{"id":58955,"date":"2019-11-06T00:01:26","date_gmt":"2019-11-05T23:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=58955"},"modified":"2022-02-27T17:37:14","modified_gmt":"2022-02-27T16:37:14","slug":"lit-ein-upgrade","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/11\/06\/lit-ein-upgrade\/","title":{"rendered":"Lit-ZS, ein Upgrade"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Matrix ist der europ\u00e4ischen Idee verpflichtet. Sie will einem deutschsprachigen Publikum die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten von Kultur, Sprache und Literatur des europ\u00e4ischen Kontinents nahebringen. Sie erm\u00f6glicht Literaten und K\u00fcnstlern aus ganz Europa, einander n\u00e4her kennen zu lernen.<br \/><\/em><\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Traian Pop<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"228\" class=\"wp-image-58957\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/image.gif\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die KUNO-Redaktion empfiehlt: Die Literaturzeitschrift <em>Matrix<\/em> hat sich zum Ziel gesetzt, junge Autoren zu entdecken und bedeutende Schriftsteller der Vergessenheit zu entrei\u00dfen. Sie widmet sich der Prosa und in bemerkenswertem Umfang auch der Lyrik, in erster Linie der deutschsprachigen, der Blick geht aber auch \u00fcber die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus, beispielsweise in den Osten Europas und in die USA. Weil sich diese Zeitschrift der Verteidigung des freien Denkens gewidmet hat, macht sie immer wieder auf verfolgte Schriftsteller aufmerksam. Vom Beginn weg setzte man auf sprachliche Qualit\u00e4t, thematische wie stilistische Breite sowie inhaltliche Originalit\u00e4t und erreichte so einen festen Platz in der internationalen literarischen Landschaft. Kaum ein Literaturbereich, eine literarische Str\u00f6mung, ein vielversprechender Name im zeitgen\u00f6ssischen Literaturleben, der nicht auch seinen Niederschlag in der <em>Matrix<\/em> gefunden h\u00e4tte: Vom Haiku bis zur Konkreten Poesie, vom Essay bis zur Satire, vom Polit-Report bis zum Essay.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">KUNO l\u00e4\u00dft den Herausgeber zu Wort kommen:<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">O Gott, was k\u00f6nnte ich denn da noch hinzuf\u00fcgen? Dass er (Theo Breuer, n.Red.) Tag und Nacht damit verbrachte, \u00fcber zwanzig Romane zu schreiben, finde ich absolut in Ordnung \u2013 wer h\u00e4tte es sonst tun k\u00f6nnen, wenn nicht er, der alle zwanzig Titel der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 gelesen hat? Zwanzig Tage der Lekt\u00fcre, zwanzig Tage des Konkubinats mit zwanzig B\u00fcchern, zwanzig Tage voller Durchhalteverm\u00f6gen, voller Freude oder auch Entt\u00e4uschung. Lassen Sie sich von unserem Mitstreiter Theo Breuer und seiner ungew\u00f6hnlichen Art, zu lesen und Literatur zu entziffern, auf mehr als achtzig Seiten mitrei\u00dfen. Und lesen Sie hier zwanzig Ausschnitte aus zwanzig Romanen, die im Wettstreit um den Deutschen Buchpreis 2019 angetreten sind. Dabei sollten Sie sich nicht wundern, dass Sie die Zeitschrift eines Kleinverlags, der von m\u00f6glichen F\u00f6rdergeldern und Preisen umgangen wird, in H\u00e4nden halten. Denn das ist schlichtweg normal. Oder haben Sie f\u00fcr einen Moment vergessen, in welcher Welt wir leben?&#8220;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Dich rufe ich erneut an, lieber Gott der Literatur. Verzeih mir bitte, aber ich kann den Sinn meiner Schritte schon wieder nicht mehr ausmachen.