{"id":60286,"date":"2021-03-13T00:01:00","date_gmt":"2021-03-12T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=60286"},"modified":"2022-02-27T15:22:57","modified_gmt":"2022-02-27T14:22:57","slug":"gelegenheitstexte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/13\/gelegenheitstexte\/","title":{"rendered":"Gelegenheitstexte"},"content":{"rendered":"\r\n<div class=\"page\" title=\"Page 64\">\r\n<div class=\"section\">\r\n<div class=\"layoutArea\">\r\n<div class=\"column\">\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Der Dichter, der sein Gesicht verbirgt, bewegt sich auf heiligem Terrain. Er benutzt Gottes eigenen Trick.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Don DeLillo<\/span><\/p>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diesen VerDichter war es ein letztes Anliegen, seinen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/18\/nackte-fakten-verkleidete-fiktionen\/\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Vorlass<\/span> <\/em><\/a>selbst zu ordnen. In diesem Band werden biographische, werkgenetische und poetologische Fragen beantwortet. Auf Seite 3 f\u00e4llt die Bezeichnung \u201eGebrauchsprosa einer Fussnotenexistenz\u201c auf, bezeichnend f\u00fcr die selbstironische Distanz, die A.J. Weigoni zum Literaturbetrieb hatte, und die sich immer mehr vergr\u00f6sserte. Er betrachtete die Werkimmanenz eher sp\u00f6ttisch, auf geh\u00f6rigem Abstand.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem 96 Seiten umfassenden Band sind Essays, Glossen und ein Kollegengespr\u00e4ch des Schriftstellers aus den vergangenen rund 25 Jahren gesammelt, die er vor seinem Tod noch selbst f\u00fcr den Band ausgew\u00e4hlt hatte. Kurze Erinnerungsst\u00fccke und essayistische Betrachtungen machen das Buch zu einem kurzweiligen Leseerlebnis, diese bilden nicht nur quantitativ einen bedeutenden Teil des Weigoni\u2019schen Werkes. Der <em>Vorlass <\/em>ist eine Art Mobile, an dem verschiedene Textsorten eine vage, doch erkenntnisf\u00f6rdernde Balance erzeugen. Immer wieder finden sich unter den Essays auch programmatische Texte wie \u201eMedienp\u00e4dagogisches Arbeiten mit Jugendlichen\u201c, er hatte stets ein offenes Ohr, was man auf vordenker in der Reihe <em>MetaPhon<\/em> nachh\u00f6ren kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Weigonis Verst\u00e4ndnis von Lyrik finden sich grundlegende Ausf\u00fchrungen wie <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/18\/verdichtung-ueber-das-verfertigen-von-poesie\/\"><em>VerDichtung<\/em><\/a><\/span>, eine \u201eAuftragsarbeit\u201c die ihm zu seinem 50. Lebensjahr abgefordert wurde. Nicht minder schwerg\u00e4ngig in der Suada \u201eVerweisungszeichen zur Poesie\u201c, wie er die die Leidenschaft f\u00fcr abstrakte Denkmodelle mit der Lust am Fabulieren verbindet, an den Pathos, Expressivit\u00e4t, Sch\u00f6nheit der Worte glaubte und die Identit\u00e4t (in!) der Sprache beschw\u00f6rte, nur sie gab ihm zuweilen Heimat. Das schwerbl\u00fctige wird unterbrochen von heiteren Petitessen wie the young Weigoni zur Schrift kam, \u00fcber den Stadionbesuch eines l\u00e4ngst abgerissenen Fu\u00dfballstadions, bis hin zur Entdeckung eines \u201eCalifornia Girls\u201c, und das ausgerechnet auf der Insel Langeoog an der Nordsee.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nie war Weigoni pers\u00f6nlicher und offener als in diesen Essays und R\u00fcckblicken. Nicht nur die Offenheit \u00fcberrascht, sondern auch die Leichtigkeit und der spielerische, aber durchaus kritische Umgang mit den Erinnerungen an die Kindheit und Jugend. In seinen unkonventionellen Betrachtungen schreibt und spricht er unverstellt, unmaskiert, nicht respektlos, aber wohltuend deutlich. Diese Art von Literatur ist offen und nie vollendet, vielleicht kann man sie als eine Art von progressiver Universalpoesie bezeichnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Einzig zu bem\u00e4ngeln ist, dass dieser Band nur im Prosa-Schuber erh\u00e4ltlich ist, quasi als Entsch\u00e4digung gibt es eine Originalgraphik, die Haimo Hieronymus auf das Cover gespr\u00fcht hat. Das Buch als Objekt, ein Sammlerst\u00fcck.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorlass<\/strong>, Gebrauchsprosa von A.J. Weigoni, Edition Das Labor 2019.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\">\r\n<div id=\"attachment_60290\" style=\"width: 176px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60290\" class=\"wp-image-60290\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover-664x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"166\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover-664x1024.jpg 664w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover-195x300.jpg 195w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover-560x863.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover-260x401.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover-160x247.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/VorlassCover.jpg 722w\" sizes=\"auto, (max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/><p id=\"caption-attachment-60290\" class=\"wp-caption-text\">Cover: Original-Schablonendruck von Haimo Hieronymus<\/p><\/div>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Exemplare des Prosa-Werks sind handsigniert und limitiert in einem <em>Schuber<\/em> aus schwarzer Kofferhartpappe erh\u00e4ltlich. Es ist ein Akt der Werkoffenbarung. Darin enthalten sind die Novelle <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12899\"><em>Vignetten<\/em><\/a>, die Erz\u00e4hlungen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12913\">Zombies<\/a>, der Novellen-Band <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34359\"><em>Cyberspasz, a real virtuality<\/em><\/a><em>.\u00a0<\/em>Der erste Roman <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24412\"><em>Abgeschlossenes Sammelgebiet<\/em><\/a> und der \u201eHeimatroman\u201c <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/07\/18\/seismograph-des-uebergangs-2\/\"><em>Lokalhelden<\/em><\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nur in diesem Schuber enthalten sind das H\u00f6rbuch <em>630, <\/em>sowie Weigonis Gebrauchsprosa <em>Vorlass, <\/em>in dem biographische, werkgenetische und poetologische Fragen beantwortet werden.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dichter, der sein Gesicht verbirgt, bewegt sich auf heiligem Terrain. 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