{"id":56522,"date":"1989-12-26T00:01:01","date_gmt":"1989-12-25T23:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=56522"},"modified":"2021-09-29T18:15:24","modified_gmt":"2021-09-29T16:15:24","slug":"im-fernsehsessel-durchs-weltall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/12\/26\/im-fernsehsessel-durchs-weltall\/","title":{"rendered":"Im Fernsehsessel durchs Weltall"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eDer Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.\u201c<\/span><\/p>\r\n<p><span style=\"color: #999999;\">\r\n\r\n<\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Eingangstext von &#8222;Raumschiff Enterprise&#8220;<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den sch\u00f6nsten Kindheitserinnerungen geh\u00f6ren die Sonntagnachmittage, an denen ein Spannungsfilm lief. In 1989 gab es jedoch einen R\u00fccksturz in die Kindheit. Im TV lief eine von KUNOs Lieblingsserien: &#8222;Raumschiff Enterprise&#8220;, allerdings in einer Version, die wir nie zuvor gesehen haben, als Kinofilm. Im \u00f6rtlichen Lichtspielhaus hatten wir diesen Film zehn Jahre vorher verpasst, auch verpassen wollen, der &#8222;Star Trek&#8220; geh\u00f6rt in Fernsehen, und ganz speziell ins Nachmittagsprogramm.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Zukunftsutopie des 23. Jahrhundert haben die Menschen auf der Erde soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten \u00fcberwunden. Die Erkundung des Weltraums hat zu Allianzen mit au\u00dferirdischen Lebensformen gef\u00fchrt. Die Besatzung des Raumschiffs Enterprise von der F\u00f6deration der Vereinigten Planeten widmet sich der Entdeckung bislang unbekannter Lebensformen. Die Konfrontationen mit unerforschten Ph\u00e4nomenen und Feinden stellen Captain James T. Kirk und seine Offiziere immer wieder vor schwierige Aufgaben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in dem Kinofilm stehe an der Seite von Captain Kirk, Mr. Spock, Erster Offizier sowie Wissenschaftsoffizier, und der Schiffsarzt Dr. Leonard McCoy. Mr. Spock, Halbvulkanier, gilt nicht nur aufgrund der spitzen Ohren und Augenbrauen als Exot auf dem sonst von Menschen bev\u00f6lkerten Raumschiff: Das wesentliche Merkmal der vulkanischen Kultur ist die Abkehr von Emotionalit\u00e4t zugunsten einer streng logischen Denkweise. Im Gegensatz dazu vertritt der manchmal m\u00fcrrische, aber herzliche Dr. McCoy ein humanistisches Weltbild. Aufgrund der erg\u00e4nzenden Eigenschaften dieser drei Figuren etablierten sich Kirk, Spock und McCoy als Triumvirat: Die meist offen ausgetragenen Konflikte zwischen dem rationalen Spock und dem impulsiven McCoy helfen Kirk als Handlungstr\u00e4ger, seine Entscheidungen zu treffen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgangepunkt des Kinofilms ist eine riesige Energiewolke, die sich sich auf dem Weg zur Erde befindet. Der mittlerweile zum Admiral bef\u00f6rderte James T. Kirk l\u00e4sst sich kurzfristig das Kommando \u00fcber das Schiff geben und versetzt den urspr\u00fcnglichen Captain Will Decker auf den Posten des ersten Offiziers. Da der urspr\u00fcnglich als Wissenschaftsoffizier vorgesehene Vulkanier Sonak bei einem Unfall beim Beamen zu Tode kommt, \u00fcbertr\u00e4gt Kirk zugleich auch diese Funktion zun\u00e4chst an Decker. Die Deltanerin Lieutenant Ilia, Deckers fr\u00fchere Geliebte, tritt ihren Posten als Navigatorin an.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Wolke m\u00f6glichst rasch zu erreichen, l\u00e4sst Kirk die\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0mit dem bislang noch nicht ausreichend getesteten\u00a0Warp-Antrieb\u00a0fliegen. Dabei kommt es zu einem Maschinenfehler, durch den das Schiff in ein\u00a0Wurmloch\u00a0versetzt wird und au\u00dfer Kontrolle mit einem\u00a0Asteroiden\u00a0zu kollidieren droht. Ein in letzter Sekunde vom Schiff abgeschossener Torpedo zerst\u00f6rt den Asteroiden, woraufhin die\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0das Wurmloch wieder verl\u00e4sst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Planeten Vulkan versucht Spock das Kolinahr zu meistern, eine Technik, die ihm die vollkommene Unterdr\u00fcckung von Emotionen erm\u00f6glicht. Pl\u00f6tzlich kann er das Vorhandensein der Wolke sp\u00fcren und erkennt sie als ein fremdes Bewusstsein. Er begibt sich daher auf die\u00a0<em>Enterprise<\/em>, wo er seine bew\u00e4hrte Funktion als Wissenschaftsoffizier wieder einnimmt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Spock den Warp-Antrieb wiederhergestellt hat, ist die\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0bald bei der Wolke angelangt. Ein Energiestrahl aus der Wolke tastet das Schiff ab und verletzt Chekov; Spock erkennt