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe gestern einen Autor kennengelernt, der mir offen sagte, er habe ohne seinen Verlag gar nicht existieren k\u00f6nnen. Mit dabei stand auch ein anderer, der genauso offen zugab, er brauche so etwas \u00fcberhaupt nicht, er suche unbedingt und sofort eine Druckerei, um die Welt mit seinem Werk zu begl\u00fccken. Einem weiteren Autor reichte ein Copyshop, um sein Opus unter die Leute zu bringen. Und es gab noch einen, der meinte, \u201ejemand\u201c sei verpflichtet, ihn zu publizieren. Sogar eine Beh\u00f6rde, die sehr viel Geld in die Hand nimmt, um NICHTS zu tun f\u00fcr Autoren, die sowieso irgendwie und irgendwann verlegt werden, war vertreten. Dazu eine Einrichtung, die f\u00fcr Selfpublishing warb. Ein Verlag, der ohne Autoren nicht existieren kann, durfte nat\u00fcrlich nicht abwesend sein. Genauso wie einer, der keine Autoren braucht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Um Klarheit zu schaffen: Wir sprechen hier und jetzt \u00fcber Literatur und nicht \u00fcber Literatur 2.0, 3.0, 4.0 usw.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><br \/>Verzeih mir, lieber Gott der Literatur, aber ich dachte, du h\u00e4ttest mir empfohlen, an der gr\u00f6\u00dften Buchmesse der Welt teilzunehmen. Mir, der ich immer noch an der Brust der Literatur h\u00e4nge \u2013 schlimmer als ein libidin\u00f6ser alter Mann, der an der vergilbten Fotografie einer ehemaligen Kollegin klebt, die sein Lehrer einst neben ihn gesetzt hatte, um dem Klassenfoto Gleichgewicht zu verleihen. Mir, der ich immer wieder zu dir zur\u00fcckkehre, sogar dann, wenn das Navigationsger\u00e4t sagt, dass ich in die falsche Richtung fahre. Ich dachte, du w\u00fcrdest mir zustimmen, wenn ich das heutige \u00dcberma\u00df an politischer Korrektheit als \u00dcbertreibung betrachte \u2013 wenn auf einmal sehr vieles als nicht akzeptabel proklamiert wird, um dann wiederum auch all jene, die sich diesem Diktat widersetzen, diffamieren zu k\u00f6nnen. Deswegen habe ich mich nicht gewundert, als mich einmal sogar Grenzbeamte nicht davon abhalten konnten, mich in eine Zwickm\u00fchle hineinzuman\u00f6vrieren. Niemand au\u00dfer dir, lieber Gott der Literatur, wei\u00df, dass es keinen Platz mehr gibt f\u00fcr einen, der keine Ahnung von Marketing, von Gewinnspannen, von Lobbyarbeit oder vom Schleimen hat. F\u00fcr einen, der morgens \u00fcber dem ausgetrunkenen Weinkrug meditiert, ohne zu merken, wie ihm jede Menge von sogenannten Spezialisten am Zeug flicken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nun bin ich vom H\u00f6lzchen aufs St\u00f6ckchen gekommen. Was will ich \u00fcberhaupt? Wenn ich ein Editorial schreibe, k\u00fcmmere ich mich in der Regel um die Schriftsteller und deren Werke. Diesmal muss ich mich aber zu einem s\u00fcchtigen Leser und seinen Einsichten \u00e4u\u00dfern, der Folgendes schreibt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz einfach: Zwanzig Autoren sind von der Bildfl\u00e4che verschwunden. Seit dem 20. August 2019. Der Schattenf\u00e4nger, so wird kolportiert, hat sie an der Nase herum in ein Labyrinth gef\u00fchrt und in einem schwarzen Traum eingeschlossen, wo sie nun randalieren, einander die Augen auskratzen bzw. die K\u00f6pfe einschlagen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">O Gott, was k\u00f6nnte ich denn da noch hinzuf\u00fcgen? Dass er Tag und Nacht damit verbrachte, \u00fcber zwanzig Romane zu schreiben, finde ich absolut in Ordnung \u2013 wer h\u00e4tte es sonst tun k\u00f6nnen, wenn nicht er, der alle zwanzig Titel der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 gelesen hat? Zwanzig Tage der Lekt\u00fcre, zwanzig Tage des Konkubinats mit zwanzig B\u00fcchern, zwanzig Tage voller Durchhalteverm\u00f6gen, voller Freude oder auch Entt\u00e4uschung. Lassen Sie sich von unserem Mitstreiter Theo Breuer und seiner ungew\u00f6hnlichen Art, zu lesen und Literatur zu entziffern, auf mehr als achtzig Seiten mitrei\u00dfen. Und lesen Sie hier zwanzig Ausschnitte aus zwanzig Romanen, die im Wettstreit um den Deutschen Buchpreis 2019 angetreten sind. Dabei sollten Sie sich nicht wundern, dass Sie die Zeitschrift eines Kleinverlags, der von m\u00f6glichen F\u00f6rdergeldern und Preisen umgangen wird, in H\u00e4nden halten. Denn das ist schlichtweg normal.