{"id":5961,"date":"2020-12-10T00:01:41","date_gmt":"2020-12-09T23:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5961"},"modified":"2022-02-20T20:20:48","modified_gmt":"2022-02-20T19:20:48","slug":"blogger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/12\/10\/blogger\/","title":{"rendered":"Jenseits des Wahrnehmungsmainstreams"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rte es auch, die eintreffenden Rezensionsexemplare auszupacken \u2013 Aberhunderte von B\u00fcchern, von denen man wusste, dass nur ein kleiner Teil wahrgenommen werden kann. Da wird man zu einer Art Bartleby der B\u00fccher.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Angela Schader<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Zeiten der Pandemie scheint Kulturkritik eine verzichtbare Gr\u00f6\u00dfe zu sein. Angela Schader, Literaturredakteurin der <i>NZZ<\/i> tritt fr\u00fchzeitig ihre Pensionierung an, <a href=\"https:\/\/www.edito.ch\/alles-andere-als-ungluecklich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichtet<\/a> Nina Fargahi kurzlich im Medienmagazin <i>edito.ch<\/i>. Sie hat mit Schader gesprochen, die auch \u00fcber die Entwicklungen in der Literaturkriitk und bei den Zeitungen nachdenkt. Besondere Sorgen macht sie sich \u00fcber die Lage der freien Journalisten: &#8222;Ohne Mitarbeitende mit Sachwissen in spezifischen Gebieten w\u00e4re es nicht m\u00f6glich gewesen, gro\u00dfe Zust\u00e4ndigkeitsgebiete angemessen abzudecken. &#8218;Leider wird der Boden f\u00fcr Freie immer karger, die Honorare schrumpfen und Corona war nochmals ein massiver Einschnitt.&#8216; Ohne Freie verliere die Kulturberichterstattung an Breite und Tiefe; infolge der Sparma\u00dfnahmen auf den Redaktionen schwinde zudem der Raum, um B\u00fccher aus kleineren Verlagen oder von weniger bekannten Autoren vorzustellen.&#8220; Die Stelle von Angela Schader wird nicht neu besetzt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Du hast keine Chance, dennoch nutze sie.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Herbert Achternbusch<\/span><\/p>\r\n<p class=\"kicker\" style=\"text-align: justify;\">Eine US-Studie befeuert in diesem Jahr die Debatte, ob vor allem im Internet Buchempfehlungen die &#8222;wirkliche Kritik&#8220; weitgehend abgel\u00f6st haben. Die Literaturkritikerin Sigrid L\u00f6ffler unkte unl\u00e4ngst im Deutschlandfunk: \u201eMeine langj\u00e4hrige Wahrnehmung ist eine ganz andere.\u201c In der deutschsprachigen Literaturkritik habe sich jedoch in den vergangenen 30, 40 Jahren sehr viel ver\u00e4ndert: \u201eDer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/06\/02\/der-rolls-royce-der-literaturkritik\/\">Gro\u00dfkritiker<\/a>, der sich als Scharfrichter der Literatur geb\u00e4rdet, der hat seinen Autorit\u00e4tsstatus und seine Instanzhaftigkeit endg\u00fcltig verloren.\u201c Er sei \u201eeine Figur des vergangenen Jahrhunderts, genauso wie seine Klientel, das klassische Bildungsb\u00fcrgertum\u201c. Der professionelle Kritiker habe \u201eunerw\u00fcnschte Konkurrenz\u201c bekommen: \u201en\u00e4mlich dieses elektronische Stammtischgeschnatter\u201c. Jeder Buchk\u00e4ufer d\u00fcrfe sich heute quasi automatisch als Kritiker betrachten, bem\u00e4ngelt L\u00f6ffler. Im Internet gebe es Hobbykritiker und Blogger, die meisten von ihnen seien Amateure. \u201eDie twittern vor sich hin mit subjektiven Geschmacksurteilen.\u201c Es gebe \u201ewillk\u00fcrliche Begeisterungsanf\u00e4lle, die meistens nicht begr\u00fcndet sind\u201c, so L\u00f6ffler. \u201eDa wird unter dem Deckmantel einer angeblichen Demokratisierung die Literaturkritik in Wahrheit entprofessionalisiert\u201c, wetterte die Kritikerin. Ein Grund f\u00fcr KUNO ausf\u00fchrlich \u00fcber die Figur den Bloggers und seine Vorl\u00e4ufer nachzudenken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zur\u00fcck zu den Quellen<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bruder1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-5967 