{"id":5558,"date":"2012-06-24T00:01:12","date_gmt":"2012-06-23T22:01:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5558"},"modified":"2021-12-26T14:31:34","modified_gmt":"2021-12-26T13:31:34","slug":"uberschwemmt-die-lust-am-taumel-67","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/24\/uberschwemmt-die-lust-am-taumel-67\/","title":{"rendered":"\u00dcberschwemmt, die Lust am Taumel (6\/7)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6<span style=\"color: #808080;\">6<\/span> \u00b7 Mehr als \u00b7 <\/strong><strong>1 Buch lag vor mir aufgeschlagen<\/strong><\/p>\n<address style=\"text-align: justify; padding-left: 210px;\"><span style=\"color: #808080;\">als reihte ich B\u00fccher an einander<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: justify; padding-left: 210px;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>Friederike Mayr\u00f6cker<\/em><\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41qqzGw0e-L._SL500_AA300_.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"210\" \/>Weit mehr als 22 B\u00fccher, <em>n\u00e4mlich<\/em>, liegen aufgeschlagen \u2013 <em>Blaue Er\u00adleuch\u00adtun\u00adgen \u00b7 Das besessene Alter \u00b7 Das Herzzerrei\u00dfende der Dinge \u00b7 Das Licht in der Land\u00adschaft \u00b7 das zu Sehende, das zu H\u00f6rende \u00b7 Die Abschiede \u00b7 br\u00fctt oder Die seufzenden G\u00e4rten \u00b7 Die kom\u00admunizierenden Gef\u00e4\u00dfe \u00b7 dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4m\u00adlich) des Vogel Greif \u00b7 Gesam\u00admelte Gedichte \u00b7 ich bin in der An\u00adstalt. Fusz\u00adnoten zu einem ungeschriebenen Werk \u00b7 ich sitze nur GRAUSAM da \u00b7 In langsa\u00admen Blitzen \u00b7 Letzte Dinge \u00b7 Liebesgedichte \u00b7 Licht in der Landschaft \u00b7 Ma\u00adgische Bl\u00e4t\u00adter \u00b7 Magische Bl\u00e4tter I \u2013 V \u00b7 Magische Bl\u00e4tter VI \u00b7 Mein Ar\u00adbeitstirol \u00b7 mein Herz, mein Zimmer, mein Name \u00b7 No\u00adtizen auf einem Kamel \u00b7 Pa\u00adloma \u00b7 Reise durch die Nacht \u00b7 Requiem f\u00fcr Ernst Jandl \u00b7 Scarda\u00adnelli \u00b7 Und ich sch\u00fcttelte einen Liebling \u00b7 vom Umhalsen der Sper\u00adlingswand, 1 Schu\u00admannwahn\u00adsinn \u00b7 Von den Umarmungen \u00b7 Wintergl\u00fcck<\/em> \u00b7 <em>Zit\u00adtergaul<\/em> \u2013 vor mir, neben mir, hinter mir, <em>was liest du gerade<\/em> \/ <em>ein hin und her<\/em>, dort im Prosazimmer, <strong>hier<\/strong> im \u203aLyrikkabinett\u2039 (wie Axel Kutsch \u2013 der \u00bbSo ist es. Ist es so? Kommentar zur Lyrik\u00adszene im deut\u00adschen Sprach\u00adraum\u00ab mit den Worten beschlie\u00dft: \u00bbDie \u203aj\u00fcngste\u2039 deutsch\u00adsprachige Lyrik wird nach wie vor von einer Wiener Autorin geschrieben: Sie hat die 80 bereits \u00fcber\u00adschritten und hei\u00dft Friederike May\u00adr\u00f6cker\u00ab \u2013 die Kammer mit den Ge\u00addichtb\u00fcchern einst taufte), bei\u00adspielsweise <em>Das Herzzerrei\u00ad\u00dfende der Dinge<\/em>, in dem ich heute