{"id":56081,"date":"2003-10-31T00:01:22","date_gmt":"2003-10-30T23:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=56081"},"modified":"2022-05-23T10:01:23","modified_gmt":"2022-05-23T08:01:23","slug":"chiffrierungsprozess","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/10\/31\/chiffrierungsprozess\/","title":{"rendered":"Chiffrierungsprozess"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie es begann: A.J. Weigoni schreibt das schmierige Leben einfach ab, ohne ihm irgendeine Bedeutung zu entnehmen, und f\u00fchlt sich noch wohl dabei. Geschrieben muss werden. Der Skrupellosigkeit dieses Bet\u00e4tigungsdranges entspricht die der Mache. Sie ist modern frisiert und erstrahlt im Glanz fl\u00fcchtig aufgelesener Effekte, die in diesem Zusammenhang nur leider nicht gl\u00e4nzen wollen. Diese Texte sind voller nerv\u00f6ser Daseinslust und heimlicher Todesbegier, fr\u00fchreif und unvollendet, fl\u00fcchtig und ein ergebener Freund, gescheit und verspielt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Kritik an den unertr\u00e4glichen Zust\u00e4nden der Welt ist schrill formuliert und beruft sich auf das Diktum, das f\u00fcr Satire alles erlaubt ist. Wir betrachten Menschen, die den Eindruck vollkommener Zufriedenheit vermitteln und nicht eine Sekunde lang zu glauben scheinen, es stimme mit ihrer Situation etwas nicht. Und so wird all der Hohn und Spott am Ende von einem Moment von Traurigkeit \u00fcberlagert, geradeso wie bei fast jeder Clowneske.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Dem Begriff <em>Trash<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">Zwischen 1990 und 2010 arbeitet Weigoni die Short-Stories aus dem &#8222;Gossenheft&#8220; <strong>Monster <\/strong>zu Erz\u00e4hlungen um. Diese skizzierten Grundideen verdichten sich zu einem Konzentrat dessen, was erst in sp\u00e4teren Werken zur erz\u00e4hlerischen Virtuosit\u00e4t gesteigert wird.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p><strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A.J. Weigoni, Edition Das Labor 2010<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div id=\"attachment_97950\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-97950\" class=\"wp-image-97950 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Zombies-e1645795065341.jpeg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-97950\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Anja Roth<\/p><\/div>\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align: justify;\">KUNO \u00fcbernimmt einen Artikel von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/10\/05\/turbokapitalistischer-realismus\/\">Kultura-extra<\/a> aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fixpoetry.com\/feuilleton\/kritiken\/andrascz-j-weigoni\/zombies-0\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>, Margaretha Schnarhelt kennt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/18\/bissfest\/\">Ausgangspunkt<\/a> und Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Holger Benkel beobachtet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Kleine D\u00e4monen auf Tour<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wie es begann: A.J. Weigoni schreibt das schmierige Leben einfach ab, ohne ihm irgendeine Bedeutung zu entnehmen, und f\u00fchlt sich noch wohl dabei. Geschrieben muss werden. Der Skrupellosigkeit dieses Bet\u00e4tigungsdranges entspricht die der Mache. Sie ist modern frisiert und&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/10\/31\/chiffrierungsprozess\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":98402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628],"class_list":["post-56081","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56081"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103169,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56081\/revisions\/103169"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98402"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}