alignright\" title=\"Bruder\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bruder1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Laut Internet-Bibel Wikipedia ist ein\u00a0<em>Blogger die Bezeichnung f\u00fcr: den Verfasser von Beitr\u00e4gen in einem Blog (Weblog)<\/em>. Das Blog oder auch Web-Log, eine Wortkreuzung aus dem englischen <em>World Wide Web<\/em> und <em>Log<\/em> (f\u00fcr \u203aLogbuch\u2039), ist ein auf einer Website gef\u00fchrtes und damit \u2013 meist \u00f6ffentlich \u2013 einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen f\u00fchrt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt. Einer von ihnen ist <a href=\"http:\/\/mopsmaschine.com\/\">Bruder Lustig<\/a> (aka Klaus Kr\u00fcger), der jeden Tag Buchtipps in weltweite Netz stellt. Im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern ist Kr\u00fcger Mitglied im DJV, den weitaus meisten seiner Beitr\u00e4ge merkt man diesen journalistischen Huntergrund an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Tim Berners-Lee<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 13. November 1990 ging die Webseite des Softwareentwicklers Tim Berners-Lee online, die bis heute als offiziell erster Blog gilt. Berners-Lee nutzte diesen zum Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern vom europ\u00e4ischen Kernforschungszentrum bei Genf, wo er zu der Zeit arbeitete. Mitte der 1990er Jahre folgte eine Reihe anderer Blogs. Sie wurden z. B. <i>Online-Tageb\u00fccher<\/i> genannt und waren Webseiten, auf denen Internetnutzer periodisch Eintr\u00e4ge \u00fcber ihr Leben machten. Fr\u00fche deutschsprachige Weblogs waren etwa <a class=\"mw-redirect\" title=\"Netzine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Netzine\">netzine.de<\/a> (1. Ausgabe am 3. Januar 1996 im Netz) von <a title=\"Walter Laufenberg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Laufenberg\">Walter Laufenberg<\/a>, Robert Brauns Weblog, Moving Target und das von <a title=\"Christiane Schulzki-Haddouti\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christiane_Schulzki-Haddouti\">Christiane Schulzki-Haddouti<\/a> gegr\u00fcndete \u201eCybertagebuch\u201c, das sich an Kinder und Jugendliche richtete und sp\u00e4ter von der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Aktion Sorgenkind\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktion_Sorgenkind\">Aktion Sorgenkind<\/a> \u00fcbernommen wurde. \u00dcber das <a title=\"CL-Netz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CL-Netz\">CL-Netz<\/a> wurde das <i><a class=\"new\" title=\"Zagreb Diary (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Zagreb_Diary&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Zagreb Diary<\/a><\/i> des niederl\u00e4ndischen Journalisten <a title=\"Wam Kat\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wam_Kat\">Wam Kat<\/a> verbreitet.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Pionier<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Glaser1-150x1501.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6014\" title=\"Glaser1-150x150\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Glaser1-150x1501.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Von den deutschsprachigen Autoren hat es Peter Glaser fr\u00fchzeitig zum Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs (CCC) gebracht, er war als Co-Redakteur der CCC-Zeitschrift <em>Die Datenschleuder<\/em> t\u00e4tig. Bekannt wurde er durch seine Kolumne <em>Glasers heile Welt<\/em>, die von 1986 bis 1996 in der Zeitschrift Tempo erschien. Danach arbeitete er als Redakteur f\u00fcr die Illustrierte <em>Konr@d<\/em> sowie als Kolumnist f\u00fcr <em>Die Woche<\/em>. Seit M\u00e4rz 2006 publiziert Peter Glaser regelm\u00e4\u00dfig im Blog der Online-Ausgabe der deutschen <em>Technology Review<\/em>. Auch der Stuttgarter Zeitung ist Glaser seit langem verbunden. Seit 2000 erscheint dort alle zwei Wochen Peter Glasers Netzkolumne, seit Juli 2008 f\u00fchrt er das Blog <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/niklas-buhmann\/ausgezeichnetes-aus-dem-kellerloch\">Glaserei.