lese:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>ein hin und her, ich werfe mit W\u00f6rtern um mich, das Wort Capriccio zum Beispiel im Vorzimmer, das Sodo\u00admisieren der Ziege, ein Hin- und Herh\u00fcpfen der Sprache, ich liebe es, alles nebeneinander her zu tun, im Grund treibe ich mich den gan\u00adzen Tag \u00fcber mit meiner Sprache herum, wir halten Zwiegespr\u00e4\u00adche, Mono\u00adloge, die Lekt\u00fcre ist auch so ein Tummelplatz, auf dem ich mich abende\u00adlang aufhalten kann : ein Tag ist ja ohne befriedigenden Abschlu\u00df und im wirklichen Sinne vertan, haben wir nicht zumindest vor dem Ein\u00adschlafen Zeit gefunden, ein paar Zeilen hier, ein paar Seiten dort, in unseren Lieb\u00adlings\u00adb\u00fcchern zu lesen (\u00fcber\u00adfl\u00fcssigerweise lassen wir uns zuweilen von den ba\u00adnalsten Anspr\u00fcchen herausfordern und ablen\u00adken, mit grau\u00adsamer Wollust las\u00adsen wir uns in die allt\u00e4glichsten Niederungen herunterzerren und sehen uns dann selber zu, wie wir im Netz zappeln).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verwende es gern, zum wiederholten Mal, ich wei\u00df, es mu\u00df sein, das Bild vom Baden, vom Lesebad, W\u00f6rter\u00adbad, vom Baden in W\u00f6r\u00adtern \u00b7 S\u00e4tzen \u00b7 Gedanken \u00b7 Vorstellungen \u00b7 \u00a0Stim\u00admun\u00adgen (<em>usw<\/em>.) der Friederike Mayr\u00f6cker, die, so scheint\u2019s, mit jedem Text, mit jedem Buch immer noch mehr sie selbst wird, die sich ins Ich w\u00fchlen (<em>manchmal halte ich mich f\u00fcr dich<\/em>), ich schreibe das, <em>und h\u00e4tte ich dieses mein Schreiben nicht<\/em>, hier einfach noch einmal nie\u00adder, es ist ein voll<strong>komm<\/strong>enes Eintau\u00adchen, Unter\u00adtauchen, ach, <em>da\u00df abge\u00adschrie\u00adben w\u00fcrde aus meinen B\u00fcchern<\/em>, mit weit ge\u00f6ff\u00adneten Augen: <em>als woll\u00adten sie mir zu verstehen geben, da\u00df alles was ich je niederge\u00adschrieben hatte, nichts war, buchst\u00e4blich nichts, <\/em>und wenn es denn <em>nichts<\/em> w\u00e4re, <em>buchst\u00e4blich nichts<\/em>, was w\u00e4re es dann? Mayr\u00f6ckers B\u00fccher in ihrer Ge\u00adsamtheit sind <em>nichts<\/em> als \u203aein\u2039 <em>famoses Werk<\/em>. \u00bbIch kann doch nicht immer nur wieder May\u00adr\u00f6cker lesen, weil ich es mit vielen an\u00adderen nicht aus\u00adhalte\u00ab, schreibt Michael Lentz \u2013 und findet (\u00bbIch bin wieder mittendrin; ich h\u00f6re nicht auf\u00ab) \u00bbganze Lebenszei\u00adlen\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7<span style=\"color: #808080;\">7<\/span> \u00b7 Atmendes Alphabet<\/strong><\/p>\n<address style=\"text-align: justify; padding-left: 150px;\"><span style=\"color: #808080;\">suche Moratorium im Groszen Brockhaus, stosze<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: justify; padding-left: 150px;\"><span style=\"color: #808080;\">auf Motherwell<\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 150px;\" align=\"right\"><span style=\"color: #808080;\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Schmidt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5559\" title=\"Schmidt 1\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Schmidt-1-167x300.jpg\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Schmidt-1-167x300.jpg 167w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Schmidt-1-570x1024.jpg 570w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Schmidt-1.jpg 1560w\" sizes=\"auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><\/a>Ameisenheit \u00b7 Anemone \u00b7 Angst \u00b7 aufh\u00f6ren \u00b7 Auge \u00b7 Baumsch\u00f6pfe \u00b7 Bl\u00fctenleib \u00b7 Blutspur \u00b7 Cherubim \u00b7 Chine\u00adsen\u00adbraut \u00b7 Code \u00b7 Delirien \u00b7 Dickicht \u00b7 Dolde \u00b7 Drolerien \u00b7 Dunkelrosen \u00b7 elfenbeinfarbenes \u00b7 Eben\u00adbild \u00b7 eingesegnete \u00b7 Einsamkeit \u00b7 Es peitschte mich zum Schreiben \u00b7 Fenchel \u00b7 Flam\u00admenfeder\u00adchen \u00b7 furioser \u00b7 Flim\u00admereffekt \u00b7 Flocke \u00b7 fun\u00adkeln \u00b7 Glas \u00b7 Glyzinie \u00b7 Gna\u00addenleser \u00b7 Goldlack \u00b7 Gotteshirn \u00b7 Gras \u00b7 Grotte \u00b7 Hilflo\u00adsengeste \u00b7 Himmelfahrt \u00b7 Honigtropfen \u00b7 Hummel \u00b7 ich (lese alles ich lese nichts, die B\u00fccher zap\u00adpeln mir in der Hand, wollen ver\u00adschlungen werden von der 1. zur letz\u00adten Zeile, ich aber schlage sie auf, exzer\u00adpiere 5 oder 9 Zeilen, lege sie bei\u00adseite) \u00b7 In\u00adstinktgarten \u00b7 imaginieren \u00b7 jederzeit \u00b7 jetzt \u00b7 jubelnd \u00b7 Judenvier\u00adtel \u00b7 Katze \u00b7 Kluppe \u00b7 Knopf\u00adloch \u00b7 Knospe \u00b7 Kreidefel\u00adsen \u00b7 L\u00e4m\u00admer \u00b7 leben \u00b7 Luftmasche \u00b7 Makula\u00adtur \u00b7 Mimosengefie\u00adder \u00b7 monst\u00adr\u00f6ser \u00b7 Nebel \u00b7 Nervenapparat \u00b7 Neuigkeits\u00adblitze \u00b7 Nuszwald \u00b7 Ohrenbeichtvater \u00b7 Oleander \u00b7 oder \u00b7 Opuszahl \u00b7 Panik \u00b7 p\u00e4rchenweise \u00b7 Passi\u00adonsrose \u00b7 photo\u00adgraphieren \u00b7 Poren \u00b7 Quappengesicht \u00b7 quasselnder \u00b7 Qual\u00adfreund \u00b7 Quelle \u00b7 Quendel \u00b7 Quit\u00adtenbaum \u00b7 Regen \u00b7 Rehkitz \u00b7 Rei\u00adsekammer \u00b7 Resonanzkasten \u00b7 Robinien\u00adb\u00e4ume \u00b7 ruinenkalt \u00b7 Schmet\u00adterlingsschwarm \u00b7 Schwin\u00addel \u00b7 schwitzt \u00b7 Seele \u00b7 Staubwolke \u00b7 Stein \u00b7 Sternklum\u00adpen \u00b7 Tannen\u00adh\u00e4ndchen \u00b7 tau\u00adchen \u00b7 Tote\u00adninsel \u00b7 Traum \u00b7 Traunsee \u00b7 Uferwiese \u00b7 uner\u00adgr\u00fcndba\u00adrer \u00b7 unfaszbarer \u00b7 Unsinn \u00b7 Verkl\u00e4rung \u00b7 Verzaube\u00adrung \u00b7 Vi\u00adneta \u00b7 weisze \u00b7 Wellen \u00b7 Wol\u00adken \u00b7 Wiedehopf \u00b7 Wimpern \u00b7 Winterk\u00fcsse \u00b7 Win\u00adtersausen \u00b7 Wipfel der Wehmut \u00b7 Wollkraut \u00b7 Xylofon \u00b7 Ypsilon \u00b7 Za\u00adckenfalter \u00b7 Zeit\u00adma\u00df \u00b7 zer\u00adknitterte \u00b7 Zipfel \u00b7 zwitschern \u00b7 