenn ich \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses unbefriedigende Gef\u00fchl nachdenke, dann besteht ein wesentlicher Grund darin: Ich konnte die Bedeutung dessen, was ich gesehen habe, nicht im Mindesten einsch\u00e4tzen. Warum legte Heinrich B\u00f6ll zum Beispiel eine Armada gespitzter Bleistifte in Reih und Glied auf die Platte seines Schreibtischs? Sollte der Anblick ihn ermuntern, wollte er immer einen Bleistift griffbereit zum Schreiben haben (aber h\u00e4tten dann nicht zwei oder drei gereicht?), mochte er sich in dem Sinn unter Druck setzen, dass die Kolonnen an Bleistiften ihm signalisierten, hier werde nicht getr\u00e4umt, sondern gearbeitet&nbsp; \u2013 oder hasste er Bleistifte, nahm nie auch nur einen einzigen zur Hand, und aus purem Widerwillen gegen diese Stifte setzte er seine Schreibmaschine in Gang und fand ins Schreiben hinein?&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-cyan-bluish-gray-color\">Die Antworten finden sich in:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-600x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-62040\" width=\"150\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-600x1024.jpg 600w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-176x300.jpg 176w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-768x1310.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-901x1536.jpg 901w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-560x955.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-260x443.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch-160x273.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Cover_Schreibtisch.jpg 1130w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>ES KANN NICHT STILL GENUG<\/strong> <strong>SEIN<\/strong>. Schriftsteller sprechen \u00fcber ihre Schreibtische. von&nbsp;Klaus Siblewski. Kampaverlag 2020<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 1995 und 1999 hat A.J. Weigoni im Rahmen seiner Arbeit f\u00fcr den VS <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25436\"><em>Kollegengespr\u00e4che<\/em><\/a> mit Schriftstellern aus Belgien, Deutschland, Rum\u00e4nien, \u00d6sterreich und der Schweiz. Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) haben diese Reihe in loser Folge ab 2011 fortgesetzt. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus Siblewski hat mit zehn hochkar\u00e4tigen Autorinnen und Autoren gesprochen und ihnen die kuriosesten Arbeitsvorlieben und \u00fcberraschendsten Schreibgeheimnisse entlockt. 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