<\/a> Sowohl die Kolumnen als auch das Blog beschreiben Bemerkenswertes, Ph\u00e4nomene und Kuriosa aus der digitalen Welt. Auch hier freute sich KUNO dar\u00fcber, einen analogen Beitrag <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/27\/die-neue-deutsche-wanderdune-attrappe-einer-kulturgeschichte-von-neulich\/\">recherchierbar<\/a>\u00a0 gemacht zu haben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Wunsch, Beachtung zu finden<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig ist ein Blog <em>endlos<\/em>, da\u00df hei\u00dft eine lange, abw\u00e4rts chronologisch sortierte Liste von Eintr\u00e4gen, die in bestimmten Abst\u00e4nden umbrochen wird. Der Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor \u00fcber dem Inhalt, und h\u00e4ufig sind die Beitr\u00e4ge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Die Schweizerin Ester Gr\u00fcnig nutzt ihren <a href=\"http:\/\/blog.esthergruenig.ch\/\">Blog<\/a> wie die meisten f\u00fcr Werbung in eigener Sache.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Aus dem Hinterland<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/gse_multipart352581.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5978 alignright\" title=\"gse_multipart35258\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/gse_multipart352581.jpg\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"225\" \/><\/a>Das Blog bildet ein f\u00fcr Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen. Auch <em>The Breuer<\/em> hat \u00fcber seine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edition_YE\">Edition YE<\/a> einen Blog ins Netz gestellt, der einen lesenswerten \u00dcberblick auf Lyrik <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/02\/12\/aus-dem-hinterland-der-lyrikrezeption\/\">aus dem Hinterland<\/a> gibt. Theo Breuer ist ein Literaturbesessener im besten Sinne des Wortes. Er \u00e4hnelt darin seinem alten Weggef\u00e4hrten Axel Kutsch (eine \u00a0W\u00fcrdigung des Herausgebers und Lyrikers\u00a0 im Kreise von Autoren aus Metropole und Hinterland findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12833\">hier<\/a>.) Er ist nicht nur begeisterter Liebhaber literarischen Schaffens, sondern vor allem kenntnisreicher Vermittler und einf\u00fchlsamer Leser mit der F\u00e4higkeit, B\u00fccher entsprechend vorzustellen. Der zugezogene Eifeler \u00e4hnelt in seiner Zur\u00fcckgezogenheit einem Franzosen, unl\u00e4ngst fragten wir uns auf KUNO, ob Michel de Montaigne, ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/01\/michel-de-montaigne-ein-blogger-aus-dem-16-jahrhundert\/\">Blogger aus dem 16. Jahrhundert<\/a> ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Rhizom<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Meist sind aber auch Kommentare oder Diskussionen der Leser \u00fcber einen Artikel zul\u00e4ssig. Auch der Kollege Thomas Stiegler arbeitet an einem Projekt zur europ\u00e4ischen Kultur und Bildung. Dabei baut er seinen Blog <a href=\"http:\/\/der-leiermann.com\">Der Leiermann<\/a> zu einer Online Plattform zur europ\u00e4ischen Kulturgeschichte aus. Damit kann das Medium sowohl dem Ablegen von Notizen in einem Zettelkasten, dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern kann es einem Internetforum \u00e4hneln, je nach Inhalt aber auch einer Internet-Zeitung, wie sie z.b. die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/\">Kulturnotizen<\/a> oder fixpoetry darstellen. Lesen Sie aus dem KUNO-Archiv den ersten Teil der f\u00fcr <em>Kulturnotizen<\/em>\u00a0in Bild und Wort leicht erweiterten Essay-Trilogie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/31\/johannes-cs-frank-%e2%80%a2-remembrances-of-copper-cream-erinnerungen-an-kupfercreme\/\">Poesie und Preise<\/a> \u00b7 Und eine Reise zum FIXPOETRY. Bedauerlicherweise wird dieses Mag mangels Finanzierung zum Ende diesen Jahres <a href=\"https:\/\/www.fixpoetry.com\/feuilleton\/notizen\/2020-11-30\/fixpoetry\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eingestellt<\/a>, bleibt aber als Archiv vorerst erhalten. Gerrit Wustmann <a href=\"https:\/\/www.54books.de\/fixpoetry-ein-nachruf-den-es-nicht-geben-sollte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">schrieb<\/a> auf <i>54books.de<\/i> einen Nachruf auf das <a href=\"https:\/\/www.fixpoetry.