Zu\u00adckerst\u00fc\u00adcke \u00b7 Zufall (diese \u00fcber alles waltende Gott\u00adheit) \u00b7 z\u00e4rtliche Zunge<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innehaltend, <em>mein suggestiv aufgeladenes Gehirn<\/em>, denk ich, au\u00adgen\u00adblickslang, gleichsam ein bi\u00df\u00adchen blo\u00df \u00fcber Mayr\u00f6ckers W\u00f6rter, <em>ach \/ ihr seid wie 1 offenes Buch<\/em>, hinaus, an die im Lauf der Zeit \u2013 <em>frei\u00adlich die Zeit ist fl\u00fcchtig und ich denke in langsa\u00admen Blitzen<\/em> \u2013 zu\u00adsammengele\u00adsne \u203aBib\u00adliothek\u2039, die ich so nicht nenne, auch nicht \u203aB\u00fc\u00adchersammlung\u2039, im Lauf der Jahre, <em>und ich fand die B\u00fccher die mich am Leben erhielten<\/em>, sind beide Leber\u00e4ume zur (begehbaren) In\u00adstalla\u00adtion, <em>Geriesel der Sprache<\/em>, gewor\u00adden, es ist ein durch Lesen jedes einzelnen Buches aspiriertes, voll\u00adkommen offenes Kunst\u00adwerk, <em>the one he likes to think of as a shrine<\/em> (John Burnside), \u203aLebenswerk\u2039 scheint auch <strong>ein gutes Wort<\/strong>, \u00bbals die ei\u00adgentliche Sprache erscheint mir die, in der das Wort und das Ding zusammen\u00adfallen\u00ab (G\u00fcn\u00adter Eich), <em>\u00bbAnlie\u00adgen des Dichters mu\u00df es sein\u00ab, sagt EJ, \u00bbin das Innere der Dinge zu sehen\u00ab<\/em>, ein im Verlauf der Jahrzehnte nach diesen Vorstellun\u00adgen und jenen W\u00fcnschen gestal\u00adteter Querschnitt, Buchk\u00f6rper, dem ich, t\u00e4glich vorzugsweise, ein neues Teilchen einver\u00adleibe, atmendes Alphabet, in dem ich den Gro\u00df\u00adteil der natur\u00adgem\u00e4\u00df im\u00admer viel zu kurzen Lebens\u00adzeit verbringe (<em>Nein, der Tod ist ekelhaft. Er ist ein Eklat, ein Skandalon, eine Frivolit\u00e4t, eine Schmach, eine Verdammung und eine Herab\u00adsetzung des menschlichen Lebens. Und der gro\u00dfe Stachel des Todes ist, dasz man nicht wei\u00df, wohin es geht<\/em>), halb schon in die Erde einge\u00adgra\u00adben, von magi\u00adschen Bl\u00e4ttern, <em>usw.<\/em>, \u00bbwun\u00adderbar umgeben\u00ab (einge\u00admau\u00adert): <em>Blaue Erleuch\u00adtun\u00adgen \u00b7 Das besessene Alter \u00b7 Das Herzzerrei\u00ad\u00dfende der Dinge \u00b7 Das Licht in der Land\u00adschaft \u00b7 das zu Sehende, das zu H\u00f6rende \u00b7 Die Ab\u00adschiede \u00b7 br\u00fctt oder Die seufzenden G\u00e4rten \u00b7 Die kom\u00admunizierenden Gef\u00e4\u00dfe \u00b7 dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4m\u00adlich) des Vogel Greif <\/em><em>\u00b7 Gesam\u00admelte Gedichte \u00b7 ich bin in der An\u00adstalt. Fusz\u00adnoten zu einem ungeschriebenen Werk \u00b7 ich sitze nur GRAUSAM da \u00b7 In langsa\u00admen Blitzen \u00b7 Letzte Dinge \u00b7 Liebesgedichte \u00b7 Licht in der Land\u00adschaft \u00b7 Ma\u00adgische Bl\u00e4t\u00adter \u00b7 Magische Bl\u00e4tter I \u2013 V \u00b7 Magische Bl\u00e4tter VI \u00b7 Mein Ar\u00adbeitstirol \u00b7 mein Herz, mein Zimmer, mein Name \u00b7 No\u00adtizen auf einem Kamel \u00b7 