den Strahl als Kommunikationsversuch. Anschlie\u00dfend fliegt die\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0in die Wolke, die uneinheitlich und farbig strukturiert ist. Darin entdeckt die Crew eine etliche Kilometer gro\u00dfe Konstruktion, welche offenbar die Energiewolke erzeugt. Pl\u00f6tzlich l\u00f6st eine Sonde Ilia auf der Br\u00fccke auf, nachdem sie bei dem Versuch Daten aus dem Computer der\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0herunterzuladen gest\u00f6rt worden ist. Kurz darauf entdecken Kirk, Spock, Schiffsarzt Doktor McCoy und Decker eine Maschine in Ilias Quartier, die eine \u00e4u\u00dferlich exakte Kopie Ilias darstellt. Diese ist das Sprachrohr der fremden Entit\u00e4t. Von ihr erf\u00e4hrt die Crew, dass die Entit\u00e4t sich \u201eV\u2019ger\u201c nennt und auf der Suche nach ihrem Sch\u00f6pfer ist, den sie auf der Erde zu finden glaubt. Spock begibt sich mit einem Raketen-Raumanzug eigenm\u00e4chtig in das Zentrum der Konstruktion und erf\u00e4hrt dort nach einer Gedankenverschmelzung mit der Entit\u00e4t und einer holographischen Nachbildung der Reise V\u2019gers, dass V\u2019ger \u00fcber ungeheures Wissen verf\u00fcgt, aber Emotionen nicht verstehen kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Spock wird von V&#8217;ger zur\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0zur\u00fcckgeschickt. Das riesige Raumschiff, in dem sich V&#8217;ger und die\u00a0<em>Enterprise<\/em>\u00a0befinden, hat die Erde erreicht und V&#8217;ger versucht Kontakt zu seinem Sch\u00f6pfer aufzunehmen. Als er aber keine Antwort erh\u00e4lt, will er alle Menschen auf der Erde vernichten, da er denkt, dass sie die Kontaktaufnahme verhindern. Kirk kann V&#8217;ger davon \u00fcberzeugen, ihm pers\u00f6nlich die Informationen zu geben, die V&#8217;ger von seinem Sch\u00f6pfer will, und so wird die Enterprise direkt zu V&#8217;ger weiter ins Innere des Raumschiffs gezogen. Ein Au\u00dfenteam der Br\u00fcckenbesatzung begibt sich zu V&#8217;ger. Es findet heraus, dass V\u2019ger die teilweise verschmutzte Aufschrift von \u201eVoyager 6\u201c ist, einer von der\u00a0NASA\u00a0im\u00a020. Jahrhundert\u00a0gestarteten\u00a0Raumsonde, deren prim\u00e4res Ziel es war, das gesamte Wissen \u00fcber das Universum zu sammeln. Auf ihrem Weg ist sie zu einer Maschinenzivilisation gelangt, die den Auftrag der Voyager-Sonde w\u00f6rtlich nahm und mit ihrer Technik Voyager zu dem weiterentwickelte, was V&#8217;ger darstellt. V&#8217;ger hatte die Reise fortgesetzt, bald alles Erlernbare gelernt und sich deshalb auf den Weg zur\u00fcck zur Erde begeben, um das gesammelte Wissen den Menschen als Sch\u00f6pfern zu \u00fcberbringen. Der Wissenstransfer scheiterte jedoch, da auf der Erde niemand mehr den Kommunikationscode verstand.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als V&#8217;ger versteht, dass die Menschen ihre Sch\u00f6pfer sind, verlangt es Antworten nach dem Sinn der Leere ihrer Existenz, die nichts als Logik kennt. Decker, der Ilias Wesen noch in der Maschine sehen kann, will V&#8217;ger das Wesen des Mensch-Seins offenbaren, indem er V&#8217;ger anbietet, eins mit ihm zu werden. Die Ilia-Sonde und er beginnen, sich in leuchtende Energie aufzul\u00f6sen.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Existenzialismus am Sonntagnachmittag, was will man mehr?<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-56529\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-705x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"512\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-705x1024.jpg 705w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-207x300.jpg 207w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-768x1115.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-560x813.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-260x377.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise-160x232.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Raumschiff_Enterprise.jpg 790w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\">Gossenhefte<\/a> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Dem Begriff <em>Trash<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt <em>Trash<\/em> als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Es sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\">Deutscher Trash<\/a> ebenso eindr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">PS Am 17. September 1966 wurde die Fernsehserie <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/18\/bildnisse\/\">Raumpatrouille<\/a><\/em> erstmal im Deutschen TV ausgestrahlt.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. 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