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Online-Lyrikmagazin<\/a> <i>Fixpoetry<\/i>, das nach 13 Jahren trotz ansehnlichem Reichweitenerfolg mangels Finanzierung die Segel streicht &#8211; zu gering waren die Erl\u00f6se aus <i>Steady<\/i>-Spenden und Verlagsanzeigen. Schuld an diesem Verlust ist nach Wustmanns Ansicht aber nicht nur die mangelnde Unterst\u00fctzung der Leser, die nicht einmal den Adblocker f\u00fcr die Seite deaktivierten, sondern vor allem auch die notorische Netzblindheit der kulturpolitischen F\u00f6rderinstitutionen: &#8222;&#8218;Es ist eine Riesenkrux, dass die Kultur-\/Literaturf\u00f6rderung &#8211; und ich meine hier besonders den Bund &#8211; immer wieder auf das scheinbar ganz Neue setzt, auf frische Ideen oder solche, die nur so aussehen. Auf der Strecke bleiben strukturelle F\u00f6rderungen. <i>fixpoetry<\/i> ist ein wichtiges strukturelles Element der Lyrikszene gewesen. Herausragend wichtig war und ist eine Erg\u00e4nzung des Feuilletons in Sachen Lyrik. Ein trauriger Novembertag, ein gro\u00dfer Verlust!&#8216; schrieb Monika Littau, Vorsitzende der Gesellschaft f\u00fcr Literatur NRW. Dem kann sich KUNO nur anschlie\u00dfen und bietet sein Online-Archiv allen Interessierten f\u00fcr die Recherchierbarkeit an. <span class=\"css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\">Autoren aus dem Bereich Glosse, Essay, Rezension sind der Redaktion willkommen. <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">microtexte<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bloggerin Mone Hartmann lehnt den Begriff<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/09\/twitteratur-eine-neue-literaturgattung\/\"><em> Twitteratur<\/em><\/a> rundweg ab und bezeichnet ihre <em>microtexte<\/em> als <a href=\"https:\/\/www.monehartman.com\/egomone\/\">Lese-Quickies<\/a>. Wir finden hinter diesem Link Kleinode voller Poesie, Dreizeiler mit Spr\u00fcche-Charakter, manchmal steckt eine ganze Geschichte in nuce in den auf 140 Zeichen begrenzten Quickies. Das Besondere ist in ihrem Fall die Entstehung, sie gehen aus der kreativen Zerst\u00f6rung zuvor geschaffener, gr\u00f6\u00dferer Gedichte und Prosafolgen hervor. Aus diesen Bruchst\u00fccken wird von Hartmann etwas zeitgem\u00e4\u00dfes geschaffen, keine Reportage oder Chronik, sondern <em>microtexte<\/em>, die sich manche derjenigen Freiheiten nehmen, die der k\u00fcnstlerischen Gestaltung zustehen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>micropoetry<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/denis-ullrich-e1505157997454.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-44508 size-full alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/denis-ullrich-e1505157997454.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"250\" \/><\/a>Twitteratur<\/em> ist eine Poesie, die man von den japanischen Haiku kennt, sie scheint auf besondere Weise verf\u00fcgbar und dienstbar zu sein. Bestand die Modernit\u00e4t dieser Mikrogramme bisher in ihrer Operativit\u00e4t, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Sp\u00e4tmoderne (vertiefend ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>). Mit seiner <em>micropoetry<\/em> gelingt es Denis Ullrich eine \u00fcbernutzte Sprache zu entkernen. Seine vielgestaltigen Texte auf KUNO bewegen sich zwischen Transzendenz und K\u00f6rperlichkeit. Zuweilen hat man den Eindruck, als wollte dieser Autor das ber\u00fchmte Diktum Wittgensteins widerlegen: Wovon man nicht sprechen kann, dar\u00fcber muss man \u2013 nicht schweigen \u2013 sondern dichten! Dieser Autor hinterlies eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/author\/denis-ullrich\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a> bei der weder \u00e4sthetische \u00dcberh\u00f6hung noch schn\u00f6der Realismus infrage kommen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Leser allein, entscheidet \u00fcber die Aktualit\u00e4t des Geschriebenen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Walther-Stonet.