Pa\u00adloma \u00b7 Reise durch die Nacht \u00b7 Requiem f\u00fcr Ernst Jandl \u00b7 Scarda\u00adnelli \u00b7 Und ich sch\u00fcttelte einen Liebling \u00b7 vom Umhalsen der Sper\u00adlingswand, 1 Schu\u00admannwahn\u00adsinn \u00b7 Von den Umarmungen \u00b7 Wintergl\u00fcck<\/em> \u00b7 <em>Zit\u00adtergaul<\/em> \u2013 \u2013 \u2013 darunter lau\u00adter <em>Lieb\u00adlingsb\u00fc\u00adcher<\/em>, die ich, seit 1991, als ich das in blaues Leinen ge\u00adh\u00fcllte <em>Winter\u00adgl\u00fcck<\/em> im Ta\u00adschenbuch\u00adkeller der K\u00f6l\u00adner Bahn\u00adhofsbuchhandlung als preisre\u00adduzier\u00adtes M\u00e4ngelex\u00ademplar, wie ein Stempel auf dem Fu\u00df\u00adschnitt f\u00fcr alle Zeiten bezeugt, erwarb, anschlie\u00ad\u00dfend, w\u00e4h\u00adrend der Heim\u00adfahrt in die Eifel nach Sistig, las, an einem Samstag, allein im Sechserab\u00adteil eines sehr alten Zu\u00adges sitzend, die Jah\u00adreszeit erinnere ich, beim besten Wil\u00adlen, nicht, nur Land\u00adschafts\u00adstim\u00admung: trist?, \u00bbund bald h\u00e4tte sie un\u00adendlich viele Versionen einer Erinne\u00adrung, unendlich viele Geschichten im Kopf\u00ab, lese ich in Odile Kennels Roman \u00bbWas Ida sagt\u00ab, mit im\u00admerfort wach\u00adsender Lust lese, am 16. Februar 2012, tut\u2019s mir in der Herzgegend weh, w\u00e4hrend ich, schnee\u00adschippend, auf den Postboten warte, sehn\u00ads\u00fcchtig auf <em>Die kommunizierenden Gef\u00e4\u00dfe<\/em> hoffend, die ich mir dringend als Lekt\u00fcre w\u00fcnsche, und, ja, der Wunsch wird er\u00adf\u00fcllt, ich schreibe diese W\u00f6rter mit den K\u00f6rper durchpulsen\u00adder Vor\u00adfreude, nehme die Fingerbee\u00adren von der Tat\u00adstatur, fange zu lesen an: <em>und knootzten dann Schulter an Schulter (meine Schulter die seine ber\u00fch\u00adrend seine Schulter die meine ber\u00fchrend) im Jazzkonzert, meist in den letzten Reihen des Saales weil sonst zu laut<\/em> \u2013 \u2013 \u2013, aus denen ich, <em>und h\u00e4tte ich dieses mein Schrei\u00adben nicht<\/em> (wie aus Ge\u00adspr\u00e4chen \/ Inter\u00adviews \/ E-Mails) in diesem Essay (\u00bbeinem vagen Nichts\u00ab, MH), am lau\u00adfenden Bande, amalgamierend \u00b7 beif\u00fcgend \u00b7 mi\u00adschend \u00b7 ver\u00adschr\u00e4n\u00adkend \u00b7 W\u00f6rter mir anver\u00adwandle \u00b7 W\u00f6rter mon\u00adtiere \u00b7 W\u00f6rter ver\u00adfremde \u00b7 W\u00f6rter zitiere, ein gleich\u00adsam \u00bbun\u00adunterbro\u00adchener Dialog\u00ab (wie Jacques Der\u00adridas und Hans-Georg Gada\u00admers Buch titu\u00adliert ist), <em>ich habe eine gestoh\u00adlene Sprache<\/em>, \u00bbusw.\u00ab \u2013 und dann (und wann?)