{"id":56744,"date":"2019-09-11T00:01:35","date_gmt":"2019-09-10T22:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=56744"},"modified":"2022-03-06T19:14:50","modified_gmt":"2022-03-06T18:14:50","slug":"taeter-opfer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/09\/11\/taeter-opfer\/","title":{"rendered":"12. Tafelbild \u2013 Overkill"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><em>Eine Nervenheilanstalt, irgendwann im Irgendwo. Aliens recherchieren, in ihrer Funktion als Ober\u00e4rzte, im galaktischen Datenschrott Fragmente einer untergegangenen Zivilisation, die sie in einer Versuchsanordnung rekonstruieren: Wohin geht der Chor, wenn er im Namen des b\u00fcrgerlichen Individuums vertrieben wird? Wie ist Gemeinschaft m\u00f6glich? Und was bedeutet es, Sprache zu teilen? Was sind die Ursachen des Terrors?<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">ALIEN 2 Verstehe ich das richtig: Die S\u00f6hne wurden f\u00fcr die S\u00fcnden ihrer V\u00e4ter gestraft, war das die Logik ihrer Vergeltung? Waren sie nicht in der Lage, Politik und Religion zu trennen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">ALIEN 1 Die Gattung Homo sapiens lebte die l\u00e4ngste Zeit ihrer Existenz in einer Welt, die sich langsam ver\u00e4nderte. Dann geschah innert k\u00fcrzester Zeit ein Quantensprung, den einige religi\u00f6se Eiferer nicht nachvollziehen konnten und den Gegner als &#8222;Satan&#8220; bek\u00e4mpften.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">ALIEN 2 Gibt es noch Zeitzeugen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">ALIEN 1 Mehr als das, als Beispiel ihrer noch nicht sehr hoch entwickelten Technik fand ich eine so genannte Black box.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfleger tragen einen schwarzen Kasten auf die B\u00fchne und stellen ihn in der Mitte ab. Alien 1 schaltet die Aufzeichnung mit der \u201eFernbedienung\u201c an. Man h\u00f6rt verschiedensprachig umherschwirrende Funkspr\u00fcche, die an einen Piloten gerichtet sind.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Al\u2013Shehhi Allah ist mit uns. Der Himmel ist vom reinsten Blau. Hinter der Erdkr\u00fcmmung liegt das Ziel. Der Groundspeed ist erreicht. (<em>lacht<\/em>) Dies ist nicht die Scheinwelt eines Flugsimulators. Sicher ist das komplette Erscheinungsbild \u00fcber das Audiosetup frei konfigurierbar, die Kurvenman\u00f6ver lassen sich gut daran trainieren, doch dies ist die von Allah geschaffene Welt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">CHOR Auferstanden ist er, welcher lange schlief \/ auferstanden unten aus Gew\u00f6lben tief \/ In der D\u00e4mmerung steht er \/ gross und unbekannt \/ und den Mond zerdr\u00fcckt er in der schwarzen Hand.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alle Schwestern und Patienten kommen z\u00f6gerlich n\u00e4her und lauschen dem Bericht.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Al\u2013Shehhi Allah steht uns bei, sein geweihter Dolch wies uns den Pfad ins Cockpit des American\u2013Airlines\u2013Flugs 11, auf dem Weg von Boston nach Los Angeles. Wir weichen von der Strecke ab. Bewegen uns mit der Hingabe an den Willen Gottes auf einen anderen Zielort zu. Die Moving Map Darstellung springt automatisch vor Erreichen des Zielflugplatzes in das Anflugblatt. Es zeigt ein Symbol. Die gl\u00e4serne Banalit\u00e4t dieser T\u00fcrme ist durchschaubar, sie dr\u00e4ngen nicht in die H\u00f6he, sie sind H\u00f6he, stehen