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-46597 alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Walther-Stonet.jpeg\" alt=\"\" width=\"176\" height=\"117\" \/><\/a>Die Literaturszene braucht uneitle Menschen, die sich f\u00fcrsorglich sowohl f\u00fcr die Literatur und ihre Kollegen einsetzen. Menschen wie Walther Stonet. Er war Lyrikredakteur und Rezensent der Literaturzeitschrift <em>Asphaltspuren<\/em> von 2003 bis 2015 (23 Ausgaben). Jede Textsammlung bedeutet Auswahl &#8211; jede Anthologie, jedes Lehrbuch, letztlich jede Literaturzeitschrift. Stets kann nur ausschnitthaft pr\u00e4sentiert werden, was dem Leser Aufschluss geben soll, nur exemplarisch l\u00e4sst sich das zu Zeigende tats\u00e4chlich transportieren. Seit 2008 ist Stonet Herausgeber der Reihe \u201eWalthers Anthologie der Internet-Lyrik\u201c. Er ist den Worten auf der Spur und unternimmt Streifz\u00fcge durch die Deutsche Sprache. Inzwischen sind fast 50 Gedichte besprochen worden. Seit August 2015 fungiert er als Herausgeber von <a href=\"http:\/\/www.zugetextet.com\/?page_id=199\">zugetextet<\/a> &#8211;\u00a0einem Feuilleton f\u00fcr Poesie-Sprache-Streit-Kultur. Es geht in diesem &#8222;Magazin-Blog neueren Stils&#8220; um die Potenziale, die Sprache hinsichtlich ihrer M\u00f6glichkeiten zur Interpretation, der Mehrfachbedeutungen und der sich aus diesen Aspekten ergebenden Irritationen, Verirrungen und Verwicklungen zu untersuchen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Das Richtungsding mit dem Dichtungsring<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_9174\" style=\"width: 132px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bergmann_1_sw.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9174\" class=\"size-full wp-image-9174\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Bergmann_1_sw.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"182\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9174\" class=\"wp-caption-text\">The Leader of the Pack<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es herrscht die irrige Annahme, das <em>Netzwerk<\/em> sei erst mit dem Internet erfunden worden, es gab jedoch eine Zusammenarbeit von Individuen bereits auf analoger Ebene. Wir stellten auf KUNO sehr gern analoge Literaturzeitschriften vor, z.B. die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24175\">Matrix<\/a>. Der <em>Dichtungsring<\/em> entstand im Umfeld der Universit\u00e4ten Bonn und Bochum und wird heute von einer im Bonner Raum angesiedelten Autorengruppe herausgegeben. Ein Schwerpunkt ist die Unterst\u00fctzung interkultureller Kommunikation durch Ver\u00f6ffentlichung von Texten aus anderen Literaturen. Die franz\u00f6sischen, englischen, russischen, katalanischen, schwedischen, spanischen, portugiesischen, italienischen und rum\u00e4nischen Texte erscheinen dabei meist mit deutscher \u00dcbersetzung. Die Inhalte sind nicht auf bestimmte Gattungen beschr\u00e4nkt, ordnen sich aber den f\u00fcr die einzelnen Hefte gegebenen abstrakten Themen (z. B. \u201eEmp\u00f6rung\u201c, \u201eK\u00f6rper\u201c) zu. KUNO <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25201\">dokumentierte<\/a> den Grenzverkehr im Dreil\u00e4ndereck. In diesem Jahr haben sich zwei langj\u00e4hrige Redakteure verabschiedet, zum einen der <em>Leader of the Pack<\/em>, Ulrich Bergmann. Hier auf KUNO bleibt er uns gl\u00fccklicherweise erhalten. Es ist eine bildungsb\u00fcrgerliche Kurzprosa mit gleichsam eingebauter Kommentarspaltenfunktion, bei der Kurztexte aus dem Zyklus <em>Kritische K\u00f6rper,<\/em> und auch aus der losen Reihe mit dem Titel\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=40312\"><em>Splitter, nicht einmal Fragmente <\/em><\/a>aufploppen. Zuletzt stellte die Redaktion <strong>DR 57<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/12\/01\/ich-glaube-an-einen-poethischen-zustand-der-sprache\/\">vor<\/a>, mit der sich die Autorin <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/01\/07\/ueber-die-bedeutungsdimensionen-der-kurzen-prosa\/\">Francisca Ricinski<\/a> w\u00fcrdevoll als Herausgeberin des Dichtungsrings verabschiedete. Inzwischen hat eine der renomiertesten Literaturzeitschriften einen eigenen <a href=\"https:\/\/dichtungsring.org\/\">Auftritt<\/a> im Netz.