{"id":58990,"date":"2020-02-13T00:01:44","date_gmt":"2020-02-12T23:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=58990"},"modified":"2022-02-17T14:29:01","modified_gmt":"2022-02-17T13:29:01","slug":"duna","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/02\/13\/duna\/","title":{"rendered":"DUNA"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein scharlachroter Lippenstift l\u00e4sst ihren Mund zur Wunde werden. Sanft verkriechen sich seine roten Reste in zuckende Mundwinkel, bilden F\u00e4ltchen in vollen Lippen, schaffen ein rostendes Gestein. Hinter ihren Augen wohnt etwas Hartes, das den verw\u00fcsteten K\u00f6rper verraten will. Ihr K\u00f6rper ist eine D\u00fcnenlandschaft, \u00fcber den dann und wann eine Eidechse huscht. Die Spuren des Tages zeichnen sich in ihren Handlinien ab, graben sich in sie ein, verschweigen die W\u00fcstenwanderung ihres Wesens. Ihre H\u00e4nde sind zu klein f\u00fcr den Rest von ihr, sind falsch an ihr, einer anderen zugeh\u00f6rig. Sie wirkt zusammengesetzt, ist nur teilweise, nur in Partien sch\u00f6n. Sie beobachtet mich aus zu Schlitzen verengten Echsenaugen. Ich f\u00fcrchte einen Sonnenbrand, blecke die Z\u00e4hne, befeuchte ihren verzweifelten Mund. Sie schmeckt namenlos, ist weniger als ein restwarmer Abdruck im roten Sand einer gemeinsamen Vergangenheit.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom lustvollen Seufzer des Sudank\u00e4fers, <\/strong>Kurzgeschichten von Julia Kulewatz, ed(dition)-cetera.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58993\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover.jpg\" alt=\"\" width=\"162\" height=\"250\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das Deb\u00fct von Julia Kulewatz ist ein literarisches Arrangement, das in 12 Kurzgeschichten und 2 Miniaturen augenzwinkernd allerlei Einf\u00fchlsames, Tragisches, Erotisches, Groteskes, Traumhaftes und surreal Verspieltes bereith\u00e4lt.<br \/>Angesiedelt hinter fremden Zeiten und (un)wirklichen R\u00e4umen, irgendwo zwischen Duna und Wadi, verschmelzen in ihren Texten Sehnsucht, Liebe und Hoffnung, Verlust, Freude und Schmerz, Willk\u00fcr, Wahrheit und poetische Notwendigkeit. Sie erz\u00e4hlen von surrenden Frauenh\u00e4uptern, mit K\u00e4fertieren gef\u00fcllten Badewannen, Spieluhrenpanoramen, stimmlosen T\u00f6nen, ertraglosen Apfelb\u00e4umen im Restsommerhauch, Kellerglaspal\u00e4sten in der Unber\u00fchrbarkeit des Augenblicks und Leuchtk\u00e4fern am Rande der Einbildung. Der Leser schlie\u00dft Bekanntschaft mit koreanischen Wasserm\u00e4dchen, einer Femme fatale, die Aphrodisiaka aus Skarab\u00e4enm\u00e4nnchen herstellt, der Schuhe verkaufenden Magierin Grey, dem von Sturzregen und Kreidestaub eingerahmten M\u00e4dchen am Fenster, mit Aylin, die nahe bei Gott ist, und mit Irene, die zur Wand steht. Schlussendlich vernimmt der Leser, der Spur einer Ameise folgend, mit ein wenig Gl\u00fcck und Neugier einen Laut, den er im Gew\u00fchl des Alltags nur allzu leicht \u00fcberh\u00f6ren kann \u2013 den lustvollen Seufzer des Sudank\u00e4fers.&#8220; (Stephan Herbst)<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ein scharlachroter Lippenstift l\u00e4sst ihren Mund zur Wunde werden. Sanft verkriechen sich seine roten Reste in zuckende Mundwinkel, bilden F\u00e4ltchen in vollen Lippen, schaffen ein rostendes Gestein. 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