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: justify;\">Oder haben Sie f\u00fcr einen Moment vergessen, in welcher Welt wir leben?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Schreibtischen einiger Gegenwartsautoren erhielten wir diesmal au\u00dfergew\u00f6hnliche Texte von Klaus Martens (\u201eMan meint es nicht gut mit mir. \/ Aber was kann man mir schon nehmen? \/ Meine Vergangenheit ist sicher verwahrt, \/ meine Zukunft erbl\u00fcht an diesem Tag\u201c), Nora Iuga (\u201ees sind kreaturen. ich kenne sie nur schriftlich. gelesen habe \/ ich in der zeitung\u201c), Anton Sterbling (\u201eaber diese Polka tanzen wir alle noch, \/ obzwar Toni, der die Tuba bl\u00e4st, \/ schon ausgewandert ist\u201c), Horst Samson (\u201eDer Tod geht und kommt \/ Wie Jesus \u00fcbers Wasser, verliert \/ Keine Minute, kein Wort\u201c), Traian Pop Traian (\u201ewas h\u00e4tte der Leichentr\u00e4ger empfunden \/ h\u00e4tte er unter den Leichen dich oder mich wiedererkannt \/ h\u00e4tte er sich selbst unter den Leichen entdeckt \u2026\u201c) und Benedikt Dyrlich (\u201eUnd die Mutter war kein Nazi, sie genoss aber das Leben in vollen Z\u00fcgen\u201c). Widmar Puhl und Michael Moritz besprechen neu erschienene B\u00fccher von Andrew Sayer, Volker Wei\u00df und Harald Gr\u00f6hler. Und die Kulturszene ist pr\u00e4sent durch die Beitr\u00e4ge \u201eErstes Abonnementkonzert des SWR-Symphonieorchesters Stuttgart in der Liederhalle am 20. September\u201c, \u201eAufwachen in Istanbul. K\u00f6lner K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler am Bosporus\u201c und \u201eEvgeny Mitta: Moskau 2012. Gescheiterte Revolution. Multimediale Installation\u201c. Es signieren: Widmar Puhl, Wolfgang Schlott sowie Gudrun und Karl Wolff.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58959\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Matrix_Cover-700x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"256\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie zum Thema auch den Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15275\">The Matrix has you <\/a>von Ulrich Bergmann. Weiterhin zu empfehlen auch ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12771\">Essay <\/a>\u00fcber Francisca Ricinskis lyrische Prosa <em>Auf silikonweichen Pfoten<\/em>, <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/rauschan.htm\">Ioona Rauschans<\/a> Roman<em> Abhauen<\/em> oder Theo Breuers Gedichtbuch <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=8072\">Das gewonnene Alphabet<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matrix ist der europ\u00e4ischen Idee verpflichtet. Sie will einem deutschsprachigen Publikum die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten von Kultur, Sprache und Literatur des europ\u00e4ischen Kontinents nahebringen. Sie erm\u00f6glicht Literaten und K\u00fcnstlern aus ganz Europa, einander n\u00e4her kennen zu lernen. Traian Pop Die KUNO-Redaktion&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/11\/06\/lit-ein-upgrade\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":187,"featured_media":101074,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[301],"class_list":["post-58955","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-traian-pop"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58955","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/187"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58955"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58955\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101081,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58955\/revisions\/101081"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101074"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58955"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58955"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}