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">\u00dcber die ewig wiederbelebte Leiche des literarischen Undergrounds<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-65501 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a>Im Rahmen des Meinungsvielfalt besch\u00e4ftigt sich KUNO gr\u00fcndlich mit unergr\u00fcndlichen Vor- und vermeintlichen Irrl\u00e4ufern. Am <time class=\"published\" datetime=\"1990-11-11\">11. November 1990<\/time> wurde mit dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/11\/das-analoge-internet-wird-eingestellt\/\">Ulcus Molle Info<\/a> das analoge Internet eingestellt, drei Tage sp\u00e4ter ging der erste Blog online. War N\u00ed Gudix in 2011 noch <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/09\/09\/maulhure\/\">optimistisch<\/a>, so stimmte sie k\u00fcrzlich einen <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70769\">Schwanengesang<\/a><\/span> auf den Underground an. KUNO dachte anl\u00e4\u00dflich des 25. Todestages von Josef Biby Wintjes \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/09\/24\/supkultur\/\">nonkonformistische Literatur<\/a> nach. Eine Theorie des Sozialen lautet, es gebe in der Politik keine L\u00fccken. Immer wo sich eine auftue, werde sie sofort von anderen Akteuren besetzt. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse. <\/a>Hat sich der Underground im Blog zum Overground gewandelt?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die Krash-Autoren haben Unsch\u00e4rfe der Welt und die Grenzen des Versteh- und Erkennbaren und den \u00dcbergang von analog zu Digital erkundet.<\/span><\/p>\r\n<p><!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/p>\r\n<p><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":48066,\"width\":179,\"height\":254,\"sizeSlug\":\"large\"} --><\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-48066\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Jaguar_Cover.jpeg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"254\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Jaguar_Cover.jpeg 714w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Jaguar_Cover-211x300.jpeg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<p><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO hat ein Faible f\u00fcr Trash. Die Kennung von der \u201e\u00c4sthetik des H\u00e4sslichen\u201c als charakteristischem Merkmal, stimmt als Bewertung ebensowenig, wie die Formel \u201eedle Einfalt und stille Gr\u00f6\u00dfe\u201c. Die Gossenheft-Autoren wollen die Leser nicht unterhalten. Sie wollen ihnen ihr bequemes ernst-erhabenes Weltbild t\u00fcckisch demolieren. Denn sie halten ihren Ernst f\u00fcr Lebenstr\u00e4gheit, Hinterw\u00e4ldler-Dumpfheit. Mit der provokanten Geste wollen wir jede \u00c4u\u00dferung dieser Hochkultur verh\u00f6hnen, die statt der Aussch\u00f6pfung des Lebens auf Erhaltung ihrer Konventionen abzielt. Die Vielschichtigkeit dessen, was mit <em>Trash<\/em> gemeint ist, gewinnt durch die in die Krise geratenen abendl\u00e4ndischen Wahrheitscodes und dem Ende der \u201eGro\u00dfen Erz\u00e4hlungen\u201c den faden Beigeschmack der Beliebigkeit. In der Popmoderne kann alles zum <em>Trash<\/em> \u00a0werden, aber nicht alles wird in der Moderne zum Trash. Dem Begriff <em>Trash<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt <em>Trash<\/em> als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Daher sei sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\">Deutscher Trash<\/a> ebenso eindr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Ebenso verwiesen sei auf <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44449\">Trash-Lyrik<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Die akustische Version eines Blogs ist der Literaturpodcast.