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>hielt ich inne und dachte an meine verwaiste verweinte Bibliothek zu\u00adhause und dasz sie ohne System in den Regalen stand, Sloterdijk neben Pschy\u00adrembel zum Beispiel, Durs Gr\u00fcnbein neben \u00bbDes Knaben Wun\u00adderhorn\u00ab, des\u00adsen Titelbild (Moritz von Schwind, \u00bbIm Walde\u00ab) widerspiegelte meine mittle\u00adren Jahre als ich ei\u00adnen Geliebten erwartete, im Walde, der mit Schotten\u00adkra\u00adwatte auf absch\u00fcssigem Gel\u00e4nde. L\u00fcckenhaft, chao\u00adtisch diese meine Bib\u00adlio\u00adtheken, die famosen Werke an\u00adgelesen, aufgegeben, mit Lese\u00adzeichen ver\u00adtr\u00f6s\u00adtet, im\u00admerzu exzerpierend: all meine kl. Schliche, das Exzerpierte montiert in die eigenen Texte: roh oder ver\u00e4n\u00addert, der kl. Voltaire, die Kostbarkeiten unter der Fensterbank lianenhaft oder Erdbeer Haine, von Jahr zu Jahr zahl\u00adreicher werdende ver\u00adstreute verstaubte heimatlose Bibliotheken, mit besonde\u00adren Lieblingen auf dem Kopfpolster schlafen<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5440\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u2192 Teil 1<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5477\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u2192 Teil 2\/3<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5510\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u2192 Teil 4\/5<\/strong><\/span><\/a><\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5440\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/a><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Der abschlie\u00dfende 8. Teil des Essays<\/span> <span style=\"color: #808080;\"><em>\u00dcberschwemmt, die Lust am Taumel<\/em><\/span> (<span style=\"color: #000080;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=4151\"><span style=\"color: #000080;\">Matrix 28<\/span><\/a><\/strong><\/span><span style=\"color: #888888;\">, S. 17 \u2013 34)<\/span> <span style=\"color: #808080;\">folgt morgen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Das in den Text eingef\u00fcgte Bild stammt von\u00a0 Matthias Schmidt (Wien) und ist ebenfalls in<\/span> <span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.pop-verlag.com\/edition-matrix\/index.htm\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Matrix 28<\/strong><\/span><\/a><\/span> <span style=\"color: #808080;\">zu finden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>66 \u00b7 Mehr als \u00b7 1 Buch lag vor mir aufgeschlagen als reihte ich B\u00fccher an einander Friederike Mayr\u00f6cker Weit mehr als 22 B\u00fccher, n\u00e4mlich, liegen aufgeschlagen \u2013 Blaue Er\u00adleuch\u00adtun\u00adgen \u00b7 Das besessene Alter \u00b7 Das Herzzerrei\u00dfende der Dinge \u00b7&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/24\/uberschwemmt-die-lust-am-taumel-67\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":85882,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[104,509,255,143,508,500,145,128,510,84],"class_list":["post-5558","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-axel-kutsch","tag-durs-grunbein","tag-ernst-jandl","tag-friederike-mayrocker","tag-hans-georg-gadamer","tag-jacques-derrida","tag-john-burnside","tag-michael-lentz","tag-odile-kennel","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5558\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}