einfach nur da, aufeinander bezogen und auf sonst niemanden. Vertikale Stadt. Zwei riesige K\u00f6rper, streng und lapidar, als w\u00e4re die H\u00f6henkonkurrenz, das Gebuhle um Macht und Gr\u00f6sse f\u00fcr immer entschieden. (<em>lacht grimmig<\/em>)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">CHOR Stahlst\u00fctzen bildeten beim World Trade Center eine Art Aussenr\u00f6hre \/ Sie tr\u00e4gt 90 Prozent der Last und f\u00e4ngt seitlich wirkende Kr\u00e4fte auf \/ Die innere Stahlbetonkonstruktion mit Aufz\u00fcgen und Versorgungssch\u00e4chten tr\u00e4gt nur vertikale Lasten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Al\u2013Shehhi Die Fassaden schweigen nicht mehr aluminiumk\u00fchl. Der n\u00f6rdliche B\u00fcroturm erinnert an den Schornstein einer Fabrik. Mohamed el\u2013Amir Awad Elsayed Atta erwartet mich bereits im Paradies. Ich folge ihm und halte Kurs auf den S\u00fcdturm.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">CHOR Der Aufprall des voll getankten Flugzeugs verletzt die Aussenr\u00f6hre \/ Zun\u00e4chst h\u00e4lt die Konstruktion \/ Doch die Explosion hat den Hitzeschutz des Stahlger\u00fcsts zerst\u00f6rt \/ Temperaturen von mehr als 1000 Grad machen den Stahl weich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Al\u2013Shehhi Was f\u00fcr ein grandioser Kitsch (<em>lacht grell<\/em>) diese neogotische Kurvenmanie des Sockels, der steinerne Schwulst der Eingangshalle. Die Maschine bohrt sich in den Stahlbetonrumpf des Towers. Die Nase des Jets dringt durch die Fenster ein. Das Flugzeug wird als weithin sichtbares Zeichen ein Abbild im Geb\u00e4ude hinterlassen. Die Ungl\u00e4ubigen haben eine seelenlose, materialistische, entwurzelte Kultur, die sich einzig um das Geld und sonst nichts dreht. Nun beginnt der Kampf der Kulturen. Wir f\u00fchren einen Heiligen Krieg. Siehe! Wir wurden mit dem Schwert geschickt, bis die Stunde des j\u00fcngsten Gerichts eintritt. Und mein t\u00e4gliches Auskommen wurde gestellt unter den Schatten meines Schwertes. Erniedrigung und Dem\u00fctigung sei denen, die gegen unsere Sache stehen. Wir sind die besseren Krieger. Ihr m\u00fcsst uns nicht einmal mehr die Waffen liefern. Wir vernichten euch mit eurer Technik. Wir machen eure Bilder zu Waffen. Mein Opfer, mein Leben und mein Tod geh\u00f6ren Allah, dem Herrn der Welten. Fahrt zur H\u00f6lle, ihr Ungl\u00e4ubigen!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">CHOR Schmelzendes Eisengepflecht \/ Die Stahltr\u00e4ger knicken ein \/ Die brennenden Etagen kollabieren \/ und st\u00fcrzen auf die darunter liegenden Stockwerke \/ Das Geb\u00e4ude sackt in sich zusammen \/ Konfettigleich splittert Glas herab \/ Die T\u00fcrme sinken zusammen \/ Staub steigt pilzf\u00f6rmig nach oben. Wie viele von uns \/ versinken in Adern aus Fels \/ versteinern dort wie Farne \/ Fossilien blut\u00fcberstr\u00f6mt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alle Pfleger und Patienten sinken zu Boden und fallen in eine Starre.<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO entnimmt diese Textprobe den St\u00fcck <strong>T\u00e4ter &amp; Opfer<\/strong>, R\u00fcckblick auf H\u00f6hepunkte untergegangener Zivilisationen. Vertreten durch den <a href=\"https:\/\/www.adspecta.de\/index.html\">adspecta Theaterverlag<\/a>, Meschede.<br \/><br \/><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Nervenheilanstalt, irgendwann im Irgendwo. 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