<\/span> <\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Radio hat nach 100 Jahren als &#8222;Neues Medium&#8220; nun auch ins Internet gefunden. Im <em>foejetong<\/em> schreiben und <a href=\"http:\/\/foejetong.com\/podcast\">reden<\/a> Magdalena und Sarah \u00fcber (feministische) Kultur: vom aktuellen Beyonc\u00e9-Album, \u00fcber die Bront\u00eb Schwestern bis hin zur neuesten Netflix-Serie. Im M\u00e4rz 2018 ging die erste Folge des Literaturpodcasts von <a href=\"https:\/\/detektor.fm\/serien\/literatur-podcast\">detektor.fm<\/a> auf Sendung. Franziska Wilhelm und Claudius Nie\u00dfen f\u00fchren im Plauderton monatlich durch den Podcast, besprechen literaturrelevante Themen, besuchen Autoren in deren Wohnungen, initiieren Mitmach-Aktionen und erkl\u00e4ren die Buchbranche. In ihrem Podcast <a href=\"http:\/\/tsundoku-podcast.de\/\"><em>Tsundoku<\/em><\/a> spricht Andrea Diener seit 2015 \u00fcber B\u00fccher, Reisen zu Literaturorten und Kultur allgemein. Podcastfolgen mit Autoreninterviews gibt es ebenfalls. Lange vor dem Hype ging <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/03\/ruckblick-ausblick\/\">MetaPhon<\/a> an den Start. Die <a href=\"http:\/\/editiondaslabor.blogspot.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Edition Das Labor<\/a> lancierte zwischen 2001 und 2013 eine Reihe, in der Facetten der multimedialen Kunst zug\u00e4nglich gemacht werden, die nach den herk\u00f6mmlichen Marktgesetzen unerschlossen bleiben. &#8222;Der Markt&#8220; wurde entmystifiziert. Netzkunst besteht aus Menschen, die nur drauf warten, dass sich an dem aus den USA importierten Standard etwas \u00e4ndert. Das aufgekl\u00e4rte Publikum erwartet K\u00fcnstler, Wissenschaftler, Akteure, die den Vorhang aufrei\u00dfen, um in einer anderen Form zu erz\u00e4hlen.<\/p>\r\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/VordenkerLogo.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10993\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/VordenkerLogo.gif\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"62\" \/><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der <em>vordenker<\/em>, seit 1996 im Netz<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen unser Denken und Handeln ver\u00e4ndern und weiterentwickeln. Das ist eine politische Forderung, die in nahezu allen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16147\">Essays<\/a> von Joachim Paul implizit enthalten ist. Der digital nahezu grenzenlos zur Verf\u00fcgung stehende Publikationsraum will verantwortlich genutzt werden, eine Vielzahl von bislang nur werkstattintern oder gar nur in der lexikographischen Phantasie vorhandenen M\u00f6glichkeiten kann hier realisiert werden. F\u00fcr unserer Online-Archiv gilt: \u201cAufbewahren. F\u00fcr immer!\u201d Wir sichten das Material, bevor wir es dann hier in Ruhe bewerten und bewahren vor dem Vergessen, was durch das Raster der Gedenktagskultur f\u00e4llt. In der Tradition Montaignes verstehen wir auf KUNO den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Essay<\/a> als Versuch, gibt diesem aber den naturwissenschaftlichen Sinn des Experiments, der experimentellen Versuchsanordnung und zugleich die existenzielle Bedeutung des Lebensexperiments und vertieft beides so ins Abgr\u00fcndige, da\u00df aus dem Versuch sowohl die Versuchung wie der Versucher und das Versucherische sprechen. Die Redaktion versteht Literatur als einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/01\/traue-kuno-auch-ueber-30\/\">Pr\u00fcfstein des Nachdenkens<\/a> dar\u00fcber, wie Menschen in einer zuk\u00fcnftigen Gesellschaft miteinander zusammenleben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">SchNIPPischer Sauerl\u00e4nder<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/header_nipp_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5984 aligncenter\" title=\"header_nipp_01\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/header_nipp_01.jpg\" alt=\"\" width=\"940\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/header_nipp_01.jpg 940w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/header_nipp_01-300x63.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a>Ungew\u00f6hnlich ist es, wenn eine literarische Figur ihren eigenen Blog hat. In den Geschichten vom Herrn Nipp ist die Hauptperson Herr Nipp, der Fragen von Mitmenschen gestellt bekommt oder zeitgeistige Erkl\u00e4rungen abgibt. Er antwortet stets mit Glossen, die auch von Haimo Hieronymus stammen k\u00f6nnten. Somit sind diese Zeitst\u00fccke ein Instrument, um seine eigenen Meinungen und Ansichten kundzutun. Die Nipp-Geschichten behandeln Themen, die seit 1994 immer wiederkehren, ihr Motiv ist das Individuum, das durch die Moderne strauchelt, herumgeschubst wird, viele Niederlagen erleidet und die Hoffnung auf eine grundlegende Verbesserung seiner Lage aufgegeben hat. Dabei ist er weder tiefsinnig noch kompliziert, er schreibt nicht ambitioniert, und seine analytischen Einsch\u00e4tzungen sind von begrenzter Reichweite. Die F\u00e4higkeit des Nipp besteht darin, dem Banalen eine in sich stimmige Form und einen ebensolchen Zusammenhang zu geben, und das ist nichts Geringes, ganz im Gegenteil! Zuletzt schwamm Herr Nipp wie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70620\"><em>Guppy im Gin<\/em><\/a>, er \u00e4hnelt darin den Bloggern, die solange &#8222;im Internet surfen&#8220; bis die Wellen \u00fcber ihnen zusammenschlagen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p><strong>Guppy im Gin<\/strong>, weitere Geschichten von Herrn Nipp. Edition Das Labor 2020<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur (siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/01\/in-eigener-sache\/\">In eigener Sache<\/a>), der Zeugenschaft, der Autorschaft, ist die Frage: Wer erz\u00e4hlt, wer verarbeitet, wem eine Geschichte geh\u00f6rt? \u2013 <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\">Gr\u00fcndungstexte<\/a> von KUNO. <\/span>Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, zuweilen mit Kapit\u00e4lchen, meist mit einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Spekulationskraft. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die K\u00fcnstlerbucher sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\r\n<!-- wp:paragraph \/-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rte es auch, die eintreffenden Rezensionsexemplare auszupacken \u2013 Aberhunderte von B\u00fcchern, von denen man wusste, dass nur ein kleiner Teil wahrgenommen werden kann. Da wird man zu einer Art Bartleby der B\u00fccher. Angela Schader In Zeiten der&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/12\/10\/blogger\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":98980,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2713,2710,1118,2651,2715,1331,93,2714,249,44,2433,1334,86,2585,328,1479,2098,2608,475,1419,84,2371,2106,301,866,1972,2650,2082],"class_list":["post-5961","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-andrea-diener","tag-angela-schader","tag-barbara-ester","tag-bruno-runzheimer","tag-claudius-niessen","tag-denis-ullrich","tag-francisca-ricinski","tag-franziska-wilhelm","tag-hadayatullah-hubsch","tag-haimo-hieronymus","tag-heiner-link","tag-herr-nipp","tag-joachim-paul","tag-josef-wintjes","tag-julietta-fix","tag-klaus-krueger","tag-mone-hartmann","tag-ni-gudix","tag-peter-glaser","tag-stefanie-neuhaus","tag-theo-breuer","tag-thomas-stiegler","tag-tim-berners-lee","tag-traian-pop","tag-ulrich-bergmann","tag-walther-stonet","tag-werner-streletz","tag-yvonne-kraus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5961","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5961"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5961\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99006,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5961\/revisions\/99006"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98980"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}